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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2025

Famos

Am Hang des Todes
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Ausgerechnet als Saltapepe mit seiner frisch Angetrauten einen Ski-Urlaub in Südtirol antritt, passiert wieder ein Mord. Ist es überhaupt einer? Kommt Grauner überhaupt?

Anfangs wirkt es so, als ob Saltapepe ...

Ausgerechnet als Saltapepe mit seiner frisch Angetrauten einen Ski-Urlaub in Südtirol antritt, passiert wieder ein Mord. Ist es überhaupt einer? Kommt Grauner überhaupt?

Anfangs wirkt es so, als ob Saltapepe alleine ermittelt. Aber dann bekommt er doch Unterstützung von seinem Chef… Und der ist anders als sonst, bringt seine Kollegen innerlich zur Weißglut. Die Weltreise hat ihm gefallen, Alma bleibt bei ihm und seine Almhütte veränderte sich währenddessen. Der Krimi entwickelt sich langsam und das Ende der Mordermittlung. überrascht wie immer. Man ahnt manchmal etwas und oft in die falsche Richtung. Das Ende der Rahmenhandlung lässt auf einen zwölften Band hoffen!
Ein famoser „Grauner-Krimi“ bei dem man deutlich merkt, dass Inspectore Saltapepe längst in Südtirol angekommen ist.

Veröffentlicht am 16.12.2025

Guter Auftakt!

Die weiße Nacht
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Berlin im Winter 1946. König ist Polizeikommissar und war unter dem Naziregime im Gefängnis. Lou ist heute Fotografin, lebt in einer kalten Wohnung zusammen mit einem dementen Freund, den sie nicht alleine ...

Berlin im Winter 1946. König ist Polizeikommissar und war unter dem Naziregime im Gefängnis. Lou ist heute Fotografin, lebt in einer kalten Wohnung zusammen mit einem dementen Freund, den sie nicht alleine lassen mag. Beide haben eigentlich nichts gemeinsam. Aber:

Lou hat im Schnee an einer der vielen Ruinen eine Tote entdeckt und fotografiert. Diese Fotos übergibt sie an Herrn König, der den Fall bearbeiten wird. König ist gründlich, sein Assistent bemüht sich ihm zu Diensten zu sein und beide arbeiten so, dass ihr Chef die Nase rümpft. Viel zu genau und überhaupt. Was am Anfang harmlos wirkt, entpuppt sich immer mehr als interessanter Fall. Denn es steckt mehr dahinter.

Es ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe, die in Berlin 1946 ihren Anfang nimmt. Die Russen spielen eine Rolle ebenso wie der blühende Schwarzmarkt mit alleinstehenden Kindern, die sich dort behaupten, um irgendwie zu überleben. Mit „Wärmestuben“ in Gasthäusern, mit alten Nazis, die teilweise immer noch höhere Positionen inne haben, zur Zeit kurz nach den Nürnberger Prozessen. Eine kalte Zeit: Winter innen und jahreszeitlich. Die Menschen versuchen zu überleben während andere wieder eine Art gesetzliche Struktur herstellen. Gut beschrieben und verknüpft von Anne Stern.

Und ich habe wieder etwas gelernt – etwas offtopic: Auch in Berlin gab es eine Garnisonskirche. Bisher kannte ich nur die in Potsdam, aber in der Nähe des Mehringdamms gab es auch ein bis sie Anfang der 1960-er Jahre abgerissen wurde.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Mutig und anregend

Royal Houses – Haus der Drachen
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Kerrigen hat es nicht leicht. Sie ist halb Mensch, halb Fee und hat zudem nur runde Ohren an denen man klar sieht, dass zwar Magie hat, aber zu viele anthropogene Anteile. So hat sie weniger Rechte als ...

Kerrigen hat es nicht leicht. Sie ist halb Mensch, halb Fee und hat zudem nur runde Ohren an denen man klar sieht, dass zwar Magie hat, aber zu viele anthropogene Anteile. So hat sie weniger Rechte als reine Feen. Was kaum einer weiß: ihr Vater ist hochrangig in der Gesellschaft und sie beherrscht mehr magische Elemente von Natur aus als üblich. Sie ist eine gefürchtete Kämpferin und kümmert sich um ihre Freunde und um die Drachen, die ihr bei ihrer Arbeit anvertraut wurden.

Teilweise entsteht der Eindruck, dass Kerrigen nur kämpft, aber da ist noch weit mehr. Man lernt sie und ihr Leben gut kennen, bevor der Schattenfeeprinz auftaucht und ihr Leben durcheinander bringt. Auch der Zugang zum ältesten Drachen in der Burg ist überwältigend beschrieben ebenso das, was daraus entsteht. Es wird ihr Leben deutlich verändern.

Sehr gut verfasster, atmosphärisch dichter Fantasyroman. Es bereitet Freude ihn zu lesen, weil er weit von den üblichen, momentan so modernen "dystopischen Enemy-to-lovers-Romanen" ist. Wunderbar, freue mich auf den zweiten Teil!

Veröffentlicht am 16.12.2025

Spannung steigt langsam, Magie kommt im letzten Drittel

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
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Als erstes lernt man Tamsyn kennen, die als Prügelmädchen für die drei Prinzessinnen des Landes herhalten darf. Was niemand weiß: ihre Wunden heilen über Nacht und die Wachhunde werden schier verrückt, ...

Als erstes lernt man Tamsyn kennen, die als Prügelmädchen für die drei Prinzessinnen des Landes herhalten darf. Was niemand weiß: ihre Wunden heilen über Nacht und die Wachhunde werden schier verrückt, wenn Tamsyn an ihnen vorbeikommt. Was es damit auf sich hat, erfährt man im letzten Drittel des Romans und es ist fulminant!

Bis dahin kommt wenig Magie vor, aber man lernt Tamsyn und das Reich kennen. Dazu gehören auch die Grenzer der Nordlande, die das Reich davor bewahren überfallen zu werden. Fell ist der dortige Lord und durch Hinterlist des Königs heiratet er keine Prinzessin sondern Tamsyn, die so in den Norden gelangt. Allerdings offenbart sich dort weit mehr als gedacht. Inklusive eines hervorragend gesetzten Cliffhangers...

Ein wirklich gut geschriebener Fantasyroman. Die Spannung kommt langsam auf, aber immer wieder gibt es Spannungselemente und die Begegnung mit magischen Wesen beginnt auf der Reise Tamsyns in den Norden. Ich fand die Geschichte auch vorher schon gut und anregend. Und bin gespannt auf den zweiten Teil!

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Satire pur

Zuhause ist vorübergehend geschlossen
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Herr Jankowsky hat leichte Demenz und ein dickes Problem: wegen starkem Personalmangel muss das Pflegeheim schließen und er kann nirgendwo hin. Er wird Annett quasi "zugestellt". Gesetzlich festgelegte ...

Herr Jankowsky hat leichte Demenz und ein dickes Problem: wegen starkem Personalmangel muss das Pflegeheim schließen und er kann nirgendwo hin. Er wird Annett quasi "zugestellt". Gesetzlich festgelegte Auslagerung. Dass er nicht zu Annetts Familie gehört, ist ein Missverständnis. Annett nimmt ihn auf und aberwitzige Situationen entstehen im zusammenleben.

Antje Huhs nimmt den Pflegenotstand aufs Korn und erfindet eine gänzlich unrealistische, fiktive Lösung, die das Herz erwärmt und so manche Situationskomik entstehen lässt. Sehr anregend und mit einem handfesten, satirischem Humor. Unbedingte Leseempfehlung!