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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2022

Ein Sommer der anscheinend alles ändert

Der Markisenmann
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In dem Buch geht es um die fast 16 Jährige Kim, die mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und dem deutlich jüngerem Halbbruder in einem Wohlstandshaushalt lebt.

Nach einem Vorfall landet sie erst in der ...

In dem Buch geht es um die fast 16 Jährige Kim, die mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und dem deutlich jüngerem Halbbruder in einem Wohlstandshaushalt lebt.

Nach einem Vorfall landet sie erst in der Psychatrie und wird dann für 6 Wochen in den Sommerferien zu ihrem leiblichen Vater geschickt, an den sie keine Erinnerung hat, da sie ihn mit 2 Jahren das letzte Mal gesehen hat.

Gesprochen wurde zu Hause über ihn nur selten und wenn dann spöttisch.

Soweit so gut.

Der Beginn des Buches gelingt leicht, der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Anfänglich konnte ich die Tragik der Geschichte auch nachvollziehen, aber mit der Zeit waren es mir doch zu viele Klischees dabei, die bedient wurden.

Es werden viele Fragen aufgeworfen, die in meinen Augen jedoch nicht wirklich geklärt werden.

Auch wird der Erzählstil dann irgendwie auch langatmiger und kleinste Details werden zu sehr ausgewalzt, dafür bleiben einige der Figuren einfach nur blass.

Es wird auf die Auflösung der Fragen hingearbeitet und man erhofft einen grossen Knall, aber es ist dann doch nur ein kleines Ploppen und es ist eine weitere Geschichte, die beschreibt wie die Deutsch-Deutsche Vergangenheit die Menschen beeinflusst hat, so sorgt man dafür, dass die Mauern in den Köpfen bestehen bleibt und die Einigkeit nie wirklich vollzogen wird.

Dennoch hätte ich mir mehr Tiefgang erwartet, wenn es schon erzählt wird.

Das Ende war in meinen Augen absolut konstruiert und unrelalistisch, da es viel zu positiv im Verhältnis zur Geschichte beschrieben wurde.

Es ist zwar in sich schlüssig und passt irgendwie auch zur Geschichte, die vor Klischees nur so strotzt, aber meinen Augen wurde hier einfach Potenzial verschenkt.

Das Ende wurde überraschend schnell runter gerattert, was fast vermuten lässt, dass es eine Seitenbegrenzung für dieses Buch gab.

Im ganzen waren es sehr stereotype Figuren, die in meinen Augen keine Entwicklung machen und in ihren Schubladen verbleiben.

Mich konnte die Geschichte leider überhaupt nicht mit nehmen.

Aufgrund des durchgängig angenehmen Schreibstiles gebe ich jedoch wohlwollend 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.04.2022

Wie die Wende manche Familien auf ewig beschädigt hat

Eine andere Zeit
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In dem Buch geht es um die Familie von Enne und Suse, die in den 1970 er Jahren in einem Dorf in Vorpommern aufwachsen und die Geschichte zieht sich bis in die heutige Zeit.

Die Geschichte wird in verschiedenen ...

In dem Buch geht es um die Familie von Enne und Suse, die in den 1970 er Jahren in einem Dorf in Vorpommern aufwachsen und die Geschichte zieht sich bis in die heutige Zeit.

Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt, der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Zeitebenen gelingt gut.

Der Schreibstil ist interessant.

Allerdings empfinde ich die Betrachtung Ost West in dem Buch ziemlich von Klischees belastet und die Figuren bleiben für mich blass.

Auch kann ich die Entwicklung gerade von Enne nicht nachvollziehen. Viele Beweggründe aller handelnden Personen blieben einfach zu nebulös, so dass man zu keiner der Figuren eine Verbindung aufbauen konnte.

Die Stimmung im Buch wird für mich gefühlt immer gedrückter, weshalb ich teilweise kopfschüttelnd die Geschehnisse betrachtet habe.

Ich hatte am Ende auf ein zusammenführen der offenen Fäden gehofft, was nicht passiert ist, es wurde eher noch weitere Fragen aufgeworfen.

Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich berühren, es blieb zu viel an der Oberfläche und die Tristesse wurde gar zu sehr ausgewalzt.

Ich hatte aufgrund des Klappentextes hohe Erwartungen an das Buch, die leider nicht erfüllt wurden.

Das Buch läßt mich einfach nur leer zurück.

Aufgrund des Schreibstiles über die verschiedenen Zeitebenen hinweg vegebe ich wohlwollend gerade noch 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Wenn man Manipulation mit dem Leben bezahlt

Wir sind das Licht
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In dem Buch geht es um die Wohngemeinschaft Klang und Liebe von Melodie, Elisabeth, Muriel und Petrus, die zusammen versuchen sich nur von Saft und Licht zu ernähren.

Eines Nachts stirbt Elisabeth, sie ...

In dem Buch geht es um die Wohngemeinschaft Klang und Liebe von Melodie, Elisabeth, Muriel und Petrus, die zusammen versuchen sich nur von Saft und Licht zu ernähren.

Eines Nachts stirbt Elisabeth, sie ist schlicht verhungert, und die anderen drei werden verhaftet.

Dieser sehr bedrückende Tatbestand wird von der Autorin auf ungewöhnliche Weise beschrieben.

Das Buch hat 25 Kapitel und in jedem wird aus einer anderen Sichtweise darüber berichtet wie es zu diesem Ereignis kam, was an sich ein faszinierender Ansatz ist.

