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Veröffentlicht am 23.02.2026

Nicht perfekt im Tempo, dafür umso stärker im Worldbuilding!

Tale of Sun and Night (Tale of Sun and Night 1)
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"Tale of Sun and Night" entführt in eine Welt, in der Träume nicht nur Bilder im Kopf sind, sondern eine greifbare Macht und Präsenz besitzen. Im Mittelpunkt steht Lio, eine junge Frau, die unter schwierigen ...

"Tale of Sun and Night" entführt in eine Welt, in der Träume nicht nur Bilder im Kopf sind, sondern eine greifbare Macht und Präsenz besitzen. Im Mittelpunkt steht Lio, eine junge Frau, die unter schwierigen Umständen lebt und plötzlich in ein Geflecht aus Magie, Intrigen und verborgenen Wahrheiten gerät. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Die Geschichte lebt stark vom langsamen Entdecken dessen, was hinter allem steckt.

Der Einstieg fiel mir angenehm leicht. Man wird nicht mit Informationen überhäuft, sondern lernt die Welt Stück für Stück kennen. Gerade das Magiesystem rund um Träume und ihre Auswirkungen fand ich spannend angelegt und wunderbar ausgearbeitet. Es wirkt durchdacht und bietet viele Möglichkeiten für Konflikte, welche sowohl auf persönlicher, als auch auf gesellschaftlicher Ebene stattfinden. Die Welt wirkt in sich stimmig, mit klaren Regeln und spürbaren Machtstrukturen. Man merkt, dass hier mehr im Hintergrund existiert, als direkt auf den Seiten erklärt wird. Gleichzeitig bleibt genug Raum für weitere Enthüllungen in den Folgebänden.

Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, ohne sich jedoch in endlosen Beschreibungen zu verlieren. Besonders gelungen fand ich die atmosphärischen Szenen, in denen Träume und Realität miteinander verschwimmen. Hier entsteht eine fast schon greifbare Spannung. An anderen Stellen hätte ich mir jedoch etwas mehr Straffung gewünscht, da sich einzelne Passagen in ihrer Stimmung ähneln und das Tempo dadurch leicht gebremst wird.

Die Figuren sind interessant angelegt, vor allem die Protagonistin, die trotz widriger Umstände eine innere Stärke entwickelt, welche sich erst nach und nach zeigt. Ihre Entwicklung verläuft nicht sprunghaft, sondern nachvollziehbar und durch ihre Sanftheit durchaus authentisch. Auch die zwischenmenschliche Dynamik nimmt sich Zeit. Die Beziehungselemente stehen nicht permanent im Vordergrund, sondern fügen sich organisch in die Handlung ein, was ich als sehr passend und durchweg rund empfunden habe.

Insgesamt ist Tale of Sun and Night ein gelungener und atmosphärischer Reihenauftakt, der vor allem durch seine Grundidee und die dichte Stimmung überzeugt. Wer gern in neue Fantasywelten eintaucht, Geduld für langsam wachsende Entwicklungen mitbringt und Wert auf ein durchdachtes Magiekonzept legt, dürfte hier gut aufgehoben sein. Nach dem Cliffhanger am Schluss freue ich mich nun sehr auf die Fortsetzung!
4,5/5 Sterne

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  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.01.2026

Cozy Romance für die kalte Jahreszeit

Two steps away - London Hearts 2
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Eigentlich hat Pippa ihr Leben streng durchgetaktet. Planer, Check- und To-Do-Listen bestimmen ihren Alltag. Und sie ist mehr als nur erfolgreich damit! Bis eines Tages Pippas eigentlich sicherer Praktikumsplatz ...

Eigentlich hat Pippa ihr Leben streng durchgetaktet. Planer, Check- und To-Do-Listen bestimmen ihren Alltag. Und sie ist mehr als nur erfolgreich damit! Bis eines Tages Pippas eigentlich sicherer Praktikumsplatz bei einem Modelabel in der britischen Hauptstadt gar nicht mehr so sicher ist. Während sie darum kämpft, ihr Praktikum bei Pink Flow Fashion absolvieren zu dürfen, trifft sie ausgerechnet auf Ben - ihren ehemaligen besten Freund, der einst ausgerechnet dann aus Pippas Leben verschwand, als sie ihn am dringendsten benötigte...

