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Veröffentlicht am 06.12.2025

Ein Buch, das nachwirkt

Dem Horizont so nah
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Ich habe hin und her überlegt, ob ich überhaupt eine Rezension zu diesem autobiografischen Roman schreiben möchte. Denn ich finde, schon alleine aus Respekt steht dieses Buch außerhalb jeder Kritik. Aus ...

Ich habe hin und her überlegt, ob ich überhaupt eine Rezension zu diesem autobiografischen Roman schreiben möchte. Denn ich finde, schon alleine aus Respekt steht dieses Buch außerhalb jeder Kritik. Aus Respekt vor der Autorin und ihrem großen Verlust, aus Respekt vor Danny und seinem schonungslos harten Schicksal.
Aber als ich merkte, wie tief mich dieses Buch berührt hat, wusste ich, ich muss einfach darüber schreiben.

Jessica ist 17, als sie den zwei Jahre älteren Danijel, kurz: Danny, kennenlernt. Zuerst glaubt sie, Danny sei ein oberflächlicher, arroganter Schönling, doch schon bald hat er sie in seinen Bann gezogen, und schließlich lernen sie sich immer besser kennen. Jessie erkennt, dass Danny ein integrer und fürsorglicher Mensch ist. Ein Mensch, der als Kind leider viel zu schnell erwachsen werden musste. Der als Kind ausgeliefert war und seither traumatisiert ist. Dem sein gesunder Ehrgeiz, seine Ehrlichkeit und seine Besonnenheit auf lange Sicht nichts nützen. Denn sein Schicksal ist besiegelt. Besiegelt von dem Menschen, dem Danny als Kind eigentlich hätte vertrauen können dürfen und müssen...

Am besten haben mir die Kennenlernkapitel und das Herauskristallisieren der wahren Person Danny, die Beschreibung von Jessies Gefühlen, als Danny in den USA war (z. B. wie „nicht komplett“ Jessie sich fühlte, und dass einfach „nichts mehr richtig“ war, konnte ich sehr gut nachempfinden) und ca. das letzte Viertel des Buches gefallen. Was für ein tragisch-schönes Gedicht, das Danny Jessie schreibt!

Großes Lob auch an das Lektorat (auch wenn für meinen Geschmack Danny etwas zu oft „leise in sich hinein lachte“).

Zuerst habe ich gedacht, warum hat die Autorin sich so gequält und alles nochmals in einem Buch niedergeschrieben. Aber natürlich nimmst Du jede Gelegenheit, die Dir bei der Verarbeitung helfen könnte, wahr. Und wie schön ist es, dass Jessie Danny mit diesem Buch hat weiterleben lassen. Nicht nur in ihren eigenen Gedanken, in denen er sicherlich immer weiterleben wird, sondern auch in der Fantasie ihrer Leser. Ich habe Danny richtig in mein Herz geschlossen. Und ich werde dieses Buch nie mehr vergessen. Es hat trotz all der Bestürzung und Traurigkeit, die ich beim Lesen empfand, irgendwie auch eine Art Zuversicht und Vertrauensgefühl transportiert (auch wenn am Ende nicht alles wie geplant gelaufen ist). Es war schön, dass Danny schließlich doch noch so viel Liebe erfahren konnte und erkennen durfte, dass Liebe so stark sein kann, dass ein Mensch sich auf seinem letzten Weg nicht alleine fühlt.

Danke, Jessie!

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Neues Jahr, neues Glück

Mistelzweigtanz
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“Mistelzweigtanz“ ist eine Kurzgeschichte über die Sekretärin Nina Honstedt, 28 Jahre alt, die in der Vorweihnachtszeit erfahren muss, dass ihr Freund, der gleichzeitig ihr Chef ist, sie betrügt und darüber ...

“Mistelzweigtanz“ ist eine Kurzgeschichte über die Sekretärin Nina Honstedt, 28 Jahre alt, die in der Vorweihnachtszeit erfahren muss, dass ihr Freund, der gleichzeitig ihr Chef ist, sie betrügt und darüber hinaus auch noch ihren Arbeitsplatz anderweitig vergeben hat. Ohne Job fährt Nina Hals über Kopf über Weihnachten zu ihrer Patentante Elvira. Die lebensfrohe Tante lässt Nina Kraft für einen Neuanfang sammeln.

Ich bin von Anfang an in der Geschichte drin gewesen. Es ist alles - im positiven Sinne - derart bildhaft und geordnet erzählt, dass man nur so durch die Geschichte gleitet, was mir sehr gefallen hat.

Die Autorin schafft es immer wieder, die romantischsten Stellen beeindruckend unkitschig darzustellen. Die Figuren sind lebhaft ausgearbeitet, und auch das Städtchen Hattingen kann man sich bildlich vorstellen (so man es nicht eh schon aus der Realität kennt ).

In der Inhaltsangabe zum Buch steht: „Wie jedes Jahr dreht sich bei Elvira alles um die Frage: Wird sie zum legendären Mistelzweigtanz eingeladen – und von wem?“ Ich habe es nicht so empfunden, dass dies ein Hauptthema ist, und ich finde die Beschreibung deshalb nicht passend.

