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Maria_12

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2026

Eine überzeugend aufgebaute Atmosphäre

Moosland
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Mir hat das Buch „Moosland“ von Katrin Zipse unfassbar gut gefallen, denn die Autorin erzählt anhand eines fast vergessenen Stücks Geschichte von den knapp dreihundert jungen Frauen aus Deutschland, die ...

Mir hat das Buch „Moosland“ von Katrin Zipse unfassbar gut gefallen, denn die Autorin erzählt anhand eines fast vergessenen Stücks Geschichte von den knapp dreihundert jungen Frauen aus Deutschland, die dem Aufruf der isländischen Bauernpartei gefolgt sind, um dort für ein Jahr auf den Höfen zu arbeiten. Die Bauern hofften nicht nur auf Arbeitskräfte sondern auch auf Heiratskandidatinnen, denn viele Isländerinnen sind in die Städte abgewandert oder nach dem Krieg, den abzieheneden Gls in die USA gefolgt.

Eine von den 300 jungen Frauen ist Elsa, sie hat keine Angehörigen mehr und um der Not im Nachkriegsdeutschland zu entkommen, folgt sie dem Aufruf. Traumatisiert und ohne Sprachkenntnisse kommt sie auf einen Bauernhof. Eine Verständigung mit der Familie und ihren beiden Söhnen, ist nicht möglich aber die Bauersfrau weiß sich zu helfen und zeigt Elsa, ihre Aufgaben, die sie langsam selbständig übernehmen kann. Die Arbeit auf dem abgelegenen Hof ist sehr anstrengend und hart aber dafür kann Elsa sich endlich satt essen. Nicht nur bei der Bäuerin findet sie langsam Anerkennung für ihre Leistung sondern auch bei den Männern, die sie bei anfallenden Arbeiten außerhalb des Hofes unterstützt.

Immer wieder verfolgen Elsa Erinnerungen an ihre Heimat und ihre Trauer um ihre Freundin Sola. Wird sie je ihren Schmerz überwinden …

Mit der Zeit findet der Knecht des Hofes Zugang zu Elsa und versucht ihr langsam aber sicher die Sprache des Landes beizubringen. Elsa ist und bleibt aber trotzdem verschlossen und schweigt weiterhin, dennoch entsteht zwischen Grassodenhaus, leuchtenden Wiesen und endlosem Meer ein Zusammenleben. Ihre Anwesenheit verändert die Dynamik auf dem Hof – besonders die der Bauernsöhne. Jeder der beiden Söhne wirbt auf seine Art um Elsa, doch ob sie die ausgesprochenen und unausgesprochenen Erwartungen erfüllen kann, bleibt abzuwarten.
Elsa kommt nach und nach hinter ein Geheimnis, das als dunkler Schatten über der Familie hängt.

Zum Ende gelingt der Autorin eine elegante und überraschende Wendung, mit der ich so nicht gerechnet hätte, mich aber voll überzeugen konnte.

Fazit:
Gefallen haben mir die bildhaften Beschreibungen der Weite und Kargheit Islands und das Leben auf einem abgelegenen Bauernhof. Mit ihrer hervorragenden Recherche, gelingt es der Autorin, eine glaubhafte historische Atmosphäre zu schaffen und Elsas Fremdheitsgefühle überzeugend darzustellen. Ein detailliertes Nachwort rundet die historischen Fakten perfekt ab.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Fesselndes Leseerlebnis

Kala
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Selten fühlt sich der Blick zurück so gegenwärtig an wie in Colin Walshs mitreißendem Debütroman „Kala“.

Im Sommer 2003 gehörten Helen, Joe und Mush zu einer unzertrennlichen Clique um die mutterlose ...

Selten fühlt sich der Blick zurück so gegenwärtig an wie in Colin Walshs mitreißendem Debütroman „Kala“.

Im Sommer 2003 gehörten Helen, Joe und Mush zu einer unzertrennlichen Clique um die mutterlose und ungestüme Kala Lanann – das strahlende Zentrum ihres Universums. Bis sie kurz darauf spurlos verschwand. Die Ermittlungen blieben ergebnislos und der Fall wurde nie aufgeklärt.

Nach 15 Jahren treffen Helen, Joe und Mush sich in der Kleinstadt Kinlough an der Westküste Irlands wieder.
Helen, arbeitet als freiberufliche Journalistin in Kanada und reist nach Kinlough, um an der Hochzeit ihres Vaters und Pauline teilzunehmen und um Paulines Zwillingsmädchen Donna und Marie, kennenzulernen. Joe, ist ein berühmter Musiker geworden und legt in seinem Heimatdorf Kinlough eine Pause ein um seinen verletzten Arm, zu kurieren. Mush hat Kinlough nie verlassen und führt gemeinsam mit seiner Mutter ein Café.

Ist es Zufall, dass ausgerechnet jetzt menschliche Überreste im Wald nahe einer Baustelle gefunden, werden? Schnell stellt sich heraus, dass es sich um die sterblichen Überreste von Kala handelt. Plötzlich stehen die drei Freunde im Fokus, denn Gegenwart und Vergangenheit prallen heftig aufeinander, denen sie sich stellen müssen.

Im Wechsel erzählen Helen und Mush aus der Ich-Erzähler Perspektive, während Joe aus der ungewöhnlichen Du-Perspektive über ihre Freundschaft zu Kala und ausgelassenener Erlebnisse aus der Vergangenheit und deren Folgen bis in die Gegenwart erzählen. Die Abgrenzung der Erzählungen zwischen der Gegenwart 2018 und der Vergangenheit 2003, ist bei allen drei Protagonisten nicht immer eindeutig.

Wie ein Puzzle zerlegen die drei Freunde jede noch so kleinste Erinnerung, gehen Hinweisen nach und offenbaren immer mehr dunkle Abgründe, die eine überraschende Wendung, in die Geschichte bringt.

Fazit:
Mit „Kala“ ist dem Autor ein Debüt mit einer spannenden Geschichte gelungen, die mir sehr gut gefallen hat Gerade die vielschichtigen Charaktere sind gut ausgearbeitet und konnten mich von Anfang an überzeugen. Insgesamt konnte mich die gesamte Atmosphäre der Geschichte fesseln und sehr gut unterhalten.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Elise kämpft für ihre Träume

Das Haus in Charlottenburg
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"Das Haus in Charlottenburg" stammt aus der Feder von Beate Sauer und erzählt eine historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890. Zwischen prächtigen Villen und den Elendsvierteln ...

"Das Haus in Charlottenburg" stammt aus der Feder von Beate Sauer und erzählt eine historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890. Zwischen prächtigen Villen und den Elendsvierteln Berlins, beginnt ein Kampf für genossenschaftliches Bauen und die Suche einer jungen Frau nach Anerkennung und Erfüllung ihrer Träume.

Die Wohnungsnot in Großstädten besonders in Berlin, ist Ende des 19. Jahrhunderts recht groß und die Spekulationen um Grund und Boden sowie mit Gebäuden beginnen im großen Stil. Risige Mitskasernen mit im Extremfall bis zu sechs Hinterhöfen entstehen, doch nicht alle sind mit diesen unwürdigen Lebensbedingungen und Mietverhältnissen der Ärmsten einverstanden und suchen nach Lösungen.

Und mittendrin im Geschehen lebt und träumt die junge Elise, die mit ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern auf engstem Raum wohnt, sich als Schneiderin einen Namen zu machen um für sich und ihre Familie eine anständige Wohnung leisten zu können. Durch Zufall lernt Elise den jungen Architekten Johann kennen, der selbst um seinen Broterwerb kämpfen muss, weil ihm die Aufträge fehlen. Johanns bester Freund Louis, ist Professor an der Charité und will gemeinsam mit ihm gegen die krassen sozialen Ungerechtigkeiten in Berlin kämpfen und so planen sie genossenschaftliche Wohnungen zu bauen. Beide Männer verlieben sich in Elise aber ihr Herz schlägt nur für Johann.

Louis Mutter Baronin Leonora von Rienäcker gehört im Hintergrund zu den größten Spekulatanten. Sie schickt ihre Handlanger aus um Grund und Boden zu Spottpreisen zu erpressen. Ihr liegt daran immer mehr Mietskasernen zu bauen und weigert sich, den Wunsch ihres Sohnes, genossenschaftliches Bauen für eine angemessene Wohnsituation der Ärmsten zu akzeptieren. Intrigen und Spannungen bleiben nicht aus und dann überschlagen sich die Ereignisse …

Fazit:
Der Autorin ist es ganz wunderbar gelungen, den damaligen Zeitgeist gut recherchiert einzufangen. Der Roman liest sich sehr leicht und flüssig. Die Charaktere sind authentisch und die Handlung stimmig und bildhaft beschrieben. Im letzten Drittel nimmt das Buch gewaltig an Fahrt auf, denn innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne überschlagen sich die Ereignisse. Im Nachwort stellt die Autorin Realität und Fiktion einander gegenüber und rundet damit ihre historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890, gelungen ab.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Spannender und packender Mystery-Thriller

Ein Pakt aus Asche und Blut
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Das neue Buch "Ein Pakt aus Asche und Blut" von Sabine Riedel ist ein packender historischer Mystery-Thriller, der geschickt die Schicksale von Menschen im Ratingen des 15. Jahrhunderts mit denen der Gegenwart, ...

Das neue Buch "Ein Pakt aus Asche und Blut" von Sabine Riedel ist ein packender historischer Mystery-Thriller, der geschickt die Schicksale von Menschen im Ratingen des 15. Jahrhunderts mit denen der Gegenwart, verwebt.

