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Lynn253

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2026

Absolut magisch!

Tale of Sun and Night (Tale of Sun and Night 1)
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Ich bin absolut begeistert von Magdalena Gammels Tale of Sun and Night. Die Welt, die sie hier erschaffen hat, ist stellenweise komplex, aber unglaublich faszinierend – und vor allem sehr originell. Träume ...

Ich bin absolut begeistert von Magdalena Gammels Tale of Sun and Night. Die Welt, die sie hier erschaffen hat, ist stellenweise komplex, aber unglaublich faszinierend – und vor allem sehr originell. Träume und Traumstaub spielen eine zentrale Rolle und Magie wird von Traumwebern in Form von Mandalas gewirkt. Dieses zunächst recht komplexe System wird nach und nach verständlich erklärt, ohne den Lesefluss zu stören. Die Hintergründe und Erklärungen haben sich für mich immer gut in den Handlungsfluss eingefügt.
Neben bekannten magischen Kreaturen wie Phönix oder Nachtmahr begegnet man auch ganz neuen Wesen. Beispielsweise gibt es Nugen, die als außergewöhnlich robuste Reittiere dienen. Auch die im Buch enthaltene Landkarte ist sehr schön gestaltet und für mich tatsächlich notwendig gewesen, um den Überblick zu behalten – gerade zu Beginn haben mich die vielen Ortsnamen etwas verwirrt.

Die Handlung war durchgehend spannend, mit mehreren überraschenden Wendungen. Besonders gefallen haben mir außerdem Sprache und Erzählstil. Für mich war es eine sehr gelungene Mischung aus bildhafter, stellenweise fast poetischer Sprache und der zugleich sarkastischen Perspektive der Protagonistin Lio.
Lio ist eine vielschichtige und eindrucksvolle Figur: mutig, zäh, hat Furchtbares erlebt und lässt sich nie unterkriegen. Ich fand gerade ihren inneren Konflikt – die Suche nach Freiheit, und Heimat; das Verarbeiten ihrer traumatischen Vergangenheit – sehr eindrücklich dargestellt.

Auch die Nebenfiguren sind unterschiedlich, lebendig und überzeugend ausgearbeitet.
Hervorheben möchte ich außerdem die Darstellung der Beziehung zwischen Lio und Izan. Am Anfang wirkt er ziemlich undurchschaubar und ich habe ihn nicht ganz einschätzen können. Im Laufe der Geschichte habe ich ihn dann aber als jemanden wahrgenommen, der Lio auf Augenhöhe begegnet, der ihre Stärke respektiert, von ihrem Kampfgeist beeindruckt ist, sie unterstützt und darin bestärkt ihre Kämpfe selbst auszutragen. Seine Einfühlsamkeit im Umgang mit ihren Traumata, seine Offenheit gegenüber seinen Gefühlen sowie seine Weigerung, Macht oder Manipulation auszunutzen, haben ihn für mich zu einer ungewöhnlich wohltuenden männlichen Hauptfigur gemacht.

Fazit: Ich bin absolut begeistert von Worldbuilding, Schreibstil und Charakteren und sehr gespannt auf den nächsten Band der Reihe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2025

Feinfühlig erzählt

Was vor uns liegt
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Alba de Céspedes Roman "Was vor uns liegt" besticht mit einem feinfühligen wie präzisen Gruppenporträt von acht Studentinnen am Grimaldi Konvent im Rom der 1930er Jahre. Der Roman ist erstmals 1938 erschienen, ...

Alba de Céspedes Roman "Was vor uns liegt" besticht mit einem feinfühligen wie präzisen Gruppenporträt von acht Studentinnen am Grimaldi Konvent im Rom der 1930er Jahre. Der Roman ist erstmals 1938 erschienen, dennoch sind die meisten Themen nach wie vor aktuell. Es geht um das Abwägen von Freiheit, Stabilität und Erwartungen. Um den Zugang zu Bildung und um Selbstbestimmung als Frau. Um den Druck von Familie und Gesellschaft, in eine bestimmte Rolle zu passen. Und die Herausforderung zwischen all dem einen eigenen Weg zu finden.

Mit lauter verschieden Charakteren stellt Alba des Céspedes eine ganze Reihe unterschiedlicher Hintergründe, Persönlichkeiten und Lebensentwürfe nebeneinander. Für mich lebt der Roman gerade von diesen kontrastierenden Sichtweisen. Diese beschreibt die Autorin sehr gekonnt, einfühlsam und differenziert. Ich hatte durchweg das Gefühl, dass die Figuren mit ihren komplexen Empfindungen und Entscheidungen dargestellt wurden, ohne zu werten oder gar zu verurteilen. Das habe ich als sehr positiv empfunden.

Insgesamt habe ich mich als Leser eher als Beobachter gefühlt, als mitten im Geschehen zu stecken. Dadurch habe ich nicht unbedingt mitgefiebert, wie bei einer Abenteuergeschichte. Aber ich habe doch mit jedem einzelnen Schicksal mitgefühlt. Auch regt diese besondere Betrachtungsweise für mich zum Nachdenken an.

