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Veröffentlicht am 26.03.2024

"Zeichen setzen gegen den Stylingwahn" und "so so positiv"

Mathilda – Wie style ist das denn?!
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"Gegen den Stylingwahn" und "so so positiv"

Bewertung aus Langenargen am 26.03.2024
Bewertungsnummer: 2163389
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Während ihre Schwester Thea als Influencerin viel Zeit ...


"Gegen den Stylingwahn" und "so so positiv"

Bewertung aus Langenargen am 26.03.2024
Bewertungsnummer: 2163389
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Während ihre Schwester Thea als Influencerin viel Zeit mit Styling und Internetposts verbringt und "immer so so positiv" ist, kann die 12 jährige Mathi wenig damit anfangen und hat in der Schule eher eine Außenseiterrolle. Sehr witzig beobachtet beschreibt sie ihre Mitschüler und den Schulalltag, hält sich jedoch versteckt unter großen Klamotten im Hintergrund. Bis eines Tages in der Schule bekannt wird, dass sie Schwester einer berühmten Influencerin ist und sie plötzlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht und um Rat hinsichtlich verschiedenener Schönheitsprobleme gebeten wird. Sie erkennt zunehmend, dass jeder Mensch Unsicherheiten in sich trägt, kann wachsend auch zu ihren eigenen Unsicherheiten stehen und dass es weniger um das Äußerliche geht als dass es manchmal einfach eine Extraportion "5x NETT" braucht. Die Autorin schreibt sehr empathisch und witzig. Immer wieder tauchen kleine Comicelemente auf ("bäm") und lockern das Schriftbild auf. Im Rahmen von Ankreuzfragen geht Mathi(lda) in Kontakt mit der Leserin, was oft sehr lustig ist, manchmal aber auch zum Nachdenken anregt. Die Altersangabe "ab 10 Jahren" finde ich sehr passend. Gerade nach dem Schulwechsel aus der Grundschule in die weiterführende Schule treten bei vielen Mädchen Fragen nach Zugehörigkeit, körperlichen Veränderungen und damit verbundene Unsicherheiten in den Vordergrund. Mit viel Humor und Verständnis begegnet die Autorin diesen Themen.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Originell und den Zeitgeist treffend

Hustle
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Leonie zieht im Rahmen einer "beruflichen Neuorientierung" nach München - einer Stadt, zu der sie eine Art Hassliebe entwickelt. Einerseits sind die Mietpreise und -bedingungen jenseits von Gut und Böse. ...

Leonie zieht im Rahmen einer "beruflichen Neuorientierung" nach München - einer Stadt, zu der sie eine Art Hassliebe entwickelt. Einerseits sind die Mietpreise und -bedingungen jenseits von Gut und Böse. Andererseits nimmt der Chic und Charme der Stadt sie zunehmend ein. Um sich den Lebensstil leisten zu können, macht sie ihre besondere Fähigkeit, Rachepläne zu schmieden und auszuüben, zu ihrem heimlichen Zweitjob.
Der Ton ist zum einen leicht und locker, dann wieder ironisch und fast sarkastisch. Manchmal blitzt ein wenig der Vibe von "Sex in the City" durch, wobei es in dem Roman von Julia Bähr weniger um Beziehungen und Sex geht, sondern vielmehr um das (Über-)Leben in einem absurd teuren städtischen Umfeld. Die Charaktere sowie die Beziehungsdynamiken bleiben etwas oberflächlich in der Darstellung. Gleichzeitig besticht der Roman absolut durch seine originellen Ideen und trifft den Zeitgeist auf den Punkt! Eine Geschichte, die sich flüssig liest und gut unterhält.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Viel los, wenig Tiefe – eine Familie am Limit

Alle glücklich
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„Alle glücklich" – ein Roman, der mich gut unterhalten, aber nicht so tief berührt hat, wie ich es mir erhofft hatte.
Nina, Alexander, Ben und Emilia – nach außen hin eine glückliche Familie. Doch hinter ...

„Alle glücklich" – ein Roman, der mich gut unterhalten, aber nicht so tief berührt hat, wie ich es mir erhofft hatte.
Nina, Alexander, Ben und Emilia – nach außen hin eine glückliche Familie. Doch hinter der Fassade brodelt es, während vordergründig versucht wird, diese aufrechtzuerhalten - "passt schon".
In „Alle glücklich" wird man als Leser mit einer Vielzahl schwerer Themen konfrontiert. Kaum ist das eine angestoßen, kommt das nächste. Das macht das Buch einerseits kurzweilig und schnell lesbar – andererseits fehlt dadurch manchmal die Tiefe, die die einzelnen Ereignisse verdient hätten.
Auch das Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen – es bricht so abrupt ab, dass sich das Gefühl aufdrängt, ein guter Teil der Geschichte fehle noch.
Insgesamt ist es ein schnell lesbares Buch mit echten Pageturner-Qualitäten, das aber an seiner Stofffülle ein wenig leidet. Eine Familie zerbricht, verliert den Blick füreinander. Wie die Scherben aufgesammelt werden? Das bleibt offen.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Farbenfroh illustriert, das Ende hätte phantasievoller sein dürfen

Vom kleinen Spatz, der eine große Amsel werden wollte
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Von Werner Holzwarth kennen die meisten vermutlich "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat". Sein neues Buch "Vom kleinen Spatz, der eine große Amsel werden wollte" lebt ...

