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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2025

Keine dummen Dorfpolizisten...

Eifelbande
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Mit „Eifelbande“ legt Rudolf Jagusch ein warmherziges, unterhaltsames und zugleich spannendes Buch vor, das vor allem durch seine liebenswerten Figuren und das authentische regionale Flair überzeugt. Die ...

Mit „Eifelbande“ legt Rudolf Jagusch ein warmherziges, unterhaltsames und zugleich spannendes Buch vor, das vor allem durch seine liebenswerten Figuren und das authentische regionale Flair überzeugt. Die Eifel dient dabei nicht nur als Kulisse, sondern wird lebendig und prägend für die Geschichte – ruhig, bodenständig und voller Charakter.

Jagusch erzählt mit viel Feingefühl, Humor und einem guten Gespür für zwischenmenschliche Dynamiken. Die Figuren wirken nahbar und glaubwürdig, ihre Dialoge sind lebendig und tragen maßgeblich zum Charme des Buches bei.

Die Handlung ist abwechslungsreich und kurzweilig, ohne überladen zu wirken. Spannung und Leichtigkeit halten sich angenehm die Waage, sodass das Buch sowohl zum Mitfiebern als auch zum Schmunzeln einlädt. Dabei bleibt der Erzählstil stets klar und flüssig, was das Lesen besonders angenehm macht.

„Eifelbande“ ist ein Buch, das Freude macht: herzlich, authentisch und mit viel Liebe zum Detail geschrieben. Eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten mit regionalem Bezug, sympathischen Charakteren und einer guten Portion Menschlichkeit schätzen. Ich würde aber auf jeden Fall empfehlen, die Bände der Reihe nach zu lesen, da sich die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander immer weiter entwickeln.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Mitreißendes Zeitporträt vom Niederrhein

Die wilden Jahre
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„Die wilden Jahre“ entführt uns in das Jahr 1919. Der Krieg ist vorbei, und am Niederrhein beginnt eine Zeit des massiven Wandels. Deutschland ist aber auch durch den Rhein getrennt und wird auf der Westseite ...

„Die wilden Jahre“ entführt uns in das Jahr 1919. Der Krieg ist vorbei, und am Niederrhein beginnt eine Zeit des massiven Wandels. Deutschland ist aber auch durch den Rhein getrennt und wird auf der Westseite von den Belgiern besetzt. Thora studiert am Theater in Düsseldorf, was es ihr ermöglicht, ihre Eltern auf der anderen Rheinseite in Mönchengladbach zu besuchen. Anders herum ist es nahezu unmöglich. Ihr Bruder Hannes wird unter Mordverdacht ins Düsseldorfer Gefängnis gebracht, wo er sich in Schweigen hüllt. Nun dachte ich, es handelt sich hier einfach um einen historischen Roman in einer interessanten Zeit mit Leid und Aufständen so kurz nach dem 1. Weltkrieg. Doch weit gefehlt! Dadurch, dass Thora unbedingt die Unschuld ihres Bruder beweisen will, wird das Buch regelrecht zum Krimi sowie einer Mischung aus familiären Konflikten und gesellschaftlichem Aufbruch. Ruhig und unaufgeregt erzählt, ist das Buch aber von der ersten bis zur letzten Seite durchaus interessant und es gibt einige Geschehnisse, mit denen ich vorher nicht gerechnet hätte. Eine tolle Frau, die einiges wagt und auf sich nimmt, um ihre Ziele zu erreichen.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Schwere Zeiten für Frauen

Wer ins Licht treten will
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Dieser zweite Band der Reihe um die junge Psychiaterin Renate schließt nahtlos an den ersten an, den ich nur empfehlen kann. Man kommt zwar auch so in die Geschichte hinein, aber die Zusammenhänge und ...

Dieser zweite Band der Reihe um die junge Psychiaterin Renate schließt nahtlos an den ersten an, den ich nur empfehlen kann. Man kommt zwar auch so in die Geschichte hinein, aber die Zusammenhänge und der Werdegang werden natürlich erst mit der kompletten Lektüre richtig nachvollziehbar.

1959 ist kein leichtes Jahr für Frauen. In Männer dominierten Berufen werden sie eher belächelt, zu Hause in der Ehe müssen sie sich nahezu alles gefallen lassen und für vieles um Erlaubnis fragen. Renate arbeitet inzwischen in der Frauenabteilung von Ochsenzoll, mit deren Chefarzt sie weitaus besser klarkommt als im letzten Band in der Männerabteilung. Man bekommt beim Lesen einen kleinen Einblick in die psychiatrische Arbeit, die sich zum Glück stark von der zur Nazizeit unterscheidet.

