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Veröffentlicht am 16.01.2026

Das Finale kündigt sich an …

Die Prinzen des Winters
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"Eisflimmern" schließt nahtlos an "Eisflammen" an. Die Gefährten verfolgen unbeirrt ihr Ziel. Während Lazar und Eyra den Eiskristall aus Tallesfeld holen wollen, kümmern sich Saul und Patricia um den Waldsmaragden. ...

"Eisflimmern" schließt nahtlos an "Eisflammen" an. Die Gefährten verfolgen unbeirrt ihr Ziel. Während Lazar und Eyra den Eiskristall aus Tallesfeld holen wollen, kümmern sich Saul und Patricia um den Waldsmaragden. Fayette und Noah sind bereits zusammen mit dem Königspaar und dem Feenstein auf dem Weg zur Quelle ...

K. T. Steen gelingt es auch im 4. Band ihrer Saga, die Lesenden mühelos in den Bann ihrer Erzählung zu ziehen. Die Bücher sollten in der chronologischen Reihenfolge gelesen werden.

Als ich den ersten Band der Eisfeuer-Saga las, ahnte ich nicht, was für eine Entwicklung diesem jungen Mädchen Eyra, der kleinen Taschendiebin bevorsteht. In „Eisflimmern“ wird ihre Aufgabe schwieriger als jemals zuvor. Ihr Weg führt sie in die Höhle der Löwin, nach Tallesfeld, dem Stützpunkt Lorelais. Vorher musste sie Emberis einen Schwur leisten, der sie, sollte ihr aktueller Plan scheitern, dazu zwingt, die Drachen aufzuwecken und in den Krieg gegen die Winterelfen zu führen. Diesen Kampf will sie unbedingt vermeiden. Auch ihre Gefährten Noah, Patricia, Saul und Fayette geraten auf ihren Missionen in größte Gefahren. Denn die Götter haben erfahren, was Eyra und ihre Familie planen. Sie setzen alles daran, die Zerstörung der Edelsteine zu verhindern. Werden die Gefährten das Ziel trotzdem rechtzeitig erreichen und so die nächste Schneezeremonie verhindern, die den Süden vollends unter ihren eisigen Massen erstarren ließe?

Autorin K. T. Steen verliert auch im vierten Band ihre Inspiration nicht. Mit ihrer gewohnt flüssigen und bilderreichen Sprache, befeuert sie einmal mehr mein Kopfkino und lässt mich mit Belgor und Eyra über die Eisebenen fliegen. Obwohl dieses Mal Gefühle und Romantik eine größere Rolle spielen, kommen die Spannung und der Fortgang der Geschichte zu keiner Zeit ins Hintertreffen. Es macht Spaß, die vertrauten Charaktere wiederzutreffen und ihre Weiterentwicklung mitzuerleben. Dabei haben mich gleich mehrere Protagonistinnen überrascht, positiv wie negativ. Wie schon in den ersten Bänden wird die Geschichte aus der Perspektive der drei weiblichen Hauptcharaktere erzählt. Das erleichtert es, sich in die Helden einzufühlen und mitzufiebern. Auch mein Liebling Theo spielt erneut eine wichtige Rolle. Gern würde ich mehr über ihn und seine Familie erfahren. Zunächst aber müssen die bösen Mächte bekämpft werden, was die Bündelung aller guten Kräfte erfordert. Verschiedene Gefahren wurden überstanden, aber ein ungutes Gefühl bleibt zurück. Was planen die bösen Götter? Ich hoffe auf ein gutes Ende, aber das ist noch die düstere Prophezeiung von Sephos, die nichts Gutes verheißt.

Es bleibt unverändert spannend. Der Showdown nähert sich – ich bin bereit!

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Was verbirgt der Wald?

Tannengrab - Karla Sommerfeld ermittelt
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In „Tannengrab“ sieht sich Ines Bucks engagierte Ermittlerin Karla mit einem bizarren Fund konfrontiert, der sich als neue Spur in einem Cold Case erweist. Obwohl sich die Ausgangslage als schwierig darstellt, ...