Von Werner Holzwarth kennen die meisten vermutlich "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat". Sein neues Buch "Vom kleinen Spatz, der eine große Amsel werden wollte" lebt direkt auf den ersten Blick von seinen Illustrationen - ausgesprochen farbenfroh und fröhlich leuchten sie dem Leser entgegen. Der Text ist wunderbar für kleine Kinder geeignet. Es gibt einen gewissen Rhythmus durch die Wiederholung der Erzählweise, was kleine Kinder oft sehr lieben. Das Buch macht unglaublich neugierig auf den ersten Seiten und man möchte direkt erfahren, ja, was wird denn aus dem kleinen Spatz, der kleinen Amsel, der kleinen Taube,... wenn sie mal groß sind. Das Ende hat uns dann leider nicht überzeugt. Gerade weil die Großen seitenweise so nüchtern gegenüber den kleinen Vogelkindern argumentieren, fiebert man als Leser auf ein besonders kreatives und phantasievolles Finale zu, was dann leider ausbleibt.
So ist es insgesamt ein wirklich wunderbar illustriertes Kinderbuch, inhaltlich blieb es zum Ende jedoch hinter unserer Erwartung zurück.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Sanfte Einschlafhilfe mit spirituellem Ansatz

Einschlafrituale für dein Kind
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Schlaf – ein immer wiederkehrendes Thema unter Eltern. Das schmale Büchlein möchte dabei helfen, das Einschlafen zu erleichtern. Nicht bei den Eltern, die oft im Stehen einschlafen könnten, sondern für ...

Schlaf – ein immer wiederkehrendes Thema unter Eltern. Das schmale Büchlein möchte dabei helfen, das Einschlafen zu erleichtern. Nicht bei den Eltern, die oft im Stehen einschlafen könnten, sondern für die Kleinen, die zum Teil erst abends so richtig munter werden...
Nach einigen einleitenden Worten zum Aufbau und zur Funktion des Schlafrhythmus ist das Büchlein in die jeweiligen Altersgruppen unterteilt (Baby, Kleinkind, Grundschulalter,...). Dabei greift die Autorin meines Erachtens sehr gut die Besonderheiten der jeweiligen Altersgruppe auf und betont die Notwendigkeit ausgeglichener Eltern, was das Einschlafen für die Kinder deutlich erleichtert. Ganz hübsch fand ich die beschriebene Meditation für die Eltern. Inwieweit es allerdings Eltern abends im allgemeinen Trubel noch gelingt, eine Meditation durchzuführen, wage ich als Mutter von drei Kindern etwas zu bezweifeln. Trotzdem fand ich die Idee bemerkenswert, Einschlafprobleme nicht allein beim Kind zu verorten, sondern auch als Elternteil die eigene innere Verfassung zu reflektieren.
Es gibt immer wieder praktische Tipps (z.B. Monsterspray mit Lavendelduft), und überhaupt ist das Büchlein Kindern gegenüber ausgesprochen wohlwollend, warm und behütend geschrieben. Für mich sind die ganz großen Aha-Momente beim Lesen allerdings ausgeblieben. Persönlich schwierig fand ich die zum Teil spirituell-esoterischen Verknüpfungen (Stichwort Rudolf Steiner). Zudem spürt man beim Lesen eine ganz klare Haltung der Autorin, z.B. gegenüber Stillen, Familienbett etc. Hier hätte ich mir eine etwas offenere Haltung gegenüber verschiedenen familiären Lebenssituationen gewünscht.
Zusammenfassend war es für mich ein nettes Büchlein, von dem ich für uns allerdings in der Praxis wenig umsetzen kann. Eltern, deren Kinder unter ernsthaften Einschlafschwierigkeiten leiden, könnten eventuell sogar deprimiert sein, da alles so einfach dargestellt wird und unrealistische Erwartungen erzeugt werden. Der Druck, es „richtig" zu machen, erhöht sich dadurch nur noch mehr. Eltern, die gegenüber Spiritualität und den Lehren Rudolf Steiners offen sind, finden hier in jedem Fall ein warmes und Geborgenheit vermittelndes Buch.

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