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Veröffentlicht am 09.12.2025

50 unschuldig und einfach klingende Fragen, mit faszinierender Wirkung!

50 Fragen, die das Leben leichter machen
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"Ich bin nicht sicher genug für diese Frage!" (...)
"Einspruch - großer Irrtum! Sie müssen nicht selbstsicher sein, um eine Frage zu stellen, Sie werden selbstsicher, indem Sie sie stellen. Das ist ja ...

"Ich bin nicht sicher genug für diese Frage!" (...)
"Einspruch - großer Irrtum! Sie müssen nicht selbstsicher sein, um eine Frage zu stellen, Sie werden selbstsicher, indem Sie sie stellen. Das ist ja gerade das Schöne! Nehmen sie einfach eine Frage in den Mund, kauen Sie ein bisschen drauf rum und dann - raus damit!"
Nach den 50 Sätzen, die das Leben leichter machen, geht Karin Kuschik nun mit 50 Fragen ins Rennen. Und was soll ich sagen, sie hat mich damit fast noch mehr begeistert als mit den 50 Sätzen. Denn Fragen kommen so unschuldig daher, zeigen dem Gegenüber, es hat eine Möglichkeit zu reagieren - oder eben nicht. Doch mit den klugen, wohlüberlegten Fragen im "Apfelschorle-Ton" bleibt den anderen eigentlich nur die Reaktion.
Gerade eine Dreier-Kombi hat es mir angetan und ich habe sie im beruflichen Umfeld mehrfach angewandt. Es ist die unschuldige Frage an sich selbst: "Muss es gesagt werden? Jetzt, und wirklich von mir?". Beruflich habe ich mich nach jeder Tagung etc. geärgert. Anscheinend bin ich die einzige, die unangenehme Fragen stellt, die gestellt werden müssen - was nicht immer nur positiv aufgenommen wird.
Auf dem Weg zu so einer Tagung hat mich im Hörbuch diese Frage erwischt. Was soll ich sagen? Selbst wenn es mir schon auf den Lippen brannte, habe ich mich zurückgelehnt, mir Karin Kuschiks Frage gestellt und - erst mal geschwiegen. Und siehe da, es hat sich immer jemand anderer gefunden, der den Mund aufmacht!
Auch "Haben sie Lust, mitzumachen?" wird mich wohl noch länger begleiten. Eine Schulung, der Vortragende spult ein Standart-Programm ab - das nur leider wenig mit unserem Arbeitsalltag zu tun hat. Auf Hinweise, das wir das nicht brauchen, reagiert er mit einem "Ich weiß ja nicht, was sie brauchen" und fährt mit seinem Programm fort. Da hör ich mich fragen "Hätten Sie vielleicht Lust, uns dieses und jenes zu zeigen?" Zack, schon haben wir das vorgeführt bekommen, was uns wirklich weiterhilft.
Wie gesagt, ich bin begeistert, habe mir einige Fragen notiert, die ich nach und nach in meinen Alltag einbauen möchte - und bin überzeugt davon, das es funktionieren wird!
Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gesprochen. Sie war auch als Radiomoderatorin tätig und man merkt ihr die Erfahrung an. Es ist abwechslungsreich, persönliche Geschichten verdeutlichen die Wirkung der Frage und runden sie ab. Perfekt!
Und wenn man nur 2, 3 Fragen in den Alltag mitnimmt, hat man schon viel gewonnen!
Fazit:
50 unschuldig und einfach klingende Fragen, mit faszinierender Wirkung!

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Kein Stein bleibt auf dem anderen ...

Ein Herz aus Papier und Sternen
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"Ihr Herz pocht vor Aufregung über das, was sie dort im Garten gesehen hat, und sie weiß, dass Josephine nie mit ihr über diesen Vorfall sprechen wird. Also lehnt sie sich zurück und versucht, wieder in ...

