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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2026

24 Kapitel in 12 tollen Kurzgeschichten - perfekt für die Vorweihnachtszeit

A Season of Love and Secrets
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In zwölf Geschichten, die sich jeweils über zwei Kapitel erstrecken, werden Geschichten rund um die romantische Weihnachtszeit mit Herzklopfen und Überraschungen erzählt. Zwölf Autoren nehmen den Leser ...

In zwölf Geschichten, die sich jeweils über zwei Kapitel erstrecken, werden Geschichten rund um die romantische Weihnachtszeit mit Herzklopfen und Überraschungen erzählt. Zwölf Autoren nehmen den Leser mit auf die Reise und versüßen einem die Vorweihnachtszeit.

Erstmal finde ich das Cover und die Aufmachung des Buches wunderschön mit Farbschnitt, der tollen Haptik des Buchumschlags und den kleinen Illustrationen vor jedem Kapitel. Das macht wirklich was her und Lust auf die Weihnachtszeit. Jedes Kapitel hat genau die richtige Länge, sodass man das Buch wirklich gut als "Adventskalender" lesen kann.
Einige Autorinnen kannte ich noch nicht und die Kurzgeschichten waren perfekt um den Schreib- und Erzählstil kennenzulernen. Jeder Autorin hat ganz eigene und besondere Wintermomente geschaffen und man kann sich jeden Tag auf neue Überraschungen und Geschichten freuen.
Die Kurzgeschichten hatten meist überraschend viel Tiefe auf wenigen Seiten und waren abwechslungsreich. Natürlich können einen nicht alle Geschichten und Autor
innen gleichermaßen begeistern, aber ich habe mich jeden Tag gefreut, in eine Welt einzutauchen - man macht Halt in München und New York, ist in der wirklichen Welt und Fantasiewelten unterwegs.

"A Season of Love and Secrets" ist perfekt um es sich in der Vorweihnachtszeit richtig gemütlich zu machen und jeden Tag in der meist stressigen Zeit im Dezember einen Moment innezuhalten und in eine Geschichten abzutauchen.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Über Verlieren und Sich-wieder-Finden - sprachlich starkes und anspruchsvolles Buch

Lichtbrechung
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Andrea Morgenrot beschreibt in ihrer Geschichte verschiedenste Menschen in verschiedensten Epochen und Lebenslagen, die sich verlieren, wieder finden und ganz werden. Das Buch lässt sich keinem Genre wirklich ...

Andrea Morgenrot beschreibt in ihrer Geschichte verschiedenste Menschen in verschiedensten Epochen und Lebenslagen, die sich verlieren, wieder finden und ganz werden. Das Buch lässt sich keinem Genre wirklich zuordnen, vielmehr ist es ein Kaleidoskop, so bunt wie das Leben.

Das Buch hat etwa 200 Seiten und ist schnell durchgelesen, ich musste es jedoch immer wieder zur Seite legen und über das Geschriebene und auch Unausgesprochene zwischen den Zeilen nachdenken. Am Anfang sind die Geschichten noch verwirrend und scheinbar zusammenhanglos, man merkt beim Lesen jedoch schnell, dass jede Geschichte auf ihre Weise zusammenhängt und sich ein großes Ganzes bildet.
Die Sprache ist schön und bildlich, auf keinen Fall alltäglich und in jeden Satz steckt so viel Botschaft und Kraft, dass man eigentlich nach jedem Satz eine Pause machen müsste. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass die Gedanken nicht immer alle greifbar waren, oft hatte ich das Gefühl, dass ich etwas übersehen oder nicht richtig verstanden habe um die Informationen und Botschaften richtig einzuordnen.

Nichtsdestotrotz ist "Lichtbrechung" ein gelungenes Werk, in dem jeder etwas für sich mitnehmen kann, auf das man sich aber auch einlassen muss. Großes Lob an die Autorin, so ein komplexes, in sich verwobenes und stimmiges Werk zu schaffen und dafür eine so besondere Sprache zu finden.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Von Schlaf, Träumen und Wirklichkeit - unkonventionell und fesselnd

Der längste Schlaf
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Mara Lux ist Wissenschaftlerin und lebt in London, sie hat sich auf das Gebiet des Schlafs spezialisiert. Sie selbst schläft so gut wie gar nicht und leidet darunter. Als Kind hatte sie oft Träume, die ...

Mara Lux ist Wissenschaftlerin und lebt in London, sie hat sich auf das Gebiet des Schlafs spezialisiert. Sie selbst schläft so gut wie gar nicht und leidet darunter. Als Kind hatte sie oft Träume, die sich dann bewahrheitet haben und genau so eingetreten sind. Als Erwachsene träumt sie nicht mehr und sie hat sich mit ihrem Los arrangiert. Als sie jedoch eine E-Mail eines deutschen Anwalts in Frankfurt bekommt, wird sie stutzig: sie soll ein Herrenhaus geerbt haben von einem ihr völlig unbekannten Mann. Neugierig entschließt sie sich letztlich dazu, nach Deutschland zu reisen und sich das Haus wenigstens mal anzusehen. Sie ahnt nicht, dass sie damit eine Reihe von Dingen in Gang setzen wird, die nicht nur sie sondern das ganze Dorf nachhaltig verändern werden...