Die Sprache war für mich eher ungewohnt, teilweise sperrig und mit langen Sätzen oder Einschüben in Klammern. Andererseits hat dies meiner Ansicht nach auch dazu beigetragen, dem Roman einen sehr eigenen Ton verliehen; und hat gut zu der beschreibenden Erzählweise gepasst.

Erzählt wurde überwiegend, aber nicht vollständig, linear. Ab und zu wurden Episoden aus der Vergangenheit eingeschoben, die zum Verständnis der Gegenwart notwendig waren und gekonnt in den Erzählfluss integriert wurden.

Der Roman lebt natürlich auf von der Gegenüberstellung so verschiedener Lebensentwürfe. Trotzdem fand ich es, gerade am Anfang, nicht immer leicht den unterschiedlichen Charakteren zu folgen und alle Namen direkt zuzuordnen. Hier hätte mir ein Personenregister womöglich geholfen, gerade wenn man den Roman zwischendurch eine Weile aus der Hand legt.

Insgesamt ein feinfühlig erzählter Roman, der eine Reihe von noch wie vor aktuellen Themen aufgreift.

Veröffentlicht am 09.11.2025

Spannend und emotional

Heir of Illusion
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Ich bin hellauf begeistert von Madeline Taylors "Heir of Illusion". Die Geschichte spielt in einer faszinierenden Welt, verfügt über einen tollen Spannungsbogen und abwechslungsreiche Charaktere. 

Zunächst ...

Ich bin hellauf begeistert von Madeline Taylors "Heir of Illusion". Die Geschichte spielt in einer faszinierenden Welt, verfügt über einen tollen Spannungsbogen und abwechslungsreiche Charaktere. 

Zunächst einmal beinhaltet die Fantasy-Welt für mich über alles, was eine solche braucht. Es gibt verschiedene Reiche, unterschiedliche Gottheiten, begabte Fae und eindrucksvolle Magie. Gleichzeitig gibt es einige neue Elemente. Die Götter, beispielsweise, sind nicht ganz so, wie man sie sonst kennt. Beispielsweise haben sie Erben, was mir so noch nicht so gegent ist.

Und auch das Magiesystem beinhaltet spannende Elemente. Die Protagonistin, Ivy, kann sich beispielsweise unsichtbar machen oder ein Abbild ihrer selbst erzeugen. Insgesamt erhielt die Welt für mich genau die richtige Menge an Details, um spannend, aber nicht überwältigend zu wirken.

Der Schreibstil war für mich flüssig und angenehm zu lesen, und das Verhältnis zwischen Beschreibung und wörtlicher Rede erschien mir ausgewogen. Mir hat auch sehr gut gefallen, wie Szenen gestaltet wurden. Ich konnte mir sowohl die Welt und Umgebung gut vorstellen, wie auch die Emotionen von Ivy. Verzweiflung, Hoffnung, Schuldgefühle und das vorsichtige Mut-fassen waren sehr einfühlsam geschildert. Überhaupt war Ivy ein faszinierender Charakter voller Gegensätze - stark und verletzlich, offen und geheimnisvoll, hart und doch mitfühlend.

Die Handlung war abwechslungsreich und durchweg spannend - inklusive einiger Plot-Twists.

Und auch das Cover passt für mich auch gut zum Roman - ansprechend gestaltet, geheimnisvoll und mit einem geheimnisumwobenen Schwert.

Insgesamt war "Heir of Illusion" für mich ein beeindruckender Fantasy-Roman mit einer spannenden Welt und starken Figuren.

Veröffentlicht am 06.09.2025

Bewegende Familiengeschichte

Das Flüstern der Marsch
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Was für eine bewegende Geschichte! Ich wollte eigentlich nur kurz reinlesen und habe am Ende fast das gesamte Buch am Stück gelesen.

Kurz zum Inhalt: Mona reist kurz vor dem 80. Geburtstag ihres Opas ...

Was für eine bewegende Geschichte! Ich wollte eigentlich nur kurz reinlesen und habe am Ende fast das gesamte Buch am Stück gelesen.

Kurz zum Inhalt: Mona reist kurz vor dem 80. Geburtstag ihres Opas in der Marsch. Doch als sie ankommt, ist ihre Oma Annemie einfach weg. Keine Spur von ihr, die Familie sucht, die Polizei such - nichts. Zurückgelassen hat sich all ihre Sachen und jede Menge unbeantworteter Fragen. In einem zweiten Erzählstrang, etwa 30 Jahre vorher, macht sich Freya in Hamburg auf die Suche nach ihrem Bruder, der ebenfalls plötzlich verschwunden ist. Und im dritten Erzählstrang lernt man schließlich noch einmal 30 Jahre früher die junge Annemie kennen, die einem beengten Zuhause in der Marsch aufwächst.

