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Veröffentlicht am 01.06.2026

Ein spannendes und tiefgründiges Fantasyabenteuer voller Rätsel und Magie!

Magic Bookshop. Im Bann des dunklen Magiers
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Melbourne, 1893. Für die zehnjährige Pearl Cole gibt es keinen schöneren Ort als ihr Zuhause: Die Buch-Arkaden, die größte Buchhandlung der Welt. Hier kann man nicht nur in vielen, vielen Büchern stöbern, ...

Melbourne, 1893. Für die zehnjährige Pearl Cole gibt es keinen schöneren Ort als ihr Zuhause: Die Buch-Arkaden, die größte Buchhandlung der Welt. Hier kann man nicht nur in vielen, vielen Büchern stöbern, sondern auch die verschiedensten Abteilungen und Dinge entdecken wie das Wunderland (ein Spielzeugladen), einen Teesalon und Papageien. Doch der Tod von Pearls großer Schwester Ruby trübt das Familienglück. Als eines Tages ein mysteriöser Mann im Buchladen auftaucht, ändert sich das Leben der Coles schlagartig. Der Mann überreicht Pearl eine Visitenkarte, die sie ihrem Vater geben soll. Auf der Karte steht „Obskurotist“ – und obskur ist dieser Mann wirklich. Der Fremde ist ein dunkler Magier und lebt von Geschäften, die nur ihm zugute kommen. Als er Pearls Vater anbietet, dass er ihnen Ruby zurückbringt, wenn er dafür die Buchhandlung bekommt, willigt dieser ein. Doch der Deal hat verheerende Folgen. Um die Buch-Arkaden und ihre Familie zu retten, gehen Pearl und ihr Bruder Vally einen weiteren Handel mit dem dunklen Magier ein. Wenn sie sieben Aufgaben rechtzeitig lösen, bekommen sie ihr Zuhause und ihren Vater zurück. Ein atemloser Wettkampf gegen die Zeit beginnt...

An diesem Buch konnte ich natürlich auf keinen Fall vorbeigehen. Schon allein der Titel ließ mein Herz direkt höher schlagen und Cover und Klappentext taten dann ihr Übriges. „Magic Bookshop“ klang einfach genau nach meinem Geschmack und meine Erwartungen waren entsprechend hoch.

Amelia Mellor legt hier einen Kinderroman vor, in dem weitaus mehr steckt als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde. Verpackt in einem spannenden Fantasyabenteuer vor historischer Kulisse erzählt die US-amerikanische Autorin von Trauer und Verlust, von Mut, Zusammenhalt, der Bedeutung von Familie und dem Sinn des Lebens. Durch die teils schwere Thematik kommt die Geschichte öfters recht düster und emotional daher, wird aber niemals zu bedrückend. Amelia Mellor schreibt sehr gefühlvoll und die liebenswerten Eigenheiten der Charaktere lockern die Stimmung wunderbar auf. Dennoch ist dieses Buch sicherlich nicht für jedes 11-jährige Kind geeignet. Stellenweise wird es auch ganz schön gruselig, vor allem die Szene, in der sich Pearl und Vally in Puppen verwandeln, sorgt für Gänsehaut. Darüber hinaus braucht es ein bisschen, bis die Handlung richtig an Fahrt aufnimmt. Wer es gerne von Beginn an actionreich mag, muss hier etwas Ausdauer beweisen. Die Autorin nimmt sich viel Zeit, um uns die Familie Cole vorzustellen. Dies drückt zwar etwas auf die Spannung, ist aber wichtig für den späteren Verlauf. Durch den Tod ihrer Schwester haben sich die restlichen Cole-Geschwister sehr voneinander entfernt und versuchen jeder auf seine Weise mit dem Tod von Ruby klarzukommen. Doch als ihr geliebtes Zuhause in Gefahr gerät, finden sie wieder zueinander und lernen nicht nur eine Menge über sich selbst, sondern auch übereinander. Gemeinsam wachsen sie über sich hinaus und und ziehen an einem Strang, um das zu retten, was ihnen wichtig ist. Es macht Spaß, in die geheimnisvolle Welt der Buch-Arkaden einzutauchen und die beiden Hauptprotagonisten Pearl und Vally zu begleiten. Amelia Mellor hat hier einen tollen Schauplatz erschaffen, der ein reales Vorbild hat. Am Ende erfahren wir, dass es die Familie Cole und die Buch-Arkaden wirklich gab. Letztere waren vermutlich weniger magisch als in diesem Buch, steckten aber ebenfalls voller Wunder und Überraschungen.

