Profilbild von strickleserl

strickleserl

Lesejury Star
offline

strickleserl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit strickleserl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Echtheitsprüfung

Entdeckungen in der Einsamkeit
0

Mein Leben als Christ – ist das etwas Echtes, Lebendiges oder eher eine einmal getroffene Entscheidung, die wenig mit meinem alltäglichen Leben zu tun hat?

Um solche Fragen geht es in diesem wertvollen ...

Mein Leben als Christ – ist das etwas Echtes, Lebendiges oder eher eine einmal getroffene Entscheidung, die wenig mit meinem alltäglichen Leben zu tun hat?

Um solche Fragen geht es in diesem wertvollen Buch von Peter Strauch, Theologe, ehemaliger Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden und Liederdichter.

Erstmals 1982 erschienen, schreibt Peter Strauch in diesem Buch über seine Erfahrungen in einer tiefen seelischen und gesundheitlichen Krise. Als nichts mehr geht, zieht er sich in die Einsamkeit der holländischen Küste zurück, um sein Leben in der Gegenwart Gottes zu überdenken.

Inzwischen sind 45 Jahre vergangen, doch seine Gedanken sind noch immer aktuell. Neben den ursprünglichen dreizehn Kapiteln, die seine Überlegungen in dieser herausfordernden Zeit beschreiben, ergänzt der inzwischen 83jährige in sieben weiteren Abschnitten Erkenntnisse aus seinem langen Leben als Christ. Am Ende jeden Kapitels bieten Reflexionsfragen, passende Bibelstellen oder Denkanstöße die Möglichkeit, das Gelesene auf das eigene Leben anzuwenden.

Im Zentrum der Überlegungen steht die Echtheit der Gottesbeziehung. Die Gedanken des Autors sind klug und gut reflektiert. Als Leser fühle ich mich ermutigt, in der Tiefe über meinen eigenen Glauben nachzudenken.

Besonders wertvoll ist der ehrliche Blick des Autors auf eigene Fehler und Schwächen, die er konkret benennt. Er beschreibt, wie er teilweise innerlich mit dem, was Gott ihm in der Stille sagt, ringt, und erzählt auch von Entscheidungen, die ihm helfen, zukünftig einen besseren Weg einzuschlagen. Dabei stützt er sich auf Worte und Geschichten der Bibel und zitiert geistliche Vorbilder. Das alles fordert beim Lesen heraus eigene Schritte zu gehen.

Fazit: Dieses persönlich geschriebene Buch ist eine wertvolle Hilfe, um über das eigene Glaubensleben nachzudenken und Gott besser kennenzulernen. Es ist besonders empfehlenswert für Leiter, engagierte Christen und Menschen, die sich nach mehr Tiefe und Echtheit in ihrem Glaubensleben sehnen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2026

Nah am Herzen des Vaters

Immanuel: Immer bei dir
0

Was für einen Unterschied würde es machen, wenn Christen wirklich in dem Bewusstsein leben könnten, dass Gott bei ihnen ist – immer, an jedem Tag und in jeder Sekunde. Und dass das etwas Gutes, etwas Schönes ...

Was für einen Unterschied würde es machen, wenn Christen wirklich in dem Bewusstsein leben könnten, dass Gott bei ihnen ist – immer, an jedem Tag und in jeder Sekunde. Und dass das etwas Gutes, etwas Schönes ist.

Der Titel dieses Buches kommt aus dem Hebräischen. Immanuel bedeutet „Gott ist mit uns“ und weist auf den menschgewordenen Gott hin, auf Jesus. Das feiern wir besonders an Weihnachten, doch was bedeutet das im Alltag? Spüre ich auch am Montag, dass Gott mir nah ist – oder nur sonntags in der Kirche?