"Ihr Herz pocht vor Aufregung über das, was sie dort im Garten gesehen hat, und sie weiß, dass Josephine nie mit ihr über diesen Vorfall sprechen wird. Also lehnt sie sich zurück und versucht, wieder in einen Tagtraum zu entfliehen.
Doch sie kann nicht länger die Mitfahrerin auf der Rückbabnk sein, die tut, wie ihr geheißen.
Heute ist es anders."
Seite 14
Pip wurde schwanger - mit 16. Ihre Eltern, vor allem ihre Mutter, übernahmen daraufhin das Ruder. Sie zogen Pips Tochter Bella auf, trafen jede Entscheidung für die beiden. Pip hat nie den Führerschein gemacht, arbeitet im selben Job wie ihre Mutter. Mittlerweise ist sie 32 und es gewohnt, jeden Schritt von ihrer Mutter Josephine bestimmen zu lassen.
Pips einzige Ausflucht: Kleine Papierherzen mit Gedichten, versteckt in Origamifiguren, in einer Schachtel verborgen, in einer Schublade geschützt. Als ihre Eltern sie auch noch mit Sammy Wolverson, dem Chef ihres Vaters verkuppeln wollen und Jamie, Bellas Vater, wieder in der Stadt ist, wagt sich Pip aus der Deckung. Unterstützt von ihrem neuen Freund Io beginnt sie langsam, für sich einzustehen und endlich ihr eigenes Leben und ihre Rolle als Bellas Mutter zu leben. Kein Stein bleibt auf dem anderen.
Der Beginn des Buches ist schwer, bedrückend. Intensiv habe ich Pips Unterdrückung gespürt, wie sie sich in ihrem winzigen Zimmer im Haus ihrer Eltern versteckt. Ohne Freunde sind die kleinen Papierfiguren die einzige Art, sich abzulenken und mitzuteilen. Auch Jamie wurde damals aus der Stadt, in ein fremdes Land, geschickt. Seither fanden wenige Treffen unter Aufsicht beider Eltern statt, er hat kaum eine Verbindung zu Bella. Pip leidet sehr darunter, sie möchte Bella eine Mutter sein und beginnt langsam, eigene Entscheidungen zu treffen. So beklemmend der Anfang des Buches war, umso mehr hat mich Pips Erwachen und Ausbrechen bewegt. Schritt für Schritt nimmt sie endlich den Raum ein, der ihr zusteht.
Und auch als sich nicht alle Entscheidungen und Pläne als zielführend erweisen, so bleibt Pip endlich sich und ihren Wünschen treu!
Für mich zwei Wundergestalten dieses Buches: Tala, die ihr die Augen öffnet, und Io, der sie auf so liebevolle Weise unterstützt. Als Forscher immer auf der Reise, erfährt er mit Pip, was Freundschaft bedeutet.
Cecilia Ahern ist es wieder Mal gelungen, eine wundervolle Geschichte über glaubwürdige Menschen mit ihren Schicksalen zu schreiben. Mit Pip holt sie dabei auch den Leser aus der Fremdbestimmung, in ein eigenes, wunderbares Lesen.
Fazit:
Ein wunderbarer Roman über Entfaltung, Selbstbestimmung und Liebe.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Eine schöne Sammlung von berührenden Kurzgeschichten der beliebten Autorin.

Zwölf Geschichten vom Hoffen und Wünschen
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"Sie starrt auf ihre Hand die in seiner liegt, auf den rotgoldenen Schimmer ihres neuen Eherings, der an ihrem Finger immer noch ungewohnt aussieht. Die vergangenen 48 Stunden haben sie völlig aus dem ...