Mir persönlich hat trotz allem etwas gefehlt. Vielleicht habe ich einfach zu viel erwartet, keine Ahnung, aber irgendwie konnte mich die Geschichte nicht so fesseln und verzaubern wie erhofft. Im Englischen gibt es bereits zwei Folgebände, aber ich gehe momentan eher nicht davon aus, dass ich die Reihe weiterverfolgen werde.

Fazit: „Magic Bookshop – Im Bann des dunklen Magiers“ ist ein magisches Abenteuer voller Geheimnisse und Fantasie, gepaart mit einer bewegenden Familiengeschichte über Zusammenhalt, Abschied und Vertrauen. Ein spannender Kinderroman für alle ab 11 Jahren, die sich gerne in fantasievolle Welten entführen lassen. Auch wenn ich mir etwas mehr erhofft habe, kann ich das Buch sehr empfehlen. Von mir gibt es 3,5 – hier gerundet auf 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Warmherzig, humorvoll, außergewöhnlich.

Spion Nr 9 und die Kunst, nicht aufzufallen
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Der 11-jährige Estrich hat eine wichtige Mission. Als außerirdischer Spion muss er die Menschen beobachten und deren Verhalten in einem streng geheimen Logbuch dokumentieren. Estrich nimmt seine Aufgabe ...

Der 11-jährige Estrich hat eine wichtige Mission. Als außerirdischer Spion muss er die Menschen beobachten und deren Verhalten in einem streng geheimen Logbuch dokumentieren. Estrich nimmt seine Aufgabe sehr ernst. Für ihn ist es absolut klar, dass er nicht von der Erde ist, dafür ist ihm dort alles viel zu kompliziert. Warum sind manche Menschen freundlich und andere nicht? Sind Zebras schwarz mit weißen Streifen oder weiß mit schwarzen Streifen? Estrich ist auf jeden Fall anders als die anderen. Um nicht aufzufallen, konzentriert er sich auf seine Lieblingszahl 9 und versucht dem Hausmeister an seiner Schule die richtigen Fragen zu stellen (von denen er ziemlich viele hat!). Sein Leben gerät jedoch komplett aus den Fugen, als sein Logbuch eines Tages verschwindet, ein Erpresserbrief auftaucht und dann auch noch eine Mitschülerin wie vom Erdboden verschluckt ist. Steht seine Rückreise zu seinem Heimatplaneten an? Oder ist es nun an der Zeit herauszufinden, wer er eigentlich wirklich ist?

Kinderbücher über das Anderssein lese ich immer unheimlich gerne. Meine Neugierde war daher sehr schnell geweckt, als ich zum ersten Mal von Jona Manows erstem Kinderroman hörte. Cover und Klappentext überzeugten mich auf Anhieb – die Geschichte hat mich jedoch etwas zwiespältig zurückgelassen. „Spion Nr. 9 und die Kunst, nicht aufzufallen“ ist ein sehr ruhig erzählter Roman, der sich langsam entfaltet und dessen besondere Erzählweise vermutlich nicht jedermanns Sache ist. Es kommt natürlich immer aufs Kind an – ich könnte mir jedoch vorstellen, dass die meisten jungen Leserinnen das Buch recht schnell wieder aus der Hand legen werden, da ihnen einfach zu wenig Aufregendes passiert.

