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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2025

2.5 ⭐

Ever & After. Die dunkle Hochzeit
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Nachdem mich der erste Band der "Ever & After"-Reihe von Stella Tack gefallen hatte hatte, war meine Vorfreude auf die Fortsetzung groß. Leider konnte "Die dunkle Hochzeit" meine Erwartungen nicht ganz ...

Nachdem mich der erste Band der "Ever & After"-Reihe von Stella Tack gefallen hatte hatte, war meine Vorfreude auf die Fortsetzung groß. Leider konnte "Die dunkle Hochzeit" meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. Zwar bleibt das Märchenthema faszinierend und die düstere Atmosphäre wirkt passend zum Setting, doch insgesamt war mir dieser Band stellenweise zu überladen, zu langatmig und thematisch teilweise schwer verdaulich.

Positiv hervorzuheben ist erneut, wie kreativ die Autorin mit den bekannten Märchenstoffen spielt. Die Verknüpfung klassischer Märchenelemente mit düsterer Fantasy ist nach wie vor spannend umgesetzt, und man merkt deutlich, wie tief Stella Tack sich mit den ursprünglichen Erzählungen beschäftigt hat. Auch der Schreibstil hat mir wieder gut gefallen – er ist leicht zugänglich, flüssig und trotz der ernsten Grundstimmung mit Humor durchzogen, was vielen Szenen die nötige Leichtigkeit verleiht. Auch der Cliffhanger am Ende hat mich neugierig gemacht – der Spannungsbogen wurde gut aufgebaut, und man will wissen, wie es weitergeht.

Was mir jedoch deutlich weniger gefallen hat, war die inhaltliche Ausführung. Viele Szenen wirkten überzogen brutal oder schlicht unnötig für den Verlauf der Handlung. Zwar wurde vorab eine Triggerwarnung eingefügt, was ich grundsätzlich sehr begrüße – doch leider wurden nicht alle heiklen Themen erwähnt, und manche Beschreibungen empfand ich als unnötig detailliert und übertrieben. Dazu kam ein teils verwirrender Plot, der durch viele Einschübe und Wiederholungen streckenweise die Spannung verlor. Die Handlung zog sich in meinen Augen unnötig in die Länge, und man hätte problemlos mehrere Szenen kürzen oder ganz streichen können, ohne dass der rote Faden verloren gegangen wäre.

Auch mit der Liebesgeschichte hatte ich dieses Mal so meine Schwierigkeiten. Die Dynamik zwischen Rain, Cole und Black wirkte auf mich konstruiert und unausgewogen. Vor allem Rains plötzliche Gefühle für Black am Ende passten für mich nicht zum vorherigen Verlauf – das kam zu spät und wirkte nicht authentisch. Überhaupt fehlte mir das emotionale und glaubhafte Development zwischen den Figuren. Stattdessen blieb vieles oberflächlich oder wurde durch extreme Handlungen überdeckt, die für mich nicht nachvollziehbar waren. Die moralische Grauzone, die in Band 1 noch reizvoll war, wich hier einem sehr simplen Schwarz-Weiß-Denken.

Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass dieser Band vor allem als Lückenfüller dient – viel Setup, wenig echtes Vorankommen. Die Welt, die Charaktere und das Grundkonzept gefallen mir nach wie vor, aber ich hoffe, dass der Abschlussband wieder fokussierter, runder und emotional stimmiger wird. Ob ich ihn direkt lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht – zu sehr hat mich der zweite Teil in seiner Umsetzung enttäuscht. Ich vergebe 2.5 ⭐.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 19.12.2025

2 ⭐

Deepest Emotion
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Der Roman verfügt über einen grundsätzlich guten Schreibstil, konnte mich inhaltlich jedoch nicht überzeugen. Die Charaktere wirkten auf mich zunehmend anstrengend, zudem störten häufige Wiederholungen, ...

Der Roman verfügt über einen grundsätzlich guten Schreibstil, konnte mich inhaltlich jedoch nicht überzeugen. Die Charaktere wirkten auf mich zunehmend anstrengend, zudem störten häufige Wiederholungen, die die Geschichte unnötig in die Länge zogen. Eine straffere Erzählweise hätte dem Buch spürbar gutgetan.

