Remnants, die einem nachts keine Ruhe lassen
Remnants of Filth. Buch 2Mal ehrlich: so ein Ritt habe ich nicht erwartet. Remnants of Filth Band 2 ist ein bisschen wie ein Gewitter — laut, intensiv und gleichzeitig voller Momente, in denen man stockt und nur noch die Luft ...
Mal ehrlich: so ein Ritt habe ich nicht erwartet. Remnants of Filth Band 2 ist ein bisschen wie ein Gewitter — laut, intensiv und gleichzeitig voller Momente, in denen man stockt und nur noch die Luft anhält. Die Autorin lässt die Stadt Chonghua atmen: Gerüche, Regen auf Kopfstein, das schabende Licht in engen Gassen — alles so dicht, dass man denkt, man kann den Schmutz unter den Fingernägeln zählen.
Mo Xi und Gu Mang sind kein reines Heldenpaar; das sind zwei kaputte Sterne, die sich gegenseitig anziehen und verbrennen. Diese Mischung aus Verlangen, Verrat und verlorenen Erinnerungen zieht einen in ein Netz aus Geheimnissen, das man immer weiter entwirren will.
Was besonders knallt: die Ambivalenz. Niemand ist nur gut oder böse — und das macht jeden Twist schmerzhaft glaubwürdig. Die Atmosphäre ist dunkel, die Kämpfe sind knallhart, und zwischendrin gibt’s so kleine, verletzliche Szenen, die einem fast das Herz rausreißen. Die Übersetzung liest sich flüssig, die Bilder (ja, die Illustrationen!) geben dem Ganzen noch diesen besonderen Danmei-Glow.
Einzige Wermutstropfen: Manche Erklärungen zu Hintergrund und Welt fallen kurz aus, weil die Geschichte lieber Tempo macht — manchmal wünscht man sich mehr Atempause, mehr Details zum Politischen. Trotzdem bleibt das Gefühl: Diese Serie will man weiterlesen — sofort.
Für Fans von emotionaler Boys-Love mit militärischer Härte, dunklen Geheimnissen und Erinnerungsverlust ist das hier ein Muss. Und ja: die limitierte Ausgabe mit Charakterkarte ist ein Sahnehäubchen, das man sich gönnen kann.