"Sie starrt auf ihre Hand die in seiner liegt, auf den rotgoldenen Schimmer ihres neuen Eherings, der an ihrem Finger immer noch ungewohnt aussieht. Die vergangenen 48 Stunden haben sie völlig aus dem Gleichgewicht gebracht."
"Zwölf Geschichten vom Hoffen und Wünschen" - und genau das bekommt man in der gewohnten Jojo Moyes-Qualität! Die ersten beiden sind relativ lang, aber egal welche, ob eine der kurzen oder der etwas ausführlicheren, jede hat mich auf ihre Weise berührt. Wie es im Leben so ist, erhoffen und wünschen wir uns ganz unterschiedliche Dinge: Meist Liebe, Anerkennung, Gesehen werden, Zeit mit seinen Liebsten - manchmal aber auch nur ein neues Kleidungsstück, weil das alte verschlissen ist. Von all diesen Dingen erzählt Jojo Moyes, vom Hoffen auf etwas Zuneigung, in unterschiedlichster Form.
Die Autorin fängt Stimmungen ein, auch das Zeitgeschehen mit finanziellen Problemen aufgrund der wirtschaftlichen Lage derzeit, die Wichtigkeit des ersten Eindrucks, ...
Die einzelnen Geschichten spielen in ganz unterschiedlichen Zeiten, verschiedenen Ländern. Ich fand jede davon interessant und bewegend. Ob der Maler aus längst vergangener Zeit, dessen Liebe und Leben ein Bild geschaffen haben, das eine frisch verheiratete Frau jetzt zutiefst berührt, oder das ältere Ehepaar, das im Alltagstrott zu ersticken droht - jede hat ihren Reiz.
Besonders gefreut hat es mich, auf eine alte Bekannte zu treffen: Eine Kurzgeschichte scheint wohl die Grundlage für das bereits erschienene - und von mir verschlungene - Buch "Mein Leben in deinem" zu sein. Es war ein schönes Wiedersehen, das mir dieses Buch wieder in Erinnerung gerufen hat.
Fazit:
Eine schöne Sammlung von berührenden Kurzgeschichten der beliebten Autorin.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Ebenso lustiger wie spannender Dorfkrimi - aber sowas von!

Nur Gundula gärtnerte giftiger
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"Bei mir ist alles wie immer", reagierte Jupp ausweichend. "Ich habe eben noch eine Leiche bei meinem guten alten Freund, dem Altmeier Kurti, vorbeigefahren (...)"

Seite 75

Ja, also fast alles wie immer ...

"Bei mir ist alles wie immer", reagierte Jupp ausweichend. "Ich habe eben noch eine Leiche bei meinem guten alten Freund, dem Altmeier Kurti, vorbeigefahren (...)"

Seite 75

Ja, also fast alles wie immer in Hirschweiler. Eigentlich hat Jupp nur eine nächtliche Ruhestörung schlichten sollen. Die Böttingers haben sich - wieder einmal - über jemanden aus der Nachbarschaft beschwert.

Doch am nächsten Tag wird Alfred Böttinger tot aufgefunden. Der herzkranke Mann ist im Wintergarten zusammengebrochen. Jupp wittert einen Fall und bringt den Toten gleich mal in die Gerichtsmedizin. Und die Liste seiner Verdächtigen ist ellenlang. Standen Alfred und seine Frau Gundula ja mit der gesamten Nachbarschaft im Clinch ....

An allem hatten sie etwas auszusetzen, die lauten Kinder, die vielen Katzen, abendliche Musik, es gab nichts, was sie nicht stört. So wie es aussieht, ist es einem der Nachbarn jetzt zu bunt geworden! Aber wem?

Auch nach Feierabend kommt Jupp nicht zur Ruhe. Tochter Eva ist inklusive ihrer neuen Familie ins Nachbarhaus gezogen, da werden schon so Kleinigkeiten wie Gardinen zum Streitfall. Evas neunmalkluger Stiefsohn trägt auch nicht gerade zur Besserung der Lage bei. Und Oma Käthe ist zurück von Sylt und mischt auch noch kräftig mit.

Ich weiß nicht, wie Dany R. Wood das macht. Ich war noch nie im Saarland, aber sobald ich den neuen Backes-Band aufschlage, ist es für mich wie nach Hause kommen. Wie immer rauschen die Seiten nur so dahin! Wir treffen unsere liebgewordenen altbekannten Bewohner von Hirschweiler, sei es die Hasenkasten-Doris oder Müllersch Marianne. Dass auch Oma Käthe genau rechtzeitig zum neuen Fall angereist ist, ließ mein Herz höher schlagen. Ohne Oma Käthe geht es ja nicht!

Für mich haben Dany R. Woods Dorfkrimis genau die perfekte Mischung aus Humor, Spannung und ich konnte wieder toll mit rätseln, wer der Täter ist. Bis zuletzt war ich mir nicht ganz sicher, da zum Mörder geworden ist. Und so habe ich mich auch dieses mal wieder wunderbar unterhalten und freue mich schon beim Umblättern der letzten Seite auf den nächsten Band!

Der Fall ist in sich abgeschlossen, so dass auch Neueinsteiger sich gut zurechtfinden.

