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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2025

Musik im Leben

Deep Cuts
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"Deep Cuts" ist mehr als nur eine Liebesgeschichte; es ist eine Ode an die Musik als Identität und Schicksalsfaden. Die Geschichte begleitet die aufstrebenden Musiker Joe Morrow und die musikverrückte ...

"Deep Cuts" ist mehr als nur eine Liebesgeschichte; es ist eine Ode an die Musik als Identität und Schicksalsfaden. Die Geschichte begleitet die aufstrebenden Musiker Joe Morrow und die musikverrückte Studentin Polly Marks. Ihre Beziehung ist ein ständiges Auf und Ab: Sie sind beste Freunde, intime Vertraute und stehen doch immer wieder vor dem Sprung zu einer tiefen Beziehung, oft blockiert durch ihre gemeinsame Liebe zur Musik selbst.
Die Autorin beschreibt die spürbare, magnetische Anziehungskraft zwischen den beiden starken Protagonisten hervorragend – sie werden mir definitiv noch lange im Gedächtnis bleiben. Der Roman regt zum Nachdenken an und punktet mit einer perfekten, namentlich erwähnten Playlist voller starker Songs.
Einziger Nachteil: Die Fülle an unübersetzten englischen Songtexten im Text. Das ständige Nachschlagen hat den ansonsten wunderbaren Lesefluss gestört. Dennoch: Ein emotionales und generationenübergreifendes Buch über die Kraft der Musik.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Niedliches Monster

Dreh-das-Rad-Buch: Füttere dein Monster
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"Dreh-das-Rad-Buch: Füttere dein Monster" von Anna Milbourne ist ein Mitmach-Buch schon für die Kleinsten. Es wird ab 2 Jahren empfohlen und so würde ich das auch einschätzen.
Das Buch ist sehr stabil ...

"Dreh-das-Rad-Buch: Füttere dein Monster" von Anna Milbourne ist ein Mitmach-Buch schon für die Kleinsten. Es wird ab 2 Jahren empfohlen und so würde ich das auch einschätzen.
Das Buch ist sehr stabil gearbeitet, richtig dicke, feste Pappseiten, die auch ein kleineres Unglück überstehen sollten.
Die Illustrationen sind durchweg farbig und sehr liebevoll und detailliert gestaltet von Anna Süßbauer.
Alle Seiten, auch schon das Cover sind zum mitmachen gestaltet, es gibt ein Drehrad an der Seite, auch für kleine Kinderhände gut zu greifen. So kann man dem Monsterchen unterschiedliche Dinge in seinen Mund legen oder auch mal den Augenausdruck verändern.
Das Monster wirkt nicht bedrohlich und macht keine Angst, es ist knuffig gestaltet. Gefüttert wird es mit den unterschiedlichsten Dingen, auch für kleine Kinder schon sehr lustig. Der begleitende Text zum vorlesen ist kurz, lustig und einprägsam. Das Buch wirkt hauptsächlich durch die Grafiken.
Ein wenig mehr Abwechslung hätte ich mir auf den Seiten gewünscht, aber das Buch ist lustig und macht eine Menge Spaß. Kinder mögen die Wiederholungen ja auch sehr.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Ein Roman über Erinnerung und Identität

Das Buch der verlorenen Stunden
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Hayley Gelfusos "Das Buch der verlorenen Stunden" ist ein ideenreicher Roman, der sich tiefgehend mit den Themen Zeit, Erinnerung und Menschlichkeit auseinandersetzt.

Im Zentrum steht Lisavet Levy, die ...

Hayley Gelfusos "Das Buch der verlorenen Stunden" ist ein ideenreicher Roman, der sich tiefgehend mit den Themen Zeit, Erinnerung und Menschlichkeit auseinandersetzt.

Im Zentrum steht Lisavet Levy, die als Kind während der Kristallnacht von ihrem Uhrmacher-Vater an einem einzigartigen Ort versteckt wird: einer riesigen Bibliothek, die unabhängig von Raum und Zeit existiert. Dort, sicher vor der realen Welt, wächst sie auf und lernt den Zeithüter Ernest kennen, mit dem sie bald ein gemeinsames Schicksal verbindet.

