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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2025

Idee top, Umsetzung leider schwächer

Rauhnächte
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MEINUNG:

Schon lange lese ich die Romane/ Krimis von Ellen Sandberg aka Inge Löhnig und freue mich immer auf neuen Lesestoff. Besonders mochte ich Die Vergessenen und Das Erbe. Bei Rauhnächte handelt ...

MEINUNG:

Schon lange lese ich die Romane/ Krimis von Ellen Sandberg aka Inge Löhnig und freue mich immer auf neuen Lesestoff. Besonders mochte ich Die Vergessenen und Das Erbe. Bei Rauhnächte handelt es sich um einen bereits 2014 erschienen Roman Die Flammen flüstern dein Lied von Inge Löhnig, die sie nochmal überarbeitet hat. Das wird auch im Nachwort erwähnt. 

 Pia findet heraus, dass sie adoptiert ist und ihre Adoptiveltern verhalten sich komplett komisch. Da ist keinerlei Emotion oder ein Versichern, dass sie trotzdem geliebt wird. Eigentlich ist gibt es nur ihre beste Freundin Tami, die für sie da ist. Natürlich wird auch gemauert als sie anfängt Fragen zu stellen. Pia ist eigentlich 22 Jahre alt, aber kommt mir doch ein wenig jünger vor, eher 17, 18 Jahre alt. Ich vermute, dass das Buch vorher eher ein Jugendbuch war. Pia macht sich auf die Suche nach Antworten, in dem Heimatdorf ihrer leiblichen Mutter. Außerdem möchte sie herausfinden, wer ihr leiblicher Vater ist. Ihre Oma bezeichnet sie immer als anders. Dazu passen ihre wilden roten Haare, womit ihr so ein leichter Touch von einer Hexe verliehen werden sollte. Allerdings passt das vielleicht besser zu ihrer leiblichen Mutter. Sie wird daher auch als "Fuchserl" bezeichnet. 

Für mich las sich Geschichte irgendwie ziemlich sperrig. Das empfinde ich oft so, wenn die Charaktere ziemlich blaß bleiben und alles irgendwie bisschen gestellt wirkt. Es wirkte auch vieles sehr klischeehaft von die Dialogen her. Ich finde, dass sich neuere Bücher von der Autorin besser lesen lassen. Ich habe mich ein bisschen durchkämpfen müssen, obwohl ich natürlich wissen wollte, wie alles zusammenhängt. Es kein richtiger Thriller/ Krimi und hat eigentlich keinen nennenswerten Spannungsbogen. Ellen Sandberg hat das Thema der Rauhnächte mit eingewoben. Das sind die sieben Nächte zwischen meisten zwischen dem 25.12. und 6.1. Die Atmosphäre hat sie gut darin geschrieben, aber es ist für mich irgendwie ein Mode-Thema, was in den letzten Jahren aufgekommen, womit ich nicht ganz so viel anfangen kann. Ein bisschen ermüdend auch die ständigen Wiederholungen vom Chai Tee, den Pia trinkt, vom Fuchserl und von den Mythen in der Gegend (Wegschneiderin Barbara).

FAZIT:

Rauhnächte ist für mich leider das bisher schwächste Buch von Ellen Sandberg. Da waren eine Menge gute Ideen drin, die für mich am Schreib- und Erzählstil gescheitert sind. Das war ich bisher anderes von der Autorin gewohnt.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Spannung braucht, aber chauvinistische Charaktere

Nachtjagd
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MEINUNG:

Nachtjagd ist der 6. Band der Anton-Brekke Reihe. Leider habe ich das vorher nicht gewusst oder mich nicht besser informiert. Die Reihe umfasst neun Bände und der Verlag legt jetzt auch noch ...

MEINUNG:

Nachtjagd ist der 6. Band der Anton-Brekke Reihe. Leider habe ich das vorher nicht gewusst oder mich nicht besser informiert. Die Reihe umfasst neun Bände und der Verlag legt jetzt auch noch die früheren Bände neu auf. Ich habe beim Lesen allerdings keinen Nachteil verspürt, dass ich erst bei Band 6 eingestiegen bin.

Die Handlung umfasst eigentlich drei Geschichten, die am Ende zusammenlaufen. Wir verfolgen die Geschichte eines Mannes, der in Texas zu Tode verurteilt wurde. Wir begleiten die Ermittler Anton Brekke und Magnus Torp bei der Ermittlung eines aktuellen Mordfalles, der dem flüchtigen Serienmörder Stig Hellum zugeschrieben werden soll und damit ist auch dessen Geschichte Teil des Thrillers. Di erste Hälfte des Buches lässt sich flüssig lesen, aber ist relativ handlungsarm. Der Autor lässt sich hier Zeit für die Geschichte von Nathan, dem zum Tode veurteilten Mann in der USA. Richtige Ermittlungsarbeit beginnt auch erst später, denn Anton hat erst noch mit seiner Entzündung im Hoden zu tun, was ich relativ unnötig fand ständig zu erwähnen. Insgesamt auch ein ziemlich chauvinistischer Charakter, der auch seinem Kollegen Magnus zeigen möchte, wie echte Polizeiarbeit geht. Magnus dagegen ist auch relativ blass, aber trotzdem noch etwas sympathischer. Ab dem letzten Drittel zieht das Tempo dann endlich an, nachdem es die erste wirklich spektakuläre Wendung gibt, die die ganze Theorie nochmal umwirft und langsam beginnen alle Fäden richtig zusammen zu laufen. Ich muss dem Autoren lassen, dass hier ein wirklich kreativer Fall mit vielen Schichten und Beteiligten zusammengebaut worden ist.