Die anglikanische Priesterin und Seelsorgerin Summer Joy Gross zeigt in diesem Buch, wie dieses Kopfwissen ins Herz rutschen kann. Sie stellt fest, dass Wunden aus der frühesten Kindheit uns daran hindern können, der Liebe Gottes zu vertrauen. Unsere ersten Bindungserfahrungen – also wie unsere Bezugspersonen auf unsere Bedürfnisse reagiert haben – prägen unser Bild von Beziehungen. Ein Mangel aus diesen frühen Jahren wird, so die Autorin, häufig auf Gott projiziert. Dadurch fällt es vielen schwer, ihn als guten, zuverlässigen Vater wahrzunehmen.

Gross beschreibt die Bindungstheorie in verständlicher Sprache und greift dabei auf Erkenntnisse der Neurowissenschaft zurück. Besonders ermutigend ist ihre Betonung der Neuroplastizität: Das Gehirn kann sich immer wieder verändern. Fehlende Erfahrungen von Sicherheit und Geborgenheit können nachgeholt und im Gehirn neu verankert werden.

Es wärmt das Herz, zu lesen, wie viel Gott an uns liegt und wie sehr er sich nach Beziehung mit uns sehnt. Die Autorin versteht es gut, das Bild eines wunderbar liebenden Vaters vor Augen zu malen.

Im zweiten Teil nennt sie praktische Übungen, die diesen Vorgang unterstützen. Diese kontemplativen Praktiken, wie Stille, Gebet, Bibellesen und Buße, sind keine neumodischen Erfindungen, sondern haben eine lange Geschichte in der Christenheit. Die Erklärungen der Autorin zeigen, wie wohltuend diese Praktiken sein können. So schreibt sie beispielsweise: „Buße ist Gottes Einladung, sich losbinden zu lassen und ungehindert im Licht zu leben.“ Es geht nicht um den Zwang, etwas Bestimmtes praktizieren zu müssen, sondern um das Aufblühen in einer liebevollen und vertrauensvollen Beziehung zu Gott.

Der Schreibstil dieses Buches ist wohltuend, stets verständnisvoll und niemals verurteilend. Hilfreich ist, dass die Autorin viele eigene Beispiele für das Gesagte nennt – ob es um traumatische Erfahrungen oder um das liebevolle Werben Gottes um ihr Herz geht. Immer wieder lädt sie ihre Leser ein, innezuhalten und mit Gott ins Gespräch zu kommen.

Fazit: Dieses Buch ist eine liebevolle Einladung, sich nah an Gottes Herz zu schmiegen und die eigene Gottesbeziehung zu vertiefen. Theologisch fundiert und zugleich warm und persönlich geschrieben, ist es ein Werk zum Immer-wieder-Lesen – für alle, die Gottes Nähe nicht nur wissen, sondern tief erfahren möchten.

Veröffentlicht am 30.12.2025

Zum Schmökern und vom eigenen Oldtimer Träumen

Deutsche Autolegenden
0

Weltweit genießen deutsche Automobile einen herausragenden Ruf – Marken wie Mercedes-Benz, BMW oder Porsche stehen für Technik, Design und Luxus. Doch wie begann diese Erfolgsgeschichte? Welche Ideen, ...

Weltweit genießen deutsche Automobile einen herausragenden Ruf – Marken wie Mercedes-Benz, BMW oder Porsche stehen für Technik, Design und Luxus. Doch wie begann diese Erfolgsgeschichte? Welche Ideen, Menschen und Modelle prägten den Weg von den ersten offenen Automobilen bis zu den durchdesignten Luxusschlitten moderner Jahre? Und gab es neben Ikonen auch Irrwege und Flops?

Dieses hochwertig gestaltete Buch beantwortet genau diese Fragen und zeichnet die Entwicklung des deutschen Automobils vielschichtig nach. Es zeigt nicht nur einzelne Fahrzeuge, sondern stellt Zusammenhänge her – zwischen verschiedenen Modellen, technischen Konzepten und Designlinien ebenso wie zwischen Automobilbau und gesellschaftlichen Veränderungen. Autogeschichte wird hier konsequent in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext eingeordnet.