Jona Manow lässt seine elfjährige Hauptfigur selbst erzählt die Geschichte erzählen. Man ist dadurch ganz dicht dran an Estrichs Gedankengängen, die eindrucksvoll zeigen, wie fremd man sich fühlen kann, wenn man die Welt anders wahrnimmt als andere und vom Alltag und seinen Mitmenschen manchmal völlig überfordert ist. Dem Autor ist es wunderbar gelungen, aus der Sicht eines neurodiversen Kindes zu schreiben – authentisch, humorvoll und mit ganz viel Herz. Estrich ist ein überaus sympathischer Junge, den man einfach gernhaben muss. Er hinterfragt oft die banalsten Dinge, nimmt vieles wortwörtlich und zieht häufig andere (sehr fantasievolle) Schlüsse. Als Leser
innen durchschaut man die Zusammenhänge meist schneller als Estrich und kann gar nicht anders, als über sein Denken und Verhalten zu schmunzeln. Stellenweise lesen sich seine inneren Monologe aber auch ein wenig wirr und kompliziert. Einerseits unterstreicht dies natürlich sehr gut Estrichs Einzigartigkeit, aber mir persönlich ist es mitunter ein wenig schwer gefallen, mich komplett darauf einzulassen. Darüber hinaus hätte ich mir auch mehr Klarheit über Estrichs Geschlecht gewünscht. Eigentlich lernen wir ihn als einen Jungen kennen, aber immer mal wieder wird er von anderen auch Esther genannt.
Jona Manow hat zweifellos einen Kinderroman geschrieben, der sich von der Masse abhebt. Wichtige Themen wie Neurodiversität, Querness, Freundschaft, Selbstfindung und das Dazugehören haben hier ihren Platz gefunden, verpackt in einer unterhaltsamen Schulgeschichte mit leichten Krimielementen, liebevollen Charakteren und einer wertvollen Botschaft, die zum Nachdenken anregt. Wir sollten uns alle ein Beispiel an Estrichs Mutter und seinen Freund*innen nehmen, die unseren einzigartigen Protagonisten immer mit Verständnis begegnen und so akzeptieren wie er ist.

Fazit: „Spion Nr. 9 und die Kunst, nicht aufzufallen“ ist eine tiefgründige Geschichte über das Anderssein, Individualität und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Ein außergewöhnliches und anspruchsvolles Kinderbuch ab 9 Jahren, das durch seine warmherzige Erzählweise und seinen feinen Humor besticht. Auch wenn ich mit dem Bucht nicht vollends warm geworden bin, kann ich es empfehlen, allen voran Fans der „Rico und Oskar“ - Reihe. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Ungewöhnlich und fantasievoll!

Der Schatzsucher-Club von der Themse
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3,5 Sterne

Die drei Freunde Clem, Zara und Ash sind Mitglieder des Londoner Schatzsucher-Clubs, sogenannte Schlammlerchen. Bewaffnet mit Schaufel und Eimer gehen sie jeden Samstag an der Themse auf die ...

3,5 Sterne

Die drei Freunde Clem, Zara und Ash sind Mitglieder des Londoner Schatzsucher-Clubs, sogenannte Schlammlerchen. Bewaffnet mit Schaufel und Eimer gehen sie jeden Samstag an der Themse auf die Suche nach Schätzen, die ans Ufer geschwemmt wurden. Die drei Kinder können sich keine schönere Beschäftigung vorstellen. Es ist jedes Mal einfach absolut magisch! Nicht nur Schätze warten am Ufer darauf gefunden zu werden, sondern auch Geschichten. Vor allem Clem ist eine begnadete Schatzsucherin, ihren Adleraugen entgeht nichts. Eines Tages zieht sie etwas ganz Besonders aus dem Schlamm. Zu dem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht, dass dies der Beginn eines unglaublichen Abenteuers ist. Auf einmal beginnt in London das Chaos auszubrechen. Das Wetter spielt verrückt, heftige Erdbeben erschüttern die Stadt und die Themse beginnt sich immer sonderbarer zu verhalten. Nur der Schlammladenbesitzer Oswald scheint zu wissen, was los ist. Als er den Freunden von seiner Vermutung erzählt, steht für die drei schnell fest, dass sie sich in den schäumenden Fluss wagen müssen. Ob sie ihre Heimatstadt wohl retten können?