Privat ist bei Renate einiges los, als ihr Verlobter Matthias plötzlich vor dem Karriereaus als Profifußballer steht und seinen Platz im Leben neu finden muss. Aber sie hat ihre Familie im Hintergrund, die bei allen Widrigkeiten zusammenhält und Unterstützung bietet. Sowohl ihr Onkel als auch die Familie ihres Verlobten.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist flüssig geschrieben, die Protagonisten gut ausgearbeitet. Auch wenn jetzt keine großartige Spannung vorhanden ist, so hat das Buch bzw. die Serie doch einen großen Unterhaltungswert für mich. Ich habe einiges über die damalige Zeit erfahren und warte jetzt mit Vorfreude auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Festliche Spannung

Mord an Weihnachten
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"Mord an Weihnachten" ist der zweite Teil rund um den Staatsanwalt Broder Jacobsen, den man zur Not auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes lesen kann.

Die besinnliche Zeit des Jahres wird hier auf ...

"Mord an Weihnachten" ist der zweite Teil rund um den Staatsanwalt Broder Jacobsen, den man zur Not auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes lesen kann.

Die besinnliche Zeit des Jahres wird hier auf wunderbar spannende Weise aufgemischt. Wer dachte, die Feiertage seien nur für Plätzchen und Kerzenschein da, wird hier eines Besseren belehrt! Besonders hervorzuheben sind die Charaktere: Sie sind vielschichtig, haben Geheimnisse und wirken dadurch unheimlich authentisch. Jeder Insulaner könnte der Täter oder das nächste Opfer sein. Die Dynamiken innerhalb der Familien oder Freundesgruppen sind so geschickt beschrieben, dass man als Leser sofort beginnt, eigene Theorien zu schmieden. Jedoch ist der Plot so raffiniert konstruiert, dass man an einigen Stellen in die Irre geführt wird. Die Hinweise werden dosiert gestreut, sodass man stets das Gefühl hat, kurz vor der Lösung zu stehen – nur um dann von einer unerwarteten Wendung überrascht zu werden. Die Auflösung ist nicht nur schlüssig, sondern auch emotional tiefgehend und befriedigend.

"Mord an Weihnachten" ist die perfekte Lektüre für alle, die in der Weihnachtszeit nicht nur Romantik, sondern auch Nervenkitzel suchen. Es ist ein flüssig zu lesender, atmosphärisch dichter Kriminalroman, der beweist, dass Weihnachten und Mord eine brillante Kombination ergeben können.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Zwischen Trümmern und Hoffnung

In den Scherben das Licht
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Carmen Korn legt in diesem Roman einen Ton an den Tag, der durch seine Klarheit, Präzision und seinen Verzicht auf ausschweifende Adjektive besticht. Was zunächst als distanziert oder unaufgeregt erscheinen ...

Carmen Korn legt in diesem Roman einen Ton an den Tag, der durch seine Klarheit, Präzision und seinen Verzicht auf ausschweifende Adjektive besticht. Was zunächst als distanziert oder unaufgeregt erscheinen mag, entpuppt sich schnell als eine bewusste künstlerische Entscheidung. Der "trockene" Stil ermöglicht es der Autorin, die historischen Umstände und die komplexen emotionalen Landschaften ihrer Figuren mit einer bemerkenswerten Sachlichkeit zu schildern. Die Sprache führt den Leser schnörkellos durch die vielschichtige Geschichte und die entscheidenden Wendepunkte im Leben der Protagonisten. Paradoxerweise verstärkt gerade die Zurückhaltung in der Beschreibung der Gefühle deren Wirkung. Die tiefen Schmerzen, die leisen Hoffnungen und die unbändige Lebenskraft brechen nicht durch eine poetische Überfrachtung, sondern durch die Nacktheit und Ehrlichkeit der Darstellung hindurch. Man spürt die Emotionen umso intensiver, weil sie nicht beschrieben, sondern erlebt werden.

Trotz der sprachlichen Strenge ist die Geschichte selbst von einer großen Menschlichkeit und Wärme durchdrungen. Korn zeichnet das Porträt starker Frauen, deren Leben von Verlust, Neubeginn und der unerschütterlichen Kraft der Freundschaft geprägt ist. Sie lässt uns an ihrem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben teilhaben und feiert die kleinen Lichter – die Momente des Glücks, der Solidarität und der Hoffnung – die selbst in den größten Scherben existieren.

Es ist ein Meisterwerk der leisen Töne, dessen Stärke nicht in einer opulenten Sprache, sondern in der Wahrhaftigkeit der Erzählung liegt. Carmen Korns Stil ist nicht trocken im Sinne von langweilig, sondern prägnant und kraftvoll. Es ist ein Buch, das nachklingt und daran erinnert, dass wahres Licht oft erst sichtbar wird, wenn der Blick von allem Überflüssigen befreit ist.

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