In neun Kapiteln werden zahlreiche Modelle vorgestellt, angereichert mit Daten wie Produktionsjahren, Stückzahlen und Leistungswerten. Dazu kommen die Namen der maßgeblichen Erfinder, Entwickler und Designer, die den Fahrzeugen ihre unverwechselbare Form und Technik verliehen. Besonders gelungen sind die vielen Anekdoten, die den Autos Charakter verleihen und die Technikgeschichte lebendig machen.

Bild und Text ergänzen sich dabei optimal. Großformatige, hochwertige Fotografien wechseln sich mit historischen Konstruktionszeichnungen, Aufnahmen aus Fertigungshallen und zeitgenössischen Werbeplakaten ab. Gerade die Zeichnungen der Modelle sind oft beeindruckend – nicht selten sogar aussagekräftiger als die Fotos – und machen den Wandel von der Handzeichnung hin zur modernen PC-Simulation anschaulich nachvollziehbar.

Auch technisch Interessierte kommen auf ihre Kosten: Die Texte gehen auf Details der Fahrzeuge ein, erklären konstruktive Herausforderungen und zeigen, wie sich Entwicklungsprozesse und Designmethoden im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.
Bei dem Band handelt es sich um eine überarbeitete Neuauflage, die den historischen Bogen bis etwa 2010 spannt und durch einzelne Ergänzungen aus späteren Jahren sinnvoll erweitert wurde.

Fazit: Das perfekte Buch für Autoliebhaber. Besonders empfehlenswert für alle, die sich für Oldtimer, Designgeschichte und deutsche Autos interessieren.

Veröffentlicht am 19.12.2025

Ein glückliches Fest

Der Schimmer von Weihnachten
0

Addy ist in einem vornehmen, palastähnlichen Haus groß geworden. Der eindrucksvolle Christbaum wurde von Floristen geschmückt, die Gerichte von Bediensteten zubereitet. Nun hat sie einen eigenen Haushalt, ...

Addy ist in einem vornehmen, palastähnlichen Haus groß geworden. Der eindrucksvolle Christbaum wurde von Floristen geschmückt, die Gerichte von Bediensteten zubereitet. Nun hat sie einen eigenen Haushalt, und aus Liebe hat sie ihr Wohlstandsleben aufgegeben. Sie möchte sich als tüchtige Ehefrau erweisen, doch sie hat noch nie selbst gekocht oder geputzt.

Eines Tages findet sie einen verwahrlost wirkenden achtjährigen Jungen in der Nähe ihres Hauses. Da es an diesem Novembertag eisig kalt ist, lädt sie ihn ins Haus ein, damit er sich aufwärmen kann. Aus einem Waisenhaus weggerannt, ist er auf der Suche nach seiner dreijährigen Schwester. Jack behauptet außerdem, dass sein Vater lebt und versprochen hat, zu Weihnachten heimzukommen. Ob das stimmt? Addy und ihr Ehemann versuchen dem kleinen Jungen zu helfen, seine Familie zu finden.

Dieser stimmungsvolle Roman spielt im Jahr 1901. Wichtige Themen sind Standesunterschiede, die Rolle der Frau und der christliche Glaube. Das Buch ist in vier Abschnitte eingeteilt, die den vier Adventskerzen folgen und unter den Themen Hoffnung, Liebe, Freude und Frieden stehen.

Es macht Spaß, dieses spannende Buch zu lesen. Die Charaktere sind sehr sympathisch. Besonders gut gefällt mir die liebevolle und weise Köchin, die Addy eine wertvolle Stütze ist. Die Adventsstimmung wird gut wiedergegeben. Wertvoll sind die Gedanken über den Sinn von Weihnachten und die Dankbarkeit für die Menschwerdung Jesu. Auch schwierige Themen werden angesprochen, wie zum Beispiel unerhörte Gebete oder finanzielle Sorgen. Die Antworten sind durchdacht und hilfreich.