Ich hatte zuvor noch nichts von Melanie Raabe gelesen und war gespannt, was es mit dem "längsten Schlaf" auf sich hat. Jedoch hätte ich nicht erwartet, welche gewaltige und wunderbare Geschichte sich hinter dem unscheinbaren Klappentext verbirgt!
Man ist schnell in der Handlung und begleitet Mara bei ihrem Alltag in ihrem Büro. Melanie Raabe schreibt klar und mit kraftvollen Worten, auch energisch, man spürt die Umtriebigkeit und Unruhe der Protagonistin. Mein einziger Kritikpunkt sind die Längen, die das Buch am Anfang hat, aber danach geht es schnell immer tiefer in die Handlung hinein und als Leser muss man unbedingt weiter lesen.

"Der längste Schlaf" lässt sich für mich keinem Genre wirklich zuordnen, es verschwimmt viel mehr und oft weiß man nicht, was gerade Realität und was Fiktion ist. Diese Mischung zieht den Leser in einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Ich möchte gar nicht zu viel von der Handlung verraten, denn man muss selbst in diese ganz andere Geschichte hinein tauchen. Es ist anders, als ich vom Klappentext her vermutet hatte und hat mich umgehauen - sowohl von der Sprache und Handlung als auch der Protagonistin selbst.

Von mir gibt es eine große Leseempfehlung für diese unkonventionelle und fesselnde Geschichte. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Spannender Krimi mit tollem Setting und unerwarteten Wendungen

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Die 17-jährige Robyn wohnt mit ihrer Großtante Nelly in einer kleinen Wohnung in San Bernardino. Sie ist aufgrund einer Krankheit die meiste Zeit an Bett und Rollstuhl gefesselt und auch kleinste Aktivitäten ...

Die 17-jährige Robyn wohnt mit ihrer Großtante Nelly in einer kleinen Wohnung in San Bernardino. Sie ist aufgrund einer Krankheit die meiste Zeit an Bett und Rollstuhl gefesselt und auch kleinste Aktivitäten sind mühsam. Als großer True Crime-Fan verschlingt sie vor allem den Podcast ihres Idols Ivy Cooper. Genau gegenüber ihrer Wohnung steht das Hotel Ambrosia. In dem Hotel passieren immer wieder mysteriöse Dinge und Gewaltverbrechen. Als stille Beobachterin verfolgt Robyn die Geschehnisse gebannt. Bis sie eines Tages sieht, wie eine junge Frau in einem der Zimmer entführt wird. Sie selbst kann nicht aus der Wohnung raus, aber durch Zufall lernt sie den jungen AJ kennen, der sich unter falschem Namen eincheckt. Er deckt Dinge auf, die ihm und vor allem Robyn mehr als gefährlich werden...

Mir hat das Cover bereits sehr gut gefallen und auch der Klappentext verspricht eine spannende Geschichte. Und natürlich rundet der wunderschöne Farbschnitt das Ganze dann noch ab.
Ich war sehr gespannt, wie die Autorin die Handlung aufbaut, denn natürlich kannte ich die Geschichte des Cecil Hotels, das durch das Verschwinden der jungen Elisa Lam berühmt geworden ist und an das die Geschichte entfernt erinnert. Man ist auch direkt im Geschehen, in einem Mailverkehr zwischen Robyn und Podcastern Ivy wird schnell deutlich, dass Robyn True Crime liebt - da haben wir etwas gemeinsam :) Die Kapitel sind übersichtlich lang und wechseln sich immer wieder ab mit E-Mails, Textnachrichten und Skizzen. Das gefällt mir sehr gut und bringt viel Abwechslung in die Geschichte.
Die Geschichte wird aus Robyns Perspektive erzählt, auch das gibt einen tollen Einblick in die Gefühlswelt der Protagonistin. Robyns Alltag wird detailreich dargestellt, hervorheben möchte ich auch das toll umgesetzte und wichtige Thema der Krankheit ME/CFS, das eine große Rolle einnimmt.
Die Spannung baut sich nur langsam auf, das erste Drittel plätschert vor sich hin. Das ist auch mein einziger Kritikpunkt, denn umso schneller nimmt die Geschichte dann an Fahrt auf und man kann das Buch kaum noch aus der Hand legen. Mit den Plottwists hätte ich NIE gerechnet!
Sowohl Robyn als auch die Nebenfiguren sind allesamt toll gezeichnet, vor allem Robyn erscheint sympathisch und man fühlt beim Lesen mit ihr mit: sie kann die Wohnung nicht verlassen, macht Homeschooling und hat so gut wie keine Freunde.