Obwohl die Grundidee und die behandelten Themen Potenzial besitzen, fiel mir der Zugang schwer – insbesondere die Darstellung häuslicher Gewalt empfand ich als belastend und habe entsprechende Passagen übersprungen. Auch insgesamt blieb die Handlung für mich zu vorhersehbar und emotional überladen.

Bereits der erste Band hatte mich nur bedingt abgeholt, und leider konnte auch der zweite Teil meine Erwartungen nicht erfüllen. Insgesamt vergebe ich daher erneut 2 ⭐.

Veröffentlicht am 19.12.2025

2 ⭐

The Things Gods Break – Schattenverführt
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Nach dem sehr gelungenen ersten Band waren meine Erwartungen an die Fortsetzung entsprechend hoch. Umso größer ist die Ernüchterung über die erzählerische Richtung, die der zweite Band einschlägt. Während ...

Nach dem sehr gelungenen ersten Band waren meine Erwartungen an die Fortsetzung entsprechend hoch. Umso größer ist die Ernüchterung über die erzählerische Richtung, die der zweite Band einschlägt. Während der Auftakt noch durch Originalität, starke Prüfungen und eine in sich schlüssige Handlung überzeugte, wirkt die Fortsetzung überfrachtet, unnötig kompliziert und in vielen Teilen konstruiert.

Ein zentrales Problem ist die Überladung der Handlung. Statt sich auf ein oder zwei tragende Konflikte zu konzentrieren, verfolgt der Roman gleichzeitig eine Vielzahl von Handlungssträngen, die sich gegenseitig die Wirkung nehmen. Die Geschichte verliert dadurch an Fokus und Dynamik. Hinzu kommt eine auffällige Menge an inneren Monologen und erklärenden Passagen, die den Lesefluss hemmen. Wiederholte Erläuterungen zu Charakteren und Zusammenhängen verstärken den Eindruck, dass der Text deutlich hätte gekürzt werden können.

Besonders enttäuschend ist die Umsetzung der Prüfungen. Während diese im ersten Band zu den größten Stärken zählten, bleiben sie hier blass und spannungsarm. Die Einsätze wirken gering, die Aufgaben eher wie beiläufige Nebenhandlungen, obwohl sie eigentlich von zentraler Bedeutung sein sollten. Auch neue Charaktere, insbesondere die Titanen, bleiben emotional weitgehend wirkungslos und bauen keine echte Bindung zur Leserschaft auf.

Die erste Hälfte des Buches entwickelt sich entsprechend zäh und schleppend. Die Handlung wird spürbar hinausgezögert, zentrale Informationen werden künstlich zurückgehalten, was weniger Spannung als Frustration erzeugt. Erst ab etwa der Mitte gewinnt die Geschichte wieder an Klarheit und Richtung, was jedoch den insgesamt unausgewogenen Eindruck nicht vollständig ausgleichen kann.

Positiv hervorzuheben sind einzelne Aspekte, insbesondere die Kapitel aus Hades’ Perspektive. Seine Hintergrundgeschichte und die Einblicke in seine Entwicklung gehören zu den stärksten Momenten des Romans. Dennoch wirkt seine Rolle insgesamt untergenutzt, fast so, als würde ihm die narrative Bedeutung aus dem ersten Band genommen.

Problematisch erscheinen zudem zahlreiche moderne Referenzen – etwa auf Social Media, KI oder Popkultur –, die den mythologischen Ton stören und teilweise unfreiwillig aus der Geschichte herausreißen. Auch die übermäßige Verwendung von vulgärer Sprache trägt nicht zur Atmosphäre bei, sondern wirkt eher aufgesetzt.

Insgesamt hinterlässt der zweite Band einen zwiespältigen Eindruck. Er ist handwerklich solide geschrieben und keineswegs ein schlechtes Buch, bleibt jedoch weit hinter dem Potenzial seines Vorgängers zurück. Die Geschichte wirkt unnötig verlängert und in eine Serie gepresst, obwohl der erste Band auch für sich hätte stehen können. Trotz der Enttäuschung besteht weiterhin Interesse an den Charakteren und an der Fortsetzung – allerdings mit deutlich gedämpften Erwartungen.