"Two steps away" ist der zweite Band der London Hearts-Reihe rund um eine heimelige Mädels-WG in London. Ich kannte den ersten Band "One song apart" noch nicht und bin direkt mit Pippa in die Reihe gestartet, was allerdings überhaupt kein Problem war. Das Buch ist so konstruiert, dass Leser, welche die gesamte Reihe verfolgen, sich immer wieder über ein spannendes Wiedersehen mit alten Bekannten freuen können, während Leser, die hier nur einzelne Bände lesen möchten, keinerlei Verständnisprobleme haben sollten.

Dazu trägt sicherlich auch der angenehme Schreibstil der beiden Autorinnen bei, der ab und zu leider von Tipp- oder Rechtschreibfehlern geprägt ist. Valentina Fast und Lorena Schäfer schreiben gewitzt und locker aus zwei unterschiedlichen Erzählperspektiven, ohne dass es jemals an Authentizität mangelt. Ich persönlich mag es nicht allzu gerne, wenn Humor in Büchern erzwungen wirkt. Hier jedoch ergeben sich lustige, charmante Passagen praktisch ganz von alleine.

Und auch die Mädels aus der WG haben es mir leicht gemacht. Obwohl sich dieser Band hauptsächlich um die ambitionierte Pippa dreht, erhält man auch einen umfassenden Einblick in die Charaktere der anderen jungen Mitbewohnerinnen. Diese wirken wunderbar natürlich und echt, haben alle ihre Eigenheiten und erzeugen während des Lesens ein tolles, heimeliges Gefühl, das vor ehrlicher, ungezwungener Girlpower nur so strotzt. Trotz dessen wird hier keine völlig heile Welt präsentiert. "Two steps away" tastet sich auch vorsichtig an die Themen "Leistungsdruck" und "Erwartungshaltungen anderer" heran und ermöglicht tiefe Einblicke in Pippas Hintergründe.

Als nicht ganz so realistisch empfand ich leider den leichten Spice in diesem Buch. Einige Bücher kommen hervorragend ohne aus - und dieses Buch würde ich dazu zählen. Denn auch charismatische Begegnungen und spannende Schlagabtausche können für Schmetterlinge sorgen. Obwohl hier sehr zurückhaltend mit diesem Thema gearbeitet wurde, so hätte ich darauf gänzlich verzichten können. Einen wirklichen Mehrwert brachte es mir nicht.

Nichtsdestotrotz empfinde ich diese Lektüre als absolut empfehlenswert. Wer Lust auf einen kleinen Ausflug in das winterliche London sowie eine zarte Romance hat, welche nicht ausschließlich den Fokus auf die Lovestory legt, sondern abseits davon auch einfach gut unterhält, sollte sich diesen Band unbedingt näher ansehen.
4,5/5 Sterne

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 15.12.2025

Düstere, atmosphärische Fantasy mit einigen Längen und zahlreichen Highlights

The Second Death of Locke
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In einer Welt, in der Magie nur noch als Zusammenspiel zwischen zwei Menschen existiert, ist Grey Flynn eine sogenannte Quelle: Sie verleiht einem Magier Macht, bezahlt dafür jedoch mit ihrer eigenen Kraft. ...

In einer Welt, in der Magie nur noch als Zusammenspiel zwischen zwei Menschen existiert, ist Grey Flynn eine sogenannte Quelle: Sie verleiht einem Magier Macht, bezahlt dafür jedoch mit ihrer eigenen Kraft. Seit Jahren steht sie Kier zur Seite, ihrem Beschützer und Magier. Als politische Intrigen, der drohende Verlust der Magie und das Geheimnis um die Insel Locke ihre Welt ins Wanken bringen, muss Grey sich entscheiden, wie viel sie noch bereit ist zu opfern - und wer sie eigentlich ist.

Wer "The Second Death of Locke" das erste Mal in den Händen hält, wird sicherlich ebenso begeistert wie ich von der tollen Aufmachung dieses Romans sein: Das Buch begeistert nicht nur mit einem wundervollen Wendecover, sondern auch noch mit detailreichen Inlays sowie einem zauberhaften Farbschnitt.

Doch auch inhaltlich hat der Roman - welcher erfrischenderweise ein eigenständiges, in sich abgeschlossenes Werk ist - einiges zu bieten. Die Autorin entführt den Leser in eine atmosphärische, düstere Fantasywelt, welche von Kriegen und einem mittelalterlichem Flair geprägt ist und in der Magie kein Geschenk, sondern stets mit einem Opfer verbunden ist. Der Einstieg gestaltet sich dabei als eher zurückhaltend und erfordert ein wenig Geduld seitens des Lesers, da einige Details lediglich angedeutet, nicht aber sofort erklärt werden. In Zusammenspiel mit einem feinen, einzigartigem Schreibstil sowie einem innovativem und hervorragend eingebundenem Magiesystem entsteht dadurch jedoch eine dichte, beinahe schwere Stimmung, die hervorragend zur Geschichte passt und den Leser in den Bann zieht. Trotz einiger Längen und seichten Momente lohnt es sich hier definitiv, dranzubleiben!

Im Mittelpunkt von "The Second Death of Locke" steht Grey Flynn, eine Protagonistin, die durch ihre Zurückhaltung und innere Zerrissenheit überzeugt. Sie ist es gewohnt, ihre eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen und sich über ihre Funktion als Quelle zu definieren. Diese Selbstaufgabe wird an vielen Stellen deutlich, ist authentisch gezeichnet und wirkt teilweise fast schon schmerzhaft realistisch. Insgesamt wird Grey damit zu einer greifbaren und nahbaren Figur, welche im Zusammenspiel mit Kier eine entdramatisierte und realistische Beziehung zeichnet.

Wer Lust auf einen runden Fantasy-Einzelband mit einem gut ausgearbeiteten Magiesystem und Slow-Burn-Romance, die auch wirklich "slow" ist, hat, sollte sich dieses Buch unbedingt näher ansehen. Ich werde das nächste Buch der Autorin, welches im selben Universum spielt, mit Sicherheit auch lesen!
4,5/5 Sterne

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.11.2025

Düster, atmosphärisch und anders als erwartet

House of the Beast
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Als uneheliche Tochter wächst Alma in bescheidenen Verhältnissen gemeinsam mit ihrer Mutter auf. Als diese erkrankt, ist Alma gewillt, alles zu tun, um sie zu retten. Auf den Spuren ihrer Vergangenheit ...

Als uneheliche Tochter wächst Alma in bescheidenen Verhältnissen gemeinsam mit ihrer Mutter auf. Als diese erkrankt, ist Alma gewillt, alles zu tun, um sie zu retten. Auf den Spuren ihrer Vergangenheit geht die junge Frau schließlich einen grausamen Handel mit den Averas, einem der mächtigsten Adelshäuser des Landes, ein: Sie tauscht ihren Arm und ihre Freiheit gegen die Gesundheit ihrer Mutter - bis diese schließlich dennoch stirbt. Gefangen auf dem Anwesen der Averas dürstet es Alma, unterstützt von einem grausamen Gott, nach Rache...

Wer "House of the Beast" zum ersten Mal aufschlägt, wird sicherlich begeistert von der wundervollen Gestaltung dieses Buches sein. Schnell wird hier deutlich, dass die Autorin auch als Illustratorin arbeitet. Immer wieder begegnen dem Lesenden kleine, liebevoll ausgewählte Zeichnungen.

Aber dieser Fantasy-Roman bietet so viel mehr: Bereits auf den ersten Seiten wird der Leser von einer dichten, atmosphärischen Stimmung umarmt, taucht schnell in die düsteren Ecken dieses Buches ab. Die Reise in Almas Welt beginnt mit einem kleinen Vorgeschmack auf ihre Zukunft bei den Averas, bevor man schließlich Stück für Stück in eine recht komplexe, fein ausgearbeitete Welt eingeführt wird. Aufgrund besagter Komplexität habe ich ein wenig gebraucht, bis ich vollends in "House of the Beast" angekommen bin. Und auch während des Lesens stieß ich manchmal auf Passagen, die ein bisschen Geduld erforderten - Dranbleiben lohnt sich aber an dieser Stelle.
Denn Michelle Wong hat hier eine unheimlich spannende Protagonistin ausgearbeitet, welche durchweg authentische, intensive Einblicke in ihr Sein ermöglicht. Alma ist absolut nicht perfekt, und genau das macht sie aus: Sie ist real, glaubwürdig und echt. Ihr Schmerz ist völlig nachvollziehbar, ihre Handlungen basieren auf einem festen Fundament. Und obwohl man eine genretypische Romance erwartet, wird Almas Entwicklung hier keineswegs davon überschattet. Der Fokus liegt hier definitiv auf den Figuren und dem Worldbuilding.

