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Veröffentlicht am 22.02.2026

Elise kämpft für ihre Träume

Das Haus in Charlottenburg
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"Das Haus in Charlottenburg" stammt aus der Feder von Beate Sauer und erzählt eine historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890. Zwischen prächtigen Villen und den Elendsvierteln ...

"Das Haus in Charlottenburg" stammt aus der Feder von Beate Sauer und erzählt eine historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890. Zwischen prächtigen Villen und den Elendsvierteln Berlins, beginnt ein Kampf für genossenschaftliches Bauen und die Suche einer jungen Frau nach Anerkennung und Erfüllung ihrer Träume.

Die Wohnungsnot in Großstädten besonders in Berlin, ist Ende des 19. Jahrhunderts recht groß und die Spekulationen um Grund und Boden sowie mit Gebäuden beginnen im großen Stil. Risige Mitskasernen mit im Extremfall bis zu sechs Hinterhöfen entstehen, doch nicht alle sind mit diesen unwürdigen Lebensbedingungen und Mietverhältnissen der Ärmsten einverstanden und suchen nach Lösungen.

Und mittendrin im Geschehen lebt und träumt die junge Elise, die mit ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern auf engstem Raum wohnt, sich als Schneiderin einen Namen zu machen um für sich und ihre Familie eine anständige Wohnung leisten zu können. Durch Zufall lernt Elise den jungen Architekten Johann kennen, der selbst um seinen Broterwerb kämpfen muss, weil ihm die Aufträge fehlen. Johanns bester Freund Louis, ist Professor an der Charité und will gemeinsam mit ihm gegen die krassen sozialen Ungerechtigkeiten in Berlin kämpfen und so planen sie genossenschaftliche Wohnungen zu bauen. Beide Männer verlieben sich in Elise aber ihr Herz schlägt nur für Johann.

Louis Mutter Baronin Leonora von Rienäcker gehört im Hintergrund zu den größten Spekulatanten. Sie schickt ihre Handlanger aus um Grund und Boden zu Spottpreisen zu erpressen. Ihr liegt daran immer mehr Mietskasernen zu bauen und weigert sich, den Wunsch ihres Sohnes, genossenschaftliches Bauen für eine angemessene Wohnsituation der Ärmsten zu akzeptieren. Intrigen und Spannungen bleiben nicht aus und dann überschlagen sich die Ereignisse …

Fazit:
Der Autorin ist es ganz wunderbar gelungen, den damaligen Zeitgeist gut recherchiert einzufangen. Der Roman liest sich sehr leicht und flüssig. Die Charaktere sind authentisch und die Handlung stimmig und bildhaft beschrieben. Im letzten Drittel nimmt das Buch gewaltig an Fahrt auf, denn innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne überschlagen sich die Ereignisse. Im Nachwort stellt die Autorin Realität und Fiktion einander gegenüber und rundet damit ihre historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890, gelungen ab.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Spannender und packender Mystery-Thriller

Ein Pakt aus Asche und Blut
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Das neue Buch "Ein Pakt aus Asche und Blut" von Sabine Riedel ist ein packender historischer Mystery-Thriller, der geschickt die Schicksale von Menschen im Ratingen des 15. Jahrhunderts mit denen der Gegenwart, ...

Das neue Buch "Ein Pakt aus Asche und Blut" von Sabine Riedel ist ein packender historischer Mystery-Thriller, der geschickt die Schicksale von Menschen im Ratingen des 15. Jahrhunderts mit denen der Gegenwart, verwebt.

Obwohl Mystery-Thriller nicht unbedingt mein Genre sind, machte mich das wunderschöne Cover mit der knieenden Engelsfigur und dem in Nebel gehaltenen Hintergrund, sehr neugierig und ich wurde nicht entäuscht.

Die Geschichte spielt überwiegend in Ratingen und wird aus abwechselnden Zeitebenen sowie Perspektiven erzählt. Besonders gut gefällt mir, dass die Zeitebenen farblich und mit Kapitelüberschriften so gestaltet sind, dass sofort erkennbar ist (auch wenn ich das Buch mal zur Seite legte), in welcher Zeit ich mich befinde.

Gegenwart: Ein verheerender Waldbrand in Ratingen weckt eine jahrhundertealte Macht, die nicht vergessen hat und unbarmherzig ihr Ziel verfolgt. Während der Feuerwehrmann Mark ein finsteres Erwachen in sich spürt und die depressive Melanie von Visionen eines gesichtslosen Mannes heimgesucht wird, lässt sich die Fotografin Cat auf ein gefährliches Experiment ein, das sie in die dunkle Geschichte der Stadt Ratingen hineinzieht.

Vergangenheit: Ratingen um 1460 kämpft die Heilerin Helene um das Leben ihrer Schwester Anna, die der Hexerei bezichtigt wird. Um sie vor dem Scheiterhaufen zu retten, geht sie einen verhängnisvollen Pakt ein, der Generationen überschreitet.