Großer Kritikpunkt sind für mich die fast ausnahmslos männlichen Charaktere. Weibliche Personen sind die Opfer oder Frauen, die von den männlichen Personen begehrt werden und mit chauvinistisch-sexistischer Verhalten "umgarnt" werden. Allen voran Anton Brekke, der auch noch seinen eigentlich noch einigermaßen sympathischen Kollegen Magnus dazu anstiftet mit seinem doch sehr rückständigen Bild von Frauen. Manche Aussagen und Sprüche fand ich einfach manchmal ekelhaft. 

FAZIT:

Nachtjagd braucht ein bisschen, um die Spannung aufzubauen. Es beginnt erst so richtig letzten Viertel. Es lohnt sich durchzuhalten, weil der Fall wirklich sehr konstruiert ist. Leider ist der Thriller ein sehr männlich geprägter Thriller, was nicht so schlimm wäre, wenn die Frauen darin nicht ausschließlich Opfer oder Objekte der männlichen Begierde wären. Dazu kommen dann noch einige chauvinistisch-sexistische Aussagen, besonders auch von Anton Brekke. Trotz all der Spannung in diesem Thriller ist für mich das wirklich ein Punkt, der mich diese Reihe nicht weiterverfolgen lassen wird.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Zwei Frauen im 18. Jahrhundert

Wachs
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MEINUNG:

Wie jedes Jahre lese ich Bücher von der Long- bzw. Short List des Deutschen Buchpreises. In diesem Jahr ist Wachs sogar auf die Short List gekommen und hat die Chance den begehrten Preis zu gewinnen.

Normalerweise ...

MEINUNG:

Wie jedes Jahre lese ich Bücher von der Long- bzw. Short List des Deutschen Buchpreises. In diesem Jahr ist Wachs sogar auf die Short List gekommen und hat die Chance den begehrten Preis zu gewinnen.

Normalerweise bin kein großer Fan von historischen Romanen, die soweit in der Vergangenheit spielen, aber Marie Biheron und Madeleine Basseporte waren reale existierende Persönlichkeiten. Von beiden hatte ich bis dato noch nichts gehört. Umso schöner ist es, dass Christine Wunnicke ihre Geschichte aus der Versenkung hervor geholt hat. Wie immer zu dieser Zeit haben die beiden Frauen es nicht einfach sich zu dieser Zeit zu behaupten. Marie hat bereits in jungem Alter begonnen Leichen zu sezieren, um das Innenleben aus Wachs zu modellieren. Madeleine zeichnete die Anatomie von Blumen aus Papier. Trotz Alterunterschied finden die beiden zueinander, wobei ich ihre Liebesgeschichte relativ unspektakulär beschrieben fand. Die Kapitel springen immer wieder zwischen den Zeiten hin und her, denn Marie ist am Ende allein, da Madeleine bereits friedlich verstorben ist. Es gibt keinen so richtigen roten Faden. Es ist vielmehr der Alltag der beiden Frauen in dem schmalen Buch. Umso verwunderte war ich als auch noch ein Schriftsteller namens Diderot auftaucht, was mich beim Lesen ein bisschen durcheinander gebracht hat allerdings auch einen guten Kontrast zu beiden Frauen bildet. Am besten hat mir die Atmosphäre gefallen, die Christine Wunnicke geschaffen. Ich bin förmlich mit ihr und den beiden Protagonistinnen die französischen Straßen entlang gegangen und war mit beiden Frauen in ihren Atelliers.

FAZIT:

Ich freue mich für Christine Wunnicke und den Berenberg Verlag, dass Wachs für den Deutschen Buchpreis nominiert worden ist. Es ist ungewöhnlich, dass es ein Roman über zwei Frauen aus Frankreich im 18. Jahrhundert schafft. Inhaltlich hat es mich nicht ganz abgeholt, aber die Atmosphäre fand ich ganz fantastisch.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Leben am Wendepunkt

Wild nach einem wilden Traum
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MEINUNG:

Wild nach einem wilden Traum ist der drittel Teil von der Biographie einer Frau. Ich habe die ersten beiden Teilen nicht gelesen. Man kann alles Teile unabhängig voneinander lesen. Ich wollte ...


MEINUNG:

Wild nach einem wilden Traum ist der drittel Teil von der Biographie einer Frau. Ich habe die ersten beiden Teilen nicht gelesen. Man kann alles Teile unabhängig voneinander lesen. Ich wollte allerdings unbedingt einmal etwas von der Autorin lesen.

