Elise kämpft für ihre Träume
Das Haus in Charlottenburg"Das Haus in Charlottenburg" stammt aus der Feder von Beate Sauer und erzählt eine historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890. Zwischen prächtigen Villen und den Elendsvierteln ...
"Das Haus in Charlottenburg" stammt aus der Feder von Beate Sauer und erzählt eine historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890. Zwischen prächtigen Villen und den Elendsvierteln Berlins, beginnt ein Kampf für genossenschaftliches Bauen und die Suche einer jungen Frau nach Anerkennung und Erfüllung ihrer Träume.
Die Wohnungsnot in Großstädten besonders in Berlin, ist Ende des 19. Jahrhunderts recht groß und die Spekulationen um Grund und Boden sowie mit Gebäuden beginnen im großen Stil. Risige Mitskasernen mit im Extremfall bis zu sechs Hinterhöfen entstehen, doch nicht alle sind mit diesen unwürdigen Lebensbedingungen und Mietverhältnissen der Ärmsten einverstanden und suchen nach Lösungen.
Und mittendrin im Geschehen lebt und träumt die junge Elise, die mit ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern auf engstem Raum wohnt, sich als Schneiderin einen Namen zu machen um für sich und ihre Familie eine anständige Wohnung leisten zu können. Durch Zufall lernt Elise den jungen Architekten Johann kennen, der selbst um seinen Broterwerb kämpfen muss, weil ihm die Aufträge fehlen. Johanns bester Freund Louis, ist Professor an der Charité und will gemeinsam mit ihm gegen die krassen sozialen Ungerechtigkeiten in Berlin kämpfen und so planen sie genossenschaftliche Wohnungen zu bauen. Beide Männer verlieben sich in Elise aber ihr Herz schlägt nur für Johann.
Louis Mutter Baronin Leonora von Rienäcker gehört im Hintergrund zu den größten Spekulatanten. Sie schickt ihre Handlanger aus um Grund und Boden zu Spottpreisen zu erpressen. Ihr liegt daran immer mehr Mietskasernen zu bauen und weigert sich, den Wunsch ihres Sohnes, genossenschaftliches Bauen für eine angemessene Wohnsituation der Ärmsten zu akzeptieren. Intrigen und Spannungen bleiben nicht aus und dann überschlagen sich die Ereignisse …
Fazit:
Der Autorin ist es ganz wunderbar gelungen, den damaligen Zeitgeist gut recherchiert einzufangen. Der Roman liest sich sehr leicht und flüssig. Die Charaktere sind authentisch und die Handlung stimmig und bildhaft beschrieben. Im letzten Drittel nimmt das Buch gewaltig an Fahrt auf, denn innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne überschlagen sich die Ereignisse. Im Nachwort stellt die Autorin Realität und Fiktion einander gegenüber und rundet damit ihre historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890, gelungen ab.