Wer Lust auf vielschichtige Buchcharaktere hat und einer düsteren, dunklen Atmosphäre mit teils recht bildhaften Schilderungen nicht abgeneigt ist, sollte sich dieses Buch näher ansehen.
4,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Gute Young-Adult-Fantasy, die hier und da ein paar Seiten mehr hätte vertragen können

House of Ash and Shadow - Die goldene Stadt 1
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Bereits als Säugling wird Fallon mit einem schrecklichen Fluch belegt: Sie kann niemals angefasst werden, ohne dabei furchtbare Schmerzen zu erleiden. Während einige sich einen Spaß daraus machen, ihr ...

Bereits als Säugling wird Fallon mit einem schrecklichen Fluch belegt: Sie kann niemals angefasst werden, ohne dabei furchtbare Schmerzen zu erleiden. Während einige sich einen Spaß daraus machen, ihr Haar und ihre Arme zu berühren, leiden Fallons Liebsten mit ihr: Selbst ihr Vater kann ihr niemals eine einzige, kurze Umarmung schenken. Und doch bedeutet dieser alles für sie. Als er eines Tages erkrankt und in Lebensgefahr schwebt, riskiert Fallon alles, um ihn zu retten und trifft dabei nicht nur auf den Heiler Ariyon, sondern auf düstere Gehemnisse, die ihr gesamtes Leben verändern werden...

"House of Ash and Shadow" beginnt mit einer emotionalen Szenerie, die den Leser sofort eine Verbindung zur Protagonistin Fallon spüren lässt und kurz darauf verdeutlicht, was für eine starke, mutige Figur sie ist. Binnen der ersten wenigen Seiten des Buches bin ich ein großer Fan von ihr geworden - und es letztendlich auch geblieben. Immer wieder wird deutlich, mit welchen Qualen Fallon tagtäglich leben muss. Und doch scheint es immer auch einen Funken Hoffnung und Zuversicht in ihrem Leben zu geben.
Ich habe mich sehr gefreut, dass in Leia Stones neuestem Roman auch andere Charaktere nicht zu kurz kommen. Ich mag es sehr, wenn Fantasy sich nicht ausschließlich auf Magie und spannende Gefechte konzentriert, sondern die menschliche und emotionale Komponente nicht außen vor lässt. Genau hier sehe ich auch die Stärke dieses Buches. Um Fallon herum gibt es zahlreiche weitere Figuren, die allesamt nicht nur als bloße Requisiten fungieren, sondern individuelle Persönlichkeiten haben und so das große Ganze hier vervollständigen. Ich bin mir sicher, dass vor allem ein unscheinbarer Begleiter Lesern genauso sehr ans Herz wachsen wird, wie mir!

Abgesehen von der Figurenentwicklung überzeugt die Autorin durch eine schnelllebige, flotte Geschichte. Es wird nie lange um den heißen Brei herumgeredet, vielmehr wird hier schnell und direkt auf den Punkt gekommen. Dazu trägt unter anderem auch der angenehme Schreibstil Stones bei, der jugendlich-locker wirkt und lebhafte Einblicke aus der Perspektive Fallons gewährt. Nichtsdestotrotz finde ich, dass einige Szenen ruhig ein paar Seiten mehr hätten vertragen können. Gerade zum Ende hin hatte ich ab und an das Gefühl, fast ein wenig zu sehr durch die Seiten geflogen zu sein. Für die eher jüngere Zielgruppe ab 14 Jahren dürfte das so wohl aber passen - typisch Young-Adult-Fantasy eben.

Ich bin mir sicher, dass dieses Buch nicht das letzte sein wird, welches ich von der Autorin lesen werde. Ich mag es sehr, wie hier Magie, starke Charaktere und ein begrenztes, aber durchdachtes Worldbuilding komprimiert werden und empfehle diese Lektüre jedem, der Lust auf einige kurzweilige, flotte und packende Lesestunden hat.
4,5/5 Sterne

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