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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2025

Remnants, die einem nachts keine Ruhe lassen

Remnants of Filth. Buch 2
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Mal ehrlich: so ein Ritt habe ich nicht erwartet. Remnants of Filth Band 2 ist ein bisschen wie ein Gewitter — laut, intensiv und gleichzeitig voller Momente, in denen man stockt und nur noch die Luft ...

Mal ehrlich: so ein Ritt habe ich nicht erwartet. Remnants of Filth Band 2 ist ein bisschen wie ein Gewitter — laut, intensiv und gleichzeitig voller Momente, in denen man stockt und nur noch die Luft anhält. Die Autorin lässt die Stadt Chonghua atmen: Gerüche, Regen auf Kopfstein, das schabende Licht in engen Gassen — alles so dicht, dass man denkt, man kann den Schmutz unter den Fingernägeln zählen.

Mo Xi und Gu Mang sind kein reines Heldenpaar; das sind zwei kaputte Sterne, die sich gegenseitig anziehen und verbrennen. Diese Mischung aus Verlangen, Verrat und verlorenen Erinnerungen zieht einen in ein Netz aus Geheimnissen, das man immer weiter entwirren will.

Was besonders knallt: die Ambivalenz. Niemand ist nur gut oder böse — und das macht jeden Twist schmerzhaft glaubwürdig. Die Atmosphäre ist dunkel, die Kämpfe sind knallhart, und zwischendrin gibt’s so kleine, verletzliche Szenen, die einem fast das Herz rausreißen. Die Übersetzung liest sich flüssig, die Bilder (ja, die Illustrationen!) geben dem Ganzen noch diesen besonderen Danmei-Glow.

Einzige Wermutstropfen: Manche Erklärungen zu Hintergrund und Welt fallen kurz aus, weil die Geschichte lieber Tempo macht — manchmal wünscht man sich mehr Atempause, mehr Details zum Politischen. Trotzdem bleibt das Gefühl: Diese Serie will man weiterlesen — sofort.

Für Fans von emotionaler Boys-Love mit militärischer Härte, dunklen Geheimnissen und Erinnerungsverlust ist das hier ein Muss. Und ja: die limitierte Ausgabe mit Charakterkarte ist ein Sahnehäubchen, das man sich gönnen kann.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Ein Jahrhundert in Briefen und Narben

Der Hundertjährige Krieg um Palästina
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Manchmal fühlt sich Geschichte wie ein verletzter Nachbar an, dessen Klagen überhört wurden. In Der Hundertjährige Krieg um Palästina führt Rashid Khalidi mich behutsam durch ein Jahrhundert kollektiver ...

Manchmal fühlt sich Geschichte wie ein verletzter Nachbar an, dessen Klagen überhört wurden. In Der Hundertjährige Krieg um Palästina führt Rashid Khalidi mich behutsam durch ein Jahrhundert kollektiver Vertreibung, Widerstand und diplomatischer Intrigen — stets mit der Wärme und dem Zorn eines Familienmitglieds, das Zeuge geworden ist. Ich habe beim Lesen oft den Atem angehalten; seine Rekonstruktionen aus unveröffentlichten Archiven geben Gesichtern Namen, Orten Gewicht und lassen politische Entscheidungen als menschliche Geschichten erscheinen.

Sein Blick ist scharf, zugleich unaufgeregt; er legt befehlende Mächte offen, zeigt aber auch die inneren Widersprüche palästinensischer Führung und die Fehler, die Geschichte formten. Emotional berührt hat mich vor allem, wie Khalidi Raum für Verlust lässt: Städte, Erinnerungen, Leben — alles wird spürbar. Stilistisch ist das Buch dicht und souverän, manchmal fordert die Detailfülle Geduld, doch gerade diese Tiefe macht es zu einer unverzichtbaren Lektüre für alle, die verstehen wollen, warum der Konflikt bis heute brennt.

Für Lesende, die eine quellenstarke, persönlich gefärbte und kritisch reflektierte Darstellung suchen, ist dieses Werk ein Licht in einem oft verrauschten Diskurs. Es hat mir die Wut erklärt, aber auch die Trauer — und damit einen Weg gezeigt, die Komplexität zu ertragen.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Tierische Abenteuer garantiert

Das große WAS IST WAS Antwortbuch Tierwelt
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Dieses Buch ist ein richtiges Abenteuer, das einem die Tierwelt quasi vor die Füße kippt. Schon beim ersten Durchblättern mit meinem Neffen haben wir uns vor Lachen kaum eingekriegt. Wer hätte gedacht, ...

Dieses Buch ist ein richtiges Abenteuer, das einem die Tierwelt quasi vor die Füße kippt. Schon beim ersten Durchblättern mit meinem Neffen haben wir uns vor Lachen kaum eingekriegt. Wer hätte gedacht, dass Feldhasen Boxen wie kleine Profisportler? Wir saßen nebeneinander auf dem Boden, Augen groß wie Untertassen, während wir Wale beim Schlafen beobachteten – oder eher dabei, wie sie scheinbar halbtot dösen und trotzdem weiter atmen.

Die Fragen sind genau die, die man selbst immer im Hinterkopf hat, aber nie zu fragen wagt. Axolotl mit Superkräften? Absolut irre, wir mussten beide erstmal nachgucken, ob das stimmt. Ich hab mich erwischt, wie ich innerlich laut „Wow, das ist krass!“ gedacht habe, während mein Neffe eifrig Notizen in sein kleines Heft machte.

