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Veröffentlicht am 28.12.2025

Eine feierliche Einstimmung auf das Weihnachtsfest

Ein Weihnachtsabend mit Charles Dickens
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“Ein Weihnachtsabend mit Charles Dickens” versammelt weihnachtliche Texte des englischen Schriftstellers. Nicht fehlen darf dabei natürlich “Eine Weihnachtsgeschichte”, der Weihnachtsklassiker schlechthin. ...

“Ein Weihnachtsabend mit Charles Dickens” versammelt weihnachtliche Texte des englischen Schriftstellers. Nicht fehlen darf dabei natürlich “Eine Weihnachtsgeschichte”, der Weihnachtsklassiker schlechthin. “Eine Weihnachtsgeschichte” ist hier in vier schön passend ausgewählten Auszügen präsentiert: Der weltbekannte Beginn, in dem Scrooge Weihnachten verteufelt, der Besuch des Geistes der gegenwärtigen Weihnacht, die Weihnachtsfeier bei den Cratchits sowie die Auflösung der Handlung. Auch eine weitere Weihnachtserzählung Dickens, “Der Verwünschte”, findet sich auszugsweise im Band: So sind hier der Beginn, in dem ein Greis sich an vergangene Weihnachten erinnert, und das Weihnachtsfest der Tetterbys, wo die Bedeutung der Liebe für Beziehungen dargestellt wird, abgedruckt. Sowohl die Auszüge von “Eine Weihnachtsgeschichte” als auch diejenigen von “Der Verwünschte” strahlen eine schön weihnachtliche Atmosphäre aus (wobei es natürlich sinnvoll ist, die Erzählungen im Nachgang in ihrer Gänze zu genießen). Daneben befindet sich in “Ein Weihnachtsabend mit Charles Dickens” Dickens Text “Ein Weihnachtsmahl”, in welchem Dickens das Weihnachtsfest einer prototypischen englischen Familie (mit Kirchgang, Treffen mit Verwandten und Mahl) skizziert. Das Highlight des Bandes war für mich allerdings die Erzählung “Der Christbaum”. Hier erinnert ein Ich-Erzähler, sich an einem geschmückten Tannenbaum orientierend, an die verlebten Weihnachtsfeste. Dabei kommt er u.a. auf das Puppenhaus und den Springteufel, seine Spielsachen aus Kindertagen, zu sprechen, träumt sich in dazumal gelesene Geschichten wie “Rotkäppchen” oder “Ali Baba und die vierzig Räuber” ein und sinniert über gehörte Geistergeschichten, die an Weihnachtstagen erzählt wurden. Der Ton ist dabei feierlich, heimelig, träumerisch sowie wehmütig, was mir sehr gefallen hat. Insgesamt ist “Ein Weihnachtsabend mit Charles Dickens” eine feierliche Einstimmung auf das Weihnachtsfest.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Sechs gruselige Weihnachtsgeschichten

Gruselige Stunden
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“Gruselige Stunden”, erschienen im DuMont Verlag, versammelt sechs winterliche Schauergeschichten namhafter Autoren. Den Auftakt macht Kiran Millwood Hargrave mit “Wirt”: Die Waise Mary lebt gemeinsam ...