Es ist eine Geschichte über Familien und Familiengeheimnisse, über das Mutter-Sein, das Tochter-Sein, das Selbst-Sein. Es werden verschiedene Themen aufgegriffen, die teilweise ziemlich heftig sind - dysfunktionale Familiendynamik, Misshandlung, Vernachlässigung, Entmündigung, Sexismus und Suizid. Mich hat das beim Lesen mitgenommen, und ich bin nicht sicher, ob eine Triggerwarnung nicht angebracht wäre.
Erzählt wird aus der Sicht mehrerer sehr unterschiedliche Charaktere, zu unterschiedlichen Zeiten: 1964/5, 1994/5, 2024. Die Frauen stehen an ganz unterschiedlichen Punkten im Leben, trotzdem spiegeln sich ihre Sorgen teils über Generationen hinweg. Anschaulich gemacht wird auch, wie sich das Verständnis von Familie und Erziehung im Laufe der Zeit entwickelt hat. Vor allem die Erziehung, die Annemie erlebt; die traumatischen Erlebnisse als junge Erwachsene und der daraus resultierende Umgang mit ihren eigenen Kindern war teilweise schwer zu ertragen. Trotzdem - und auch gerade deshalb - war es für mich eine sehr bewegende Geschichte. Nicht immer schwarz-weiß, sondern aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Vor allem Emotionen wurden für mich sehr schön rübergebracht, und mit einem besonderen Erzählstil anschaulich beschrieben. Zudem fand ich auch die Beschreibung der Marsch gelungen, die Besonderheit diese Landschaftsstrichs wird eindrücklich eingefangen im Einklang mit der Geschichte dargestellt.

Außerdem bleibt die Geschichte spannend. Die Frage nach Annemies Verschwinden beantwortet sich erst ganz zum Schluss. Zusätzlich ist man als Leser stets dabei, die unterschiedlichen Figuren und Handlungsstränge einzuordnen und in Relation zueinander zu setzten.
Am Anfang des Romans habe ich mich zunächst mit etwas vielen Charakteren auf einmal konfrontiert gefühlt und konnte sie nicht so ganz einordnen. Es gibt keine Einweisung in die Beobachtungsposition des Lesers, man wird direkt ins Geschehen geworfen. Nach erster Verwirrung hat das Rätseln dann aber definitiv für mich zum Spannungsbogen beigetragen.

Auch das Cover passt für mich wunderbar zum Buch - ruhig, nachdenklich, ein bisschen melancholisch, ein bisschen poetisch.

Insgesamt für mich eine sehr berührende Geschichte!

Veröffentlicht am 16.08.2025

Fesselnde Geschichte mit toller Charakterentwicklung

Heir of Storms
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Das Cover von "Heir of Storms" mit wirbelnden Wellen und zuckenden Blitzen verspricht eine spannende, magische Geschichte - und ich wurde nicht enttäuscht. Es handelt sich um eine fesselnde Geschichte ...

Das Cover von "Heir of Storms" mit wirbelnden Wellen und zuckenden Blitzen verspricht eine spannende, magische Geschichte - und ich wurde nicht enttäuscht. Es handelt sich um eine fesselnde Geschichte mit überraschenden Wendungen und lebhaften Charakteren. Ein magisches Turnier findet statt, bei dem es um den Kampf um die Kronen des Reiches geht. Gleichzeitig geht es in der Geschichte auch um den Aufbau von Freundschaften, komplizierte Familienverhältnisse und den Umgang mit Widersachern und anderen Hindernissen. Das Ganze findet in einer faszinierenden, detailreich beschriebenen Welt statt. Es gibt verschiedene Völker mit komplexer Geschichte, prunkvolle Höfe, komplizierte Herrschaftsgefüge und ausgeklügelte Bräuche. Auch das Magiesystem war spannend und gut erklärt. Beim Orientieren innerhalb der Geografie der Geschichte fand ich auch die Karte im Innern des Buches hilfreich.

Auch der Schreibstil war für mich sehr gelungen. Szenen wurden gekonnt aufgebaut, Situationen und Orte konnte ich mir gut vorstellen. Gleichzeitig wurde spannend erzählt und auch Emotionen gut vermittelt. Vor allem die Innenwelt von Protagonistin Blaze war sehr nahbar geschildert. Mit außergewöhnlichen magischen Fähigkeiten ausgestattet hat sie bei ihrer Geburt ein verhängnisvolles Unwetter heraufbeschworen, das viele Menschen ihr Leben kostete. Seitdem scheinen ihre Kräfte versiegt zu sein. Trotzdem wird sie als Unheilbringerin ausgegrenzt, gefürchtet und verachtet. Diese traumatischen Erfahrungen wurden greifbar, wie auch die Trauer um und Liebe zu ihrer verstorbenen Mutter. Auch ihre Selbstvorwürde und der Hader mit den Umständen ihrer Geburt wurden sehr gut veranschaulicht. Zudem macht Blaze eine spannende Charakterentwicklung durch. Es war sehr schön zu sehen, wie sie ihre eigene Stärke findet und an Selbstvertrauen gewinnt.

Zusätzlich zu Blaze gibt es auch sehr sympathische Nebencharaktere, beispielsweise Blazes Großmutter, ihren Zwilling oder ihren kleinen Bruder, wie auch die Königin Hydra.

Insgesamt eine fesselnde Geschichte mit tollen Charakteren!