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Veröffentlicht am 21.01.2026

Absolut lesenswerter Roman

Alle glücklich
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In ihrem neuen Roman "Alle glücklich" beleuchtet Kira Mohn das Leben einer vierköpfigen Familie:
Vater Alexander ist Arzt in einer Klinik. Er ist selten zu Hause, hat wenig Zeit für die Familie.
Mutter ...

In ihrem neuen Roman "Alle glücklich" beleuchtet Kira Mohn das Leben einer vierköpfigen Familie:
Vater Alexander ist Arzt in einer Klinik. Er ist selten zu Hause, hat wenig Zeit für die Familie.
Mutter Nina ist Arzthelferin. Sie musste ihr Medizinstudium damals wegen der Kinder abbrechen. Damit hadert sie bis heute, und nun führt sie ein Doppelleben, von dem niemand etwas weiß.
Tochter Emilia hat ihren ersten Freund - der Nina nicht gefällt und der Emilia in der Tat zu Dingen verleitet, die sie nicht will, die sie besser lassen sollte und die sie hinterher bereut ...
Sohn Ben ist älter als Emilia, herzensgut, hat aber keine Freunde und hatte auch noch nie eine Freundin - was ihm schwer zusetzt.

Nach außen hin ist es eine perfekte Familie. Eine privilegierte Familie. Eine, in der alle glücklich sein müssten. -Doch sind sie es auch wirklich? Oder läuft schon seit Jahren etwas schief? Etwas, das sich nun unaufhaltsam seinen Weg sucht?

Es war mein erster Roman aus der Feder von Kira Mohn, aber sicher nicht mein letzter, denn "Alle glücklich" hat mir sehr gut gefallen!
Erzählt wird im steten Wechsel aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder. Man merkt, dass Kira Mohn Psychologie studiert hat, denn sie beleuchtet die Psyche jeder einzelnen dieser vier Figuren mit absoluter Präzision und absolut gelungen.
Der Roman lässt sich gut lesen, auch Längen sucht man vergebens - er ist im Gegenteil so spannend, dass man ihn nicht mehr aus der Hand legen kann. Man kann sich wirklich in jede der Figuren hineinversetzen.
Es ist eine Geschichte, die voller überraschender Wendungen und Entwicklungen ist. Mit einem großen Teil von Ninas Doppelleben und auch mit ihrer Entscheidung hätte ich bspw. nicht gerechnet.
Auch die Dinge, die Alexander getan hat, haben mich sehr überrascht. Und auch bzgl. der Kinder blieb es stets spannend.

"Alle glücklich" ist ein sehr guter, gerade auch in psychologischer Hinsicht überaus spannender Roman.
Die Fassade ist perfekt, doch innen ist es sehr traurig, dramatisch - und doch gibt es auch Veränderung, Wachstum, Freude und Hoffnung. Es ist vor allem auch ein sehr bewegender Roman, der einen sprachlos macht, viel Stoff zum Nachdenken bietet - und der garantiert noch lange nachhallen wird.
Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Leider wieder ein etwas schwächerer Band

Die Magnolientochter (Die Blumentöchter 4)
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Nachdem ich die ersten beiden Bände nicht sooo gut fand, Band drei der Saga aber ein unerwartetes Highlight für mich war, war ich sehr gespannt auf den vierten Band. Diesmal steht Magnolia im Mittelpunkt, ...

Nachdem ich die ersten beiden Bände nicht sooo gut fand, Band drei der Saga aber ein unerwartetes Highlight für mich war, war ich sehr gespannt auf den vierten Band. Diesmal steht Magnolia im Mittelpunkt, und die Reise und Spurensuche führen sie nach Neuseeland. Magnolias Mutter stammt aus diesem Land. Es geht ihr in psychischer Hinsicht immer schlechter, und das Einzige, was ihr noch helfen könnte, wäre es, endlich ihre leibliche Mutter zu finden, da sie adoptiert wurde. Die Gründe dafür kennt sie nicht, und sie hat auch keine Ahnung, wer ihre leibliche Mutter sein könnte. Magnolia will ihrer Mutter helfen, und so fliegt sie nach Neuseeland. Sie will zumindest Maias Mutter und somit ihre eigene Großmutter, vielleicht sogar weitere Familienmitglieder finden. Ob es ihr gelingen wird?
******
Das Muster jedes einzelnen Bandes dieser Saga ist bekannt, und somit bietet auch "Die Magnolientochter" im Grunde nichts Neues.
Jeder Band spielt auf zwei Zeitebenen, Vergangenheit und Gegenwart, in jedem Band steht vor allem ein junges Familienmitglied im Mittelpunkt, in jedem Band geht es um ein dunkles Familiengeheimnis, das Jahrzehnte zurückreicht, und in jedem Band werden Vorfahren gesucht und hoffentlich auch gefunden. Und in jedem Band gibt es auch auf jeder Zeitebene eine Liebesgeschichte.
Auch "Die Magnolientochter" lässt sich angenehm und flüssig lesen. Meine Lieblingskulisse ist Neuseeland nicht, dennoch ist es eine nette Kulisse. Die Figuren sind da schon interessanter.
Nach dem starken dritten Band empfand ich diesen vierten Band leider wieder als ein gutes Stück schwächer. Vor allem die Gegenwarts-Ebene mit ihrer Geschichte um Magnolia konnte mich lange Zeit einfach nicht fesseln und begeistern. Die Vergangenheits-Ebene war da schon wesentlich schneller wesentlich fesselnder und spannender.
Erst zum Ende hin wurde die Geschichte dann auch in der Gegenwart richtig spannend, dramatisch und berührend, wodurch sich der Band gerade noch von 3 auf 4 Sterne retten konnte.
Die Reihe ist und bleibt für mich also durchwachsen. Es gibt meiner Meinung nach bessere Familiensagas. Dennoch ist auch diese Geschichte nett zu lesen. Es ist nette, leichte Unterhaltung für Frauen.
Wer Liebesgeschichten, Familiensagas, dunkle Familiengeheimnisse, Spurensuche mag und mehr über Neuseeland erfahren und das Land kennenlernen möchte, für den könnte "Die Magnolientochter" trotz der Kritikpunkte die passende Lektüre sein.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Poetisch, eindringlich und hervorragend geschrieben

