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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2025

Krimi trifft auf Sci-Fi

Manche Schuld vergeht nie
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„Manche Schuld vergeht nie“ ist ein Krimi, der sich neben der typischen Aufklärung eines Mordes in Teilen des Sci-Fi-Genre bedient und Zeitreisen zur Auflösung eines Falles bedient.
Ali Dawson, eine 50-Jähringe ...

„Manche Schuld vergeht nie“ ist ein Krimi, der sich neben der typischen Aufklärung eines Mordes in Teilen des Sci-Fi-Genre bedient und Zeitreisen zur Auflösung eines Falles bedient.
Ali Dawson, eine 50-Jähringe Kriminalbeamtin, reist ins viktorianische London, um einen Mordfall zu klären. Mit ihrem Team ist sie für Cold-Case Fälle zuständig, wo die Leute im Glauben sind, dies würde mit normalen Mitteln erfolgen. Jedoch steht hinter der Ermittlerin ein ganzes Team, welches es geschafft hat Zeitreisen zu erschaffen, wo Ali oder eine andere Person als „Hologramm“ in die Vergangenheit reisen kann, ohne eine Geschichtliche Veränderung zu bewirken.
So sehen sie dort alles, können aber nicht eingreifen und nicht von Menschen gesehen werden. Zumindest nicht bis jetzt. Denn dieses Mal bewirkt der Weg durch die Pforte, dass Ali vor Ort feststeckt und dort als sehr aufgeweckte und taffe Frau (und sehr untypisch in ihrer Wortwahl) schnell von einer Person von hohem Interesse wird.
Währenddessen wird ihr erwachsener Sohn als Tatverdächtiger an dem Mord seines Arbeitgebers verdächtigt. Ali muss einen Weg in die Gegenwart finden und vor Ort versuchen alle zu verstehen was passiert ist und Finn aus dem Gefängnis zu befreien.
Die Geschichte gefiel mir sehr gut, wenn es um die Recherche geht, welche die Autorin für die Zeit im viktorianischen London betrieben hat. Diese Abschnitte gefielen mir persönlich auch am besten. Die Geschichte in der Gegenwart war dagegen etwas mau gewesen. So wurde sehr viel angedeutet, wie das Thema Zeitreise schon damals „präsent“ in aller Munde war und auch wie es weitere Möglichkeiten geben könnte, außer der uns bekannten. Zudem ich leider auch schnell erahnen konnte, wer der tatsächliche Mörder ist (und ich bin sonst Blind für sowas).
Alles in allem ist es ein anderer Krimi als man sie sonst kennt. Die Mischung aus 1850 und 2023 war gut gewählt. Lediglich das Ende war dann zu schnell hingeschmissen wurden und hätte etwas mehr Raum gebrauchen können.
Alles in allem jedoch mal was anderes zu der breiten Masse.

Veröffentlicht am 16.12.2025

George Orwell wäre stolz auf dieses Buch

Wie die Karnickel
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Mit seinem Roman „Wie die Karnickel“ hat Fforde eine rassistische Dystopie erschaffen, welche Bezug auf unsere aktuelle Gesellschaft widerspiegelt. Ähnlich wie in George Orwell´s in „Die Farm der Tiere“, ...

Mit seinem Roman „Wie die Karnickel“ hat Fforde eine rassistische Dystopie erschaffen, welche Bezug auf unsere aktuelle Gesellschaft widerspiegelt. Ähnlich wie in George Orwell´s in „Die Farm der Tiere“, spiegeln auch hier Tiere die unterdrückte Minderheit.

So war es für die Welt ein großes Ereignis als über Nacht, neben den Kaninchen auch weitere Tiere wie z.B. Füchse, in eine menschliche Größe anwuchsen und wie diese zu sprechen und zu denken begannen. Schnell wurde versucht zu verstehen was dahinter steckt, jedoch ohne Erfolg. Sie sind keine Hybride aus Menschen und Kaninchen, sondern haben die reine tierische DNA, sind jedoch sprachbegabt (neben der eigenen die menschliche und haben einen IQ der im Durchschnitt höher als der eines Menschen ist. Somit haben Menschen am Ende Angst, dass die intelligentere Rasse sie übernehmen wird?

Die Kaninchen sind dem Ministerium für Kaninchenangelegenheiten unterstellt und anders als zu Anfangszeiten wo es nur darum ging diese in Arbeitsstellen zu bekommen, ist es nun ein Überwachungsapparat, welcher diese Bewohner in großen Gruppen in Außenstellen unterbringt.

