Profilbild von SimoneF

SimoneF

Lesejury Star
offline

SimoneF ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SimoneF über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2026

tolle Buchidee, aber für etwas jüngere Kinder

Wo ist denn da der Unterschied?
0

„Mama, was ist eigentlich Unterschied zwischen….?“ – so beginnen viele Fragen von Kindern, und als Mama kenne ich die Antwort oft selbst nicht genau. Perfekt, wenn man dann ein schlaues Buch zu Hand hat! ...

„Mama, was ist eigentlich Unterschied zwischen….?“ – so beginnen viele Fragen von Kindern, und als Mama kenne ich die Antwort oft selbst nicht genau. Perfekt, wenn man dann ein schlaues Buch zu Hand hat! Der DUDEN-Verlag hat mit „Wo ist denn da der Unterschied?“ ein großformatiges Nachschlagewerk veröffentlicht, das 150 Begriffspaare aus 13 Themengebieten, darunter Weltall, Tiere, Wissenschaft, Pflanzen, Dein Körper, Essen, Technik, enthält.

Die ganz- oder doppelseitigen Illustrationen sind modern und farbenfroh, und es macht Freude, durch das Buch zu blättern. Die Bilder werden durch kleine Textabschnitte und Infoboxen ergänzt, die auch für geübte Erstleser:innen sehr gut verständlich sind.

Die Auswahl der Begriffspaare hat mich teilweise etwas überrascht. Es sind viele interessante Paare dabei wie Krokodil und Alligator, Meteor und Meteorit, Biene und Wespe, aber auch einige, die ich nicht erwartet hätte. Bei Zwillingen und Drillingen frage ich mich ernsthaft, welches Kind den Unterschied nicht kennt. Auch Schlürfen und Rülpsen hätte ich nicht gebraucht. Nase und Nasenloch dürfte ebenfalls kaum jemand verwechseln, und hier schien mir, als hätte man das Begriffspaar etwas krampfhaft gewählt, um die Funktionen der Nase zu erläutern.

Die Informationen sind recht knapp gehalten; hier hätte ich mir im Hinblick auf die Altersklasse ab 8 Jahren mit mehr Details gerechnet. So wird beim Paar Eisberg/Grawler im Wesentlichen erläutert, dass ein Eisberg auf dem Meer schwimmt, und für kleinere Eisberge eigene Bezeichnungen existieren. Als Beispiele werden Bergy Bit und Grawler genannt. Es wäre schön gewesen, hier etwas über das Kalben von Eisbergen, die prozentualen Anteile, die sich über bzw. unter Wasser befinden, die Gefahren für die Schifffahrt und ggf. auch über Black Ice zu erfahren.

Fazit: Die Idee hinter dem Buch ist hervorragend, und die Umsetzung finde ich gelungen, sofern man die Altersangabe etwas niedriger ansetzt. Ich würde dieses Buch Kindern ab 6 Jahren oder wissbegierigen Vorschulkindern empfehlen. Diese haben mit dem Lexikon sicher sehr viel Spaß!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 11.02.2026

Warum wird ein Mensch zum Mörder?

Ausreden
0

1996 sorgte in Österreich und auch international der Fall der Elfriede Blauensteiner für Aufsehen, die mehrere Menschen, die sie pflegte, ermordet und sich an ihrem Vermögen bereichert hat. Der Journalist ...

1996 sorgte in Österreich und auch international der Fall der Elfriede Blauensteiner für Aufsehen, die mehrere Menschen, die sie pflegte, ermordet und sich an ihrem Vermögen bereichert hat. Der Journalist Florian Klenk hat Aussagen Blauensteiners, die während eines Gesprächs mit der Gerichtspsychologin Sigrun Roßmanith in der Justizvollzugsanstalt protokolliert wurden, redigiert und gekürzt. Der dabei entstandene Monolog bildet den ersten Teil von „Ausreden“ und vermittelt einen interessanten Eindruck von Elfriede Blauensteiner und ihrem Selbstbild.

Der zweite Teil besteht aus der „Nachrede“, in welcher der Autor über die Fakten, die zu den Fällen bekannt sind, Blauensteiners Herkunft, ihre Familie und die damals sehr sensationslüsterne Berichtserstattung von Teilen der Presse schreibt.

Da das Buch mit dem Monolog beginnt und ich mit Blauensteiners Fall nicht vertraut war, sind manche Passagen schwer zu verstehen. Im Nachhinein hätte ich lieber den zweiten Teil zuerst gelesen. Zudem frage ich mich, wie stark das Protokoll redigiert und gekürzt wurde, weil der Text in seiner Form beinahe poetisch wirkt und nicht wie natürliche gesprochene Sprache.