Ich bin von dem Buch insgesamt positiv überrascht ob der schönen Sprache (und weil ich eigentlich Kurzgeschichten nicht so gerne mag) und vergebe 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Kulturclash vom Feinsten

Macho Man
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Daniel, Single aus Köln im besten Alter, lernt im Urlaub in Antalya Aylin kennen, die als Animateurin in seinem Hotel arbeitet. Als Daniel, der sich selbst nicht gerade als sehr männlich wahrnimmt, Aylin ...

Daniel, Single aus Köln im besten Alter, lernt im Urlaub in Antalya Aylin kennen, die als Animateurin in seinem Hotel arbeitet. Als Daniel, der sich selbst nicht gerade als sehr männlich wahrnimmt, Aylin näher kommt und sich herausstellt, dass diese ebenfalls eigentlich in Köln lebt, kann er sein Glück kaum fassen. Doch mit seinem Glück kommen weitere Fragen: Was werden Aylins Eltern von ihm halten? Werden sie einen Deutschen in ihrer türkischen Familie akzeptieren? Und vor allem: Muss er männlicher werden?

Von Anfang an hat mich der Humor des Autors gefangen genommen. Die Geschichte ist darüber hinaus so authentisch erzählt, dass man mitfiebert und unbedingt wissen will, ob es Daniel gelingt, ohne allzu große Patzer Fuß in der türkischen Familie seiner Angebeteten zu fassen. Der Kulturclash ist einfach herrlich pointiert erzählt. Die Warmherzigkeit, mit der die Geschichte vom Ich-Erzähler Daniel - ohne Anflüge von Selbstmitleid - wiedergegeben wird, steht nicht in Widerspruch dazu und tut dem keinen Abbruch - im Gegenteil.

Ich habe viel geschmunzelt und mitgefühlt und vergebe daher gute vier Sterne.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Durchdachte Geschichte mit viel Herz

Winterzauber in Manhattan
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Die Engländerin Hayley erfährt durch Zufall von dem heimlichen Wunsch ihrer Tochter Angel, ihren Vater, mit dem Hayley vor zehn Jahren in New York City eine kurze Affäre hatte, kennenzulernen, und beschließt, ...

Die Engländerin Hayley erfährt durch Zufall von dem heimlichen Wunsch ihrer Tochter Angel, ihren Vater, mit dem Hayley vor zehn Jahren in New York City eine kurze Affäre hatte, kennenzulernen, und beschließt, mit Angel nach New York City zu fliegen, um ihrem in Manhattan lebenden Bruder Dean über Weihnachten einen Besuch abzustatten und bei dieser Gelegenheit nach Angels Vater zu suchen. Leider hat Hayley keinerlei Kontaktdaten von ihm, und so gestaltet sich die Suche schwieriger als gedacht. Als sie auch noch unerwartet Deans Chef Oliver über den Weg läuft, wird ihr einmal mehr klar, dass dieser Urlaub anders verlaufen wird als geplant…

Das Cover ist einfach bezaubernd und kommt erst richtig in der Printversion zur Geltung, da die weiße Titelschrift und der in rot gehaltene Autorenname mit weiß-silbernem Glitzerstaub bedeckt sind, was wirklich sehr schön wirkt.

Ich empfand den Schreibstil als sehr angenehm, und die Figuren sind sehr lebendig ausgearbeitet. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, als seien Hayley und Angel mir vertraut. Die Szenen laufen wie Filmszenen vor dem inneren Auge ab. Auch wird die Atmosphäre Manhattans sehr gut transportiert.

Hayley fand ich sympathisch, Angel meistens. Überhaupt erinnere ich mich an keine unsympathische Person in dem Buch (Andrew, den ich nicht als Hauptfigur wahrgenommen habe, mal außen vor gelassen). Trotzdem hat jede Person ihren eigenen Charakter, weswegen ich diesen Umstand nicht als negativ empfand.

Was ich schade fand ist, dass das Lektorat ein paar Fehler (weggelassene Silben/Artikel, einmal sogar eine Namensverwechslung) übersehen hat. Es sind zum Glück nicht viele, aber auch ein inhaltlicher Fehler bezüglich des Tischzauberers und seiner Erwähnung im Epilog ist mir aufgefallen.

Die Geschichte ist aber durchdacht und herzlich erzählt, auch wenn ich den Umstand, dass Hayley bei ihrem Arbeitgeber Majestic Cleaning nun gerade als erste Kundin Olivers Mutter zugeteilt bekommt, fast schon als zu großen Zufall empfand. Andererseits: Die größten Zufälle schreibt das Leben selbst.

Insgesamt vergebe ich gute 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Interessante Ergänzung zum ersten Band

Edward - Auf den ersten Blick (Bella und Edward)
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Diese Kurzgeschichte zum ersten Band der Biss-Reihe hat mich positiv überrascht. Sehr interessant und nachvollziehbar wird der Anfang der Geschichte aus Edwards Sicht erzählt. Man kann sich wirklich besser ...

Diese Kurzgeschichte zum ersten Band der Biss-Reihe hat mich positiv überrascht. Sehr interessant und nachvollziehbar wird der Anfang der Geschichte aus Edwards Sicht erzählt. Man kann sich wirklich besser in Edward hineinversetzen nach dem Lesen der Geschichte und möchte eigentlich nur ungern das Buch beenden.

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