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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

Beschaulich und kriminell

Der Tag, an dem Barbara starb
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Worum geht es in dem Buch?

Die Ich-Erzählerin Margaret Winterbottom ist 89 Jahre alt und lebt in einem kleinen nordenglischen Dorf. Sie ist Witwe. Eines Tages ist ihre Nachbarin und Freundin Barbara tot. ...

Worum geht es in dem Buch?

Die Ich-Erzählerin Margaret Winterbottom ist 89 Jahre alt und lebt in einem kleinen nordenglischen Dorf. Sie ist Witwe. Eines Tages ist ihre Nachbarin und Freundin Barbara tot. Sie ist offenbar gewaltsam zu Tode gekommen. Die Polizei ermittelt.

Margaret und ihr Enkel James stellen ihre eigenen Nachforschungen an. Barbara erzählte Margaret noch etwas Wichtiges und Margaret versucht sich zu erinnern, was es war. Es könnte für die Lösung des Falls sehr wichtig sein.
Verdächtige sind einige Leute. Michael Cavanagh, der Fensterputzer, beispielsweise. Oder auch Jean, eine andere Nachbarin. Auf einmal wird James verhaftet.


Meine Meinung zu diesem Buch:

Margaret Winterbottom beschreibt die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Immer wieder spricht sie dabei mit Albert, ihrem verstorbenen Mann. Sie hat mit einer beginnenden Demenz zu kämpfen. Die gesundheitlichen Probleme Margarets und Erinnerungen bestimmen meistens die Handlung. Viele Ereignisse beschreibt sie detailliert – für mich schon zu ausführlich. Das macht das Buch oft langweilig, auch wenn ich Margaret sympathisch fand.

Die Krimihandlung geht nur schleppend vorwärts. Auch wenn das charakteristisch für einen „cosy“ Krimi ist, hätte man die Handlung interessanter gestalten können.

Der Schluss wird auf einmal rasant und spannend – und mit dieser Auflösung hatte ich nicht gerechnet.

Ich vergebe 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Zu viele Ich-Erzähler

Donnerstags im Café unter den Kirschbäumen
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Worum geht es in dem Buch?
Dieses Buch spielt zum größten Teil in Japan und erzählt die Geschichten vieler Leute aus der Ich-Perspektive.
Die Ich-Erzählerin Wataru ist verheiratet mit Teruya. Sie haben ...

Worum geht es in dem Buch?
Dieses Buch spielt zum größten Teil in Japan und erzählt die Geschichten vieler Leute aus der Ich-Perspektive.
Die Ich-Erzählerin Wataru ist verheiratet mit Teruya. Sie haben einen Sohn, namens Takumi. Wataru arbeitet im Café Marble. Eine der Damen, die das Café besuchen, ist Kakao-San. Das ist nicht der wirkliche Name von ihr, aber die Ich-Erzählerin nennt sie so. Kakao-San schreibt sehr gerne Briefe.
Eine weitere Ich-Erzählerin ist Yasuko. Sie ist Kindergärtnerin. Wichtig in dem Kindergarten, wo sie arbeitet, ist, dass man seine Nägel nicht lackiert, denn das könnte die Kinder stören.
Yasukos beste Freundin ist Risa. Ihre Freundschaft wurde getrübt, als Yasuko sich in einen verheirateten Mann verliebte. Erst als Yasuko sich bei Risa entschuldigte, konnten sich die beiden wieder versöhnen.
Risa heiratet Hiroyaki. Yasuko ist eingeladen. Eine Woche später fliegen Risa und Hiroyuki nach Sydney in Australien, um dort ihre Flitterwochen zu vollbringen.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Zur Zeit gibt es einige Bücher über japanische Frauen, die in Buchhandlungen oder Cafés arbeiten. Was mich an diesem Buch stört, sind nicht die japanischen Namen, sondern, dass viele der Personen aus der Ich-Perspektive erzählen, ohne dass das in den Kapitelüberschriften näher bezeichnet wird.
Dadurch kam ich beim Lesen oft durcheinander, bis ich nach einigen Seiten endlich erfuhr, wer da eigentlich erzählte. Das nervte mich.
Fazit: Eigentlich sind die Geschichten im Café eine gute Buchidee, aber durch die vielen Ich-Erzähler nicht optimal umgesetzt. Von mir gibt es drei Sterne.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Nicht ganz mein Fall

Das glückliche Leben
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Worum geht es in dem Buch?
Eric hat bei Décathlon, einer großen Firma, gearbeitet. Er war dort sehr erfolgreich und wird jetzt von seiner ehemaligen Schulkameradin Amélie abgeworben. Sie ist von seinen ...

Worum geht es in dem Buch?
Eric hat bei Décathlon, einer großen Firma, gearbeitet. Er war dort sehr erfolgreich und wird jetzt von seiner ehemaligen Schulkameradin Amélie abgeworben. Sie ist von seinen Fähigkeiten überzeugt. Für Kunden in Südkorea hat er eine Präsentation ausgearbeitet und soll diese in Seoul vorstellen.
Dort gerät er in eine Firma, die Beerdigungen simuliert. Fasziniert ist er und liegt eine Weile in einem Sarg. Dort hat er sehr starke Empfindungen, er scheint den Tod zu spüren und überlegt sich, was er in seinem Leben besser machen kann.
Seinen Job verliert er und reist zurück nach Paris. Er will sich von jetzt an mehr um die Leute kümmern, die ihm wichtig sind. Seine Mutter beispielsweise und seinen Sohn Hugo. Weiterhin gründet er ein Unternehmen, das Beerdigungen simuliert. Lycoris heißt es und beginnt, erfolgreich zu werden. Menschen sehen diese Behandlungen als Therapie.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit erzählt. Es enthält viel indirekte Rede, dadurch lässt sich das Buch nicht flüssig lesen. Das gefällt mir nicht besonders gut, ich würde mehr direkte Rede begrüßen. Der Erzählstil wirkt auf mich teilweise hölzern, fast so, als ob man einen Bericht schreibt.
Ebenfalls wirken die Personen auf mich sehr distanziert. Ich vermisse mehr Herzlichkeit in dem Roman. Zu den Personen kann ich als Leserin keine Nähe aufbauen.
Ich lese einiges darüber, wie man ein gut funktionierendes Unternehmen aufbaut – die richtige Idee zur richtigen Zeit hat. Das reicht mir aber nicht für einen guten Roman. Letztendlich konnte mich das Buch nicht mitreißen. Ich vergebe drei Sterne.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Ein leichter Sommerroman