„Ausreden“ ist kein klassisches „True Crime“-Buch, das den Fokus auf die Taten selbst legt. Vielmehr interessiert hier der soziologische Aspekt: Welchen Anteil hatte Elfriede Blauensteiners Kindheit daran, dass sie einerseits fixiert darauf war, zu füttern und zu pflegen, und sie anderseits hilfsbedürftige Menschen quälte und schließlich gezielt ermordete? Blauensteiners Aussagen im Monolog lassen auf eine lieblose, entbehrungsreiche Kindheit schließen. Wie wirkte sich das auf ihre Moral aus?

Beim Lesen wird schnell deutlich, dass Blauensteiners Angaben zu den Todesfällen „Ausreden“ sind und den gerichtsmedizinischen Gutachten widersprechen. Ich fragte mich deswegen allerdings, inwieweit ich dann ihren Angaben zu ihrer Kindheit Glauben schenken darf. Hat sie hier auch gelogen, die Tatsachen bewusst verdreht? Hier hätte ich gerne etwas darüber erfahren, ob Florian Klenk versucht hat, Blauensteiners Angaben zu ihrer Kindheit zu verifizieren, auch wenn dies nach so vielen Jahren schwierig sein dürfte. Da er seine kriminalsoziologische Argumentation jedoch auf eben diesen Angaben gründet, fände ich es wichtig zu erfahren, inwieweit diese überhaupt zutreffend sind. Daher ist der Erkenntnisgewinn des Buches für mich begrenzt und Klenks Schlüsse stehen auf wackligen Beinen. Das Buch regt jedoch in jedem Fall dazu an, sich über die Gründe Gedanken zu machen, aus denen manche Menschen zu Straftätern werden und andere, die einen ähnlichen Hintergrund haben, nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2026

Mika ermittelt wieder!

Mika Mysteries - Die Spur der Meisterdiebin
0

Mein Sohn (knapp 12) und ich haben im Sommer Band 1 der Reihe verschlungen und waren total begeistert, so dass wir das Erscheinen von Band 2 herbeisehnten.

Die dreizehnjährige Mika lebt und arbeitet im ...

Mein Sohn (knapp 12) und ich haben im Sommer Band 1 der Reihe verschlungen und waren total begeistert, so dass wir das Erscheinen von Band 2 herbeisehnten.

Die dreizehnjährige Mika lebt und arbeitet im Jahr 1880 im Waisenhaus in Stockholm. Ihr fällt auf, dass sich ein paar Kinder seltsam verhalten und teils die Schule schwänzen. Da es in Stockholm zeitgleich eine Serie von Diebstählen gibt, ist Mika in Sorge, dass die Kinder darin verwickelt sein könnten, und stellt Nachforschungen an. Hierbei kommt sie einer geheimnisvollen Frau auf die Spur und gerät dabei unversehens selbst in Gefahr.


Schon in Band 1 hatten wir Mika und den rauen Kommissar Valdemar Hoff liebgewonnen. Das Setting ist wieder recht düster und insbesondere gegen Ende auch etwas blutig, so dass ich die Altersempfehlung von 10 Jahren aufwärts keinesfalls unterschreiten würde. Hunger, Armut, Hoffnungslosigkeit, (Polizei-)gewalt gegen Kinder, versuchter Mord werden thematisiert und sorgen für eine ernste Grundstimmung.

Sehr gut gefiel meinem Sohn und mir, dass es Johan Rundberg durch seinen dichten und präzisen Stil wieder gelingt, auf lediglich 192 Seiten eine komplexe und spannende Geschichte zu entwickeln, die die Atmosphäre um 1880 lebendig werden lässt. Auch die Einbindung der historischen Vega-Expedition unter Leitung von Nordenskiöld fanden wir spannend und sie regte uns dazu an, hierzu noch etwas zu googeln, ebenso zu Magatama-Perlen aus Japan. Die Geschichte rund um die Meisterdiebin erschien uns allerdings in der Rückschau recht konstruiert und an einigen Punkten unlogisch. Diese fielen auch meinem Sohn sofort auf und er kam direkt nach dem Ende des Buches von selbst darauf zu sprechen.

Da wir die Story in Band 2 leider nicht so überzeugend fanden wie bei „Der Ruf des Nachtraben“, vergeben wir diesmal 4 von 5 Sternen. Wir sind jedoch auf jeden Fall sehr gespannt, wie es mit Mika, Valdemar Hoff und den anderen weitergehen wird und freuen uns schon auf Band 3!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2025

tolles Sachbuch über die faszinierende Welt der Ozeane

Biome der Meere
0

Dieses außergewöhnliche Sachbuch widmet sich in elf Kapiteln den unterschiedlichen Biomen der Meere. Nach einer sehr persönlichen Einleitung, in der die Autoren ihre Motivation für dieses Thema erläutern, ...

