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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2025

Düster, packend, überraschend süchtig machend

The Ordeals
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Ich hatte ehrlich nicht erwartet, wie sehr mich dieses Buch fesseln würde, denn objektiv sehe ich einige Schwächen, vor allem in der sehr sprunghaften Romance und bei Figurenentscheidungen, die sich teilweise ...

Ich hatte ehrlich nicht erwartet, wie sehr mich dieses Buch fesseln würde, denn objektiv sehe ich einige Schwächen, vor allem in der sehr sprunghaften Romance und bei Figurenentscheidungen, die sich teilweise widersprechen und mich zwischendurch den Kopf schütteln ließen. Gerade die Dynamik zwischen den Hauptfiguren wechselt extrem schnell, was sich manchmal unnatürlich anfühlt und emotional wenig Raum zum Atmen lässt.

Trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil die Atmosphäre an der magischen Akademie unglaublich gut funktioniert. Killmarth fühlt sich düster, bedrohlich und lebendig an, und die ständige Gefahr während der Prüfungen sorgt dafür, dass man automatisch weiterlesen will, selbst wenn man mit einzelnen Aspekten hadert.

Sophie als Hauptfigur ist widersprüchlich, oft unsicher und gleichzeitig sehr stur, was mich stellenweise genervt hat, sie aber auch erstaunlich menschlich wirken lässt. Ihr Wunsch nach Freiheit steht so stark im Vordergrund, dass man ihre fragwürdigen Entscheidungen zumindest emotional nachvollziehen kann.

Mein klares Highlight waren die Ordeals selbst. Die Prüfungen sind spannend aufgebaut, teilweise brutal und treiben die Handlung konstant voran. Werwölfe, Vampire und das Magiesystem fügen sich gut ein, ohne alles zu erklären, was bei mir eher Neugier als Frust ausgelöst hat.

Am Ende blieb bei mir weniger Begeisterung für Details, dafür umso mehr das Bedürfnis weiterzulesen. Genau dieses Gefühl, obwohl ich die Kritikpunkte klar sehe, rechtfertigt für mich die vier Sterne.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Düsteres Haus, starke Figuren, kleine Längen

Death at Morning House
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Ich habe Death at Morning House wirklich gern gelesen, auch wenn ich ein paar Abzüge mache. Am meisten hängen geblieben sind für mich die Figuren, allen voran Marlowe Wexler, die mit ihrer schüchternen, ...

Ich habe Death at Morning House wirklich gern gelesen, auch wenn ich ein paar Abzüge mache. Am meisten hängen geblieben sind für mich die Figuren, allen voran Marlowe Wexler, die mit ihrer schüchternen, selbstironischen Art sofort nahbar wirkt. Ihre Unsicherheit, ihre Queerness und diese Mischung aus kluger Beobachtung und sozialer Tollpatschigkeit fühlten sich sehr echt an. Auch Riki mit ihrer düsteren Aura und Van mit seiner offenen, lauten Art haben bei mir etwas getroffen. Ich mochte, wie sich aus dieser Gruppe langsam Vertrauen, Misstrauen und Spannung entwickeln.

Die Geschichte arbeitet mit zwei Zeitebenen, einmal im Jahr 1932 und einmal in der Gegenwart, beide verbunden durch Morning House und die tragischen Ereignisse der Ralston Familie. Besonders gelungen fand ich die Atmosphäre des Hauses, diese Mischung aus renovierter Touristenattraktion und Ort, an dem etwas spürbar falsch ist. Die Spannung steigert sich gut, vor allem nachdem klar wird, dass Marlowe nicht zufällig dort gelandet ist und die Gefahr sehr real wird.

Ganz rund war das Buch für mich trotzdem nicht. In der Mitte zieht sich die Handlung etwas, und die historische Ebene war für mich stellenweise sogar interessanter als die Gegenwart. Trotzdem hat mich das Rätsel bis zum Ende getragen, und ich mochte, wie Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen. Insgesamt ist das ein unterhaltsamer YA Mystery mit starken Figuren, einer dichten Kulisse und genug Wendungen, um dranzubleiben. Vier Sterne, weil ich mich gut unterhalten gefühlt habe und Marlowe mir wirklich ans Herz gewachsen ist, auch wenn ich mir an ein paar Stellen mehr Fokus gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Kalte Kulisse & viele Geheimnisse

Eisnebel
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Eisnebel hat mich schnell gepackt, vor allem wegen der abgeschiedenen Winterkulisse, die sich von Anfang an bedrohlich anfühlt und mit jeder Seite enger wird, während Theodora mit einer Familie konfrontiert ...

Eisnebel hat mich schnell gepackt, vor allem wegen der abgeschiedenen Winterkulisse, die sich von Anfang an bedrohlich anfühlt und mit jeder Seite enger wird, während Theodora mit einer Familie konfrontiert ist, bei der Reichtum vor allem eines bedeutet, nämlich Macht und das gnadenlose Bewahren von Geheimnissen.

Ich mochte Theo sehr, weil sie verletzlich wirkt, ohne naiv zu sein, und weil ihre Suche nach der eigenen Vergangenheit sich langsam, aber stetig zuspitzt, sodass man als Leserin ständig mit ihr zweifelt, misstraut und versucht, kleine Hinweise richtig einzuordnen. Ich lag bei vielen Wendungen daneben, auch wenn mir manche Entwicklungen im letzten Drittel einen Tick zu glatt aufgelöst wurden.

