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Veröffentlicht am 18.12.2025

Düstere Fantasy in der magischen Unterwelt von Lynchaven

House of Bane and Blood (Order and Chaos, Band 1) – Packende Rivals to Lovers Romantasy
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Meine Meinung

"House of Bane and Blood" hat mich vor allem wegen des Klappentextes (und des wunderschönen düsteren Covers) angesprochen.

Ich muss ganz klar sagen, dass die größte Stärke des Buches in ...

Meine Meinung

"House of Bane and Blood" hat mich vor allem wegen des Klappentextes (und des wunderschönen düsteren Covers) angesprochen.

Ich muss ganz klar sagen, dass die größte Stärke des Buches in der Atmosphäre liegt. Lynchaven wirkt kalt hart und von Machtkämpfen geprägt. Die Stadt ist nicht nur Kulisse, sondern beeinflusst die Figuren und ihre Entscheidungen deutlich, was ich super spannend fand.

Die Handlung dreht sich um Protagonistin Camilla, die Erbin eines Familienbetriebs, der durch Gewalt und Intrigen bedroht ist. Um ihre Ziele zu erreichen, geht sie einen Handel mit Nicolai Attano ein, dem mächtigen Kopf eines rivalisierenden Clans. Gleichzeitig gibt es einen Spannungsbogen um einen Entführer, der die Handlung weiter vorantreibt.

Die Beziehung zwischen Milla und Nicolai fand ich besonders interessant. Ihre Verbindung ist von Anfang an komplex und geprägt von Misstrauen und Machtfragen.

Das Buch behandelt konsequent dunkle Themen wie Gewalt, Machtmissbrauch und moralische Grauzonen. Diese Szenen wirken für mich ehrlich und tragen zur Stimmung des Romans bei, auch wenn sie das Lesen stellenweise schwerer machen.

Insgesamt hat mir "House of Bane and Blood" sehr gut gefallen. Das Tempo war stellenweise etwas zu langsam, aber das hat der Tiefe der Geschichte nicht geschadet. Ich würde das Buch weiterempfehlen an alle, die dunkle Fantasy mit intensiver Atmosphäre mögen.


Über die Autorin

Alexis ist Krankenschwester in Louisiana, wo sie mit ihrem Mann, ihrem Kleinkind und zwei übergroßen Hunden lebt. Sie genießt lange Spaziergänge über Mittelaltermärkte, liest bis in die Nacht hinein Romane, in denen aus Feinden Liebende werden, und genießt Weinabende mit ihrem „Finer Things Club“. Sie hofft, das Leben ihrer Leser*innen mit Welten zu bereichern, in die sie sich wegträumen und die sie noch lange nach dem letzten Kapitel mitnehmen können.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Unvergesslicher Roadtrip

Heldentage
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Meine Meinung

Heldentage erzählt die Geschichte von Nilo, Faris und Mayla, drei Jugendlichen, die aus einer psychiatrischen Einrichtung fliehen. Auf ihrem Roadtrip geht es nicht nur um Abenteuer, sondern ...

Meine Meinung

Heldentage erzählt die Geschichte von Nilo, Faris und Mayla, drei Jugendlichen, die aus einer psychiatrischen Einrichtung fliehen. Auf ihrem Roadtrip geht es nicht nur um Abenteuer, sondern vor allem um Selbstfindung, Freundschaft und den Umgang mit psychischen Belastungen.

Schäuble beschreibt die Figuren sehr einfühlsam. (Inneren) Konflikte, Ängste und Hoffnungen werden ehrlich dargestellt, ohne dass Probleme wie das von Nilos vollständig „gelöst“ werden. Der Schreibstil ist klar, kurz und dynamisch, oft humorvoll, was die ernsten Themen zugänglich macht. Gleichzeitig bleiben manche Hintergründe vage, etwa Maylas persönliche Geschichte.

Trotz kleiner Schwächen vermittelt das Buch eine warmherzige, ermutigende Botschaft: Freundschaft, Zusammenhalt und Selbstbestimmung sind möglich, auch wenn das Leben kompliziert ist. Für Jugendliche ab zwölf Jahren und alle, die sich für psychische Gesundheit und Coming-of-Age-Geschichten interessieren, ist Heldentage eine empfehlenswerte Lektüre, vor allem auch für Fans von "Tschick".