Tage des Lichts
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"Tage des Lichts" beleuchtet das Leben von Ivy. Der Roman beginnt an Ostern 1938; Kulisse ist ein englisches Landhaus. Zu diesem Zeitpunkt ist Ivy eine Teenagerin. Der Roman erzählt von sechs Tagen, die ...

"Tage des Lichts" beleuchtet das Leben von Ivy. Der Roman beginnt an Ostern 1938; Kulisse ist ein englisches Landhaus. Zu diesem Zeitpunkt ist Ivy eine Teenagerin. Der Roman erzählt von sechs Tagen, die das Leben von Ivy entscheidend geprägt haben. An seinem Ende ist sie 80 Jahre alt, sodass er nahezu ihr gesamtes Leben umfasst.
Als wir sie kennenlernen, ist sie voller Träume und Pläne. Ihr Leben soll groß, besonders, außergewöhnlich, leuchtend werden. Doch dann ereignet sich an diesem Ostersonntag 1938 eine Tragödie, die dazu führt, dass ihr Leben ganz anders als gedacht verläuft - sehr normal. So heiratet sie und bekommt Kinder. Doch aus dieser Normalität bricht sie Jahre später wieder aus, als sie Frances wieder begegnet - der Frau, die sie an diesem Ostersonntag 1938 zum ersten Mal sah. Zwischen den beiden Frauen besteht eine enorme Anziehungskraft, sie verlieben sich ineinander, haben heimlich eine Affäre miteinander.

Megan Hunters Schreib- und Erzählstil hat mir sehr gefallen, er ist sehr atmosphärisch, fast schon poetisch, man kann viel zwischen den Zeilen lesen. Es ist ein stiller und doch eindringlicher Roman, ein ebenso schöner wie dramatischer, einer, auf den man sich konzentrieren muss - sicher keiner für zwischendurch. Doch wer sich darauf einlässt, der wird belohnt.
Stellenweise empfand ich ihn als anstrengend zu lesen, musste Dinge erneut lesen - ich glaube, dass es daran lag, dass die Geschichte stellenweise etwas vor sich hinplätschert, Längen entstehen.
Trotzdem blieben sowohl Ivy als auch Frances für mich leider sehr blass und distanziert. Ich glaube, wenn die Autorin das anders gelöst hätte, dann hätte sie diese Liebesgeschichte anders und besser darstellen können, dann hätte man viel eher eine Verbindung zu Ivy und Frances aufbauen können. Ich hatte mir hier viel mehr erwartet und fand den Roman in dieser Hinsicht leider enttäuschend.
Die Auflösung und das Ende des Romans war überraschend und verblüffend.
Es geht also um Familie, Freundschaft, Pläne, Wünsche und Träume, Sehnsucht und Leidenschaft, gleichgeschlechtliche Liebe, Verlust, Schuld und Reue, die Frage, ob man seinem Herz oder seinem Verstand folgen sollte, die Frage, ob man sich wirklich gegen seine Gefühle wehren kann oder ob man nicht vielmehr machtlos gegen sie ist ...
Es ist ohne Frage ein sehr guter Roman, aber leider auch einer, der etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
Dennoch ist er lesens- und empfehlenswert für alle Leser, die dieses Genre und diese Art von Roman mögen.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Drei starke Frauen im Schwarzwald

Die Riesinnen
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Schauplatz dieses Romans ist Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald. Es ist die Heimat dreier Frauen, dreier Generationen: Liese, Cora und Eva. Schon optisch sind sie anders als alle anderen Menschen ...