In „Tannengrab“ sieht sich Ines Bucks engagierte Ermittlerin Karla mit einem bizarren Fund konfrontiert, der sich als neue Spur in einem Cold Case erweist. Obwohl sich die Ausgangslage als schwierig darstellt, gelingt es der taffen Hauptkommissarin Sommerfeld und ihrem zunächst wenig motivierten Kollegen Meyer mehr als einen Mord aufzuklären. Der Fall hat mich schnell gefesselt und die Spannung hat bis zum Schluss gehalten.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Geburtstagsfeier von Karlas Mutter der Hauptkommissarin eine neue Ermittlung beschert? Während sie die Kaffeetafel vorbereitet, präsentiert ihr Mathilda, die Sechsjährige der Nachbarin, stolz den neuesten Fund aus dem Wald. Was die Kleine als Wildschweinknochen bezeichnet, entpuppt sich für Karla als menschliches Schlüsselbein ...

Ines Buck hat für ihren neuesten Fall ein spannendes Setting gewählt. Der Leser erlebt hautnah mit, wie sich der idyllische Waldkindergarten „Wurzelkinder“ mit Bachgeheimnis, Wichtelhain und Moosgarten in eine Stätte des Grauens verwandelt. Nicht nur die Eltern der Kinder sind alarmiert.

Karla Sommerfeld ermittelt in ihrem zweiten Fall in Birkenweiler. Gemeinsam mit dem Kollegen Henning Meyer versucht sie, den mysteriösen Knochenfund aufzuklären. Schnell wird klar, dass dieser Fall zumindest nichts mit dem ungelösten Verschwinden ihres Vaters zu tun hat, denn der gefundene Knochen gehört zu einem weiblichen Skelett. Es stürmt einiges auf Karla ein. Neben der kranken Mutter, die unaufhaltsam in ihrer Demenz versinkt, nun ein ungelöster Cold Case, der die Kommissarin stark an die eigene familiäre Tragödie erinnert. Karla ist eine fähige Polizistin, gut vernetzt und nervenstark. Ihr Verhältnis zum leicht schrulligen Kollegen Meyer verbessert sich während der Ermittlung weiter, sodass auch seine Stärken der Klärung des Falles zugutekommen. Die übrigen Charaktere sind ebenfalls glaubwürdig gezeichnet.

Neben ihren überzeugenden Protagonisten hat mir auch Ines Bucks Sprache gut gefallen. Flüssig und bildhaft hat sie mich in ihren Bann gezogen. Ob die Beschreibung des Waldes, der je nach Situation märchenhaft, idyllisch oder aber unheimlich bzw. angsteinflößend ist, oder die des abgelegenen Wohnorts des ersten Mordopfers, beides war absolut stimmig für mich.

Schließlich gelingt es den Kommissaren, den Fall logisch aufzuklären. Die beiden so verschiedenen Polizisten, sind zu einem fähigen Team gereift, das sich hervorragend ergänzt. Ich hatte zwar einen Verdacht bezüglich des möglichen Täters, doch was sich alles hinter diesem Verbrechen verbarg, darauf wäre ich nicht gekommen. Besonders gefallen haben mir Ines Bucks Beschreibungen, die teilweise unter die Haut gehen, die gut eingefangene Atmosphäre sowie das ausgewogene Verhältnis zwischen Ermittlung und Privatleben des Hauptcharakters. Nur das erste Opfer blieb leider etwas blass. Ihr Charakter und ihre Beweggründe hätten mich interessiert.

Den nächsten Fall der Polizeiwache Birkenweiler werde ich mir nicht entgehen lassen und ich freue mich schon auf die vierbeinige Verstärkung.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Wischmopp kontra Schraubenschlüssel

Der Tod wischt mit
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Die Kölnerin Tilly Blich hat sich gut im schwäbischen Untertannberg eingelebt und auch schon Freunde gefunden. Allerdings könnte ihre kleine Firma „Plitz und Blank“ besser laufen. Es fehlt an Aufträgen ...