Die namenlose Protagonistin, die ich mittleren Alters einschätzen würde, nimmt uns mit ihre Gedanken. Dabei erfahren wir so einiges über sie, über ihre Ehe, über ihre Affäre und natürlich auch über Dasein als Schriftstellerin. In der Beziehung zum Katalanen fand ich vor allem den Vergleich interessant, den sie zieht, da er auch Schriftsteller ist. Die Affäre habe ich in keinem großen Mittelpunkte gesehen. Für mich laß sich das Buch wie eine Art Tagebuch, wo die Protagonistin uns immer wieder an ihren Gedanken und Reflexionen teilhaben lässt. Es gibt keine wirklichen Kapitel, sondern man gleiten beim Lesen einfach dahin.  Ich mochte die melancholischen Stil von Julia Schoch. Wir blicken mir gemeinsam zurück, wie sie ihren Mann kennen gelernt hat, wie sie Eltern wurden und wie die Ehe irgendwie auch schwierig wurde. Natürlich ist da das Schreiben, was ihr immer sehr wichtig war, vielleicht wichtiger als ihre Kinder. Es gibt einige Stellen, wo klar wird, dass sie an entscheidenden Punkte im Leben steht, wo sie sich entscheiden muss. Trotz Tagebuchcharakter bleibt sie für mich allerdings distanziert und sie wird in meinem Kopf wohl schnell wieder in Vergessenheit geraten, da es wenig Anknüpfungspunkte/ Identifikationspotential gab von meiner Seite.

FAZIT:

In Wild nach einem wilden Traum begleiten wir eine Protagonistin, die eine Affäre beginnt, aber vielmehr ist es ein Gedankenstrom und eine Reflexion ihrerseits, in die man abtaucht. Ich glaube, dass man dem Buch mehr abgewinnen kann, wenn sich mit der Frau identifizieren kann. Mir ist es nicht gelungen.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Unsympathische Heldin

Achtzehnter Stock
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MEINUNG:

Achtzehnter Stock ist ein Debütroman, der mich zuerst vom Cover her angesprochen hat und auf den ich sehr gespannt war, weil ich selbst auch in Berlin in einer Platte groß geworden bin. 

Von ...

MEINUNG:

Achtzehnter Stock ist ein Debütroman, der mich zuerst vom Cover her angesprochen hat und auf den ich sehr gespannt war, weil ich selbst auch in Berlin in einer Platte groß geworden bin. 

Von den pastelligen Farben auf dem Cover sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Grundstimmung des Romans ist durchgehend melancholisch bis hoffnungslos. Mir war es auf Dauer ein bisschen zu viel, auch es sehr authentisch erschien. Ich war ein bisschen froh als ich das Buch beendet habe. Gestört hat mich vor allem irgendwann Wandas Verhalten, ganz besonders ihrer Tochter Karlie gegenüber. Leider würde ich hier auch schon von Vernachlässigung sprechen wollen. Es gab stellen, wo ich mich gefragt habe, ob Karlie überhaupt etwas zu essen bekommt. Wanda lernt auch nicht so richtig aus ihrer Situation, sondern bringt sich eher noch in eine weitere Misere. Es dreht sich auch alles immer nur um Wanda selbst. Ein bisschen wirkt es immer so, dass sie annimmt, dass sie trotz allem noch etwas Besseres wäre und sie irgendwann als Schauspielerin das große Glück findet. Auch soziale Beziehungen kann sie scheinbar nicht gut führen. Von ihrer Nachbarin weiß sie nicht mal den richtigen Namen, sondern nennt sie immer nur "Aylins Mama".

Als Karlie eine schwere Entzündung bekommt, spürt man Wandas Verzweiflung, dass ihr jemand hilft. Die Stelle hat mich sehr berührt. Es zeigt, dass wie schwer es als alleinziehend Mutter in einem sozialen Brennpunkt ist, dennoch habe ich mich gefragt, ob Wandy sich selbst überhaupt so sieht. Der Roman ist ein stückweit auch eine Milieustudie. Schnell wird klar, dass Wanda selbst mit den besten Ambitionen für ein besseres Leben, nicht aus ihrer sozialen Schicht entfliehen kann. Ich habe mich so oft gefragt, von was Wanda eigentlich lebt, denn soziale Hilfen will sie auch nicht annehmen. Ich hätte sie am liebsten geschüttelt als sie dann endlich mal Geld hat und dass dann auch wieder nur sinnlos ausgegeben hat. Es hat einfach gezeigt, warum es so schwer ist, seiner sozialen Schicht zu entfliehen. Mit ein bisschen Geld ist es nicht getan. Es muss sich auch etwas an dem viel zitierten Mindset tun. Ich mochte zwar nicht die Protagonistin, aber ich mag den Schreibstil von Sara Gmuer.

FAZIT:

Achtzehnter Stock ist ein raues, ein düsteres Buch über eine sozialen Brennpunkt in Berlin mit einer Protagonistin, die ich leider nicht sympathisch fand und die mit den Verlauf auch immer anstrengender wurde, dennoch halte ich das Buch für realistisch. Ich bin gespannt, was wir von Sara Gmuer noch lesen werden.

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