Obwohl Mystery-Thriller nicht unbedingt mein Genre sind, machte mich das wunderschöne Cover mit der knieenden Engelsfigur und dem in Nebel gehaltenen Hintergrund, sehr neugierig und ich wurde nicht entäuscht.

Die Geschichte spielt überwiegend in Ratingen und wird aus abwechselnden Zeitebenen sowie Perspektiven erzählt. Besonders gut gefällt mir, dass die Zeitebenen farblich und mit Kapitelüberschriften so gestaltet sind, dass sofort erkennbar ist (auch wenn ich das Buch mal zur Seite legte), in welcher Zeit ich mich befinde.

Gegenwart: Ein verheerender Waldbrand in Ratingen weckt eine jahrhundertealte Macht, die nicht vergessen hat und unbarmherzig ihr Ziel verfolgt. Während der Feuerwehrmann Mark ein finsteres Erwachen in sich spürt und die depressive Melanie von Visionen eines gesichtslosen Mannes heimgesucht wird, lässt sich die Fotografin Cat auf ein gefährliches Experiment ein, das sie in die dunkle Geschichte der Stadt Ratingen hineinzieht.

Vergangenheit: Ratingen um 1460 kämpft die Heilerin Helene um das Leben ihrer Schwester Anna, die der Hexerei bezichtigt wird. Um sie vor dem Scheiterhaufen zu retten, geht sie einen verhängnisvollen Pakt ein, der Generationen überschreitet.

Es beginnt ein mystischer Kampf, der im tiefen 15. Jahrhundert seinen Ursprung genommen hat. Der Spannungsbogen, wie sich die Geheimnisse nach und nach aufdecken und sich die Zeitebenen verbinden, ist wirklich außerordentlich und geschickt gelungen.

Fazit:
Mit "Ein Pakt aus Asche und Blut" ist der Autorin ein spannender historischer Mystery-Thriller gelungen, den ich sehr gerne gelesen habe.
Der Schreibstil und die detaillierten Beschreibungen der Charaktere sowie die düstere Atmosphäre, die sich durch die Handlung zieht, konnten mich von der ersten Zeile an fesseln.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Ein neuer Blickwinkel auf die griechische Mythologie

Medea
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Mit „Medea - Die Hexe von Kolchis“ aus der Feder von Rosie Hewlett, ist der Autorin eine beeindruckende Nacherzählung der Geschichte der furchterregendsten (und unvergesslichen) weiblichen Protagonistin ...

Mit „Medea - Die Hexe von Kolchis“ aus der Feder von Rosie Hewlett, ist der Autorin eine beeindruckende Nacherzählung der Geschichte der furchterregendsten (und unvergesslichen) weiblichen Protagonistin der griechischen Mythologie, gelungen.

Medea sehnt sich nach einem anderen Leben, denn seit ihrer Kindheit wird sie meistens von ihrer Schwester getrennt, von ihrer Mutter gemieden und von ihrem Bruder und Vater verfolgt und gequält. Und das alles wegen eines einzigartigen und gefährlichen Talents: der Hexerei. Medeas Tante Circe reist sogar an um sie zu unterrichten, bis diese eines Tages, spurlos verschwindet und nicht mehr auftaucht. Medea füllt sich von ihrer Tante verlassen und lässt sich von ihrem Vater zu ausgefallenen Zaubereien erpressen. Ihr Vater nutzt ihre Magie schamlos aus und hält sie gefangen, ja er sieht sie als sein Eigentum an.

Als eines Tages der tollkühne junge Held, Jason, auftaucht, um das berühmte Goldene Vlies einzufordern, das ihr Vater so vehement beschützt, sieht Medea ihre Chance zur Flucht. Sie macht Jason ein Angebot, ihm bei der Überwindung der von ihrem Vater auferlegten Prüfungen zu helfen und setzt damit eine Reise in Gang, die jedes Quäntchen ihrer Stärke, Magie und Loyalität auf die Probe stellt; eine Reise, auf der sie gegen Monster kämpfen, Könige entthronen und sich verlieben wird.

Aber als Medea mit dem ultimativen Verrat konfrontiert wird, wird sie zu einer Verzweiflungstat getrieben, die so brutal ist, dass sie das Leben aller Beteiligten zerreißt...

Bei manchen Entscheidungen von Medea musste ich schon schwer durchatmen aber letztendlich passten sie zu ihrem Leben.

Fazit:
Mit „Medea - Die Hexe von Kolchis“ schildert die Autorin in ihrer Neuinterpretation den Anfang von Medeas Geschichte als junges verletzliches Mädchen, bis zu ihrem berüchtigten Ende. Eine atmosphärische, kraftvolle Neuerzählung, bei der ich tief in die griechische Mythologie eintauchen konnte. Mir hat in diesem Roman der flüssige und packende Schreibstil richtig gut gefallen.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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