Dieses außergewöhnliche Sachbuch widmet sich in elf Kapiteln den unterschiedlichen Biomen der Meere. Nach einer sehr persönlichen Einleitung, in der die Autoren ihre Motivation für dieses Thema erläutern, zeigt eine Weltkarte mit farbigen Markierungen, wo welche Biome anzutreffen sind. Diese finden mein Sohn (11) und ich besonders praktisch, weil sie einen ersten Überblick verschafft.

Die einzelnen Kapitel sind übersichtlich aufgebaut und bieten einen gelungenen Mix aus detailreichen, farbenfrohen Illustrationen und informativen Textabschnitten, die allerhand Wissenswertes und Faszinierendes vermitteln. Da immer wieder schwierige Wörter oder Fachausdrücke verwendet werden (zB Chloroplasten, Fotosynthese), empfinde ich die Altersangabe ab 10 als sehr passend. Jüngere Kinder haben sicher auch Freude an den tollen Illustrationen und spannenden Fakten, benötigen aber sicher die ein oder andere Erklärung. Hervorzuheben ist auch das ausführliche Glossar am Ende des Buches.

Auch wenn uns dieses Buch viel Freude bereitet und wir einiges gelernt haben, sind uns leider auch zwei Kritikpunkte aufgefallen: Zum einen ist die Farbwahl mitunter etwas unglücklich. Auf der Übersichtskarte gleich zu Beginn ähneln sich die Farben der einzelnen Biome teilweise so stark, dass für uns nicht immer erkennbar war, welche Markierung nun welchem Biom zuzuordnen war. Auf einigen Seiten ist der Kontrast zwischen Schriftfarbe und Hintergrund leider nicht besonders gut. Im Zeichen der Inklusion sollte dieser stärker sein. Mein Sohn und ich konnten den Text zwar gut lesen, die Großeltern allerdings nicht mehr. Der zweite Punkt betrifft den sehr empfindlichen Einband, bei dem auf eine Folierung verzichtet wurde. Hierdurch sieht das Buch schnell „gebraucht“ aus, und das Buch ist auch nicht abwischbar. Für mich ist das bei Kinderbüchern ein sehr wichtiges Kriterium.

Fazit: Inhaltlich ein wirklich hervorragendes Buch, bei dem ich leider für die Farbgestaltung und den Einband einen Stern abziehe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 30.11.2025

einfühlsam erzählt

Und mir bleibt der hässliche Hund
0

Felix (16) verliert bei einem Verkehrsunfall von einem Moment auf den anderen seine Eltern und seine Schwester. Lediglich Bolt, der Familienhund, mit dem Felix bisher nie etwas anfangen konnte, überlebt. ...

Felix (16) verliert bei einem Verkehrsunfall von einem Moment auf den anderen seine Eltern und seine Schwester. Lediglich Bolt, der Familienhund, mit dem Felix bisher nie etwas anfangen konnte, überlebt. Um mit der Situation fertigzuwerden, beginnt Felix schließlich eine Therapie, wo er im Wartezimmer auf den gleichaltrigen Mo trifft. Die beiden freunden sich an und lernen durch Zufall Marie kennen, die in einer Drogerie jobbt. Gemeinsam verbringen sie den Sommer, und Mo und Felix beginnen, sich in Challenges ihren Ängsten zu stellen.

Franziska Hörner gelingt es, ein schwieriges Thema rund um Ängste, Trauer und Verlust hoffnungsvoll und leicht zu erzählen. Felix und Mo beschließen, auf eigene Faust eine Art Konfrontationstherapie zu machen, um ihre Ängste und Panikattacken zu überwinden – das ist nicht ohne Risiko. Zum Glück begleitet sie dabei Marie, die warmherzig und besonnen alles im Blick hat. Ganz nebenbei entwickelt sich noch eine einfühlsam erzählte, zarte Liebesgeschichte.

Das Buch ist nicht ganz frei von Klischees: So werden deutsche Familien eher emotional unterkühlt dargestellt, im Gegensatz zur überschwänglichen Herzlichkeit arabischer Familien. Während es die deutschen Figuren kaum schaffen, etwas halbwegs Genießbares auf den Tisch zu bringen, schmeckt es bei Mos Familie immer fantastisch. Diese Stereotype haben mich beim Lesen leider gestört.

Aufgrund des ernsten Hintergrunds und der nachdenklichen Grundstimmung halte ich die Altersempfehlung von 13 Jahren aufwärts für sehr passend, zumal auch erste sexuelle Erfahrungen thematisiert werden.

Ich würde dieses Buch vor allem jugendlichen Leser:innen empfehlen, die sich auf eine leise erzählte, ernsthafte Geschichte einlassen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere