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Veröffentlicht am 11.03.2026

Sterbender Schwan

Verrat der Schwäne
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Kurze Zusammenfassung der Handlung



Verrat der Schwäne ist ein düsteres Retelling von Schwanensee und erzählt die Geschichte von Odile, die zwischen Magie, Intrigen und alten Versprechen gefangen ist. ...

Kurze Zusammenfassung der Handlung



Verrat der Schwäne ist ein düsteres Retelling von Schwanensee und erzählt die Geschichte von Odile, die zwischen Magie, Intrigen und alten Versprechen gefangen ist. Aufgewachsen unter der Kontrolle ihres manipulativen Stiefvaters, wird sie in eine Rolle gedrängt, die sie nie freiwillig gewählt hätte. Während sie versucht herauszufinden, wem sie trauen kann und wer sie selbst sein möchte, kreuzen sich ihre Wege immer wieder mit Marie, deren Vergangenheit eng mit ihrer eigenen verknüpft ist. Gemeinsam müssen sie sich alten Traumata, Verrat und der Wahrheit über sich selbst stellen.

Meine Rezension



Ich muss sagen, das war ein wirklich sehr schönes Schwanensee-Retelling. Ich bin komplett ohne Erwartungen an dieses Buch herangegangen und genau das war im Nachhinein sehr positiv, denn ich wurde mehr als begeistert überzeugt.

Das Cover hat mich zunächst etwas abgeschreckt, da ich es persönlich alles andere als schön finde. Da es für mich jedoch nie auf das Cover ankommt, sondern vor allem auf den Klappentext, habe ich mich trotzdem an das Buch gewagt. Außerdem mochte ich Schwanensee schon immer sehr gern, was meine Neugier zusätzlich geweckt hat.

Der Schreibstil war sehr angenehm. Besonders gefallen hat mir die Perspektive, aus der das Buch geschrieben ist, da man sich so sehr gut in Odile hineinversetzen und sie verstehen konnte. Hin und wieder bin ich allerdings über einige Namen gestolpert, bei denen ich mir gewünscht hätte, dass sie etwas einfacher gehalten wären.

Odile hat eine unglaubliche charakterliche Entwicklung durchgemacht. Sie zweifelte oft an sich selbst, wurde immer wieder in die Irre geführt und wusste lange Zeit nicht, wem sie trauen kann wer gut ist, wer böse und was sie selbst eigentlich sein möchte. Am Ende hat sie jedoch den Weg zu sich selbst gefunden und sich genau dem gestellt, was ihr am meisten Angst gemacht hat. Sie hat sich durchgesetzt und ist zu dem Menschen geworden, der sie immer sein wollte. Sie hat ihren eigenen Weg gefunden und ist ihn auch gegangen.

Marie ist ebenfalls eine sehr schöne Figur. Auch bei ihr erfahren wir viel über die Vergangenheit, ihre eigentlichen Wünsche und darüber, was sie im Leben wirklich braucht. Sie entwickelt sich charakterlich stark weiter: von einem kleinen Schwan in einer großen Welt zu einer jungen Frau, die sich traut, ihre Meinung zu sagen und für das einzustehen, was ihr wichtig ist.

Besonders schön fand ich die Verbindungen zwischen Odile und Marie. Man lernt ihre gemeinsame Vergangenheit kennen und versteht, warum sie zu den Menschen geworden sind, die sie heute sind. Auch dass sie sich einander öffnen, war sehr berührend. Die Einblicke in ihre jeweiligen Vergangenheiten die zunächst unabhängig voneinander wirken haben dazu geführt, dass man ein tiefes Verständnis für beide Figuren bekommt und auch dafür, warum sie sich einander annähern.

Odiles Stiefvater war mir von Anfang an unsympathisch. Ich hatte ständig das Gefühl, dass er Odile in eine Rolle zwingt, die sie eigentlich gar nicht einnehmen möchte. Gleichzeitig fühlt sie sich ihm gegenüber verpflichtet, da er sie und ihren Bruder angeblich aus einer schlimmen Situation gerettet hat. Die Entscheidungen und Entwicklungen rund um ihren „Vater“ fand ich jedoch sehr spannend und gut geschrieben so, dass man nicht sofort erahnen konnte, worauf alles hinausläuft.

Aimé war für mich anfangs eher ein nerviger Charakter. Er wirkte oft überheblich und anstrengend. Durch seine charakterliche Entwicklung wurde er jedoch zunehmend interessanter und nahm schließlich eine wirklich gute und spannende Rolle in der Geschichte ein. Seine Entwicklung war stellenweise recht vorhersehbar, was mich aber nicht sonderlich gestört hat. Auch die Geschichte rund um ihn und seine Stiefmutter war gut umgesetzt und so geschickt eingebaut, dass man ihre Rolle lange Zeit nicht richtig einschätzen konnte.

Die Handlung insgesamt nimmt sehr schnell Fahrt auf. Vor allem in der zweiten Hälfte des Buches konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Lediglich das Ende hätte meiner Meinung nach ruhig noch etwa 100 Seiten mehr vertragen können. Es wirkte auf mich, als hätte man versucht, die Geschichte recht schnell abzuschließen, anstatt ihr insgesamt noch mehr Raum zu geben. Dadurch lief das Ende etwas zu glatt ab. Trotzdem entsprach das Ende im Großen und Ganzen meinen Erwartungen auch wenn ich es mir deutlich ausführlicher gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Eine faszinierende Traumwelt voller Geheimnisse und spannender Entwicklung

Consomnio
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Handlung

Schon nach den ersten Kapiteln merkt man, dass Consomnio eine Geschichte ist, die viele Fragen aufwirft und einen ständig weiter lesen lässt. Die Handlung beginnt mit einem Prolog, der sofort ...

Handlung

Schon nach den ersten Kapiteln merkt man, dass Consomnio eine Geschichte ist, die viele Fragen aufwirft und einen ständig weiter lesen lässt. Die Handlung beginnt mit einem Prolog, der sofort neugierig macht und erste Hinweise darauf gibt, auf welcher Seite Cassian stehen könnte. Als er später wieder ins Spiel kommt, merkt man, wie viele Details bereits am Anfang versteckt waren. Ich habe sogar noch einmal zum Prolog zurückgeblättert, weil sich dadurch einige Zusammenhänge noch besser verstehen lassen.

Besonders gelungen fand ich, dass wir zunächst auch einen Blick in die Vergangenheit bekommen. Dadurch versteht man viel besser, wie die Welt in der Gegenwart entstanden ist und welche Konflikte dahinter stehen. Am Anfang tauchen zwar viele Namen und Informationen auf, aber da man jederzeit noch einmal zurückblättern kann, verliert man nie wirklich den Überblick.

Die Geschichte nimmt sich zu Beginn etwas Zeit, um die Figuren und die Welt aufzubauen, doch danach nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Immer mehr Geheimnisse kommen ans Licht und gleichzeitig entstehen neue Fragen. Gerade diese Mischung aus Spannung, Geheimnissen und unerwarteten Entwicklungen sorgt dafür, dass man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.

Worldbuilding

Das Worldbuilding gehört für mich zu den spannendsten Aspekten des Buches. Die Welt rund um Consomnio und die Traumebene ist wirklich interessant aufgebaut. Besonders die Szenen in den Träumen fand ich sehr schön beschrieben. Die Umgebung wirkt lebendig und bildhaft, ohne dass es zu viele Details werden. Dadurch konnte ich mir alles sehr gut vorstellen.

Auch die Idee, dass Träume eine so große Rolle spielen und gleichzeitig eine Gefahr darstellen können, fand ich faszinierend. Dass Elisa plötzlich Angst haben muss zu schlafen, weil sie dadurch in Kontakt mit dem Schattenkönig geraten könnte, erzeugt eine sehr intensive Atmosphäre. Gleichzeitig eröffnet diese Welt viele Möglichkeiten für Geheimnisse, Intrigen und überraschende Wendungen.

Charaktere

Elisa ist eine Figur, deren Entwicklung mir besonders aufgefallen ist. Am Anfang wirkt sie sehr unsicher und lässt sich stark von anderen beeinflussen. Vor allem ihre Beziehung zu Ryan zeigt deutlich, wie gefangen sie in einer toxischen Situation ist. Sie fühlt sich schuldig für Dinge, für die sie eigentlich keine Schuld trägt, und versucht ständig den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Gleichzeitig möchte sie unabhängig sein, ist aber durch ihre finanzielle Situation noch an ihn gebunden.

Gerade deshalb war es interessant zu sehen, wie sie im Laufe der Geschichte stärker wird. Schritt für Schritt beginnt sie, für sich selbst einzustehen und Entscheidungen zu treffen. Besonders am Ende merkt man, wie viel Mut sie entwickelt hat und wie sehr sie über sich hinauswächst.

Cassian bleibt dagegen lange ein echtes Mysterium. Er trägt Licht und Schatten in sich und steht gleichzeitig im Konflikt mit dem Schattenkönig. Seine Rolle und seine Vergangenheit werfen viele Fragen auf. Dadurch bleibt er während der ganzen Geschichte sehr spannend. Man merkt immer wieder, dass er mehr weiß, als er sagt, und dass in ihm deutlich mehr steckt, als man zunächst vermutet.

Ryan hingegen gehört zu den Figuren, die man kaum ertragen kann. Seine Gedanken und sein Verhalten gegenüber Elisa sind extrem herabwürdigend und teilweise wirklich unangenehm zu lesen. Gleichzeitig erfüllt er damit genau seine Rolle innerhalb der Geschichte, weil er zeigt, in welcher Situation Elisa sich am Anfang befindet.

Auch die Nebenfiguren sorgen immer wieder für neue Dynamiken und Konflikte. Gerade die Intrigen und Machtspiele innerhalb des Reiches machen die Handlung zusätzlich spannend.

Schreibstil

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er liest sich angenehm und flüssig, sodass man schnell durch die Kapitel kommt. Gleichzeitig schafft es die Autorin, eine dichte Atmosphäre aufzubauen, besonders in den Szenen rund um die Traumwelt.

Man merkt außerdem, dass viele Details bewusst gesetzt sind. Manche Informationen wirken zunächst klein, bekommen später aber eine größere Bedeutung. Dadurch macht es Spaß, beim Lesen mitzurätseln und Theorien aufzustellen.

Perspektiven

Besonders gut fand ich, dass die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Dadurch kann man die Gedanken und Gefühle verschiedener Figuren besser verstehen. Gleichzeitig entstehen dadurch spannende Kontraste zwischen den Figuren.

Die Perspektivenwechsel helfen auch dabei, die Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben. Gerade bei Figuren wie Cassian oder Ryan bekommt man dadurch Einblicke, die man aus einer einzigen Perspektive niemals hätte.

Fazit

Consomnio ist ein spannender Auftakt mit einer faszinierenden Welt, vielen Geheimnissen und Figuren, die sich im Laufe der Geschichte stark entwickeln. Besonders das Zusammenspiel aus Traumwelt, Magie und politischen Intrigen sorgt dafür, dass man immer wieder neue Fragen hat und unbedingt weiterlesen möchte.

Der Anfang nimmt sich etwas Zeit für den Aufbau der Geschichte, entwickelt danach aber eine starke Dynamik. Die Mischung aus geheimnisvollen Figuren, emotionalen Konflikten und einer besonderen Welt macht das Buch zu einer sehr fesselnden Lektüre.

Für mich war es besonders interessant zu sehen, wie Elisa im Laufe der Handlung stärker wird und sich nicht mehr von anderen bestimmen lässt. Gleichzeitig bleiben Figuren wie Cassian weiterhin geheimnisvoll und sorgen dafür, dass die Geschichte bis zum Schluss spannend bleibt.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2026

Unglaublich spannende Fortsetzung

We free the Stars
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Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die Autorin schafft es, eine dichte, beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte zieht. ...

Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die Autorin schafft es, eine dichte, beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte zieht. Das Setting der abgelegenen Ostseeinsel ist dabei perfekt gewählt: Anfangs wirkt alles ruhig und fast idyllisch, doch mit jeder Seite wird klarer, dass hinter dieser Fassade dunkle Geheimnisse lauern.

Die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig gezeichnet, besonders Cecilia, deren innere Zerrissenheit und Verzweiflung man jederzeit nachvollziehen kann. Ihre Entwicklung im Laufe der Handlung ist spannend zu verfolgen, und auch die Nebenfiguren tragen mit ihren eigenen Motiven und Geheimnissen stark zur permanenten Spannung bei. Vertrauen fällt hier schwer – und genau das macht den Reiz der Geschichte aus.

Die Handlung entfaltet sich langsam, aber sehr gezielt. Statt schneller Effekte setzt das Buch auf psychologische Spannung, unterschwellige Bedrohung und ein stetig wachsendes Gefühl von Misstrauen. Immer wieder werden neue Fragen aufgeworfen, Wendungen eingebaut und Erwartungen gebrochen, ohne dass es konstruiert wirkt.

Der Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch und zieht einen tief in die Geschichte hinein. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut Spannung, Charaktertiefe und Geheimnisse miteinander verwoben sind. Insgesamt ist es ein packender, düsterer Thriller, der lange nachwirkt und den man nur schwer aus der Hand legen kann.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Ich schenke dir mein Herz

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
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Allgemeiner Eindruck

Verlorenes Herz ist ein vielschichtiger und emotionaler Roman, der sich intensiv mit Ausgrenzung, Vorurteilen und der Frage nach moralischer Verantwortung auseinandersetzt. Die Geschichte ...

Allgemeiner Eindruck

Verlorenes Herz ist ein vielschichtiger und emotionaler Roman, der sich intensiv mit Ausgrenzung, Vorurteilen und der Frage nach moralischer Verantwortung auseinandersetzt. Die Geschichte verbindet persönliche Schicksale mit gesellschaftlichen Problemen und schafft dabei eine dichte, oft beklemmende Atmosphäre. Von Beginn an wird deutlich, dass es sich nicht um eine einfache Erzählung handelt, sondern um ein Werk, das zum Nachdenken anregt und seine Leserinnen und Leser bewusst fordert.

Charaktere

Die Figuren sind eines der größten Stärken des Buches. Besonders die Protagonistin Nhika ist äußerst eindrucksvoll gestaltet. Sie wird als starke, mutige und loyale Persönlichkeit dargestellt, deren Leben von Ablehnung und Misstrauen geprägt ist. Im Verlauf der Handlung entwickelt sie sich auf glaubwürdige und berührende Weise weiter. Ihre innere Stärke, gepaart mit einer großen Hilfsbereitschaft, macht sie zu einer Figur, mit der man mitfühlt und deren Schicksal emotional berührt.



Auch die Nebenfiguren sind differenziert und keineswegs eindimensional angelegt. Mehrere Charaktere wirken zunächst distanziert oder schwer einschätzbar, wodurch lange unklar bleibt, welche Motive sie tatsächlich verfolgen. Gerade diese Unsicherheit sorgt für Spannung und verleiht der Geschichte Tiefe. Besonders gelungen ist, dass viele Figuren nicht eindeutig gut oder böse sind, sondern sich in moralischen Grauzonen bewegen.

Handlung und Themen

Inhaltlich bietet Verlorenes Herz weit mehr als eine klassische Fantasyhandlung. Neben einem zentralen Auftrag entfaltet sich eine komplexe Geschichte, in der viele Schicksale miteinander verwoben sind. Die Handlung ist unberechenbar und so aufgebaut, dass man als Leserin oder Leser aufmerksam bleiben und eigene Schlüsse ziehen muss. Einfache Antworten oder vorhersehbare Wendungen sucht man hier vergeblich.



Zentrales Thema des Buches ist der Umgang mit Macht und besonderen Fähigkeiten. Eine Gabe, die grundsätzlich helfen kann, wird von der Gesellschaft mit Angst, Vorurteilen und Ablehnung betrachtet. Das Buch zeigt eindringlich, wie schnell etwas Gutes verzerrt und missbraucht werden kann, wenn Misstrauen und Eigennutz überwiegen. Gleichzeitig wird deutlich, dass es immer auf den Menschen ankommt, der diese Macht ausübt, und nicht auf die Gabe selbst.