“Gruselige Stunden”, erschienen im DuMont Verlag, versammelt sechs winterliche Schauergeschichten namhafter Autoren. Den Auftakt macht Kiran Millwood Hargrave mit “Wirt”: Die Waise Mary lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Abel im Elendsviertel Jacob’s Island - doch als ein wohlhabender Mann in der Unterkunft der beiden auftaucht und Mary ein besseres Leben verspricht, scheint das ärmliche Leben ein Ende zu finden. Mary ahnt allerdings nicht, worum es dem Mann wirklich geht… “Wirt” ist eine atmosphärisch düstere Erzählung, die spannungstechnisch geschickt aufgebaut ist, da sich Hintergründe erst nach und nach entfalten; zudem findet sich eine schöne Portion Tragik. Die Grundidee, die sich bereits im Titel offenbart, ist zwar eher konventionell, trotzdem ist “Wirt” eine durchaus lesenswerte, unterhaltsame Erzählung. Es folgt “Inferno” von Laura Shepherd-Robinson, das im Italien des 18. Jahrhunderts spielt. Jasper Godolphin, ein undurchsichtiger Protagonist, sucht Zuflucht in einem auf einer Insel gelegenen ehemaligen Kloster. Dort erwartet ihn allerdings nicht - wie abgesprochen - sein bester Freund, sondern die Eigentümerin des Gebäudes und deren Diener. “Inferno” war für mich ein Highlight des Bandes: Die Bewohner des ehemaligen Klosters sind verschroben, irgendwie merkwürdig, ohne dass man dies (zu Beginn) direkt greifen könnte, sodass dichte Mystery-Vibes entstehen. Durchdacht werden Brotkrumen gelegt, die auf das Geheimnis des ehemaligen Klosters hinweisen, sodass eine schöne Spannungskurve entsteht - was es mit dem Kloster auf sich hat, wird stimmig aufgelöst. Sehr hat mir auch die folgende Erzählung “Der Herr des Hauses” (Stuart Turton) gefallen. Henry Carrow, alleinerziehender Vater, lebt gemeinsam mit seinem Sohn Thomas, dem er streng und gefühlskalt begegnet, in einem Herrenhaus. Dort erscheint eines Weihnachtstages ein Monsterwesen und nimmt Thomas mit sich; um Thomas zu retten, muss Henry in eine Anderswelt reisen. Erinnernd an Charles Dickens “A Christmas Carol” sieht Henry dort die zukünftigen Weihnachten von Thomas, die dieser nach einer Adoption erlebt. Turton gelingt hier eine einzigartige Mischung aus Horror und - mit den Beschreibungen der zukünftigen Weihnachtsfeste - Heimeligkeit; zudem findet sich am Ende der Handlung eine schöne Botschaft. Wirklich eine rundum gelungene Weihnachtserzählung! Leiser kommt Imogen Hermes Gowars “Doppelter Faden” daher: Im Fokus steht hier die Beziehung einer lebhaft arrogant dargestellten Gesellschaftsdame und ihrer Zofe; der Horror ist hier eher menschlicher Natur. Stark ist auch “Die Salzwunder” von Natasha Pulley: Flint, ein Priester, reist auf eine Insel, auf der sich derzeit Pilger aufhalten. Wunder tragen sich dort zu, doch gleichzeitig verschwinden einzelne Pilger - so wie die ursprünglichen Bewohner der Insel - spurlos, was Flint untersuchen soll. Die Geschichte besitzt eine hohe Spannungskurve, eine überraschende Auflösung sowie einen Twist am Ende. Zudem finden sich durch das spurlose Verschwinden der Pilger/Bewohner schöne Mystery-Vibes. Den Abschluss der Sammlung bildet “Verbannt” von Elizabeth Macneal. Ein Medium soll den rachedürstigen Geist von Rachel Erskine vertreiben - so will es der heimgesuchte Ehemann. Doch als das Medium Rachel Erskine beschwört, offenbart diese die Wahrheit über ihren Tod… “Verbannt” wird ebenfalls sehr atmosphärisch erzählt; besonders interessant ist, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht. Insgesamt ist “Gruselige Stunden” eine abwechslungsreiche Gothic-Wintergeschichten-Sammlung; die einzelnen Geschichten sind inhaltlich mal stärker, mal schwächer, aber alle sind unheimlich atmosphärisch erzählt.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Ein informatives Sachbüchlein

Weihnachten bei Goethe
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“Weihnachten bei Goethe” ist ein Sachbuch von Werner Völker, das sich mit der Rolle des Weihnachtsfestes im Leben von Johann Wolfgang von Goethe auseinandersetzt. Völker geht dabei chronologisch vor, beginnend ...

“Weihnachten bei Goethe” ist ein Sachbuch von Werner Völker, das sich mit der Rolle des Weihnachtsfestes im Leben von Johann Wolfgang von Goethe auseinandersetzt. Völker geht dabei chronologisch vor, beginnend mit dem Weihnachtsfest im Frankfurter Hirschgraben, bei dem Goethe und seine Geschwister ein Puppentheater von ihrer Großmutter geschenkt bekamen. Es folgen das Fest in Leipzig als Student bei der Familie Stock und Goethes Schlittschuhfahrten auf dem zugefrorenen Main in Frankfurt. Ebenfalls eine wichtige Rolle in “Weihnachten bei Goethe” spielen die auf der italienischen Reise erlebten Weihnachtsfeste, bei denen Goethe u.a. durch mehrere katholische Gottesdienste tingelte - was den protestantischen Dichterfürsten sichtlich beeindruckte. Auch die Weihnachtsfeste in Weimar werden schlaglichtartig behandelt: So wird ein weihnachtlicher Brief von Frau Aja, Goethes Mutter, nach Weimar ebenso ausführlich besprochen wie der Briefwechsel zwischen Goethe und seiner (späteren) Ehefrau Christiane zu Weihnachten 1800, an dem Goethe zu spät zum Fest kam. Daneben finden sich weihnachtliche Geschenkgedichte von Goethe an Charlotte von Stein, ein Bericht von Johanna Schopenhauer über den Weihnachtsbesuch Goethes in ihrem Salon, Äußerungen über Goethes Essgewohnheiten sowie dessen Umgang mit seinen Enkel (denen er im Alter besondere Geschenke überreichte). Zusätzlich wird die Rolle des Weihnachtsfestes in Goethes “Werther” sowie im “Wilhelm Meister” überblicksartig besprochen. Den Abschluss bildet ein Blick auf das Weihnachtsfest im Frauenplan 1838, in dem der Geist des bereits verstorbenen Goethe für alle Besucher noch nachhallt. Man ahnt es an meiner kurzen Zusammenfassung schon: Immer wieder kommen Zeitgenossen zu Wort - seien es Christiane Vulpius, Johanna Schopenhauer oder Franz Woltreck; manchmal auch Goethe selbst -, sodass ein lebendiges wie informationsreiches Bild entsteht. Weihnachten, so lässt sich resümieren, war für Goethe mal ausgelassen, mal sentimental, immer arbeitsreich. Abgerundet wird das Büchlein durch Gemälde der beschriebenen Personen sowie Fotografien von (verschenkten) Gegenständen. Der Ton von Werner Völker ist meistens sachlich, bisweilen fällt er aber auch in einen erzählerischen Sprech. Der wirkte auf mich stellenweise etwas zu dick aufgetragen, ist allerdings unterm Strich nicht allzu nachteilig. Insgesamt ist “Weihnachten bei Goethe” ein interessantes, schön aufgemachtes Sachbüchlein, in dem man den Mensch Goethe kennenlernen kann.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Eine schöne Sammlung regionaler Kriminalgeschichten

Weihnachtsanektötchen – Spannende Geschichten aus dem Harz
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“Weihnachtsanektötchen” versammelt zehn im Harz spielende Kriminalgeschichten von Roland Lange. Die Geschichten bieten abwechslungsreiche Handlungsmuster: Inhaltlich geht es nicht immer allein um Mord ...

“Weihnachtsanektötchen” versammelt zehn im Harz spielende Kriminalgeschichten von Roland Lange. Die Geschichten bieten abwechslungsreiche Handlungsmuster: Inhaltlich geht es nicht immer allein um Mord und Totschlag, oft wird eine Gaunerei mit Augenzwinkern erzählt. Während wir in “Mirror-Eggs oder: Tod eines Weihnachtschweins” auf eine Frau treffen, die mit ihrer Beziehung unglücklich ist, begegnen wir in der zweiten Geschichte “Killin` Santa” einer aufstrebenden Metalband, in der nicht alles reibungslos verläuft. “Aufstand der Weihnachtsgänse” richtet den Blick auf eine Gänseschar, die ihrem Schicksal, das zum Weihnachtsfest eintritt, bewusst wird. “Rentier-Rallye” spielt auf den Harz als Filmkulisse an, während in “Falsche Fuffziger” ein ehemaliger Häftling einem Finanzbetrug nachspürt. Ein Highlight für mich ist “Blind Booking” (Teil I und II): Ein ausgebranntes Ehepaar verreist nach Stecklenberg, um abzuschalten. Doch die Unterkunft sowie ihr Vermieter erweisen sich als gespenstisch, was atmosphärisch dicht dargestellt wird. Zudem endet die Geschichte mit einem schönen Twist. “Die heiligen drei Königinnen” spielt in Wieda, greift die Veranstaltung “Krippenweihnacht” auf und dreht sich um das Geheimnis eines - scheinbar - unbescholtenen Bürgers. In “Die letzte Schicht” reisen wir unter Tage, wo zwei Freunde ein vergangenes Ereignis aufarbeiten. Den Abschluss bildet “Der Wolf”, eine humorvolle Neuinterpretation von “Rotkäppchen” aus der Perspektive des Wolfs. Die Handlungsorte liegen, wie der Untertitel schon nahelegt, im Harz: So besuchen wir u.a. das verschneite Schierke, bummeln durch Quedlingburgs “Advent in den Höfen” und schlagen eine Tanne im WeltWald Bad Grund. Die Handlungsorte sind anschaulich und bildhaft beschrieben, sodass man schön in die Harzwelt abtauchen kann. Insgesamt ist “Weihnachtsanektötchen” eine schöne Sammlung regionaler Kriminalgeschichten - perfekt für die Weihnachtszeit.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Ein spannender historischer Krimi

Sündflut 1784
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Inhalt: Köln 1784. Nur wenige Tage sind nach der verheerenden Flutkatastrophe, die Köln und Umland zerstört hat, ins Land gezogen. Während Amtmann Henrik van Venray versucht, die Aufbaumaßnahmen zu koordinieren, ...

Inhalt: Köln 1784. Nur wenige Tage sind nach der verheerenden Flutkatastrophe, die Köln und Umland zerstört hat, ins Land gezogen. Während Amtmann Henrik van Venray versucht, die Aufbaumaßnahmen zu koordinieren, bricht die Apothekerwitwe Anna-Maria nach Mülheim auf, um sich den Zustand ihres flutversehrten Hauses genauer anzuschauen. Dort angekommen trifft sie auf einen Mann, der felsenfest behauptet, das Haus gehöre ihm - und nicht ihr. Unverhofft findet Anna-Maria sich in einem Gewirr aus Intrigen wieder, aus dem sie nur mit Hilfe entkommen kann…

Persönliche Meinung: “Sündflut 1784” ist ein historischer Kriminalroman von Marco Hasenkopf, der in Köln spielt. Es handelt sich um den Nachfolger von “Eisflut 1784” (ein sehr empfehlenswerter Roman!). Die Handlung der beiden Krimis ist je in sich abgeschlossen, allerdings ist es sinnvoll, zuerst “Eisflut 1784” zu lesen, da hier die Basis für die Figurenbeziehungen gelegt wird. Erzählt wird die Handlung aus drei personalen Figurenperspektiven: der aufgeklärte Henrik van Venray, der als primäre Ermittlerfigur auftritt, Anna-Maria, die ein selbstbestimmtes Leben führen möchte, und die bis zur Auflösung anonym bleibende Täterfigur. Eine große Stärke des Romans ist die atmosphärische Darstellung des historischen Hintergrunds: Wir laufen mit den Protagonisten durch Kölner Gassen und Plätze, begeben uns auch in die verrufenen Ecken der Stadt und begegnen dem viel gerühmten Kölner Klüngel. Interessant ist auch die Darstellung des in “Sündflut” grassierenden Hexenwahns mit Hexenprozess (auch wenn dieser eher aus dramaturgischen denn historischen Gründen eingebaut worden ist). Die Handlung ist aufgrund der offenen Täteridentität durchweg spannend; zudem findet sich am Ende ein kleiner Twist. In den Sprachduktus des Krimis muss man sich zunächst erst einfinden: Marco Hasenkopf nutzt einen archaisierenden Stil, mit dem der Sprech um 1780 nachgebildet werden soll. Je weiter man in der Handlung des Romans voranschreitet, desto flüssiger lässt er sich aber lesen. Insgesamt ist “Sündflut 1784” ein spannender historischer Krimi, der atmosphärisch dicht in das Köln am Ende des 18. Jahrhunderts (ent)führt.

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