Nachdem mich Katya Balen bereits mit ihrem Roman „October, October“ begeistern konnte, war meine Neugier schnell geweckt, als ich von ihrem neuen Werk „Der Schatzsucher-Club von der Themse – Die geheime Stadt“ hörte. Das Cover hat mich direkt angelacht (sieht es nicht toll aus?) und die Geschichte dahinter klang nach einer ziemlich abenteuerlichen und skurrilen Lektüre – also genau mein Ding! Abenteuerlich und skurril habe ich auch bekommen – für meinen Geschmack schon ein wenig zu viel des Guten.

Wer hier ein Buch im Stil von „October, October“ erwartet, wird wahrscheinlich überrascht sein (oder vielleicht auch enttäuscht). Katya Balen stellt zweifellos unter Beweis, dass sie eine sehr vielseitige Autorin ist und neben poetisch und bewegend auch sehr spaßige Geschichten schreiben kann. Mit einer ordentlichen Portion Humor und Fantasie erzählt die britische Autorin ein turbulentes (Unterwasser)-Abenteuer, das auch Lesemuffel zu fesseln vermag. Durch die schlanke Seitenzahl, die kurzen Kapitel und die reiche Bebilderung ist das Buch flott gelesen und durchaus auch für Erwachsene unterhaltsam. Katya Balen hat hier eine sehr kreative Welt erschaffen, die vor schrägen Details und Einfallsreichtum nur so sprüht. Vor allem die zahlreichen Fisch-Wortspiele sind genial wie Guppingham Palace oder Britfish Library. Ein großes Lob gebührt an dieser Stelle auch der Übersetzerin Birgitt Kollmann, die den wortwtzigen Text so gekonnt ins Deutsche übertragen hat.
Kinder werden die Ideen in diesem Buch garantiert lieben, vor allem für Leser*innen aus London wird es ein großes Vergnügen sein, da sie die Anspielungen auf die Metropole natürlich am besten verstehen. Aber auch für Nicht-Kenner bietet das erste Abenteuer der drei Schatzsucher Clem, Zara und Ash spannende Unterhaltung. Die drei Freunde sind ein tolles Team. Ziemlich verschieden und nicht immer einer Meinung, aber gerade das macht sie so sympathisch und unschlagbar.
Auch mit den Nebenfiguren hat die Autorin echte Unikate kreiert, die für einige vergnügliche Momente sorgen. Und ganz nebenbei vermittelt die Geschichte auch noch wichtige Botschaften über Klimawandel, Umweltverschmutzung, Freundschaft und Zusammenhalt, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen.

Begleitet wird die Handlung von vielen charmanten und detailreichen schwarz-weiß Illustrationen von Rachael Dean, die das Erzählte perfekt ergänzen. Das Ende ist abgeschlossen, lässt aber reichlich Spielraum für weitere Bände. Auf Englisch gibt es sogar schon zwei Fortsetzungen. Ob ich die Reihe aber weiterverfolgen werde, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Mir hat dieser Band gefallen, aber so richtig überspringen wollte der Funke dann irgendwie doch nicht.

Fazit: „Der Schatzsucher-Club von der Themse – Die geheime Stadt“ ist ein rasantes, witziges und ziemlich verrücktes Abenteuer, das auf eine fantasievolle Weise das Thema Umweltschutz behandelt. Ein origineller Auftakt einer ungewöhnlichen Kinderbuchreihe ab 8 Jahren. Auch wenn ich mir etwas mehr erhofft habe, habe ich das Buch gerne gelesen und kann es sehr empfehlen. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 05.03.2024

Ein witzig-schräger Kinderkrimi zum Schmunzeln und Mitraten

Die Swifts (Band 1) - Ein vorzügliches Verbrechen
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In der Familie Swift ist es Tradition, jedes Mitglied am Tag seiner Geburt mithilfe eines Wörterbuches zu benennen. Der Name wird zufällig gewählt und legt den Charakter fest. Die Swifts tragen daher ...

