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Veröffentlicht am 14.03.2026

Ein außergewöhnlich schönes Kindersachbuch

Der Stoff, aus dem die Dinge sind
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Was für ein wunderschönes, hochwertig gestaltetes Kinderbuch! Vom ersten Moment an hat mich „Der Stoff, aus dem die Dinge sind“ begeistert, da es sich wohltuend von der Masse an Sachbüchern abhebt. Gleich ...

Was für ein wunderschönes, hochwertig gestaltetes Kinderbuch! Vom ersten Moment an hat mich „Der Stoff, aus dem die Dinge sind“ begeistert, da es sich wohltuend von der Masse an Sachbüchern abhebt. Gleich auf dem ersten Blick fallen das große Format (ca. 22 cm x 30 cm) und die griffige Haptik des leicht genoppten Hardcovers mit der erhabenen Titelprägung auf. Im Inneren geht es außergewöhnlich weiter: Jonathan Drori stellt jeweils auf einer Doppelseite 30 Pflanzen vor. Neben allseits bekannten Gewächsen wie Tomaten, Kartoffel, Weizen und Buche sind auch exotische wie Alraune und Guttapercha darunter. Auf der rechten Seite ist stets eine detaillierte, fein ausgearbeitete Zeichnung der Pflanze sowie bestimmter Pflanzenteile wie Wurzeln, Blüten, Blätter, Samen oder Früchte abgebildet, die durch erläuternde kurze Texte optimal ergänzt wird. Besonders schön finde ich hier die zarte, an eine saubere Handschrift erinnernde Schriftart. Spannende Fakten rundum Historisches, Lebensraum und Verwendung sind auf der linken Seite zu finden. Hier gibt nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene teils Erstaunliches zu entdecken – wer hätte zB gedacht, dass Kork in der Raumfahrt eine Rolle spielt? Auch hier werden die Informationen wieder durch wunderschöne Zeichnungen ergänzt. Den Illustrator:innen Raxenne Maniquiz und Jiatong Liu gebührt hier ein ganz großes Lob!
Der Verlag empfiehlt „Der Stoff, aus dem die Dinge sind“ für Kinder ab 10 Jahren, aber ich könnte mir vorstellen, dass auch etwas jüngere Kinder bereits Freude an diesem Buch haben, insbesondere, wenn sie dabei von einem Erwachsenen begleitet werden.

Einen kleinen Wermutstropfen hat das Buch für mich allerdings: Es ist „Printed in China“, was für mich aus ökologischen Gründen nicht nachvollziehbar ist und zu einem Stern Abzug führt, auch wenn es inhaltlich keine Wünsche offen lässt.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Optisch ansprechend, aber inhaltlich schwierig einer Alterszielgruppe zuzuordnen.

National Geographic Kids Weltatlas - Fremde Kulturen, großartige Naturwunder und wilde Tiere entdecken: Kinderatlas für Kids ab 8 Jahren
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Mit dem Weltatlas bringt Ravensburger wieder ein neues Buch in Zusammenarbeit mit National Geographic Kids heraus. Wir haben bereits weitere Werke hier im Kinderzimmerregal und waren dementsprechend gespannt. ...

Mit dem Weltatlas bringt Ravensburger wieder ein neues Buch in Zusammenarbeit mit National Geographic Kids heraus. Wir haben bereits weitere Werke hier im Kinderzimmerregal und waren dementsprechend gespannt.

Gleich zu Beginn findet sich ein sehr übersichtlich gestaltetes Inhaltsverzeichnis mit Farbcode, so dass die Kontinente schnell den entsprechenden Buchseiten zugeordnet werden können. Zusätzlich sind noch ein Kapitel zu den Ozeanen sowie ein Anhang mit Flaggen, weiteren Fakten und Glossar enthalten.

Die Einleitung startet mit einer Einführung zum richtigen Kartenlesen, den Unterschieden zwischen verschiedenen Kartentypen sowie grundlegenden Informationen zur physischen und politischen Welt. Dieses Grundwissen ist optisch und inhaltlich ansprechend aufbereitet, aber für Grundschulkinder meines Erachtens zu anspruchsvoll. Längen- und Breitengrade sind beispielsweise Schulstoff der 5. Klasse, und Begriffe wie Winkel-Tripel-Projektion, mittabstandstreue Azimutalprojektion oder semiarid dürften hier den wenigsten geläufig sein.

Nach der Einleitung geht es weiter mit Nordamerika – ein kleiner Hinweis darauf, dass es sich beim dem Weltatlas um eine Übersetzung eines ursprünglich amerikanischen Originals handelt. Insgesamt ist die Bezeichnung „Weltatlas“ etwas irreführend, da zwar Kartenmaterial enthalten ist, jedoch vergleichsweise kleinformatig und nicht seitenfüllend. Hierdurch sind Details oft schwer erkennbar. Vielmehr bietet das Buch einen bunten Mix aus Wissen, ausgesprochen schönen Fotos und Illustrationen mit kompakten Erklärungen sowie diversen Karten. Das Layout ist dank farblich hinterlegter Text- und Infoboxen sehr übersichtlich. Die Auswahl der Fotos ist ein zusammengewürfelter Querschnitt aus Kultur, Natur, Religion, Wirtschaft und Bauwerken, der manchmal etwas beliebig wirkt.

Laut Verlag richtet sich der Weltatlas an Kinder ab 8 Jahren. Diese Altersempfehlung finde ich etwas ambitioniert. Grundschulkinder dürfte vor allem an den Fotoaufnahmen und den kurzen Informationen dazu ihre Freude haben. Der Textteil sowie die Infoboxen enthalten jedoch einige schwierigere Begriffe, historische Informationen oder trockenere Fakten wie Bevölkerungsdichte. Sätze wie „Länder mit einem langsamen Bevölkerungswachstum und einem höheren Altersdurchschnitt brauchen Arbeiter, um ihre Wirtschaft und damit die Rentensysteme zu tragen.“ dürften für ein 8-jähriges Kind zu abstrakt sein. Hier sehe ich das Zielalter bei 10-12 Jahren. Für ältere Kinder wiederum gehen nicht Informationen nicht weit genug.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

tolle Buchidee, aber für etwas jüngere Kinder

Wo ist denn da der Unterschied?
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„Mama, was ist eigentlich Unterschied zwischen….?“ – so beginnen viele Fragen von Kindern, und als Mama kenne ich die Antwort oft selbst nicht genau. Perfekt, wenn man dann ein schlaues Buch zu Hand hat! ...

„Mama, was ist eigentlich Unterschied zwischen….?“ – so beginnen viele Fragen von Kindern, und als Mama kenne ich die Antwort oft selbst nicht genau. Perfekt, wenn man dann ein schlaues Buch zu Hand hat! Der DUDEN-Verlag hat mit „Wo ist denn da der Unterschied?“ ein großformatiges Nachschlagewerk veröffentlicht, das 150 Begriffspaare aus 13 Themengebieten, darunter Weltall, Tiere, Wissenschaft, Pflanzen, Dein Körper, Essen, Technik, enthält.

Die ganz- oder doppelseitigen Illustrationen sind modern und farbenfroh, und es macht Freude, durch das Buch zu blättern. Die Bilder werden durch kleine Textabschnitte und Infoboxen ergänzt, die auch für geübte Erstleser:innen sehr gut verständlich sind.

Die Auswahl der Begriffspaare hat mich teilweise etwas überrascht. Es sind viele interessante Paare dabei wie Krokodil und Alligator, Meteor und Meteorit, Biene und Wespe, aber auch einige, die ich nicht erwartet hätte. Bei Zwillingen und Drillingen frage ich mich ernsthaft, welches Kind den Unterschied nicht kennt. Auch Schlürfen und Rülpsen hätte ich nicht gebraucht. Nase und Nasenloch dürfte ebenfalls kaum jemand verwechseln, und hier schien mir, als hätte man das Begriffspaar etwas krampfhaft gewählt, um die Funktionen der Nase zu erläutern.

Die Informationen sind recht knapp gehalten; hier hätte ich mir im Hinblick auf die Altersklasse ab 8 Jahren mit mehr Details gerechnet. So wird beim Paar Eisberg/Grawler im Wesentlichen erläutert, dass ein Eisberg auf dem Meer schwimmt, und für kleinere Eisberge eigene Bezeichnungen existieren. Als Beispiele werden Bergy Bit und Grawler genannt. Es wäre schön gewesen, hier etwas über das Kalben von Eisbergen, die prozentualen Anteile, die sich über bzw. unter Wasser befinden, die Gefahren für die Schifffahrt und ggf. auch über Black Ice zu erfahren.

Fazit: Die Idee hinter dem Buch ist hervorragend, und die Umsetzung finde ich gelungen, sofern man die Altersangabe etwas niedriger ansetzt. Ich würde dieses Buch Kindern ab 6 Jahren oder wissbegierigen Vorschulkindern empfehlen. Diese haben mit dem Lexikon sicher sehr viel Spaß!

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Warum wird ein Mensch zum Mörder?

Ausreden
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1996 sorgte in Österreich und auch international der Fall der Elfriede Blauensteiner für Aufsehen, die mehrere Menschen, die sie pflegte, ermordet und sich an ihrem Vermögen bereichert hat. Der Journalist ...

1996 sorgte in Österreich und auch international der Fall der Elfriede Blauensteiner für Aufsehen, die mehrere Menschen, die sie pflegte, ermordet und sich an ihrem Vermögen bereichert hat. Der Journalist Florian Klenk hat Aussagen Blauensteiners, die während eines Gesprächs mit der Gerichtspsychologin Sigrun Roßmanith in der Justizvollzugsanstalt protokolliert wurden, redigiert und gekürzt. Der dabei entstandene Monolog bildet den ersten Teil von „Ausreden“ und vermittelt einen interessanten Eindruck von Elfriede Blauensteiner und ihrem Selbstbild.

Der zweite Teil besteht aus der „Nachrede“, in welcher der Autor über die Fakten, die zu den Fällen bekannt sind, Blauensteiners Herkunft, ihre Familie und die damals sehr sensationslüsterne Berichtserstattung von Teilen der Presse schreibt.

Da das Buch mit dem Monolog beginnt und ich mit Blauensteiners Fall nicht vertraut war, sind manche Passagen schwer zu verstehen. Im Nachhinein hätte ich lieber den zweiten Teil zuerst gelesen. Zudem frage ich mich, wie stark das Protokoll redigiert und gekürzt wurde, weil der Text in seiner Form beinahe poetisch wirkt und nicht wie natürliche gesprochene Sprache.

„Ausreden“ ist kein klassisches „True Crime“-Buch, das den Fokus auf die Taten selbst legt. Vielmehr interessiert hier der soziologische Aspekt: Welchen Anteil hatte Elfriede Blauensteiners Kindheit daran, dass sie einerseits fixiert darauf war, zu füttern und zu pflegen, und sie anderseits hilfsbedürftige Menschen quälte und schließlich gezielt ermordete? Blauensteiners Aussagen im Monolog lassen auf eine lieblose, entbehrungsreiche Kindheit schließen. Wie wirkte sich das auf ihre Moral aus?

Beim Lesen wird schnell deutlich, dass Blauensteiners Angaben zu den Todesfällen „Ausreden“ sind und den gerichtsmedizinischen Gutachten widersprechen. Ich fragte mich deswegen allerdings, inwieweit ich dann ihren Angaben zu ihrer Kindheit Glauben schenken darf. Hat sie hier auch gelogen, die Tatsachen bewusst verdreht? Hier hätte ich gerne etwas darüber erfahren, ob Florian Klenk versucht hat, Blauensteiners Angaben zu ihrer Kindheit zu verifizieren, auch wenn dies nach so vielen Jahren schwierig sein dürfte. Da er seine kriminalsoziologische Argumentation jedoch auf eben diesen Angaben gründet, fände ich es wichtig zu erfahren, inwieweit diese überhaupt zutreffend sind. Daher ist der Erkenntnisgewinn des Buches für mich begrenzt und Klenks Schlüsse stehen auf wackligen Beinen. Das Buch regt jedoch in jedem Fall dazu an, sich über die Gründe Gedanken zu machen, aus denen manche Menschen zu Straftätern werden und andere, die einen ähnlichen Hintergrund haben, nicht.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Mika ermittelt wieder!

Mika Mysteries - Die Spur der Meisterdiebin
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Mein Sohn (knapp 12) und ich haben im Sommer Band 1 der Reihe verschlungen und waren total begeistert, so dass wir das Erscheinen von Band 2 herbeisehnten.

Die dreizehnjährige Mika lebt und arbeitet im ...

Mein Sohn (knapp 12) und ich haben im Sommer Band 1 der Reihe verschlungen und waren total begeistert, so dass wir das Erscheinen von Band 2 herbeisehnten.

Die dreizehnjährige Mika lebt und arbeitet im Jahr 1880 im Waisenhaus in Stockholm. Ihr fällt auf, dass sich ein paar Kinder seltsam verhalten und teils die Schule schwänzen. Da es in Stockholm zeitgleich eine Serie von Diebstählen gibt, ist Mika in Sorge, dass die Kinder darin verwickelt sein könnten, und stellt Nachforschungen an. Hierbei kommt sie einer geheimnisvollen Frau auf die Spur und gerät dabei unversehens selbst in Gefahr.


Schon in Band 1 hatten wir Mika und den rauen Kommissar Valdemar Hoff liebgewonnen. Das Setting ist wieder recht düster und insbesondere gegen Ende auch etwas blutig, so dass ich die Altersempfehlung von 10 Jahren aufwärts keinesfalls unterschreiten würde. Hunger, Armut, Hoffnungslosigkeit, (Polizei-)gewalt gegen Kinder, versuchter Mord werden thematisiert und sorgen für eine ernste Grundstimmung.

Sehr gut gefiel meinem Sohn und mir, dass es Johan Rundberg durch seinen dichten und präzisen Stil wieder gelingt, auf lediglich 192 Seiten eine komplexe und spannende Geschichte zu entwickeln, die die Atmosphäre um 1880 lebendig werden lässt. Auch die Einbindung der historischen Vega-Expedition unter Leitung von Nordenskiöld fanden wir spannend und sie regte uns dazu an, hierzu noch etwas zu googeln, ebenso zu Magatama-Perlen aus Japan. Die Geschichte rund um die Meisterdiebin erschien uns allerdings in der Rückschau recht konstruiert und an einigen Punkten unlogisch. Diese fielen auch meinem Sohn sofort auf und er kam direkt nach dem Ende des Buches von selbst darauf zu sprechen.

Da wir die Story in Band 2 leider nicht so überzeugend fanden wie bei „Der Ruf des Nachtraben“, vergeben wir diesmal 4 von 5 Sternen. Wir sind jedoch auf jeden Fall sehr gespannt, wie es mit Mika, Valdemar Hoff und den anderen weitergehen wird und freuen uns schon auf Band 3!

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