Epischer Auftakt
Der Weg des ewigen WintersWow, was für ein gewaltiges, finster-schönes Werk! Macht euch bereit für eine herausfordernde Lektüre mit mystischem Kino-im-Kopf-Gefühl und Game-of-Thrones-Vibes!
Der Einstieg. Die Atmosphäre. Was für ...
Wow, was für ein gewaltiges, finster-schönes Werk! Macht euch bereit für eine herausfordernde Lektüre mit mystischem Kino-im-Kopf-Gefühl und Game-of-Thrones-Vibes!
Der Einstieg. Die Atmosphäre. Was für eine Wucht!! Schon der Prolog aus dem Jahr 1007 fühlt sich an wie der Beginn eines düsteren Kinofilms: Ein blauer Stern am Himmel, der ewige Winter, der Zusammenbruch der Zivilisation … und man wird ohne große Vorbereitung mitten hineingeworfen in eine Welt aus Kälte, Gewalt, Glauben, Angst und uralter Magie. Keine leichte Lektüre, nichts für nebenbei - und definitiv etwas ganz anderes als meine üblichen, kuscheligen Wohlfühlromane -, sondern ein Buch, das eure volle Aufmerksamkeit verlangt und genau das auch belohnt.
Die Geschichte entfaltet sich aus mehreren Perspektiven, unter anderem aus der des kleinen Mädchens Halla, die für mich eine der eindrücklichsten Figuren war. Die anfängliche Szene, in der ihre Mutter Xenia … - I can’t. Daneben begegnen wir u. a. dem rauen, innerlich zerrissenen Orpheus, der kämpferischen Skadi und der Kaiserin Theophanu. Jede Stimme trägt ihre eigene Schwere, ihre eigene Wahrheit, und diese Vielstimmigkeit macht das immens detailreich beschriebene Worldbuilding unglaublich dicht und lebendig.
Der Schreibstil des Autors ist absolut fesselnd! Bildgewaltig, roh, poetisch, kompromisslos. Man spürt den Frost, riecht den Rauch, hört das Knirschen des Schnees unter den Stiefeln. Die Sprache ist der Zeit angepasst, stellenweise recht derb, aber dadurch eben auch glaubwürdig und immer atmosphärisch. Ich hatte durchgehend das Gefühl, einen Fantasy-Film vor Augen zu haben, mit flackernden Fackeln, kreischenden Kreaturen, eisigem Wind und einer Welt am Rand des Untergangs.
Neben der dunklen Thematik rund um Krieg und Eroberung wurden auch die Aspekte Schutz, Hoffnung, Schuld, Verantwortung, Angst und Liebe eingebunden. Besonders die Verbindung zwischen Orpheus und Halla mochte ich.
Den Spannungsaufbau habe ich als stetig anwachsend empfunden, mit einem starken Sog, der mich immer tiefer in diese frostige Welt gezogen hat. … und das offene Ende macht neugierig auf die Fortsetzung - genauso soll es sein!
Unabhängig von der epischen Story: Auch die hochwertige Aufmachung (Hardcover, Lesebändchen, Karte im Innencover …) verdient ein Lob.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Das Werk ist definitiv keine klassische Feel-Good-Fantasy; es ist brutal, düster, stellenweise grausam, extrem intensiv. Inhaltlich sowie stilistisch: Pure Schreibkunst!