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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2026

Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern fühlt

Mirabellentage
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Mirabellentage ist ein stilles, zugleich kraftvolles Buch, das lange nach dem Lesen nachhallt.
Martina Bogdahn gelingt es, mit einer klaren und einfühlsamen Sprache eine Geschichte zu erzählen, die tief ...

Mirabellentage ist ein stilles, zugleich kraftvolles Buch, das lange nach dem Lesen nachhallt.
Martina Bogdahn gelingt es, mit einer klaren und einfühlsamen Sprache eine Geschichte zu erzählen, die tief berührt, ohne jemals aufdringlich zu wirken.

Im Zentrum steht eine Frau, die durch einen unerwarteten Anruf aus ihrem Alltag gerissen wird und sich auf eine Reise in ihre Vergangenheit begibt. Was zunächst wie eine äußere Bewegung erscheint, entwickelt sich schnell zu einer inneren Auseinandersetzung mit Familie, Herkunft und den eigenen Lebensentscheidungen. Besonders eindrucksvoll ist, wie fein Bogdahn die verschiedenen Zeitebenen miteinander verwebt. Erinnerungen, Gegenwart und Emotionen fließen beinahe nahtlos ineinander.

Die Figuren wirken authentisch und nahbar, mit all ihren Widersprüchen und leisen Sehnsüchten. Gerade die Beziehung zur Mutter ist vielschichtig dargestellt – voller unausgesprochener Gefühle, aber auch von Wärme und Verbundenheit geprägt. Hier zeigt sich die große Stärke des Romans.
Er erzählt von den kleinen Momenten, die ein Leben prägen, und macht deutlich, wie sehr Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben sind.

Sprachlich ist das Buch ruhig, fast poetisch, ohne dabei an Klarheit zu verlieren. Es sind oft die leisen Töne, die am meisten bewegen. Die Naturbilder insbesondere rund um die namensgebenden Mirabellen verleihen der Geschichte eine zusätzliche Tiefe und Symbolik.

Mirabellentage ist kein lauter Roman, sondern einer, der sich Zeit nimmt und auch den Leser dazu einlädt, innezuhalten. Wer sich auf diese ruhige Erzählweise einlässt, wird mit einer berührenden, klugen und sehr menschlichen Geschichte belohnt. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern fühlt.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Düsteres Meisterwerk

REM
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REM von Sebastian Fitzek und Annika Strauss ist ein fesselnder Psychothriller, der mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat. Das Autorenduo schafft es meisterhaft, eine düstere, ...

REM von Sebastian Fitzek und Annika Strauss ist ein fesselnder Psychothriller, der mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat. Das Autorenduo schafft es meisterhaft, eine düstere, intensive Atmosphäre zu kreieren, die den Leser tief in die Abgründe der menschlichen Psyche führt. Besonders beeindruckend ist, wie Realität und Traumwelt miteinander verschwimmen, sodass man als Leser ständig hinterfragt, was wahr ist und was nicht.

Die Handlung ist packend konstruiert und lebt von unerwarteten Wendungen, die immer wieder neue Perspektiven eröffnen. Genau dann, wenn man glaubt, die Geschichte durchschaut zu haben, wird man eines Besseren belehrt. Diese permanente Spannung sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Fitzek und Strauss beweisen hier ein außergewöhnliches Gespür für Timing und Dramaturgie.

Ein weiteres Highlight sind die vielschichtigen Charaktere. Die Figuren wirken authentisch und sind psychologisch gut ausgearbeitet. Ihre Ängste, Zweifel und inneren Konflikte werden nachvollziehbar dargestellt, was dazu beiträgt, dass man emotional stark mit ihnen mitfiebert. Besonders die Hauptfigur überzeugt durch ihre Tiefe und Entwicklung im Laufe der Geschichte.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Spannungsroman der einen wirklich verunsichern kann

Wem du traust
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Petra Johanns Thriller „Wem du traust“ ist ein psychologisch dichter Spannungsroman, der weniger auf spektakuläre Action setzt als auf leise, aber nachhaltige Verunsicherung. Im Mittelpunkt steht Anwältin ...