Die Kölnerin Tilly Blich hat sich gut im schwäbischen Untertannberg eingelebt und auch schon Freunde gefunden. Allerdings könnte ihre kleine Firma „Plitz und Blank“ besser laufen. Es fehlt an Aufträgen und die angekündigte Steuerprüfung liegt Tilly schwer im Magen. Da kommt das Probe putzen in Leons Schule genau zur rechten Zeit. Sie ist wild entschlossen, so überzeugend zu putzen, dass sie den Auftrag einfach bekommen muss. Ein hervorragender Plan - nur die Leiche, die Tilly in der Turnhalle findet, stört gewaltig.

In „Der Tod wischt mit“ schickt Andreas Suchanek seine sympathische Putzfee Tilly Blich erneut auf Mördersuche. Auch Band 2 der Krimikomödie hat mich sehr gut unterhalten. Übrigens finden sich auch Leser ohne Kenntnis des ersten Falls mühelos zurecht.

Die zielstrebige Tilly Blich hat sich mit ihrem Schritt in die Selbstständigkeit einen Lebenstraum erfüllt. Jetzt möchte sie ihren noch kleinen Kundenstamm ausbauen und so ihr Geschäft absichern. Leichenfunde stören dabei nur. Einen weiteren Wettstreit mit Kriminalhauptkommissar Stubs möchte sie ebenfalls vermeiden. Anschaulich lässt uns der Autor miterleben, welche Widrigkeiten Tillys Schritt in die Selbstständigkeit begleiten. Sei es die Steuerprüfung, die ihr der letzte Fall eingebracht hat, die unerwarteten Mängel der übernommenen Firma oder die spärliche Kundschaft. Glücklicherweise gibt es auch Lichtblicke für sie, wie ihr loyales, sympathisches Team Gerdy und Leon, ihre beste Freundin Tony oder ihr Liebling Muffin, der knuffige, unerzogene Bassetwelpe. Ob ihr Schwarm, der „Hottie“ Sascha, auch dazu zählt, steht für Tilly noch nicht fest. Eine vermeintliche Rivalin kämpft jedenfalls mit harten Bandagen ...

Allen guten Vorsätzen zum Trotz findet Tilly sich erneut in einer Mordermittlung wieder - ganz ohne eigenes Zutun. Der Fall erweist sich als kniffelig, ein Motiv fehlt völlig und bald steht unsere Putzfee vor dem nächsten Opfer.

Der Autor schreibt flüssig und humorvoll, seine Charaktere sind glaubwürdig und bodenständig. Ich kann mir gut vorstellen, eine Kundin von "Plitz und Blank" zu sein oder ein Schwätzchen mit den Teammitgliedern zu halten.

Die Mordserie in Untertannberg wird dank Tilly und ihren Freunden restlos aufgeklärt. Kriminalhauptkommissar Stubs muss sich wieder geschlagen geben, was er den "Putzdetektiven" kleinlich nachträgt. Die Identität des Täters hat mich zwar dieses Mal trotz eifrigen Mitratens überrascht, ist aber schlüssig nachvollziehbar. Die schwäbische Provinz kann auf ihre taffe Neubürgerin stolz sein. Hoffentlich bleiben noch genügend Untertannberger am Leben. Schließlich stehen die Bürgermeisterwahlen unmittelbar bevor und "Plitz und Blank" benötigt weitere Kundschaft.

Andreas Suchanek und seine Tilly haben mich wieder so spannend unterhalten, dass ich auch beim nächsten Fall dabei sein werde. Schließlich möchte ich endlich wissen, welches große Geheimnis hinter dem Verschwinden von Tim Plitz steckt.

Abschließend noch eine Anmerkung: Ich schätze mich glücklich, dass in meiner schwäbischen Kleinstadt, Morde absoluten Seltenheitswert besitzen.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Sherlocks Meisterschülerin

Die Schülerin von Sherlock Holmes
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Laurie R. King erzählt vom Leben eines Sherlock Holmes, der, nachdem er die 50 überschritten hat, in die Sussex Downs gezogen ist und Bienen züchtet. Dort trifft er zufällig die 15-jährige Waise Mary Russell. ...