Fazit: Eine wunderschöne Erzählung für die Weihnachtszeit, die tiefgründige Fragen anspricht und eine spannende Geschichte über den Wert liebevoller Familienbeziehungen erzählt. Sehr empfehlenswert – vor allem für Leserinnen von gefühlvollen historischen Erzählungen!

Veröffentlicht am 09.12.2025

Heimatlos wegen des Glaubens

Ausgewiesen
0

Sofia ist eine junge Frau, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Schweden aufwächst. Sie liebt Gott und möchte ihn persönlich kennenlernen. Neben den offiziellen Predigten in der lutherischen Kirche gibt es ...

Sofia ist eine junge Frau, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Schweden aufwächst. Sie liebt Gott und möchte ihn persönlich kennenlernen. Neben den offiziellen Predigten in der lutherischen Kirche gibt es zu dieser Zeit mutige Straßenprediger, die Schriften verteilen und von einem Glauben sprechen, der sich allein auf die Bibel gründet. Ihre Worte lassen Sofia nicht mehr los. Schließlich vertraut sie ihr Leben Jesus an und beginnt, heimlich an ihren Treffen teilzunehmen. Dort begegnet sie Fredrik Nilsson, der später ihr Ehemann wird.

Dieser Mann bewegt sich am Rande der Illegalität, denn er gehört nicht zur Staatskirche, doch er will Gott mehr gehorchen als den Menschen. In Schweden gibt es zu dieser Zeit nur auf dem Papier Religionsfreiheit. In der Praxis werden Christen, die sich nicht an die lutherische Landeskirche halten, verspottet und verfolgt.

Dieser historische Roman erzählt Fredrik Nilssons Lebensgeschichte aus der Perspektive seiner Frau Sofia. Nach einem kurzen Einblick in ihre Kindheit und Jugend liegt der Schwerpunkt auf ihren Erfahrungen in den geheimen Zusammenkünften und auf ihrem Anteil an der Gründung der ersten baptistischen Gemeinde Schwedens. Gerade dieser Blick einer Ehefrau und Mutter macht die Geschichte besonders eindrücklich.

Beeindruckend ist, wie gut die Lebensverhältnisse in dieser längst vergangenen Zeit wiedergegeben werden. Der Schmutz in den ärmeren Wohnsiedlungen, das kirchliche Leben, die Sitten und Bräuche, die Redeweise – und das alles eingebettet in eine fesselnde Geschichte. Die Figuren sind sehr gut beschrieben, sie wirken lebensnah und sympathisch. Umso erstaunlicher ist es, sich immer wieder bewusst zu machen, dass es sich um reale historische Ereignisse handelt.

Anfangs fällt es etwas schwer, in die Handlung hineinzukommen, doch schon bald zieht die Geschichte einen in ihren Bann. Lediglich im letzten Teil nimmt die Spannung ein wenig ab, da hier historische Abläufe stärker im Vordergrund stehen als die Gedanken und Gefühle von Sofia und ihren Kameraden. Trotzdem ist diese Lektüre sehr lesenswert.

Beim Lesen staune ich, wie aktuell das Beschriebene ist. Denn heute erleben Menschen in vielen Ländern eine ähnliche Verfolgung wie damals Sofia und Fredrik. Sie müssen sich genauso im Verborgenen treffen, werden von Familie und Nachbarn ausgegrenzt oder gar verfolgt und müssen besondere Vorkehrungen treffen, wenn sie sich taufen lassen wollen. Gerade deshalb wirkt dieser Roman erschreckend aktuell.

Fazit: Eine eindringliche und berührende Erzählung über die Anfänge der baptistischen Bewegung in Schweden und über Menschen, die bereit waren, für ihre Glaubensüberzeugung Heimat, Sicherheit und Ansehen aufzugeben. Sehr empfehlenswert für alle, die sich für Biografien, Kirchengeschichte und Glaubensfragen interessieren.