In der Familie Swift ist es Tradition, jedes Mitglied am Tag seiner Geburt mithilfe eines Wörterbuches zu benennen. Der Name wird zufällig gewählt und legt den Charakter fest. Die Swifts tragen daher ziemlich ungewöhnliche Namen wie Schadenfreude, Mahlstrom und Erbschaft. Alle zehn Jahren kommen sämtliche Verwandten auf ihrem großen alten Anwesen zusammen, um nach dem lange verschwundenen Familienschatz zu suchen. Dieses Mal jedoch läuft das Familientreffen ganz anders ab als sonst. Tante Schadenfreude wird bewusstlos am Fuß der Treppe aufgefunden und Schelmerei, die jüngste der drei Swift-Schwestern, ist sich sofort sicher: Jemand hat versucht, ihre Tante zu ermorden! Doch wer ist der Täter? Gemeinsam mit ihren Schwestern versucht Schelmerei den Mordversuch aufzuklären, doch während die Kinder ermitteln, ereignen sich noch weitere schlimme Vorfälle. Ob es ihnen wohl rechtzeitig gelingen wird, den Fall zu lösen?

Als ich zum ersten Mal von den Swifts hörte, stand für mich sofort fest, dass ich sie kennenlernen möchte. Der Klappentext klang nach einer Story ganz nach meinem Geschmack, sodass ich mich entsprechend sehr aufs Lesen gefreut habe. Meine anfängliche Euphorie erhielt nur leider schon nach kurzer Zeit einen kleinen Dämpfer. Mir persönlich hat es zu lange gedauert, ehe die Handlung richtig in Gang kommt. Die Autorin nimmt sich zu Beginn viel Zeit, um uns die Swifts vorzustellen, was angesichts der vielen Familienmitglieder und ihren sonderbaren Ritualen durchaus Sinn macht, nur eben auch etwas die Spannung killt. Erst ab dem Mordversuch hat mich die Geschichte mehr mitreißen können, allerdings ist es ihr auch im weiteren Verlauf nicht gelungen, meine Aufmerksamkeit durchgehend zu fesseln. Ich kann noch nicht einmal sagen, woran genau es gelegen hat. Es gibt unvorhersehbare Wendungen und rätselhafte Vorkommnisse und auch an amüsanten Szenen mangelt es nicht. Vielleicht war der Schreibstil einfach nicht so meiner. Er liest sich durch die originellen Wortspiele zwar sehr unterhaltsam, nur ist er auch recht anspruchsvoll (meiner Ansicht nach etwas zu anspruchsvoll für 10-jährige Leserinnen).

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen. Denn es gab auch vieles, was mir sehr gut gefallen hat. Das atmosphärische Setting mochte ich auf Anhieb. Ein großes altes Herrenhaus mit versteckten Türen und Räumen und eigenwilligen Bewohner
innen – einfach der ideale Schauplatz für einen klassischen Krimi im Agatha Christie-Stil.

Die Charaktere, mit denen die Geschichte bestückt ist, erinnern hinsichtlich ihres Witz und Charmes teils sehr an die Werke von Lemony Snicket. Wir bekommen es hier mit einer herrlich bunten Truppe an extravaganten Persönlichkeiten zu tun, die so außergewöhnlich sind wie ihre Namen und die mit ihren ganzen Spleens und Eigenheiten für ein wunderbares Vergnügen sorgen.
Da hätten wir zum Beispiel unsere aufgeweckte und sympathische Hauptprotagonistin Schelmerei, die man direkt ins Herz schließt; ihre beiden älteren Schwestern Phänomen und Clementine und – was für mich sehr unerwartet kam – ein paar queere Figuren wie Rain, der/die nicht-binär ist und sich seinen/ihren Namen selbst ausgewählt hat.

Die Handlung ist tiefgründiger als das Cover und der Klappentext vermuten lassen. Sie vermittelt so einige wichtige Themen und Werte wie Identität, Familie, Teamwork und Zusammenhalt und erinnert uns daran, dass es nicht unsere Namen sind, die uns definieren, sondern wir selbst darüber bestimmen, wer wir sind.
Der detektivische Lesespaß kommt dabei aber natürlich nicht zu kurz. Als Leserin begleitet man Schelmerei und Phänomen auf ihren Ermittlungsarbeiten und rätselt eifrig mit ihnen mit. Das Unterfangen, den wahren Täter zu finden, erweist sich als äußerst knifflig, es gibt viele Verdächtige und falsche Fährten und dann gilt es auch noch einen lange verschollenen Schatz zu finden. Hier wird sogar so mancher Erwachsener öfters aufs Glatteis geführt und von der Auflösung am Ende überrascht werden.
Die schwarz-weiß Illustrationen von Kai Schüttler unterstreichen den besonderen Ton der Geschichte gekonnt und runden das Ganze ab (allerdings hätte es von den Zeichnungen gerne noch ein paar mehr geben dürfen).