Besonders cool sind die Themenseiten zu Rekorden und Tieraugen. Wir haben stundenlang überlegt, welches Tier wohl die größten Augen hat, und uns gegenseitig Tipps gegeben, wer wohl am besten sehen kann. Das BuddyRead-Feeling war mega – man teilt Aha-Momente, lacht über verrückte Fakten und lernt dabei noch richtig viel.

Einziger kleiner Wermutstropfen: Manche Seiten fühlen sich etwas textlastig an, vor allem wenn man gerade einen energiegeladenen Achtjährigen neben sich hat. Aber das Buch macht das locker wieder wett durch die überraschenden Antworten und die frechen Illustrationen.

Fazit: Ein Buch, das neugierig macht, staunen lässt und zum gemeinsamen Forschen einlädt. Perfekt für Kinder ab 8, aber auch für Erwachsene, die gern zusammen mit Kids die Tierwelt entdecken. Mega BuddyRead-Momente garantiert.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Weihnachtliche Wärme, die man schmeckt

Cosy Christmas
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Ein warmes Licht fällt durch verschneite Fenster, auf den Tisch dampfen Gewürzplätzchen und eine Tannenzweig-Dekoration duftet nach Kindheit — genau dieses Gefühl vermittelt Cosy Christmas auf jeder Seite. ...

Ein warmes Licht fällt durch verschneite Fenster, auf den Tisch dampfen Gewürzplätzchen und eine Tannenzweig-Dekoration duftet nach Kindheit — genau dieses Gefühl vermittelt Cosy Christmas auf jeder Seite. Skye McAlpine gelingt das Kunststück, ein Kochbuch zu schaffen, das weit mehr ist als eine Rezeptsammlung, denn es begleitet durch die gesamte Adventszeit und weckt eine tiefe Sehnsucht nach Ruhe und festlicher Geborgenheit.

Die über hundert Gerichte sind liebevoll ausgewählt, von herzhaften Braten über winterliche Drinks bis zu zarten Desserts. Die Anleitungen wirken zugänglich und nehmen selbst weniger geübten Köchen die Angst vor aufwändigeren Menüs. Besonders schön sind die DIY-Ideen und kleinen Geschenke aus der Küche, die sich ohne großen Stress vorbereiten lassen und trotzdem stilvoll wirken.

Die stimmungsvollen Fotos und die elegante Gestaltung machen jede Seite zu einem kleinen Ausflug in ein warm beleuchtetes Weihnachtszimmer. Die Menüvorschläge und Checklisten helfen tatsächlich, die Feiertage entspannter zu planen und schenken das Gefühl, alles im Griff zu haben, ohne Hektik und Chaos.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Manche Zutaten sind etwas speziell und nicht überall leicht zu bekommen, wodurch spontane Kochabende manchmal erschwert werden. Trotzdem bleibt Cosy Christmas ein inspirierender, atmosphärischer Begleiter, der Tradition, Kreativität und Wärme miteinander verbindet — ein Buch, das den Advent jedes Jahr ein Stück magischer macht.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Origami-Magie trifft auf Herzschmerz und freche Dialoge

Rebel Fire – Tödliche Papiermagie (Rebel Skies 2)
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Was für ein Ritt — und das schon auf den ersten Seiten. Rebel Fire packt einen bei der Kehle, bevor man richtig Luft holen kann. Kurara ist keine passable Heldin zum Anlehnen, sie ist eine, bei der man ...

Was für ein Ritt — und das schon auf den ersten Seiten. Rebel Fire packt einen bei der Kehle, bevor man richtig Luft holen kann. Kurara ist keine passable Heldin zum Anlehnen, sie ist eine, bei der man die Fingernägel an der Seitenkante mitliest; clever, scharf, und trotzdem so verletzlich, dass der eigene Herzschlag mit ihr mitläuft (ja, das passiert mir selten bei Jugendfantasy).

Beim Lesen auf dem Sofa: Tochter wedelt mit dem Tablet, flüstert „Nicht schon wieder ein Cliffhanger!“ — und lacht dann fies, als der nächste Drop kommt. Kurze Pause. „Waaas? Du hast doch nicht wirklich…?“ — Ich: „Doch. Und jetzt drück die Stelle nicht weg!“ Solche Buddyread-Momente machen das Buch erst richtig groß: gemeinsames Schnaufen, Augenrollen, und dieses kleine triumphale „Ha! Hab ich’s doch gewusst“ nach jeder überraschenden Wendung.

Die Welt aus Papiermagie und Luftschiffen ist liebevoll ausgearbeitet — keine überladene Karte, sondern spürbare Details: das Rascheln von Papierflügeln, der Ölgeruch in Maschinenräumen, das Knirschen von Geheimnissen unter den Sohlen. Action kommt punktgenau, die Kämpfe sind klar choreografiert und jederzeit lesbar (auch für ungeduldige Mitleser). Die Autorin baut Spannung wie ein Origami-Meister: Falten für Falten, bis plötzlich ein Phönix daraus auffliegt.

Humor sitzt an den richtigen Stellen, oft dunkel und trocken, manchmal albern — genau die Mischung, bei der man laut auflacht und sich kurz darauf wieder die Augen reibt. Emotional trifft das Buch stark, ohne ins Rührstück abzudriften. Das Ende lässt Hoffnung glimmen und gleichzeitig die Zähne knirschen — perfekt für Band zwei.

Kurz gesagt: Wer Luftschiffe, clevere Protagonistinnen und magische Konsequenzen mag, sollte dieses Buch einplanen. Buddyread-Pflicht mit nervigen, liebenswerten Mitlesern inklusive.

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