Noch fünfzig Sommer mehr
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Worum geht es in dem Buch?
Eleni ist glücklich verheiratet mit Théo. Die beiden verstehen sich, die beiden sind ein Herz und eine Seele. Eleni ist gerührt, als Théo ihr ein Kaninchen mitbringt, dass sie ...

Worum geht es in dem Buch?
Eleni ist glücklich verheiratet mit Théo. Die beiden verstehen sich, die beiden sind ein Herz und eine Seele. Eleni ist gerührt, als Théo ihr ein Kaninchen mitbringt, dass sie Annemone nennt.
Doch das Glück ist jäh zu Ende, als Théo stirbt. Eleni ist untröstlich. Sie zieht sich zurück in das Haus ihrer Großeltern in der Bretagne. Sie schottet sich ab. Nur Annemone leistet ihr Gesellschaft.
Doch jemand stellt ihr Pflanzen vor die Haustüre. Briefe sind dabei – Eleni ist erfreut, berührt, aber sie will auch wissen, von wem die Briefe kommen. Jemand scheint zu wissen, wie traurig sie ist ohne Théo. Vielleicht Pierre, ihr ehemaliger Jugendfreund, der jetzt als Tierarzt praktiziert?

Meine Meinung zu diesem Buch:
Das Buch ist in der Vergangenheit aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) verfasst. Der Schreibstil ist sehr einfach – manchmal wie ein Kinderbuch. Das Buch liest sich schnell. Es gibt zwei Handlungsstränge, einmal die Gegenwart und immer wieder werden Ereignisse aus Elenis Vergangenheit erzählt.
Die Geschichte kann mich jedoch nicht ganz berühren – ebenfalls nicht die Figuren. Eleni, Pierre und Théo sind sympathisch. Théo war mein Lieblingscharakter in dem Buch, schade, dass er so schnell weg ist.
Die Botschaft des Buches ist, wie man wieder Lebensfreude bekommen kann, nachdem man einen ganz harten Verlust erleben musste. Das ist nett erzählt, aber mir fehlt mehr Tiefe.
Ich vergebe drei Sterne.


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Veröffentlicht am 09.08.2025

Ein Roman, der viel Geduld verlangt

Als wir im Schnee Blumen pflückten
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Worum geht es in dem Buch?
Die Volksgruppe der Samen lebt in Schweden. In dieser Geschichte geht es um ein samisches Ehepaar, um Mariddja. Ihr dementer Mann heißt Biera.
Mariddja und Biera konnten keine ...

Worum geht es in dem Buch?
Die Volksgruppe der Samen lebt in Schweden. In dieser Geschichte geht es um ein samisches Ehepaar, um Mariddja. Ihr dementer Mann heißt Biera.
Mariddja und Biera konnten keine eigenen Kinder bekommen. So war ihr Neffe Kaj, der einige Zeit bei ihnen lebte, wie ein Sohn für das Paar.
Als Mariddja die Nachricht bekommt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist, hat sie zwei Wünsche: erstens, dass Biera nicht davon erfährt, und zweitens, dass sie Kaj noch einmal sehen kann.
Währenddessen versucht Viveca vom Sozialdienst, Mariddja und Biera in einem Heim unterzubringen. Sie weiß Bescheid über Mariddjas Krankheit.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Die Samen erzählen gerne, damit sie durch ihre Geschichten in Erinnerung bleiben. Das ist ein guter Gedanke. Als Leser ist man allerdings oft durch die vielen fremdländisch klingenden Namen herausgefordert. Dasselbe gilt für einige Wörter in samischer Sprache, die auch nicht übersetzt werden – zum Beispiel Háldin, Lavvu, Dalarna-Malerei.
Es gibt zwei Handlungsstränge aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler). Die Handlung selbst ist nicht spannend, sie ist ruhig erzählt, man muss als Leser schon viel Zeit haben. Irgendwann taucht in der Handlung Kaj auf, der mit seinem Bruder Gustav das Haus des Vaters sichten, der vor kurzem starb. Sie möchten wissen, welche Sachen sie wegwerfen und welche Sachen sie behalten werden. Die Mutter ist vor dem Vater gestorben, sie hat für die beiden Söhne Pakete gepackt mit den Dingen, die sie ihnen hinterlassen wollte.
Man liest das Buch, um zu wissen, ob Mariddja Kai wiedersehen kann. Bis dahin arbeitet sich der Leser durch viele ruhige Kapitel mit einigen ungewöhnlichen Vornamen und samischen Wörtern. Das ist mühsam.
Während einer längeren Bahnfahrt oder Busfahrt kann man das Buch lesen – sollte man es neben dem Alltag lesen, kann es schnell eintönig und langweilig werden. Ich vergebe drei Sterne.

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