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Veröffentlicht am 04.12.2025

Ich möchte 10 Sterne vergeben!

Rostiges Grab
1

“Rostiges Grab” ist der dritte Band der düster-atmosphärischen Spannungs-Reihe um Leo Asker, die Ermittlungsleiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle und verlorene Seelen. Man kann die Bücher unabhängig ...

“Rostiges Grab” ist der dritte Band der düster-atmosphärischen Spannungs-Reihe um Leo Asker, die Ermittlungsleiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle und verlorene Seelen. Man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen, da Entscheidendes aus den Vorgängerbänden an passenden Stellen gerafft eingestreut wird.

Der Polizeidirektor will Leo befördern, doch ihr Vorgesetzter (der leider ihr Ex ist, dessen fragiles Ego nie verkraftet hat, dass sie mit ihm Schluss gemacht hat) will Leo genau da versauern lassen, wo er sie hin degradiert hat - auf dem Abstellgleis. Er übergibt ihr einen Cold Case, der ihr in mehrfacher Hinsicht zum Verhängnis werden muss. Der gekränkte Ex hat immer noch nicht begriffen, dass Herausforderungen Leo zur Höchstform auflaufen lassen, auch wenn es weh tut. Dann ist da weiterhin ihr Team, die verlorenen Seelen, die nicht unterschätzt werden sollten.

2013 wurde eine Frau brutal ermordet und in einer verlassenen Torffabrik im Rostskogen abgelegt. Der sagenumwobene Wald, dessen Boden wegen des eisenhaltigen Gebirgsgrundes blutgetränkt wirkt, ist seit jeher Quell gruseliger Geschichten. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass es eine Verbindung zwischen dem Opfer und einer Moormumie aus der Wikingerzeit gibt, die in den 1970ern im Rostskogen gefunden wurde. Nun taucht der abgetrennte, gut erhaltene Finger der ermordeten Frau auf - unter haarsträubenden Umständen! Leo bittet wieder ihren alten Freund Martin, einen Lost-Place-Experten, um Hilfe, aber dieses Mal erweist sich die Zusammenarbeit als kompliziert …

Damals galt der Ehemann des Opfers als tatverdächtig, doch er verschwand, angeblich ins Ausland, wo sich seine Spur verlor. Geht es darum ihn zu finden? Oder war er es gar nicht? Was hat es mit den mythologischen Bezügen zur Moormumie auf sich? Dieser komplexe Cold Case voller dunkler Geheimnisse sowie lauernder Gefahren bringt Leo und Martin an ihre Grenzen …

Der lebendige, bildstarke Erzählstil verbreitet von Anfang an eine greifbar unheimliche, beklemmende Atmosphäre! Neben dem herrlich rätselhaften Fall, der ereignisreiche Ermittlungen mit sich bringt, geht es auch um Leos vornehme VIP-Familie mütterlicherseits, mit der sie eigentlich nichts am Hut hat, sowie ihre Vergangenheit. Man erfährt, wie es ihr erging, nachdem sie als Jugendliche von ihrem psychotischen Prepper-Vater zu ihrer Mutter gezogen war. Wie sie zu der wurde, die sie ist - eine unkaputtbare Außenseiterin, die ihren eigenen Weg geht, egal, welche Konsequenzen es hat, und verschiedenste Schwierigkeiten meistens lässig aus dem Weg räumt.

Martins Leidensweg aufgrund seiner PTBS, die er durch die vorherige Zusammenarbeit mit Leo erlitten hat, wird interessant und bewegend geschildert. Er ist arbeitslos, das Geld wird knapp und er ist emotional labil, was zu einigen schlechten Entscheidungen führt, von denen sich eine als folgenschwer erweist …

Dann ist da noch eine mysteriöse Perspektive mit Bezug zu der mythologischen Moormumie sowie dem Blutwald …

“Rostiges Grab” ist ein außergewöhnlicher, ausgeklügelter, nervenaufreibend spannender Thriller, der mich von Anfang an gepackt, und bis zum fulminanten Ende nicht mehr losgelassen hat! Der atmosphärische, ausdrucksstarke Erzählstil mit einem Hauch Humor hier und da, die faszinierenden Figuren, die gruseligen Begebenheiten, die actiongeladene Handlung, die erschütternden Erkenntnisse sowie die schockierenden Wendungen, bis zur letzten Seite, haben mich restlos begeistert! Ich habe das Buch in nur zwei Zügen verschlungen und freue mich jetzt schon auf den 4. Band, dessen vielversprechende Handlungsrichtung zum Schluss angebrochen wird.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Vielschichtige, raffinierte Psychospannung!

Eisnebel
1

Ein Teil der Prämisse bzw. der Leseprobe hat mich zunächst abgeschreckt: Eine bescheidene junge Frau aus einfachen Verhältnissen ist nervös und unsicher, weil sie von der wohlhabenden, anspruchsvollen ...

Ein Teil der Prämisse bzw. der Leseprobe hat mich zunächst abgeschreckt: Eine bescheidene junge Frau aus einfachen Verhältnissen ist nervös und unsicher, weil sie von der wohlhabenden, anspruchsvollen Familie ihres unverschämt gutaussehenden Verlobten akzeptiert werden will – ich fand das sehr klischeehaft und unzeitgemäß! Nach wenigen Kapiteln wird dann es relativ originell, tiefschürfend und packend, außerdem geht es in diesem Thriller um sooo viel mehr!

Theo ist kurz davor Connors Familie kennenzulernen: Die wohlhabenden Daltons, eine standesbewusste Großfamilie, erwarten Theo in ihrem abgelegenen Feriendomizil, um sie unter die Lupe zu nehmen. Die skeptischen Familienmitglieder setzen ihr ganz schön zu, sie können aber auch humorvoll und gastfreundlich sein. Die Mission “Schwiegerfamilie in spe” beeindrucken spielt jedoch bald kaum noch eine Rolle, denn Theo kommt dunklen Familiengeheimnissen auf die Spur. Es geht nicht nur darum herauszufinden, ob Connor vertrauenswürdig ist oder ob sie in diese elitäre Familie einheiraten will, sondern auch um die unterdrückten Dämonen ihrer Vergangenheit, die sich plötzlich mehr denn je Bahn brechen …

Die herrlich unheilvollen Vorzeichen gleich zu Beginn des Buches und die unterkühlte bis feindselige Stimmung zwischen Theo und Connors Familie sowie ihre verzweifelten Versuche ihre Fragilität zu verbergen, zu beweisen, dass sie “gut genug” ist, sind wunderbar eindringlich gestaltet. Der intensive Schreibstil macht zudem die schöne, aber bedrohliche Umgebung - ein isoliertes Anwesen inmitten von schneebedeckten Bergen und Wäldern - vorstellbar. Die großartig gezeichneten Figuren wirken authentisch und sie sind wirklich undurchsichtig – genau wie die rätselhafte Handlung, die nonstop (subtil) spannend ist!

Theo ist großartig gezeichnet: Sie wurde als Kind/Jugendliche mehrfach psychisch und physisch misshandelt, allerdings nicht gebrochen - sie agiert selbstbestimmt, tut, was sie kann, um sich ein gutes Leben aufzubauen und weiß sich zu wehren! Sie ist einerseits labil sowie verletzlich, andererseits selbstkritisch, konsequent, gut darin sich zu schützen und sich schmerzlichen Wahrheiten zu stellen - eine faszinierende Kombination!

Zwischen gemeinsamen Abendessen, winterlichen Aktivitäten und Momenten der Zweisamkeit mit Connor wird Theo ausgefragt, in Zweifel gezogen und gedemütigt. Der Sündenbock der Familie und eine kritische Schwiegertochter machen jedoch Andeutungen, die Theo zu denken geben. Sie forscht nach, stößt auf jede Menge Ungereimtheiten, wird dabei mir ihrer schmerzlichen Vergangenheit konfrontiert, die Stimmung wird immer angespannter, gefährlicher und eines Morgens wird jemand tot aufgefunden – das ist allerdings nur die Spitze des Eisberges …

“Eisnebel” hat mich mit seiner vielschichtigen, raffinierten, wendungsreichen Handlung voller erschütternder Enthüllungen restlos begeistert!!!

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Klassische Krimikunst à la Agatha Christie mit Metaebene

Tod zur Teestunde
1

“Mord zur Teestunde” ist der 3. Band der Susan Ryeland ermittelt-Reihe. Man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen, ich finde jedoch, dass es sinnvoll sein könnte, die Reihenfolge einzuhalten, z. ...

“Mord zur Teestunde” ist der 3. Band der Susan Ryeland ermittelt-Reihe. Man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen, ich finde jedoch, dass es sinnvoll sein könnte, die Reihenfolge einzuhalten, z. B. weil in diesem Band auch die Handlung des ersten Buches weiter aufgearbeitet und somit “gespoilert” wird.

Ich liebe diese Reihe: Die greifbaren Agatha Christie Vibes, der atmosphärische, geistreiche Erzählstil, der “Buch im Buch Faktor”, die genial kniffeligen Fälle voller Überraschungen und die großartig gezeichneten Charaktere haben mich jetzt schon zum 3. Mal begeistert!

Susan ist, nach einem erfolglosen Auswanderungsversuch als Hotelbesitzerin auf Kreta, ohne ihren Ehemann nach England zurückgekehrt und arbeitet nun wieder als Lektorin, wenn auch freiberuflich. Doch die Romanfigur Atticus Pünd, ein Detektiv à la Hercule Poirot, verfolgt sie: Nachdem sein Schöpfer Alan Conway, dessen Manuskripte sie lektoriert hat, ermordet wurde, schreibt ein anderer Autor die beleibte Detektiv-Reihe weiter - der instabile Eliot Crace, ein bisher erfolgloser Schriftsteller. Sein neustes Manuskript ist Susans erster Auftrag als Freiberuflerin. In seinem Fortsetzungskrimi geht es um die reiche Lady Chalfont, die vergiftet wird. Eliot, der der Enkel einer berühmten, verstorbenen Kinderbuchautorin ist, behauptet öffentlich, dass diese, genau wie Lady Chalfont, vergiftet wurde. Das führt dazu, dass sich Susan in Eliots Angelegenheiten einmischt, denn sie will verhindern, dass er wie Alan Conway endet – dieser wurde ermordet, weil er enthüllende Fakten mit Fiktion vermischt hat. Doch ihre Einmischung hat wieder einen hohen Preis ...

Auch in “Mord zur Teestunde” taucht man tief in den historischen Kriminalroman ein, den die Susan lektoriert: Atticus Pünd reist nach Südfrankreich, um die aristokratischen Chalfonts unter die Lupe zu nehmen – Lady Chalfont hat ihn auf ihr Ferienanwesen eingeladen, da sie seine Hilfe in einer delikaten Angelegenheit braucht. Doch als er dort ankommt, muss er erfahren, dass sie kürzlich verstorben ist. Der Witwer, die (Stief)Kinder, die Schwiegertochter, der Schwiegersohn sowie der Enkel, unter denen es natürlich viele Unstimmigkeiten gibt, verhalten sich höchst merkwürdig - was ist hier los?

Die Handlung auf beiden Ebenen ist ein klassischer Whodunit im Stil von Agatha Christie. Die raffinierte Romanhandlung, mit der sich Susan in der Gegenwart befasst, spiegelt die gesellschaftlichen Gegebenheiten der 1950er Jahre in Europa wieder. Die Rahmenhandlung mit Susan dreht sich um die verschachtelten Geheimnisse, die hinter dem neusten Atticus Pünd Band stecken. Das ausgeklügelte Spiel mit Zeit- und Metaebenen, die sich alle paar Kapitel abwechseln, ist immer wieder ein Vergnügen!!!

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Ein Apartmentgebäude, viele Geheimnisse und ein Geist

The Morrisey Mysteries 1. Ein Mord in 3B
1

“Ein Mord in 3B” ist der Auftakt der “The Morrisey Mysteries-Reihe": Cozy Crime, nachbarschaftliche Verwicklungen und eine vorwitzige Geistin!

Als Meg nach beruflichen Misserfolgen ins charmante, etwas ...

“Ein Mord in 3B” ist der Auftakt der “The Morrisey Mysteries-Reihe": Cozy Crime, nachbarschaftliche Verwicklungen und eine vorwitzige Geistin!

Als Meg nach beruflichen Misserfolgen ins charmante, etwas exzentrische Morrisey-Apartmenthaus in Seattles Innenstadt zurückkehrt, hofft sie auf Ruhe und Frieden. Und insgeheim ein bisschen auf ein neues Kapitel mit Laurie – einem liebenswerten, gutaussehenden Bewohner, den sie seit Kindheitstagen kennt. Stattdessen gibt es einen sehr mysteriösen Mordfall, viele Geheimnisse sowie turbulente Ermittlungen. Die Tatsache, dass Meg Geister sehen, hören und mit ihnen sprechen kann ist da natürlich hilfreich.

Der lebendige, humorvolle Erzählstil, die skurrilen, süßen Charaktere, ihr Zusammenspiel, die kleine, aber feine Romanze und die ereignisreichen Ermittlungen machen richtig Spaß!

Die Erkenntnisse, die sich nach und nach ergeben, der packende Handlungsverlauf, die Found Family-Elemente sowie Megs Eigenarten sind wirklich toll gestaltet, auch wenn mir ihre Unsicherheiten manchmal ein bisschen zu viel Raum einnahmen.

Es war ein Vergnügen Meg bei ihren spannenden Nachforschungen zu begleiten und die Dynamik zwischen den toll gezeichneten Figuren zu erleben! “Ein Mord in 3B” ist ein charmantes, unterhaltsames Cosy-Crime-Rätsel!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Unbedingt lesen!!!

Knochenkälte
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“Knochenkälte” ist David Hunters siebter Fall. Man kann die Bücher der David Hunter-Reihe allerdings unabhängig voneinander lesen!

Dr. David Hunter, forensischer Anthropologe und Polizeiberater, ist ...

“Knochenkälte” ist David Hunters siebter Fall. Man kann die Bücher der David Hunter-Reihe allerdings unabhängig voneinander lesen!

Dr. David Hunter, forensischer Anthropologe und Polizeiberater, ist auf dem Weg zu einem Einsatz. Doch Dunkelheit, stürmischer Wind sowie Eisregen machen ihm zu schaffen und seine Lage wird aufgrund verschiedener Faktoren immer schlimmer …

Nach einigen verstörenden Begegnungen in dem abgeschiedenen Dorf Edendale in den Cumbrian Mountains, kommt David schließlich in einem sehr speziellen Hotel unter – es ist ja nur für eine Nacht. Nur das es das eben nicht ist, denn das Unwetter hat Edendale vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Doch schlimmer geht immer: David findet ein Skelett in den Wurzeln einer aus der aufgeweichten Erde gerissen Fichte. Zudem haben es ein paar Männer von Anfang an auf darauf abgesehen, ihm das Leben schwer zu machen. Die Provinzler scheinen kultivierte Großstädter grundsätzlich zu verachten und haben es nötig andere zu schikanieren, um sich stark zu fühlen.

Wie soll er das Skelett unter diesen Umständen bergen, untersuchen, identifizieren? Bedeutet sein Fund, dass es in dem Dorf einen Mörder/eine Mörderin gibt? Bringt sich er mit seiner Suche nach Antworten in Gefahr? Gibt es auch Verbündete? Wie lange dauert es, bis ein Post- oder Lieferfahrzeug versucht Edendale zu erreichen, und die unpassierbare Straße meldet? Bis Hilfe ankommt?

Nachdem sich der Fund des Skelettes herumgesprochen hat, überschlagen sich die Ereignisse, David findet sich einem Labyrinth aus alten Feindschaften, Geheimnissen sowie Lügen wieder und es wird immer bedrohlicher, nicht nur für David …

Die unheilvollen Vorboten gleich zu Beginn des Buches sind herrlich düster atmosphärisch! David hat eine schlechte Entscheidung getroffen, weil ihn ein Brief, der lange rätselhaft bleibt, aus dem Konzept gebracht hat. Daraufhin folgt eine Abwärtsspirale, die es in sich hat. Simon Beckett hat es wirklich drauf, seinen Protagonisten leiden zu lassen – Davids Pechsträhne in Form von Naturgewalten, gemein gefährlichen Hinterwäldern, der Entdeckung von menschlichen Überresten und Umständen, die immer widriger werden, wird eindrücklich geschildert, sodass ich gar nicht anders konnte, als mit ihm zu leiden!

“Knochenkälte” ist ein typischer Simon Beckett Thriller – hier stimmt einfach alles: Der atmosphärische, lebendige Erzählstil lässt die packende, ereignisreiche, rätselhafte Handlung wie einen Film vor dem inneren Auge ablaufen, die Charaktere sind großartig gezeichnet, außergewöhnlich sowie authentisch zugleich, die forensischen Elemente sind interessant gestaltet und Wendungen sorgen für anhaltende Spannung!

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