Fazit: „Die Swifts - Ein vorzügliches Verbrechen“ ist eine spannende und witzig-charmante Familiengeschichte mit einem mysteriösen Fall zum Mitraten, liebenswert-schrägen Charakteren und einer wertvollen Botschaft, die zum Nachdenken anregt. Ein cleverer Kinderkrimi für pfiffige Leser
innen ab 10 Jahren voller Geheimnisse und skurrilem Humor. Auch wenn mich das Buch nicht komplett überzeugen konnte, kann ich diesen Reihenauftakt empfehlen. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 03.08.2023

Für mich der schwächste Thriller der Autorin, aber dennoch gelungen

Und du wirst lächelnd sterben
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Da ich die Erdbeerpflücker-Reihe von Monika Feth über alles liebe und ihre Romy-Bücher ebenfalls sehr gerne mag, war sofort klar, dass ich auch ihren neuen Thriller „Und du wirst lächelnd sterben“ unbedingt ...


Da ich die Erdbeerpflücker-Reihe von Monika Feth über alles liebe und ihre Romy-Bücher ebenfalls sehr gerne mag, war sofort klar, dass ich auch ihren neuen Thriller „Und du wirst lächelnd sterben“ unbedingt lesen muss. Auf das Buch war ich wahnsinnig gespannt!

Ivy befindet sich auf der Flucht. Warum oder vor wem sie flieht, weiß sie nicht. Sie weiß gar nichts mehr. Nicht wer sie ist, wie sie heißt und woher sie kommt. Da ist nur diese große Angst in ihr, die ihr sagt, dass sie unbedingt weg muss. Irgendjemand ist hinter ihr her, der sie auf keinen Fall finden darf. Orientierungslos läuft sie davon, ohne Geld, Handy und Papiere und mit Blut auf ihrem Oberkörper, das nicht ihr eigenes ist. In einem kleinen Ort findet sie schließlich in einer Pension Unterschlupf. Die freundliche Inhaberin Marleen überlässt ihr ohne Fragen zu stellen ein Zimmer und kümmert sich um sie. Sehr bald fällt Ivy ihr Vorname wieder ein und mit der Zeit kommen weitere Erinnerungen zurück. Nachts wird sie von Albträumen geplagt, Albträume über ein schreckliches Ereignis, das sie nicht hätte sehen dürfen. Was genau hat sie nur beobachtet? Wieso kann sie nicht zur Polizei gehen? Ivy fasst den Entschluss, in der Küstenstadt Heiligenhafen unterzutauchen und findet in dem Bistro eines Strandhotels Arbeit. Ob sie hier vor ihren Verfolgern sicher ist?

Als großer Fan von Monika Feths Jugendbüchern hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an ihr neues Werk. Leider muss ich sagen, dass ich ein bisschen enttäuscht wurde. Es ist kein schlechtes Buch – die deutsche Schriftstellerin hat mal wieder einen sehr facettenreichen Psychothriller geschrieben, in welchem sie ernste und aktuelle Themen aufgreift wie Gedächtnisverlust, toxische Beziehungen, sexuelle Gewalt, Machtmissbrauch und Korruption bei der Polizei. Mit ihren vorherigen Thrillern kann „Und du wirst lächelnd sterben“ in meinen Augen nur nicht mithalten.