Dabei haben diese beim Europäischen Gerichtshof die Rechte wie ein jeder normaler Mensch zugesprochen bekommen. Jedoch hat sich Großbritannien mit seinem Ausstieg aus der EU (wie im echten Leben) sich somit ein Schlupfloch geschaffen, sich nicht an diese Regelung halten zu müssen. So ist es die Taskforce, welche regelmäßig Kaninchen von der Straße holen will, dieser strafrechtliches Verhalten vorhalten will um diese dann gerechtfertigt zu beseitigen. Das dies nicht selten der Fall ist, wird im Buch immer wieder betont.

So erleben wir einen Staat, dem Lebewesen die nicht zu 100% Mensch sind, nicht als solche akzeptieren und führen eine Hasstirade auf diese aus. Verfolgt sie, spioniert sie aus, unterstellt alles Böse der Welt und sieht sich als potenzielles Opfer.

So gibt es Menschen, die es noch mit Humor sehen und offen dem gegenüber stehen wie in diesem Beispiel: „… werden sie nicht aus dem Gebäude (Kirche) ausschließen-sofern sie auf den Kirchenbänken keinen Salat knabbern und nicht alles vollkötteln.“

Und natürlich das klassische Gegenteil, welches wesentlich häufiger und aggressiver auftaucht: „Karottenknabbernde Quälgeister. Man hätte sie ersticken sollen, als sie ihr erster Wort gesprochen haben“ … dessen sozialer Filter – wenn er überhaupt welche besaß – nun vollständig flöten gegangen waren.

In diesem nun sehr zweideutigen Geschehen gibt es dann Menschen wie Peter Knox, welche für den Staat und gegen die Kaninchen arbeiten, jedoch noch aus der Zeit des jungen Erwachsenensein, genau mit diesen sympathisiert hat. Wie soll er dem Druck von Seiten des Staates als Arbeitgebern, den rassistischen und verängstigten Bewohnern seines Dorfes und auf der anderen Seite den ihm freundlichen Volk der Kaninchen agieren? Die Parallelen zu unsere jetzigen Gesellschaft bzw. dessen, was in der Vergangenheit passiert ist, sind groß. Und schafft der Autor in diese sehr harte und schwere Thematik so wunderbar viel Humor zu verpacken, dass ich oftmals grinsen musste. Denn auch Kaninchen besitzen Humor, auch schwarzen. Und nach einem sehr schwierigen Einstige auf den ersten 15 % mit mir viel zu vielen Fachbegriffen von der Psychologie, über Genetik und Politik, konnte ich das Buch danach genießen und empfehle es jedem (wobei die Blaukreuze in die Tischkante beißen würden, da sie ihr absolut dummes Denken hier so schön vor Augen geführt bekommen und rate hier zur Möhre zu greifen.)

Veröffentlicht am 12.11.2025

Tolle Weiterführung zum ersten Teil

Academy of Lies (Band 2) - Autopsie einer Intrige
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Wir starten im Buch, wo der erste Teil geendet ist. Medizinstudentin Quinn erwacht mit einem Filmriss. Sie kann sich an den Tod Ihres Bruders erinnern und dass die letzte Zeit schwer für sie war. Sie versteht ...

Wir starten im Buch, wo der erste Teil geendet ist. Medizinstudentin Quinn erwacht mit einem Filmriss. Sie kann sich an den Tod Ihres Bruders erinnern und dass die letzte Zeit schwer für sie war. Sie versteht jedoch nicht, warum ihre Mitbewohnerin Mira ihr gegenüber abweisend ist, wo sie doch gerade erst eine Freundschaft am Entwickeln waren.
Zudem sie sich derzeit verstärkt auf ihre Seminare konzentrieren muss, da sie durch vermehrte Fehlstunden nach dem Tod ihres Bruder nicht alle besucht hat. Jedoch findet sie in der Hausmülltonne ihre blutverschmierte Kleidung und versteht die Welt nicht mehr.

Nach und nach kommen ein Teil der Erinnerungen wieder, aber nicht die von dem Übergriff. Leonas zeigt ihr das Video mit dem Übergriff und führt ihr die Gefahr des Zirkels vor Augen.
Zusammen mit Leonas versucht sie nun den Zirkel von Ihnen zu sprengen, muss dafür jedoch drei gefährliche Prüfungen übernehmen.

Das Buch war für mich eine wunderbare Fortführung zum ersten Teil. Es gab sehr gute Verbindungen zum ersten Teil, so dass ich diesen gefühlt erst letzten Monat gelesen habe. Die Charaktere sind dieselben wie im ersten Teil und die Geschichte spielt im selben räumlichen Umfeld, wie der erste Teil. Nach und nach werden Geheimnisse gelüftet, man erkennt stellenweise sehr früh, wer zum Zirkel gehören wird. Das führt dazu, dass es nicht ein Krimi im Erwachsenengenre ist mit viel Überlegung, sondern eher die Geschichte um das Heilmittel und wie Quinn mit dem Geheimnis umgeht.

