sehr bewegend
Für immerAuch 10 Jahre nach der Tat von Rupperswil erinnere ich mich noch sehr gut an die damalige Berichterstattung, auch in den deutschen Medien, und an das Entsetzen und Grauen, das ich beim Lesen empfand. Mein ...
Auch 10 Jahre nach der Tat von Rupperswil erinnere ich mich noch sehr gut an die damalige Berichterstattung, auch in den deutschen Medien, und an das Entsetzen und Grauen, das ich beim Lesen empfand. Mein tiefstes Mitgefühl gilt den Angehörigen wie Herrn Metger, der mit „Für immer“ ein sehr bewegendes Buch geschrieben hat. Aus Respekt vor den Opfern spart Metger Details der Tat aus und gibt auch dem Täter nicht mehr Raum als unbedingt nötig, denn „Für immer“ ist den Menschen gewidmet, die er durch den Vierfachmord verloren hat: Seine Lebensgefährtin, seine beiden Ziehsöhne und die Freundin des älteren Ziehsohnes. Indem er die Erinnerung an sie lebendig hält, sorgt er dafür, dass sie niemals in Vergessenheit geraten. Darüber hinaus beschreibt Metger, wie er selbst den Tattag, die folgenden Wochen und Monate erlebt hat. Da er und seine frühere Familie zunächst selbst in Visier der Ermittler geraten sind, schildert er zudem, welch emotionaler Belastung auch diejenigen ausgesetzt sind, die unverschuldet unter Tatverdacht geraten. Nicht auszudenken, wie man damit umgehen sollte, wenn der Täter nicht gefasst worden wäre. Metgers Erfahrungen zeigen, dass die Angehörigen und Opfer von Gewaltverbrechen mit den physischen und psychischen Folgen oft alleingelassen werden und sich Polizei und Justiz auch in der Schweiz in erster Linie auf den bzw. die Täter fokussieren.
Mich hat dieses Buch sehr berührt, und ich wünsche Herrn Metger und allen Angehörigen weiterhin viel Kraft.