Es beginnt ein mystischer Kampf, der im tiefen 15. Jahrhundert seinen Ursprung genommen hat. Der Spannungsbogen, wie sich die Geheimnisse nach und nach aufdecken und sich die Zeitebenen verbinden, ist wirklich außerordentlich und geschickt gelungen.

Fazit:
Mit "Ein Pakt aus Asche und Blut" ist der Autorin ein spannender historischer Mystery-Thriller gelungen, den ich sehr gerne gelesen habe.
Der Schreibstil und die detaillierten Beschreibungen der Charaktere sowie die düstere Atmosphäre, die sich durch die Handlung zieht, konnten mich von der ersten Zeile an fesseln.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Ein neuer Blickwinkel auf die griechische Mythologie

Medea
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Mit „Medea - Die Hexe von Kolchis“ aus der Feder von Rosie Hewlett, ist der Autorin eine beeindruckende Nacherzählung der Geschichte der furchterregendsten (und unvergesslichen) weiblichen Protagonistin ...

Mit „Medea - Die Hexe von Kolchis“ aus der Feder von Rosie Hewlett, ist der Autorin eine beeindruckende Nacherzählung der Geschichte der furchterregendsten (und unvergesslichen) weiblichen Protagonistin der griechischen Mythologie, gelungen.

Medea sehnt sich nach einem anderen Leben, denn seit ihrer Kindheit wird sie meistens von ihrer Schwester getrennt, von ihrer Mutter gemieden und von ihrem Bruder und Vater verfolgt und gequält. Und das alles wegen eines einzigartigen und gefährlichen Talents: der Hexerei. Medeas Tante Circe reist sogar an um sie zu unterrichten, bis diese eines Tages, spurlos verschwindet und nicht mehr auftaucht. Medea füllt sich von ihrer Tante verlassen und lässt sich von ihrem Vater zu ausgefallenen Zaubereien erpressen. Ihr Vater nutzt ihre Magie schamlos aus und hält sie gefangen, ja er sieht sie als sein Eigentum an.

Als eines Tages der tollkühne junge Held, Jason, auftaucht, um das berühmte Goldene Vlies einzufordern, das ihr Vater so vehement beschützt, sieht Medea ihre Chance zur Flucht. Sie macht Jason ein Angebot, ihm bei der Überwindung der von ihrem Vater auferlegten Prüfungen zu helfen und setzt damit eine Reise in Gang, die jedes Quäntchen ihrer Stärke, Magie und Loyalität auf die Probe stellt; eine Reise, auf der sie gegen Monster kämpfen, Könige entthronen und sich verlieben wird.

Aber als Medea mit dem ultimativen Verrat konfrontiert wird, wird sie zu einer Verzweiflungstat getrieben, die so brutal ist, dass sie das Leben aller Beteiligten zerreißt...

Bei manchen Entscheidungen von Medea musste ich schon schwer durchatmen aber letztendlich passten sie zu ihrem Leben.

Fazit:
Mit „Medea - Die Hexe von Kolchis“ schildert die Autorin in ihrer Neuinterpretation den Anfang von Medeas Geschichte als junges verletzliches Mädchen, bis zu ihrem berüchtigten Ende. Eine atmosphärische, kraftvolle Neuerzählung, bei der ich tief in die griechische Mythologie eintauchen konnte. Mir hat in diesem Roman der flüssige und packende Schreibstil richtig gut gefallen.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Das große Schweigen der Generationen

Das Flüstern der Marsch
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In ihrem neuen Roman „Das Flüstern der Marsch“ erzählt die Autorin Katja Keweritsch nicht nur mit leisen Tönen über die Marsch, nördlich von Hamburg an der Elbe sondern auch eine emotionale Familiengeschichte.

Inhalt:
Als ...

In ihrem neuen Roman „Das Flüstern der Marsch“ erzählt die Autorin Katja Keweritsch nicht nur mit leisen Tönen über die Marsch, nördlich von Hamburg an der Elbe sondern auch eine emotionale Familiengeschichte.

Inhalt:
Als Mona in der Marsch eintrifft, um den 80. Geburtstag ihres Opas Karl zu feiern, ist Oma Annemie spurlos verschwunden. Karl macht sich wenig Sorgen, Mona dafür umso mehr. Sie zieht zu ihrem Opa in das reetgedeckte Haus am Rand des kleinen Dorfs in den Weiten der Marsch, wo Monas Mutter Sabine gemeinsam mit den Zwillingsbrüdern Stefan und Sven aufgewachsen ist. Dass Annemie ein schmerzvolles Geheimnis birgt, das das Leben der ganzen Familie schon lange beeinflusst, ahnt niemand. Gemeinsam mit einem alten Freund aus Kindheitstagen macht Mona sich auf die Suche nach ihrer Oma. Im Laufe eines langen Sommers taucht sie tief ein in die Familiengeschichte und stößt auf falsche Erinnerungen und erschreckende Geschehnisse, von denen kaum jemand weiß. Denn Annemie hat alles dafür gegeben, das Schweigen aufrechtzuerhalten - damit niemand redet, in diesem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt.