Schreibstil und Atmosphäre

Der Schreibstil ist bewusst anspruchsvoll gehalten und lädt dazu ein, zwischen den Zeilen zu lesen. Informationen werden nicht direkt vorweggenommen, sondern nach und nach enthüllt. Dadurch entsteht eine dichte, stellenweise düstere Atmosphäre, die hervorragend zur Thematik passt. Spannung entsteht weniger durch schnelle Action, sondern durch psychologische Tiefe, ungelöste Fragen und moralische Konflikte. Teilweise leider etwas zu genaue Beschreibungen



Fazit

Verlorenes Herz ist ein intensiver, emotionaler Roman mit starken Charakteren und einer komplexen, durchdachten Handlung. Die Geschichte fordert ihre Leserinnen und Leser heraus, sowohl inhaltlich als auch emotional, und bleibt lange im Gedächtnis. Wer Geschichten schätzt, die gesellschaftliche Themen mit persönlichen Schicksalen verbinden und dabei auf einfache Schwarz Weiß Zeichnungen verzichten, wird an diesem Buch große Freude haben. An manchen Stellen ist es etwas lang gezogen was ein paar minus Punkte einbringt

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Vergangenheit mit Gewicht

Throne of Glass – Celaenas Geschichte
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Throne of Glass – Celaenas Geschichte (Band 0) ist ein Band, der definitiv lesenswert ist. Auch wenn man den Ausgang der Geschichten teilweise schon kennt, bleibt der Erzählstil spannend und stellenweise ...

Throne of Glass – Celaenas Geschichte (Band 0) ist ein Band, der definitiv lesenswert ist. Auch wenn man den Ausgang der Geschichten teilweise schon kennt, bleibt der Erzählstil spannend und stellenweise sogar unerwartet. Die fünf Kurzgeschichten haben alle ihren eigenen Reiz, wobei mich Die stille Assassinin am meisten beeindruckt hat. Gerade weil ich das Gefühl hatte, über diese Episode aus den vorherigen Bänden am wenigsten zu wissen, hat sie mich besonders gepackt. Sie weckt auch die Hoffnung, dass bestimmte Elemente – wie der Händler mit der Spinnenseide oder Ansel – in späteren Bänden wieder aufgegriffen werden. Das würde ich mir sehr wünschen.



Hätte ich diesen Band früher gelesen, wäre mir Arobynn noch unsympathischer erschienen, als er ohnehin schon war. Er verkörpert für mich alles Negative: Manipulativ, kontrollierend, und seine angebliche Zuneigung zeigt er nur durch Geschenke oder in Momenten, in denen es ihm nützt. Celaena selbst wirkt anfangs oft überheblich und sehr von sich überzeugt – obwohl sie mehrfach beinahe gescheitert wäre. Gerade diese Brüche machen sie aber auch menschlich und sympathisch. Man spürt, dass ihre Zeit im Gefängnis sie verändert hat und sie erkennt, dass niemand unbesiegbar ist. Ihr Mut und ihre Eigenständigkeit – nicht blind Befehle zu folgen, sondern Entscheidungen zu hinterfragen – machen sie für mich zu einer starken Figur.



Der Band liefert wertvolle Hintergrundinformationen, besonders über Sam, und lässt die Hauptreihe in einem neuen Licht erscheinen. Da ich ihn nicht als erstes gelesen habe, kam Sams Schicksal für mich nicht überraschend – das hat zwar etwas Spannung genommen, dafür aber auch Raum für emotionale Tiefe geschaffen.



Ich persönlich empfehle, Celaenas Geschichte als vierten Band zu lesen. So fügt er sich gut in den Gesamtkontext ein, ohne zu viel vorwegzunehmen – und bietet gleichzeitig ein spannendes, ergänzendes Bild zu Celaenas Entwicklung.



Bewertung:

⭐️⭐️⭐️☆ – 3,5 von 5 Sternen

Ein starker Zwischenband mit Tiefe, aber nicht ganz auf dem Niveau der Hauptreihe.

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