Die Stärke des Buches liegt in seiner Komplexität. Es beleuchtet in verschiedenen Zeitebenen, was Erinnerungen mit uns machen – oder was ihr Fehlen bewirkt. Die philosophische Frage, was passiert, wenn Staaten oder Personen versuchen, Vergangenes ungeschehen zu machen und Erinnerungen zu löschen, verleiht der Handlung eine spannende, politische Tiefe. Die zeitlichen Zusammenhänge werden gut erklärt, auch wenn die Handlungsstränge teils verwirrend sind. Trotz kleiner Unglaubwürdigkeiten in Lisavets späteren Entscheidungen ist das Buch absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Ein Detektiv-Duo der besonderen Art

Die Bibliothek meines Großvaters
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"Die Bibliothek meines Großvaters" bietet intelligente und leichte Krimi-Unterhaltung aus Japan, die Liebhaber klassischer Detektivarbeit begeistern wird. Das Besondere an Masateru Konishis Werk: Der zentrale ...

"Die Bibliothek meines Großvaters" bietet intelligente und leichte Krimi-Unterhaltung aus Japan, die Liebhaber klassischer Detektivarbeit begeistern wird. Das Besondere an Masateru Konishis Werk: Der zentrale "Ermittler" ist der an Demenz erkrankte Großvater der Protagonistin, Kaede.

Während die Lehrerin Kaede in Tokio ihr Leben meistert, zieht sie den belesenen, aber teils verwirrten Großvater liebevoll auf. Seine geistige Präsenz ist jedoch verblüffend: Trotz seiner Krankheit löst er hochkomplexe Probleme. Gemeinsam werden sie über Kollegen und Freunde in Kriminalfälle verwickelt. Die Geschichte ist gespickt mit literarischen Anspielungen, die Kenner der asiatischen und klassischen Krimiliteratur zum genauen Hinsehen einladen. Die leichte Lesbarkeit der meisterhaften Übersetzung sorgt dafür, dass Spannung und Emotionalität Hand in Hand gehen. Eine klare Empfehlung für alle, die Cosy Crime mit Tiefgang suchen.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Reise nach Wien

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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"Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels" von Vea Kaiser war mein erstes Buch der Autorin. Ihren Schreibstil mochte ich aber sehr, er wirkt lebendig und ist leicht zu lesen.
Wir begleiten hier Angelika ...

"Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels" von Vea Kaiser war mein erstes Buch der Autorin. Ihren Schreibstil mochte ich aber sehr, er wirkt lebendig und ist leicht zu lesen.
Wir begleiten hier Angelika Moser, die zu Beginn schon inhaftiert ist und von der Autorin im Gefängnis interviewt wird, durch einen Großteil ihres Lebens. Jedenfalls der Teile, die sie mit uns Leserinnen teilen möchte und aus ihrer Sicht der Dinge.
Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, mit einer recht kaltherzigen Mutter, beginnt sie eine Karriere im Grand Hotel Frohner, als Buchhalterin. Sehr schnell arbeitet sie sich dort bis in die Leitung vor, sie hat ein gutes Händchen für Zahlen.
Ein nicht so gutes Händchen hat sie mit ihren Männern, da gibt es längere und kürzere Episoden, die sehr humorvoll und erfrischen beschrieben werden.
Als sie schwanger wird, Freddy, der Vater ihres Kindes ist Musiker und charakterlich ein Gegenteil zu Angelika, verlagert sie ihr komplettes Lebensglück auf ihren Sohn. Er soll das leben, was sie nie hatte.
Wieder berufstätig fällt sie sehr schnell in ein Doppelleben, um sich den Standard für sich und ihren Sohn leisten zu können. Sie findet schnell zusätzliche Einnahmequellen.
Mir gefällt sehr gut, wie das Leben, der Zeitgeist und die Menschen beschrieben werden. Es wirkt alles sehr echt und menschlich, man meint die Leute zu kennen und feiert und leidet mit ihnen.
Es ist sehr oft schwarzer Humor mit dabei, Lebensweisheiten mit einem Augenzwinkern, ich mochte die Erzählung wirklich sehr.
Für mich hatte das Buch einige unnötige Längen im Mittelteil, aber es ist eine hervorragende Milieustudie vom Wien am Ende der Achtzigerjahre, man fühlt sich wirklich mittendrin.

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