Die Autorin verwebt hier wunderbar nicht nur den spannenden Kriminalfall sondern ebenso die wichtigen Themen wie die Krankheit ME/CFS, Freundschaft, Einsamkeit und Selbstbestimmung.
Von mir gibt es eine große Empfehlung nicht nur für Jugendliche, das Buch spricht alle True Crime-Fans und Liebhaber von spannenden Thrillern und Krimis an. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Wunderbare Geschichte über Familiengeheimnisse und die Frage der Schuld

Stromlinien
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Enna und Jale sind Zwillinge und siebzehn Jahre alt. Sie wohnen in den Elbmarschen bei ihrer Großmutter Ehmi. Ihre Mutter Alea sitzt seit 38 Jahren im nahegelegenen Gefängnis Hahnöfersand. Aufgrund dieser ...

Enna und Jale sind Zwillinge und siebzehn Jahre alt. Sie wohnen in den Elbmarschen bei ihrer Großmutter Ehmi. Ihre Mutter Alea sitzt seit 38 Jahren im nahegelegenen Gefängnis Hahnöfersand. Aufgrund dieser schwierigen Familiensituation sind Enna und Jale unzertrennlich - eigentlich, denn kurz vor der Haftentlassung Aleas verschwindet Jale spurlos. Auch Alea taucht nicht am vereinbarten Treffpunkt nach ihrer Haftentlassung auf. Enna begibt sich mit ihrem geliebten Boot "Sturmhöhe" auf die Suche nach den beiden. Vor allem Jales Verschwinden setzt ihr zu, denn sie fördert immer mehr Geheimnisse zutage, die nicht nur sie und Jale betreffen, sondern sich über mehrere Generationen spannen und bis in die Gegenwart reichen.

Alleine das Cover spricht für sich und fällt sofort ins Auge. Auf den Schutzumschlag sind außerdem die Linien erhaben gedruckt, was das Ganze sehr hochwertig und elegant wirken lässt.
Normalerweise bin ich kein großer Fan von Familienromanen, die sich dann auch noch über mehrere Genrationen spannen. "Stromlinien" jedoch hat mich auf eine ganz andere Ebene abgeholt und ist viel komplexer und tiefgründiger als die meisten Romane dieser Art, die ich bisher gelesen habe.
Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht, man lernt Enna kennen, die sich wahnsinnig auf die Haftentlassung ihrer Mutter freut, gemeinsam mit Jale zählt sie die Stunden und Minuten bis dahin. Bereits in den ersten Kapiteln spürt man, dass es Geheimnisse in dieser Familie gibt und dass jedes Familienmitglied seine eigenen mit sich trägt. Das Besondere an der Erzählweise sind die vielen Zeitebenen, in denen die Geschichte spielt. Angefangen im Jahr 1915, spannt sich die Handlung über die Jahre 1978 und 1984 bis ins Jahr 2023. Zunächst brauchte ich etwas, um mich mit den verschiedenen Zeitebenen und Charakteren zurechtzufinden, weil sich auch zunächst viele Fragen ergeben, die immer nur häppchenweise im Verlauf der Handlung geklärt werden.
Die aktuelle Zeitebene ist aus Ennas Sicht geschrieben, sie bildet den Dreh- und Angelpunkt der Suche und der Aufklärung der Geheimnisse in der Gegenwart. Sie ist ein eigenwilliger Charakter und versteckt ihr sensibles Wesen unter einem dicken Panzer der Gleichgültigkeit. Gerade ihre Wandlung wird toll beschrieben, sie wächst über sich hinaus. Auch Aleas Charakter ist spannend, ebenso Ehmis und der von Ehmis Schwester Greetje. Die detaillierten Naturbeschreibungen der Pflanzen und Tiere runden die Handlung ab, man merkt, dass die Autorin viel Zeit und Mühe in die Recherche dazu investiert hat. Auch das Thema rund ums Bootfahren und der Elbe werden toll beschrieben. Beim Lesen kann man sich die Umgebung der Elbmarschen genau vorstellen und gewinnt so einen guten Eindruck von Ennas und Jales Zuhause.
"Stromlinien" ist viel mehr als ein Familienroman: er beschäftigt sich mit der Frage der Schuld und wie schwer und wie lange ein Geheimnis wiegt. Sehr emotional und eindrücklich beschreibt die Autorin hier eine über hundertjährige Familiengeschichte, die den Leser gleichsam fesselt und nachdenklich zurücklässt. Auch das Nachwort der Autorin erklärt nochmal Einiges an Fakten und interessanten Hintergrundinformationen.
Einzige Kritikpunkte sind für mich die an einigen Stellen zu konstruierte Handlung und die Längen, die das Buch im ersten Drittel hatte.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen tollen und einfühlsamen Familienroman!

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