Jedoch kommen nicht nur Nachbarn, Anwälte, Eltern und Geschwister zu Wort, sondern auch Socken, Kugelschreiber, Orangenduft, Zweifel und andere Sichtweisen.

Dadurch das gerade Melodie sehr manipulativ und in meinen Augen hochgradig gefährlich ist, fiel es mir sehr schwer mich auf die Geschichte einzulassen.

Zwar gefiel mir der Erzählstil sehr gut, aber er bewirkte auch, dass ich mich stets nur als Beobachter fühlte und nicht wirklich Zugang zu den Protagonisten fand.

Und so musste ich beim lesen auch immer wieder Pausen einlegen, da das ganze emotional anstrengend zu ertragen war.

Auch das offene Ende, das jegliche Hoffnung für die Figuren in meinen Augen zerstört, empfand ich als unerträglich.

Auch wenn das Buch von der Sprache wunderschön war, hat es mich doch eher verstört und lässt mich ratlos und bedrückt zurück.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Was wäre wenn

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Adam und Jules sind seit 25 Jahren verheiratet, haben zwei erwachsene Kinder und leben in bescheidenen Verhältnissen.
Durch verschiedene Entscheidungen in der Vergangenheit schwelen Konflikte unter der ...


Adam und Jules sind seit 25 Jahren verheiratet, haben zwei erwachsene Kinder und leben in bescheidenen Verhältnissen.
Durch verschiedene Entscheidungen in der Vergangenheit schwelen Konflikte unter der Oberfläche, die sich nach einer Party eines früheren Freundes in einem großen Streit entladen.

Es ist mir schwer gefallen, in die Geschichte einzutauchen. Ich habe das Buch zwischendurch immer wieder zur Seite gelegt, da es mich nicht gepackt hat.
Auch ist es mir nicht gelungen, eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen.
Jules und Adam sind Anfang/Mitte 50, benehmen sich aber teilweise wie Teenager in der Pubertät.
Besonders Jules mit ihrer ständigen Unzufriedenheit und Nörgelei ist mir sehr auf die Nerven gegangen.
Die Idee, mal durchzuspielen, was im Leben anders gekommen wäre, wenn man diese oder jene Entscheidung anders getroffen hätte, hat eigentlich Charme.
Jedoch hat mir die Umsetzung nicht gefallen.
Es wurde vieles zu sehr aufgebauscht.
Auch war der Schreibstil mit vielen verschachtelten Sätzen nicht besonders flüssig zu lesen.
Gegen Ende kommt dann noch der moralische Zeigefinger, der sagt, versuche das lieben zu lernen, was du hast .
Im Grunde eine gute Idee, die leider ihr Potenzial nicht ausschöpft.
Mich konnte die Geschichte nicht wirklich überzeugen, aber ich denke sie wird dennoch ihre Leserschaft finden .

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Andrea Schnidt altert

Ungezügelt
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Ich verfolge seit Jahren die Reihe um die Protagonistin Andrea Schnidt, geschrieben von Susanne Fröhlich. Bisher habe ich mich über den humorvollen Blick auf das Leben an sich immer köstlich amüsiert.

Dieses ...

Ich verfolge seit Jahren die Reihe um die Protagonistin Andrea Schnidt, geschrieben von Susanne Fröhlich. Bisher habe ich mich über den humorvollen Blick auf das Leben an sich immer köstlich amüsiert.

Dieses Mal begleiten wir Andrea Schnidt, die inzwischen 60 Jahre als ist und Oma, bei Ihrem Versuch ein Buch zu schreiben, da die Firma in der sie bisher für Werbesprüche zuständig war, Insolvenz angemeldet hat und sie somit ohne Job ist.

Der Schreibstil ist dieses Mal bemüht humorvoll, mir waren einige der Pointen dann doch zu flach.

Auch war mir nicht immer klar, wohin die Geschichte führen soll, da die Autorin viele Erzählstränge nebeneinander bespielt hat, was in meinen Augen zu einem großen Durcheinander geführt hat. Auch dass einige dieser Teile nicht zu Ende erzählt wurden, hat mich gestört.

Die Figuren schienen mir teilweise zu überspitzt gezeichnet, fast grotesk.

Die Handlung empfand ich etwas an den Haaren herbeigezogen, wie zum Beispiel, dass Frau Schnidt als Neuautorin direkt einen Verlag gefunden hat, der ihr einen Vorschuß nur aufgrund einer kurzen Buchidee zahlt, was ich für ziemlich realitätsfern halte.

Das hat mir die Freude am Lesen ziemlich genommen, sodass ich mehrfach überlegt hatte das Buch abzubrechen.

Noch nie war ich in letzter Zeit so froh ein Buch endlich beendet zu haben, denn dieses Mal konnte mich Susanne Fröhlich mit ihrem Humor einfach nicht mitnehmen, ich habe mich über die verschwendete Lesezeit ziemlich geärgert.

Da es aber durchaus ein paar wenige Stellen gab, die mich trotz der hahnebüchenen Geschichte, zum grinsen gebracht haben, kann ich mich zu 2 Sternen durchringen.

Mit dem ziemlich offfenen Ende, hält sich die Autorin das Türchen für eine weitere Fortsetzung offen, die dann hoffentlich wieder zu der Spritzigkeit der früheren Bücher zurückfindet.

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