Laurie R. King erzählt vom Leben eines Sherlock Holmes, der, nachdem er die 50 überschritten hat, in die Sussex Downs gezogen ist und Bienen züchtet. Dort trifft er zufällig die 15-jährige Waise Mary Russell. Für beide eine Begegnung mit Folgen.

„Die Schülerin von Sherlock Holmes. Ein Fall für Mary Russell“ ist die erste gemeinsame Ermittlung für Detektiv und Lehrling. Ich war sehr gespannt auf den Auftakt der Serie, die im Original schon knapp 20 Bände umfasst. Laurie R. King hat mich nicht enttäuscht.

Die Hauptcharaktere profitieren voneinander. Holmes wird von Langeweile geplagt, was ihm schon immer schlecht bekommen ist. Die blitzgescheite Mary leidet unter der Vormundschaft einer geldgierigen Tante, die versucht, ihr Mündel zu beherrschen. Dafür schreckt sie auch vor Nahrungsentzug nicht zurück. Während sich Mrs. Hudson um Marys leibliches Wohl kümmert, fördert Sherlock ihren Intellekt. Bald stecken die beiden in Holmes Labor die Köpfe zusammen und führen gemeinsam Experimente durch. In der jungen Miss Russell erhält der Meisterdetektiv endlich jemanden, den er nie hatte: Eine Assistentin auf Augenhöhe. Die Autorin beschreibt diese Entwicklung so, dass sie für den Leser gut nachvollziehbar ist. Für manchen Geschmack vielleicht etwas zu ausführlich.

Schließlich lösen Holmes und Mary ihren ersten großen Fall. Gemeinsam gelingt es ihnen, die perfide Entführung eines Kindes aufzudecken. Bei der Rettung der Kleinen spielt Mary eine wichtige Rolle und agiert eigenständig. Leider kommt das Duo damit einem gefährlichen Gegner in die Quere, der in der Liga des toten Moriarty spielt.

Laurie R. King schreibt flüssig und versteht es, das passende Ambiente und die typische Atmosphäre der Welt von Sherlock Holmes zu schaffen. Es macht einfach Spaß, die gewohnten Charaktere, wie die herzensgute Mrs. Hudson, den hochintelligenten Mycroft oder den gutmütigen Dr. Watson wiederzutreffen. Mary Russell ist ein Charakter, der gut in das Sherlock-Universum passt und eine, dezent weibliche Note mitbringt.

Die Wortgeplänkel zwischen ihr und dem Detektiv haben mir gut gefallen. Die beiden Hauptfiguren harmonieren erstaunlich gut. Es ist faszinierend, Sherlock Holmes mit Marys Augen zu sehen. Der zu lösende Fall erweist sich als spannend und der Wettstreit mit einem tödlichen, skrupellosen Gegenspieler ließ mich zeitweise um die beiden bangen. Aber das Ermittlungsgeschick und die logische Kombinationsgabe von Sherlock und Mary zeigt sich der Herausforderung gewachsen.

Nur eine Kleinigkeit hat mich gestört. Bei ihrer Flucht vor dem anscheinend übermächtigen Gegner, kommen die Detektive nach Palästina. Marys religiöse Eindrücke während ihres Aufenthalts in Jerusalem werden ausführlich geschildert, obwohl sie für die Handlung keinerlei Bedeutung haben und Sherlock unverändert areligiös bleibt. Ist dieser unnötige Exkurs dem Theologiestudium der Autorin geschuldet? Ein spektakulärer Showdown ließ bei mir dagegen keine Wünsche offen. Der Krimi hat mich so gut unterhalten, dass ich auch Marys weitere Ermittlungen gemeinsam mit Sherlock verfolgen werde.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Wenn der Geistermönch kommt

Single Malt Mörder
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Abigail und Grant wollen ein Kuschelwochenende auf der abgelegenen Insel St. Galan’s verbringen. Der Besuch der dortigen Whiskydestillerie ihres Bekannten Neil soll den Ausflug krönen. Natürlich verläuft ...

Abigail und Grant wollen ein Kuschelwochenende auf der abgelegenen Insel St. Galan’s verbringen. Der Besuch der dortigen Whiskydestillerie ihres Bekannten Neil soll den Ausflug krönen. Natürlich verläuft der Kurztrip anders als geplant. Wikingerspiele, anonyme Briefe, ein Geistermönch und der jahrhundertealte Fluch auf dem Kloster der Insel sorgen für Aufregung und gipfeln in mehr als einem verdächtigen Todesfall.

Melinda Mullet lässt ihre Amateurdetektivin Abi Logan bereits in ihrem 6. Fall ermitteln. Unterstützt von Partner Grant und Terrier Liam läuft sie erneut zur Hochform auf und löst auch diesen spannenden Fall. Der Krimi kann gut ohne Kenntnis seiner Vorgänger gelesen werden, wer die Reihenfolge einhält, hat aber mehr Lesespaß.

So hatte sich Grant das nicht vorgestellt. Zunächst muss er sich in ein winziges einmotoriges Flugzeug quetschen, das auf einer holprigen Landebahn aufsetzt, die gerade erst von Schafen befreit wurde. Dann stellt sich heraus, dass Abi Fotos für Neils Werbekampagne anfertigen soll. Also Arbeit statt Kuscheln. Während er noch grummelt, verschlimmert sich die Situation. Ein Gast der Whiskydestillerie wird mit einem echten Wikingerschwert ermordet. Charlie, der einzige Polizist vor Ort, scheint kompetent, aber unerfahren. Da die Besucher der Insel im Fokus der Ermittlungen stehen, fühlt sich Abi dazu verpflichtet, ihm ungebeten zu helfen. Wenig begeistert, aber loyal unterstützt Grant seine Freundin.

Leichen säumen ihren Weg. Diese Aussage trifft auf Abigail Logan zu. Während ihrer Zeit als Kriegsberichterstatterin und -fotografin war das ihr Arbeitsalltag. Aber auch seit sie in Schottland sesshaft geworden ist, scheint die sympathische Abi Mordopfer magnetisch anzuziehen. Doch dieses Mal steht ihr der Sinn eigentlich nicht nach dem Klären verdächtiger Todesfälle. Vielmehr plant sie ein sehr ernsthaftes Gespräch mit Grant zu führen, das ihre junge Beziehung beenden könnte.

Melinda Mullet hat dieses Mal ein spezielles Setting gewählt. Eine abgelegene schottische Insel mit gerade mal 67 Einwohnern, die zweimal die Woche von der Fähre angelaufen wird. Das Eiland verfügt über eine interessante Topografie mit schroffen Klippen, einem großen Vogelschutzgebiet, geheimnisvollen Höhlen und einer düsteren Klosterruine mit schlechtem Ruf. Viele der Einwohner lehnen Veränderungen ab und misstrauen Fremden. So ist es nur logisch, dass sie den Mord als eine Angelegenheit ihrer Besucher ansehen. Doch ist der Täter wirklich ein Außenstehender?

Die Autorin schreibt flüssig und ihre Beschreibung von Land und Leuten ist glaubwürdig. Die kleine Gruppe, die Neil für die Promotion seiner Whiskymarke eingeladen hat, ist ziemlich divers, und die Inselbewohner sind nicht alle so harmlos, wie sie sich präsentieren.

Der „Single Malt Mörder“ hat mich ähnlich gut unterhalten wie die früheren Fälle von Melinda Mullet. Die sympathische Abi kann sich auf ihren guten Instinkt als Ermittlerin eben verlassen. Leider agiert sie erneut nicht so vorsichtig, wie Grant und ich es gerne hätten. Letztlich wird der Fall aufgeklärt. Abis Anteil daran – mit Unterstützung von Grant und meinem Liebling Liam - ist beträchtlich. Motiv und Täter waren für mich größtenteils schlüssig, nur ein Aspekt hat mich nicht völlig überzeugt. Doch das hat meinen Lesespaß kaum gestört. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall aus Schottland und gebe diesem 4,5 von 5 Sternen.

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