Die Geschichte ist in vier Handlungssträngen von 1964 bis 2024 aufgebaut und wird aus der Perspektive von Oma Annemarie, der Enkelin Mona, der Schwiegertochter Janne – die mit Sohn Stefan verheiratet und Mutter von drei Kindern ist und von Freya, deren Verhältnis zur Familie lange offen bleibt.

Alles beginnt mit dem spurlosen Verschwinden von Oma Annemarie. Ihre Enkelin Mona macht sich große Sorgen und versucht, ihre Oma zu finden und stößt dabei auf falsche Erinnerungen und erschreckende Geschehnisse, von denen kaum jemand etwas weiß.

Erst nach und nach offenbart sich, was es mit dem Verschwinden von Annemie auf sich hat und wie sich die Handlungsstänge zum Ende geschickt verknüpfen.

In den 60/70iger Jahren waren Frauen nicht nur aus moralischer und gesellschaftlicher Sicht, sondern auch durch mangelnde Unterstützung innerhalb der Familie, geprägt und in ihren Handlungen total eingeschränkt. Kein Wunder, das es im Laufe mehrerer Generationen zu Geheimnissen und Lügen - überwiegend verursacht durch Schweigen, kam.

Fazit:
„Das Flüstern der Marsch“ ist der erste Roman, den ich von der Autorin gelesen habe. Mir gefällt ihr Schreibstil und wie sie die unterschiedlichen Generationen der Frauen in den Mittelpunkt stellt. Ein atmosphärisch dichter Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.
Von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Schatten aus der Vergangenheit

Lebensbande
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Basierend auf realen Begebenheiten erzählt Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann in ihrem großen zeitgeschichtlichen Roman „Lebensbande“ die Lebensgeschichten dreier Frauen, deren Schicksale sich zwischen ...

Basierend auf realen Begebenheiten erzählt Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann in ihrem großen zeitgeschichtlichen Roman „Lebensbande“ die Lebensgeschichten dreier Frauen, deren Schicksale sich zwischen dem 2. Weltkrieg und dem Fall der Berliner Mauer kreuzen.

Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall verbinden die Fäden des Schicksals Lene, Nora und Lieselotte: Obwohl sie sich in einer Zeit der Angst und des Terrors als Fremde begegnen, werden sie zu Freundinnen, die einander Halt geben und große Risiken auf sich nehmen. Krankenschwester Nora tut alles, um Lene zu helfen, das Leben ihres kleinen Sohnes Leo zu retten. Denn wegen eines leichten Handicaps gilt Leo als „Reichsausschusskind“. 1942 lernt Nora Lieselotte in Danzig kennen. Drei Jahre später werden die Frauen in einen Gulag der Sowjetunion verschleppt – als Teil der 900.000 Arbeitskräfte, die Stalin unter anderem im Rahmen der Reparationszahlungen zugesichert worden waren. Als Adenauer 1949 beginnt, diese Deutschen zurückzukaufen, gibt Lieselotte alles auf, was sie noch hat, um Nora die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Viele Jahre später, kurz nach dem Mauerfall, erhält diese einen verstörenden Brief, der sie schlagartig in die Vergangenheit zurückkatapultiert ...

Auf zwei Zeitebenen: 1931 bis 1953 am Niederrhein, in Danzig und Workuta und 1991 in Kühlungsborn, enthüllt die Autorin mit großer Spannung die Lebensgeschichten von Lene, Nora und Lieselotte und wie sich ihre Wege, verknüpfen.

Kurz nach dem Mauerfall erhält die zunächst unbekannte Frau, die in Kühlungsborn an der Ostsee lebt ein Schreiben der Rentenversicherung mit der Aufforderung, ergänzende Angaben zu Zeiten aus den Jahren vor 1953 zu machen. Sie ist völlig aus dem Häuschen, denn ihre lang verdrängte Vergangenheit, wird langsam brüchig und drängt sich an die Oberfläche. Es folgt noch ein Brief eines Neffen, der sie als Tante anschreibt und sie unbedingt besuchen möchte. Jetzt wird ihr klar, sie muss sich ihrer Vergangenheit stellen und ihre Lebensgeschichte von der Seele schreiben, denn nur ihr verstorbener Mann Gustav, kannte sie.

In zwei Schulheften enthüllt sie nach und nach ihren schicksalhaften Lebensweg und die Schuld, die sie auf sich geladen hat.

Fazit:
Die Autorin schreibt in ihrem Nachwort, dass die Geschichte auf den Erinnerungen, Erzählungen und Dokumenten verschiedener Zeitzeuginnen und Zeitzeugen beruht und von ihr fiktional und literarisch verdichtet, wurde.
Zu ihrem Schreibstil muss man eigentlich nichts mehr sagen, denn der Spannungsbogen ist perfekt aufgebaut und die Erzählstränge souverän aufgeblättert und zusammengeführt. Die Charaktere sind entweder total sympathisch oder einfach nur schrecklich. Der Autorin ist es hervorragend gelungen ein Stück brisante Zeitgeschichte mit großer Spannung zu erzählen.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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