Petra Johanns Thriller „Wem du traust“ ist ein psychologisch dichter Spannungsroman, der weniger auf spektakuläre Action setzt als auf leise, aber nachhaltige Verunsicherung. Im Mittelpunkt steht Anwältin Judith de Ribera, die beruflich wie privat mit einer Situation konfrontiert wird, in der sich Loyalität, Wahrheit und Vertrauen nicht mehr klar voneinander trennen lassen. Als ein alter Freund in einen Mordfall verwickelt wird, gerät Judith in einen moralischen Konflikt, der sie zwingt, ihre eigenen Überzeugungen und Beziehungen zu hinterfragen.
Johann gelingt es meisterhaft, eine Atmosphäre stetiger Anspannung aufzubauen. Die Bedrohung kommt nicht aus dem Offensichtlichen, sondern aus dem scheinbar Vertrauten. Gerade darin liegt die große Stärke des Romans: Er zeigt, wie fragil Gewissheiten sind, wenn persönliche Nähe den Blick trübt. Die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig gezeichnet, insbesondere Judith, deren innere Zerrissenheit nachvollziehbar und psychologisch präzise dargestellt wird. Ihre Zweifel, Ängste und blinden Flecken machen sie zu einer authentischen Protagonistin, mit der man sich auch in ihren Fehlentscheidungen identifizieren kann.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Sehr cooles Kinderbuch

Reggie Rabbit und der große Karottenraub
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Reggie Rabbit und der große Karottenraub ist ein liebevoll erzähltes Kinderbuch, das mit viel Charme, Spannung und Humor überzeugt. Im Mittelpunkt steht Reggie, ein neugieriger und mutiger Hase, der in ...

Reggie Rabbit und der große Karottenraub ist ein liebevoll erzähltes Kinderbuch, das mit viel Charme, Spannung und Humor überzeugt. Im Mittelpunkt steht Reggie, ein neugieriger und mutiger Hase, der in einem friedlichen Dorf lebt, in dem Karotten nicht nur Nahrung, sondern fast schon ein Lebensgefühl sind. Als eines Tages die wertvollen Karottenvorräte spurlos verschwinden, ist die Aufregung groß. Reggie beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen, und begibt sich auf eine abenteuerliche Spurensuche, die ihn und die Leser durch Wälder, Felder und überraschende Begegnungen führt. Besonders gelungen ist die Art, wie die Geschichte Spannung aufbaut, ohne für junge Leser zu beängstigend zu sein. Die Figuren sind klar gezeichnet und wachsen einem schnell ans Herz, allen voran Reggie, dessen Mischung aus Entschlossenheit und Unsicherheit ihn sehr authentisch wirken lässt. Auch die Nebenfiguren tragen mit ihren Eigenheiten und kleinen humorvollen Momenten zur Lebendigkeit der Geschichte bei. Sprachlich ist das Buch einfach und flüssig geschrieben, sodass es sich sowohl zum Vorlesen als auch zum ersten Selberlesen eignet. Gleichzeitig transportiert die Geschichte wichtige Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und Ehrlichkeit, ohne dabei belehrend zu wirken.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Krimi made in Schweden

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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Der neue Kriminalroman Dann ruhest auch du spielt in einer atmosphärisch dichten Welt, in der die Stille des schwedischen Waldes im Kontrast zu dunklen Geheimnissen steht. Die Autorin versteht es, gleich ...

Der neue Kriminalroman Dann ruhest auch du spielt in einer atmosphärisch dichten Welt, in der die Stille des schwedischen Waldes im Kontrast zu dunklen Geheimnissen steht. Die Autorin versteht es, gleich zu Beginn eine Spannung aufzubauen, die sich durch das gesamte Buch zieht und bis zur letzten Seite trägt. Besonders gelungen ist die Art und Weise, wie Aslund ihre Figuren zeichnet sie sind vielschichtig, menschlich und geprägt von inneren Konflikten, die sie ebenso antreiben wie bremsen. Dadurch wirkt die Handlung nie konstruiert, sondern natürlich und nachvollziehbar.
Im Mittelpunkt steht die Ermittlerin, deren persönliche Vergangenheit sie immer wieder einholt. Aslund verknüpft souverän den Kriminalfall mit psychologischen Tiefen und emotionalen Momenten, ohne dabei den Spannungsbogen zu vernachlässigen. Das Setting in Schweden spielt eine tragende Rolle: raue Landschaften, einsame Häuser und die besondere Atmosphäre des Nordens bilden eine perfekte Bühne für den Fall. Die Autorin beschreibt diese Szenerie so bildhaft, dass man die Kälte fast körperlich spürt und das dunkle Schweigen der Wälder wahrzunehmen meint.
Der Kriminalfall selbst ist raffiniert konstruiert und bietet einige überraschende Wendungen. Åslund gelingt es, falsche Fährten zu legen und gleichzeitig Hinweise so subtil zu platzieren, dass man als Leserin oder Leser stets miträtselt. Besonders stark ist das Finale, das sowohl emotional als auch dramaturgisch überzeugt und den Roman stimmig abrundet.

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