Besonders stark fand ich die Dynamik innerhalb der Familie, da fast jede Begegnung von unterschwelliger Feindseligkeit geprägt ist und ich bis zum Schluss nicht sicher war, wer hier welche Rolle spielt und wie viel Wahrheit überhaupt ausgesprochen wird. Die Schneestürme, die Abgeschiedenheit und das Gefühl, nirgendwohin fliehen zu können, verstärken diese Stimmung spürbar und machen das Buch für mich zu einem echten Winterthriller, den man am besten an einem kalten Wochenende liest.

Ein Stern Abzug bleibt, weil mir einzelne Erklärungen etwas konstruiert vorkamen und ich mir an ein oder zwei Stellen mehr Raum für Zwischentöne gewünscht hätte, trotzdem habe ich das Buch sehr gern gelesen und werde die Geschichte noch eine Weile im Kopf behalten.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Rückkehr in eine harte Zukunftswelt

To Cage a Wild Bird
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Ich hatte während des Lesens das Gefühl, wieder in diese Zeit einzutauchen, in der ich mit weit aufgerissenen Augen meine ersten dystopischen Reihen verschlungen habe, auch wenn ich heute natürlich einiges ...

Ich hatte während des Lesens das Gefühl, wieder in diese Zeit einzutauchen, in der ich mit weit aufgerissenen Augen meine ersten dystopischen Reihen verschlungen habe, auch wenn ich heute natürlich einiges kritischer sehe. Die Idee einer streng geschichteten Gesellschaft, in der Menschen aus der untersten Stufe in ein Gefängnis geschickt werden, das eher an eine Jagdarena erinnert, hat mich sofort gepackt. Die Mischung aus Gefahr, moralischer Schieflage und persönlichem Einsatz der Figuren lässt viel Raum für Spannung .

Raven begleitet man mit wachsendem Mitgefühl, weil sie sich einer Situation aussetzt, die kaum auszuhalten ist, nur um ihren Bruder zu retten. Obwohl ich an manchen Stellen gern mehr über das Umfeld erfahren hätte, war die Welt für mich greifbar genug, damit ich mich gut zurechtfand. Dabei fand ich es angenehm, wie leicht ich in die Handlung hineinkam, da vieles verständlich aufgebaut wird und die Beziehungen zwischen den Figuren im Verlauf langsam an Tiefe gewinnen.

Die Verbindung zwischen Raven und Vale hat mich nicht komplett abgeholt, doch ich mochte, wie sich ihre vorsichtigen Annäherungen in einer Umgebung entwickeln, die jede Form von Nähe sofort gefährlich macht. Gleichzeitig gab es einige Wendungen, die ich früh kommen sah, was meiner Begeisterung an einzelnen Stellen etwas den Schwung genommen hat. Auch wenn ich trotzdem jedes Kapitel lesen wollte, um zu wissen, wie es für Raven und die anderen weitergeht.

Das Ende hat mich überrascht und mich mit einem Gefühl zurückgelassen, das mich trotz kleiner Schwächen neugierig auf den zweiten Band macht. Ich will wissen, wie sich diese Welt weiter entfaltet und welche Entscheidungen die Figuren noch treffen müssen.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Unheimlich nah am perfekten Thriller

Verschließ jede Tür
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Ich konnte dieses Buch nicht weglegen. Das Haus wirkte zuerst harmlos, schön sogar, zu schön. Genau das machte mir früh ein ungutes Gefühl. Ich fühlte mich wie die Hauptfigur selbst, neugierig, misstrauisch ...

Ich konnte dieses Buch nicht weglegen. Das Haus wirkte zuerst harmlos, schön sogar, zu schön. Genau das machte mir früh ein ungutes Gefühl. Ich fühlte mich wie die Hauptfigur selbst, neugierig, misstrauisch und allein.

Die Regeln im Bartholomew sind simpel und sofort beängstigend. Keine Besucher, jede Nacht im Apartment verbringen, keine Kontakte zu den Bewohnern. Trotzdem bleibt Jules, aus Geldnot, Hoffnung und Trotz. Ich habe oft den Kopf geschüttelt, weil sie Warnzeichen ignoriert. Gleichzeitig konnte ich ihr nicht böse sein, da sich ihre Einsamkeit und ihr Druck so real angefühlt haben.

Der Aufbau mit Zeitwechseln steigerte die Spannung deutlich, jede einzelne Rückblende zog die noch Schlinge enger. Ich konnte das drohende Ende spüren, lange bevor es kam. Das machte das Lesen intensiv. Die Atmosphäre des Hauses war kalt, schwer und ständig präsent.

Thematisch geht es um Macht, um soziale Unterschiede und darum, wie leicht Menschen verschwinden können, wenn sie niemand vermisst. Das hat mich mehr getroffen, als ich erwartet hatte. Es geht nicht nur um das Rätsel. Es geht um Verlust und um das Gefühl, nichts mehr zu haben.

Das Finale war für mich der einzige Schwachpunkt. Überraschend, ja. Für meinen Geschmack aber doch etwas zu konstruiert. Ein paar Abläufe wirkten unglaubwürdig.

Trotzdem bleibt ein sehr spannender Thriller mit starkem Sog. Düster, eng, beklemmend.

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