Was ich im Buch nicht wirklich wahrgenommen habe und was es nicht brauchte, ist die „zarte Slow-Burn-Romance“. Die zarte kleine Romanze zwischen den beiden war für mich eine Randnotiz.

Der Schreibstil war wie bereits im ersten Buch sehr zügig und locker beschrieben. Erneut lesen wir die Tagebucheinträge von Quinn zu medizinischen Themen. Ich fand diese auch wieder sehr interessant geschrieben und halfen mir, die Organspende von Quinn besser zu verstehen und wie Medikamente wirken bzw. warum unser Körper nicht immer so arbeitet wie dieser soll.

Das die Autorin aus dem Buch eine Dilogie gemacht hat, war die richtige Entscheidung und ich empfehle gerne den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Fantasy mit interessanter Idee, Abspecken um ein paar Seiten würde jedoch gut tun

Silver Elite
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„Silver Elite“ ist eine Dystopie, in einer Welt wo Menschen mit speziellen Fähigkeiten (Mods) gegenüber normalen Menschen stehen (Primes). Die Regierung sucht und tötet oder schickt die Mods in Arbeitslager. ...

„Silver Elite“ ist eine Dystopie, in einer Welt wo Menschen mit speziellen Fähigkeiten (Mods) gegenüber normalen Menschen stehen (Primes). Die Regierung sucht und tötet oder schickt die Mods in Arbeitslager.

So wächst Wren auf der Ranch ihres „Onkels“ auf, der sie als Kind gefunden und bei sich aufgenommen hat. Dieser hat sie bereits früh mit ihren Fähigkeiten trainiert und ihr immer zu verstehen gegeben, wie wichtig es ist, diese nicht nach außen erscheinen zu lassen. Nur andere Mods, die voneinander wissen, versuchen sich gegenseitig zu helfen. So steht Wren in telepathischer Übertragung mit ihrer besten Freundin, die im selben Bezirk lebt.

An einem schicksalhaften Tag wird sie und ihr Onkel gefangen genommen und Wren in die Ausbildung für die Silver Elite gesteckt. Dort trifft sie auf Sohn des General, der für den Tod tausender Mods schuldig ist.

Nun hat Wren nur zwei Möglichkeiten, sie besteht die Prüfungen und wird Teil der Elitegruppe oder lebenslänglich Gefängnis. Und es weiß niemand das sie ein Mod ist, dass wäre ihr sofortiger Tod. Die Organisation, welche Mods helfen will, sitzt ihr im Nacken und verweigert die Hilfe, wenn sie nicht bis zum Ende mit dabei ist.

Der Anfang des Buches war für mich schon sehr zäh und langatmig. Sie kommt in die Vorauswahl der Rekruten, hat dort wenig Lust drauf und lernt erstmal viele neue Personen kennen. Nach und nach dünnt das Feld aus, auch wenn auf verschiedene Arten von Ausscheiden wegen fehlender Qualifizierung bis hin zu unschönen Unfällen.

Die Nebencharaktere sind daher erstmal was viel und man muss sich ein Bild von Ihnen machen. Leider viel es mir bis zum Ende schwer, weil sie für mich nicht greifbar genug waren. Weder durch ihre Optik noch durch ihren Charakter. Neben der guten Freundin, dem Kumpel, den Psychopath und der Bitch in der Gruppe, war der Rest noch weniger greifbar. Mit der Zeit wurde es besser (weil es weniger wurde) aber leider immer noch blass blieben.

Die Geschichte braucht richtig lange, um Fahrt aufzunehmen und über 600 Seiten sind viel zu viel. Wiederholungen, viele Sexszenen und immer wieder dieselben Betonungen bzgl. Mancher Charaktere und ihrer Eigenart. Das letzte Drittel hat mich daher am meisten mitgenommen. Die Liebesgeschichte war mir ein bisschen zu unglaubwürdig und für beide auch immens gefährlich. Zu viele wollen hier nicht gesehen haben.

Trotz vielen Meckern hat mir die Geschichte aber gut gefallen. ES gibt viele überraschende Wendungen und so mancher Charakter überrascht gerade zum Ende hin mit Entscheidungen und Erscheinen in der Geschichte. Das Wortbuilding war gut gewählt und entsprich schon einer erwachsenen Schreibweise, was man oft in Büchern vermisst. Ich hoffe für den zweiten Teil eine bessere Charakterentwicklung, auch wenn Wren schon sehr viel Reife in der Zeit ihrer Ausbildung erfahren hat. Alles in allem ist eine gute Story, nur muss man bei den vielen Seiten Geduld mitbringen.