Schauplatz dieses Romans ist Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald. Es ist die Heimat dreier Frauen, dreier Generationen: Liese, Cora und Eva. Schon optisch sind sie anders als alle anderen Menschen in Wittenmoos, schon das ist genug, um sie zu Außenseitern zu machen - und es gibt noch mehr Dinge, die dafür sorgen, dass sie nicht dazugehören, dass sie gemieden werden.
Dennoch ist Weggehen keine bzw. keine dauerhafte Option, denn es ist ihre Heimat, sie sind hier verwurzelt, sie lieben den Schwarzwald.
Der Roman beleuchtet das Leben dieser drei Frauen über Jahrzehnte hinweg, von den 60er Jahren bis in die Gegenwart.
Hannah Häffners Schreibstil und Sprache, diese Schönheit, dieses Poetische, all diese Gedanken, Erkenntnisse und Weisheiten haben mich von der ersten Seite an begeistert, und schon deshalb lohnt sich die Lektüre dieses Romans.
Es sind starke Frauen, die viel erleiden müssen und doch alle Schwierigkeiten meistern, die viel träumen und viel sehnen und dann doch weiter wurzeln oder sich gar zu ihrer Heimat bekennen - und auch die Natur spielt hier eine große Rolle; auch sie, auch der Schwarzwald machen diesen Roman aus.
Ich habe "Die Riesinnen" sehr gerne gelesen, denn es ist auch ein Roman, der viele Denkprozesse beim und im Leser anstößt. Es ist keine Geschichte, die man mal eben nebenbei lesen kann, sondern eine, für die man sich Zeit nehmen, die man auf sich wirken lassen, über die man nachdenken muss. Gerade das hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Doch leider gibt es auch Kritikpunkte: ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass es die ein oder andere Länge gibt.
Cora blieb mir leider völlig fremd und distanziert, ich konnte keine Verbindung zu ihr aufbauen.
Und ich hätte gerne noch mehr Antworten auf offene Fragen bekommen.
Doch insgesamt ist "Die Riesinnen" ein sehr guter und lesenswerter Roman und sehr empfehlenswert für alle, die sprachlich hervorragende, fast schon poetische Romane voller Weisheiten sowie Romane, in deren Mittelpunkt starke Frauen und die Natur stehen, mögen.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Hervorragend und herzerwärmend

Mr. Saitos reisendes Kino
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Lita wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt. Von Buenos Aires führt der Weg Mutter und Tochter auf eine kanadische Insel, wo sie ein neues Zuhause, Freunde, eine neue Familie, Liebe ... ...

Lita wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt. Von Buenos Aires führt der Weg Mutter und Tochter auf eine kanadische Insel, wo sie ein neues Zuhause, Freunde, eine neue Familie, Liebe ... kurz: ein neues Leben finden.

Beim Lesen fühlte ich mich etwas an Isabel Allende erinnert, allerdings im positiven Sinne.
Annette Bjergfeldt schreibt und erzählt diese Geschichte unglaublich gut; sie wird schon dadurch zu einem wahren Erlebnis und lohnt sich schon dadurch absolut.
Auch die Figuren sind absolut gelungen; man schließt sie auf Anhieb ins Herz.
Die Geschichte ist unglaublich bildhaft und atmosphärisch, sodass man gemeinsam mit Lita und Fabiola ankommt, lebt und erlebt. Sehr intensiv. Auch deshalb wird dieses Buch wohl lange in Erinnerung bleiben.
Es sind ungewöhnliche Figuren, es ist eine ungewöhnliche Geschichte ... doch auch das meine ich im positiven Sinne. "Mr. Saitos reisendes Kino" ist erfrischend anders.
Der Titel erklärt sich schnell, Mr. Saito und sein Kino nahmen erst überraschend wenig, dann aber doch mehr Raum ein.
Ich habe diese Insel und ihre Bewohner liebgewonnen und hätte noch weiterlesen können.
Eigentlich hätte dieser Roman 5 Sterne verdient, eigentlich würde ich sie gerne vergeben - allerdings gab es für meinen Geschmack doch immer wieder Längen, die den Gesamteindruck etwas getrübt haben.
Insgesamt habe ich "Mr. Saitos reisendes Kino" aber sehr, sehr gerne gelesen und kann den Roman nur empfehlen.
Es ist das richtige Buch für alle, die eine hervorragend geschriebene und erzählte Geschichte suchen; eine, die anders ist, mit liebenswerten Figuren; eine Geschichte, die sie wirklich mitleben und -erleben können; eine fürs Herz.
"Mr. Saitos reisendes Kino" ist ebenso außergewöhnlich wie gut. Der Roman war völlig zu Recht ein Bestseller in Dänemark.
In der Presse wird das Buch auch für Fans von Isabel Allende empfohlen - das empfand ich beim Lesen genauso, sodass auch ich denke, dass Fans von Isabel Allende Annette Bjergfeldts Werk lieben werden.

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