Über den Autor

Martin Schäuble ist für seine kritischen Jugendbücher bekannt, die von der Presse hochgelobt wurden und vielfach als Schullektüre eingesetzt werden. Nach »Endland« bei Hanser veröffentlichte er bei Fischer Sauerländer die Dilogie »Die Scanner«/»Die Gescannten« sowie »Sein Reich«, »Cleanland«, »Godland«, »Alle Farben grau« und »Warum du schweigst«. Als promovierter Politikwissenschaftler verfasst er auch Nahost-Sachbücher. (Quelle. Fischer-Sauerländer)


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Veröffentlicht am 18.11.2025

Egidius De Blaeser - Die stille Kraft von Freundschaft und Kunst

Dius
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Meine Meinung

"Dius" von Stefan Hertmans ist ein Buch, das ich für mich nur schwierig einordnen kann. Es hat kaum Handlung im klassischen Sinne, stattdessen ein tiefes Ineinandergreifen von Erinnerung, ...

Meine Meinung

"Dius" von Stefan Hertmans ist ein Buch, das ich für mich nur schwierig einordnen kann. Es hat kaum Handlung im klassischen Sinne, stattdessen ein tiefes Ineinandergreifen von Erinnerung, Liebe, Freundschaft, Kunst und Verlust. Diese langsame und reflektierte Erzählweise bestimmt den gesamten Roman.

Im Mittelpunkt stehen Anton, ein nach innen gerichteter Kunstdozent, und Dius, ein junger Künstler mit außergewöhnlichem Ausdruckswillen. Dius ist rätselhaft, oft schwer zu greifen, mal offenherzig, dann wieder unnahbar und von einer geheimnisvollen Energie erfüllt. Sein Auftauchen bringt Anton aus dem Gleichgewicht, ohne dass je klar wird, wie viel Nähe Dius tatsächlich zulässt und wie viel von ihm immer im Dunkeln bleibt. Gerade dieses Schweben zwischen Nähe und Distanz macht den Reiz ihrer Beziehung aus.

Der Alltag im abgelegenen Haus, Gespräche über Kunst, Spaziergänge durch die Landschaft, die langsame Routine im Atelier. Vieles ist geprägt von Beobachtung und Andeutung. Das Buch verlangt Geduld, aber es belohnt mit einer Atmosphäre, die sich wie eine langsame Welle entfaltet.

Ein Punkt, der für mich sowohl positiv als auch herausfordernd war, ist die Fülle an Kunstbezügen. Hertmans beschreibt Gemälde, Kompositionen und künstlerische Haltungen mit großer Genauigkeit. Manchmal erschien mir das zu viel, fast zu viel für mich als Laie. Und dennoch musste ich ab und zu aus Neugier etwas nachschlagen, Künstlernamen oder Werke (Quelle Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:VittoreCarpaccio-Giovanecavaliereinun_paesaggio.jpg) im Internet suchen, weil die Beschreibungen mich neugierig machten. Es ist also beides: überwältigend und gleichzeitig anregend, weil man in eine ästhetische Welt hineingesogen wird, die man ohne dieses Buch vielleicht nie betreten hätte.

Viele Szenen konzentrieren sich auf die Spannung zwischen den beiden Figuren. Anton, der analysiert und denkt, und Dius, der aus Gefühl und Impuls heraus lebt. Diese zwei Arten, die Welt wahrzunehmen, stoßen immer wieder aneinander. Es gibt Bewunderung, aber auch Unsicherheit, stille Konkurrenz und die Angst, den anderen nicht wirklich zu verstehen.

Stilistisch bleibt Hertmans ruhig, klar und entschleunigt. Manche Teile des Buches hätte meiner Meinung nach etwas eingekürzt werden können. Wer auf schnelle Entwicklungen hofft, wird hier kaum fündig. Der Roman arbeitet mit Nuancen, mit Pausen, mit Leerstellen. Er zwingt dazu, das Tempo zu reduzieren und sich auf die feineren Bewegungen der Figuren einzulassen.


Über den Autor

Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent, Belgien, ist Dichter, Dramatiker, Romancier und gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Der Roman ›Krieg und Terpentin‹ war 2016 unter anderem für den International Man Booker Prize und den Premio Strega International nominiert. Hertmans lebt in Brüssel und im südfranzösischen Monieux.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Der lange Weg an die Spitze

Die Frau der Stunde
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Meine Meinung

Der Roman" Die Frau der Stunde" hat mich vor allem aufgrund des Klappentextes angesprochen. Das Buch bietet eine kräftige Verbindung aus politischer Brisanz und persönlichem Schicksal.

Die ...

Meine Meinung

Der Roman" Die Frau der Stunde" hat mich vor allem aufgrund des Klappentextes angesprochen. Das Buch bietet eine kräftige Verbindung aus politischer Brisanz und persönlichem Schicksal.

Die Protagonistin Catharina Cornelius beweist Zielstrebigkeit und Intelligenz im Ringen um Einfluss und Position und verbindet damit eine starke Präsenz mit glaubhafter Verletzlichkeit.

Mir hat gefallen, wie klar und ruhig die Geschichte erzählt wird. Man spürt, dass alles gut recherchiert ist, ohne dass es trocken wirkt. Bei mir hat es allerings etwas gedauert in die Geschichte sofort einzusteigen.