Aber fangen wir von vorne an. Das Cover ist recht schlicht gestaltet, fällt aber dennoch auf und ist passend fürs Genre. Es harmoniert farblich zudem sehr schön mit den anderen Jugendthrillern der Autorin, wenngleich es sich hierbei um eine in sich abgeschlossene Geschichte handelt. Der Einband macht auf jeden Fall neugierig auf den Inhalt, genauso wie der Titel und der Klappentext.
Auch der Einstieg in die Geschichte ist äußerst gelungen. Wir lernen unsere Hauptprotagonistin Ivy kennen und wie sie, so wissen auch wir Leser*innen zunächst nicht, wie sie heißt, was ihr widerfahren ist und wieso und vor wem sie flüchtet. Es ist nur klar, dass sie irgendetwas Traumatisches erlebt haben muss, was zu ihrer Amnesie geführt hat. Erst nach und nach kommen ihre Erinnerungen zurück und setzen sich wie bei einem Puzzle Stück für Stück zusammen.
Eigentlich die besten Voraussetzungen für einen fesselnden Thriller, aber leider hat die Autorin spannungtechnisch einiges an Potential verschenkt, indem sie auch aus dem Blickwinkel der Gegenspieler berichtet.

Wie gewohnt wechselt Monika Feth gekonnt zwischen mehreren Erzählperspektiven. Einerseits ist es interessant – und erschütternd – zu lesen, was in den Köpfen der Täter vor sich geht. Andererseits werden dadurch aber auch viele Details verraten, sodass man sich schon recht früh denken kann, was Ivy durchgemacht haben muss und warum ihre Verfolger sie unbedingt finden und zum Schweigen bringen möchten. Der weitere Verlauf ist daher etwas vorhersehbar und die Auflösung kommt nicht wirklich überraschend. Bei mir jedenfalls blieb der große Aha-Moment leider aus. Für meinen Geschmack passiert auf den gut 496 Seiten zudem zu wenig, im Mittelteil hatte die Story einige leichte Längen für mich. Erst zum Ende hin nimmt die Handlung wieder mehr an Fahrt auf und entwickelt durch die schnellen wechselnden Sichtweisen eine richtige Sogwirkung.

Abgesehen von dem fehlenden Nervenkitzel mochte ich das Buch aber sehr. Geschrieben ist es zweifellos hervorragend. Monika Feths bildlicher und angenehmer Sprachstil lässt einen voll und ganz in die Geschichte eintauchen und ihr Händchen für die Beschreibungen von Schauplätzen sorgt durchweg für eine tolle Atmosphäre. In diesem Fall kommt zudem ein gewisses Urlaubsfeeling auf, da uns die Autorin diesmal an die Ostseeküste mitnimmt.

Die Figuren sind lebensnah und vielfältig gezeichnet und auch wenn ich ihr Verhalten nicht immer nachvollziehen konnte, haben sie mir gefallen. Vor allem Ivy ist ein wunderbarer Charakter. Sie ist freundlich, aufgeschlossen und tough und lässt sich nicht unterkriegen, mir war sie auf Anhieb sympathisch. Ich habe sie sehr für ihre Stärke und ihren Mut bewundert und ihre Flashbacks haben mich oft ziemlich schockiert. Es gibt ein paar wenige Gewaltbeschreibungen, die zwar nicht zu brutal sind, aber dennoch unter die Haut gehen. Die Triggerwarnung hinten im Buch ist meiner Ansicht nach definitiv gerechtfertigt.

Trotz meiner Kritikpunkte habe ich das Buch wirklich gerne gelesen und sollte es eine Fortsetzung geben, würde ich auf jeden Fall zu ihr greifen. Ich gehe zwar davon aus, dass es sich hierbei um einen Einzelband handelt, aber da am Schluss ein paar Fragen offenbleiben, könnte es durchaus weitergehen.

Fazit: Trotz Schwächen hinsichtlich der Spannung ein gelungener abwechslungsreicher Jugendthriller mit einer starken Protagonistin, vielschichtigen Charakteren und jeder Menge Tiefgang. „Und du wirst lächelnd sterben“ ist intensiv, realistisch und voller Abgründe. Toll geschrieben und atmosphärisch dicht erzählt. Auch wenn ich mir insgesamt mehr erhofft habe, hatte ich viel Spaß beim Lesen und kann das Buch empfehlen. Wer gerne ruhige Thriller mag, sollte sich „Und du wirst lächelnd sterben“ unbedingt mal ansehen. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen!

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