Veröffentlicht am 30.08.2025

Ein Jugendbuch und kein Krimi. Das Alter einer Person, macht es nicht zu einem Buch für erwachsene Leser

Not Quite Dead Yet
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„Not Quite Dead Yet“ will die Autorin Holly Jackson, welche mehr für ihre Ermittlungen im Genre Jugendbuch bekannt ist, den Sprung in die Erwachsenenbücher schaffen. So hat sie mit der 27-jährigen Jet ...

„Not Quite Dead Yet“ will die Autorin Holly Jackson, welche mehr für ihre Ermittlungen im Genre Jugendbuch bekannt ist, den Sprung in die Erwachsenenbücher schaffen. So hat sie mit der 27-jährigen Jet Mason eine ältere Figur geschaffen, die im Leben erstmal nichts erreicht hat. Als Tochter reicher Eltern, welche in der Baubranche das Geld schaffen, hat sie neben einem abgebrochenen Jurastudium und einer Ex-Beziehung nichts vorzuweisen.

Sie lebt in den Tag hinein und kann ja alles morgen regeln. Doch dann soll sich an Halloween alles ändern, als Jet hinterrücks auf den Kopf erschlagen wird, mit dem bewussten Ziel, das sie dabei stirbt.

Doch sie überlebt schwer verletzt und bekommt im Krankenhaus die Diagnose, dass sie noch maximal 7 Tage zu leben hat, bevor ihr Gehirn durch das gebildetere Aneurysma sterben wird.

Da sie für sich nichts hat, wovon sie sich wirklich verabschieden kann, die Familie ist nicht das gelbe vom Ei, will sie ihren Mord aufklären. Denn die Polizei sagt sofort, es muss natürlich der Ex sein.

Gegen den Willen ihrer Mutter geht sie keine Operation ein, deren Wahrscheinlichkeit höher im Tod als im Überleben ist und beginnt mit ihrem Kindheitsfreund Billy die Stadt aufzumischen.

Sie deckt so manche Ungereimtheiten auf, Intrigen, Affären und weitere Straftaten. Billy ist dabei immer an ihrer Seite. Doch die Zeit läuft ihr davon und der Schaden im Gehirn zeigt sich täglich mehr und die Wahrheit rückt näher, aber ob sie es in den 7 Tagen schafft, selbst ihren Mörder zu finden?

Jet ist in ihrem Charakter sehr vielfältig. Sarkastisch, verletzlich, kämpferisch und keineswegs eine typische Heldin. Der Verlust ihrer älteren Schwester, als sie noch Kinder waren, hat sie sehr geprägt. Das schlechte Verhältnis zu ihren Bruder und dessen Ehefrau, welche ihre beste Freundin war, steigert dies nur noch mehr und hat sie zu ihrer Rivalin werden lassen. So haben alle in der Familie ihre Sorgen und Ärgernisse, welche in der Geschichte zum Tragen kommen.

Ich muss ehrlich sagen, für mich bleibt es am Ende dennoch ein Jugendbuch, auch wenn die Protagonistin älter ist. Der Schreibstil ist dafür zu einfach gehalten, es wird zu oft geflucht, Jet erinnert zu sehr an eine 16-Jährige, die noch nichts erreicht hat, was in diesem Alter zumindest gerechtfertigt wäre.

Persönlich hat mich gestört, wie sehr man immer und immer wieder auf ihren körperlichen „Zerfall“ hingewiesen hat. Wie oft man sagt das sie doppelt sieht bzw. das Problem, welches sich noch einbringt. Da ich selbst schon mal nach einem Unfall gewisse körperliche Einschränkungen hatte, weiß ich, dass man diese nicht einfach vergisst und das dann alle paar Seiten wiederholen muss, wie man doch vergessen hat, dass dies nun nicht mehr geht.

Die Auflösung am Ende, wo alle Fäden nochmals zusammenlaufen, war zwar ganz nett zu lesen, hat es leider aber nicht mehr geschafft mich abzuholen. Viel zu viele Menschen hatten gute Gründe anderen Schaden zuzufügen und das waren alles keine die gegen Jet sprachen, aber der eigentliche, warum sie angegriffen wurden, war für mich eher unbefriedigend. Als Krimi ist das Buch für mich eher durchgefallen, aber für ein Jugendbuch al la Holly Jackson, würde es sich besser verkaufen.

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