Die Atmosphäre der späten Siebzigerjahre kommt deutlich rüber. Ich konnte mir gut vorstellen, wie es damals war, als Macht, Männer und Medien das politische Geschehen bestimmten.

Ich hätte mir allerdings gewünscht dass einige Wendungen noch mutiger gestaltet wären und die innere Entwicklung der Hauptfigur noch prägnanter herausgearbeitet würde.

Persönlich hätte ich mir ein anderes, möglicherweise weniger offenes Ende gewünscht.

"Die Frau der Stunde" bietet einen kraftvollen Blick auf Macht, Identität und Wandel. Wer sich für politisch geprägte Geschichten mit starken Charakteren interessiert wird hier gut bedient. Für alle, die wissen, wie viel Stärke es braucht, gehört zu werden


Über die Autorin

Heike Specht studierte Geschichte und Literaturwissenschaft in München, promovierte über die Familie Lion Feuchtwangers und arbeitete mehrere Jahre als Verlagslektorin.

Geschichte und Geschichten – zwischen zwei Buchdeckel gepackt, zum Anhören oder Ansehen, vorgelesen oder erzählt – sind ihre Leidenschaft. In Städten sucht sie stets das Dorf und wurde sowohl in München, als auch in New York und Zürich fündig.

Sie ist Autorin mehrerer Sachbücher. Am 1.10.2025 erscheint ihr erster Roman "Die Frau der Stunde".

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Entschleunigung im Schnee

Drei Tage im Schnee
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Meine Meinung

"Drei Tage im Schnee" von Ina Bhatter hat mir wirklich gut gefallen. Es erzählt von Hannah, die aus ihrem hektischen Alltag ausbricht und sich für ein paar Tage in eine einsame Hütte im ...

Meine Meinung

"Drei Tage im Schnee" von Ina Bhatter hat mir wirklich gut gefallen. Es erzählt von Hannah, die aus ihrem hektischen Alltag ausbricht und sich für ein paar Tage in eine einsame Hütte im Schnee zurückzieht. Diese einfache Entscheidung wird zu einer Reise zu sich selbst. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, mitten in dieser Winterlandschaft zu stehen. Die Autorin schafft es, mit wenigen Worten eine dichte und ruhige und tolle Atmosphäre aufzubauen.

Was mich besonders angesprochen hat, war die Stimmung. Dieses Gefühl von Rückzug, von Abstand zur Welt, hat mich sehr berührt. Das Buch ist sicherlich auch gerade zu dieser Jahreszeit toll, denn so kurz vor Weihnachten bringt nochmal zusätzlicher Stress aus. Ich konnte Hannah gut verstehen, wie sie mit der kleinen Sophie und auch sich selbst ins Gespräch kommt, Erinnerungen zulässt und plötzlich wieder Dinge wahrnimmt, die sie lange übersehen hat. Viele Sachen haben mich auch zum Schmunzeln gebracht und auch selbst angesprochen z.B. das Thema "Sparen". Sophie ist einfach niedlich, ich hatte richtig Lust sie selbst kennenzulernen.

Die Sprache fand ich angenehm und klar. Ina Bhatter schreibt ruhig, aber nicht langweilig.

Für mich war "Drei Tage im Schnee" ein schönes, stimmungsvolles Buch, das nachhallt. Es erinnert einen selbst daran, dass man sich mal eine Auszeit gönnt, entschleunigt, mal öfter das Handy weglegt usw.


Klappentext

Hannah führt ein turbulentes Großstadtleben. Sie hetzt von einem Termin zum nächsten und verbringt ihre Tage damit, auf Dinge zu reagieren, die von außen auf sie einströmen, findet kaum Zeit für sich selbst. Um abzuschalten, mietet sie sich für ein paar Tage ein kleines Holzhaus an einem See, eingebettet in weiß verschneite Natur. Plötzlich taucht dort ein Kind in einem roten Schneeanzug auf: die kleine Sophie. Die beiden freunden sich an.

Während sie in der entrückten Winterwelt Iglus bauen und Schneeengel machen, kommt Hannah so allerlei in den Kopf, was sie längst verloren glaubte: alte Freundschaften, vergessene Sehnsüchte und Talente. Etwas verschiebt sich und alles ordnet sich neu an. Allmählich beginnt Hannah, ihr Leben und die Welt in einem neuen Licht zu sehen: bunt und echt wie in ihrer eigenen Kindheit.


Über die Autorin

Ina Bhatter hat Journalistik, Romanistik und Internationale Beziehungen in Leipzig und Paris studiert und beim Radio und in den Pressestellen verschiedener Unternehmen gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Berlin. »Drei Tage im Schnee« ist ihr erstes Buch.

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