Veröffentlicht am 16.12.2025

2 ⭐

Game of Greed
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Der Roman entführt den Leser in eine Welt von Reichtum, Luxus und gesellschaftlicher Inszenierung, schafft es jedoch nur bedingt, die erzählerischen Versprechen einzulösen. Jaynas Entscheidungen wirken ...

Der Roman entführt den Leser in eine Welt von Reichtum, Luxus und gesellschaftlicher Inszenierung, schafft es jedoch nur bedingt, die erzählerischen Versprechen einzulösen. Jaynas Entscheidungen wirken häufig widersprüchlich und wenig nachvollziehbar, wodurch die Spannung eher aus äußeren Tabus und Konflikten als aus authentischer Charakterentwicklung entsteht. Ihre Situation – geprägt von finanziellen Zwängen und moralischen Dilemmata – wird dramaturgisch zugespitzt, doch innere Konflikte und emotionale Tiefe werden nur unzureichend dargestellt.

Xavier, der Sohn ihres Sugar Daddys, bleibt trotz der wiederholten Betonung seines „verbotenen“ und anziehenden Wesens ein flacher Charakter. Seine Rolle dient primär als Auslöser für Spannungsmomente, bietet aber kaum psychologische Substanz. Die Beziehung zwischen den Protagonisten stützt sich stark auf Machtgefälle, Geheimnisse und Tabubrüche, ohne dass deren Konsequenzen oder die moralische Dimension der Entscheidungen wirklich reflektiert werden.

Im letzten Teil des Buches wirkt die Handlung besonders gehetzt. Konflikte werden abrupt aufgelöst, emotionale Entwicklungen bleiben weitgehend aus, und die narrative Spannung lässt nach. Die Geschichte verliert dadurch an Kohärenz und Tiefe. Die dramaturgische Zuspitzung wird nicht durch glaubwürdige Charakterinteraktionen getragen.

Insgesamt hinterlässt der Roman den Eindruck einer oberflächlich funkelnden, aber inhaltlich schwachen Erzählung. Trotz der anziehenden Thematik und der dunklen, sinnlichen Atmosphäre bleibt die psychologische und emotionale Substanz der Charaktere unzureichend ausgearbeitet, sodass das Potenzial der Geschichte nur zum Teil genutzt wird.

Veröffentlicht am 29.11.2025

2 ⭐

Ruthless Creatures
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Ich weiß kaum, wie ich dieses Buch einordnen soll. Die Handlung lag mir nicht, und mit Kage als Protagonist wurde ich überhaupt nicht warm. Seine Dialoge wirkten häufig wie eine übertriebene Ansammlung ...

Ich weiß kaum, wie ich dieses Buch einordnen soll. Die Handlung lag mir nicht, und mit Kage als Protagonist wurde ich überhaupt nicht warm. Seine Dialoge wirkten häufig wie eine übertriebene Ansammlung gängiger "stoischer, gefährlich-anziehender Alpha-Male"-Versatzstücke, ohne natürliche Leichtigkeit oder Humor. Einzelne Szenen waren zweifellos intensiv, doch insgesamt fühlte sich vieles bemüht an.

Auch die Beziehung zwischen den Charakteren entwickelte sich für meinen Geschmack viel zu abrupt. Statt nachvollziehbarer emotionaler Annäherung dominierte nahezu durchgehend körperliche Anziehung, sodass echte Gespräche oder charakterliche Tiefe kaum Raum bekamen. Die übermäßige, teils unpassende Sexualisierung – insbesondere die ständig wiederkehrenden Anspielungen – nahm der Geschichte zusätzlich jede Authentizität.

Besonders enttäuschend war die Darstellung des Umfelds: Mafia-Elemente blieben oberflächlich, und die Protagonistin wirkte trotz vermeintlich harter Lebensumstände erstaunlich passiv. Nur ihre Freundin Sloane brachte frische Energie in die Handlung und war letztlich der Hauptgrund, warum ich weitergelesen habe.

Insgesamt wirkte das Buch unausgewogen – zu viel Reiz, zu wenig Substanz. Zwar gab es einzelne unterhaltsame Momente, doch für mich blieb das Gefühl zurück, dass Handlung und Charakterentwicklung hinter der reinen Effekthascherei deutlich zurückstehen.