Fazit:

Ebenso lustiger wie spannender Dorfkrimi - aber sowas von!

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Eine faszinierende Geschichte über die Reise einer jungen Frau, die Magie der Bilder, stimmungsvoll erzählt. Must-Read!

Mr. Saitos reisendes Kino
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"Filme sind magischer als die Wirklichkeit", seufzte ich, als ich Mr. Saitos Bewegungen auf dem Schneidetisch verfolgte. (...)
"Die Wirklichkeit ist ja auch ganz magisch, Lita."
Kapitel "Seesterne"
Lita ...

"Filme sind magischer als die Wirklichkeit", seufzte ich, als ich Mr. Saitos Bewegungen auf dem Schneidetisch verfolgte. (...)
"Die Wirklichkeit ist ja auch ganz magisch, Lita."
Kapitel "Seesterne"
Lita wurde auf einer Tanzfläche gezeugt, in Buenos Aires im Jahr 1927. Die Nonnen, in deren Kloster ihre Mutter Fabiola aufgewachsen ist, nehmen sich auch diesem kleinen Mädchen an und die beiden dürfen weiterhin dort wohnen. Trotz Fabiolas Lebenslust und ihrem Drang, tagelang Schuhen und dem Tango nachzujagen. Doch Argentinien ist im Umbruch, letzten Endes müssen die beiden fliehen. Sie landen auf Upper Puffin Island, einer Fischerinsel vor der Küste Neufundlands. Fabiola möchte nur so schnell wie möglich weg - doch Lita findet in dem Seemannsheim, in dem sie wohnen, endlich ein Zuhause, eine Freundin und sowas wie Familie ...
Als dann Mr. Saito - heiß ersehnt von den Bewohnern - auf die Insel kommt mit seinem magischen Laken, auf dem sich Bilder bewegen, eröffnet sich Lita eine völlig neue Welt.
Ebenso zufällig, wie Lita auf der Insel landet, bin ich auf diesen Roman gestoßen. Was für eine Reise, was für ein Buch! War die Zeit in Buenos Aires schon aufregend, spannend und eine völlig neue Welt für mich, so hat mich das windgepeitschte Upper Puffin Island endgültig aus meinen Schuhen gepustet! Fabiola ist so faszinierend, mit ihrem Lebensfluss, ihrer Leidenschaft fürs Tanzen und ihrer beinahe manischen Faszination für Schuhe.
Und die kleine Lita? Sie wächst auf der Insel - an der Seite ihrer gehörlosen Freundin Oona und unter den Augen der sehr unterschiedlichen und interessanten Bewohner des Seemannsheims - zu einer ebenso faszinierenden jungen Frau heran. Und über all dem schwebt Mr. Saito, erst das lange Warten auf seine Ankunft. Dann sein Laken, sein Projektor, sein wertvolles Wanderkino, dass den Inselbewohnern nicht nur Ablenkung, sondern auch Neuigkeiten aus der ganzen Welt bringt. So erleben wir durch seine bewegten Bilder den "wütenden kleinen Mann bei der Olympiade" und den zweiten Weltkrieg.
Das Leben auf der Insel ist einfach, die Menschen verdienen ihr Geld auf See, oft unter Einsatz ihres Lebens. Eine Welt und eine Zeit, die wir nicht mehr kennen und die eine ganz eigene Faszination hat.
Das Buch ist in sieben Wellen unterteilt, und nicht erst seit Glattauer wissen wir, was es mit der siebten Welle auf sich hat. Jede dieser Wellen war auf ihre eigene Weise packend und hat die Handlung vorangetrieben. Ich habe jede Seite genossen und "Mr. Saitos reisendes Kino" ist für mich ein absolutes Must-Read!
Annette Bjergfeldt schreibt abwechslungsreich, gefühlvoll, spannend und interessant, die Zeit beim Lesen ist nur so verflogen und nach dem Umschlagen der letzten Seite habe ich mir nur gewünscht, ich hätte das Buch langsamer gelesen, um es noch länger genießen zu können.
Fazit:
Eine faszinierende Geschichte über die Reise einer jungen Frau, die Magie der Bilder, stimmungsvoll erzählt. Must-Read!

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