Arbeitsreicher Betriebsausflug
Prost, auf die FischerDie Brunngrieser Polizeidienststelle, unter der Leitung von Kommissar Tischler, hat sich ihren Betriebsausflug gewiss anders vorgestellt. Jeder war bepackt mit einem Rucksack, wobei ich mir bei dem ein ...
Die Brunngrieser Polizeidienststelle, unter der Leitung von Kommissar Tischler, hat sich ihren Betriebsausflug gewiss anders vorgestellt. Jeder war bepackt mit einem Rucksack, wobei ich mir bei dem ein oder anderen Inhalt das Lachen nicht verkneifen konnte. Ihr Ziel war der Frillensee in den Chiemgauer Alpen im Landkreis Traunstein. Luise hat den Betriebsausflug geplant und wusste genau wo in dieser herrlichen Natur, direkt am See, ein schönes Plätzchen für ein gemütliches Picknick war. So sehr sich das Team, nach der Wanderstrecke, auf Entspannung freute, so kam es doch dann ganz anders als erhofft.
An einem Steg des Sees schwamm ein Fischernetz. Es befanden sich keine Fische darin, sondern eine Leiche war darin eingewickelt. Abrupt war der Betriebsausflug zu Ende, und die Ermittlungen wurden sofort eingeleitet.
Friedrich Kalpenstein hat, wie sollte es auch anders sein, erneut einen spannenden und außergewöhnlichen Provinzkrimi geschrieben, und dies nun schon zum 12.Mal. Es freut mich sehr, dass er seinem unverwechselbaren Schreibstil treu geblieben ist. Dieser Krimi kann wieder ohne Kenntnis der Vorgänger Bände gelesen werden. Nötiges Wissen über Brunngries und den dortigen Bewohnern lässt Kalpenstein geschickt in die Geschichte einfließen, sodass auch Neuleser:innen sich schnell zurechtfinden. Dennoch empfehle ich jeden Band zu lesen, denn die Leserschaft wird Band für Band mit außergewöhnlichen Mordfällen konfrontiert, die zum Mitermitteln animieren und die an der Entwicklung einzelner Protagonisten teilhaben lassen. In meinem Kopfkino hat sich ein liebenswerter Ort aus vielen Mosaiksteinchen zusammengesetzt. Mit jedem neuen Band kommen neue Eindrücke hinzu. Zum Lachen gibt es wie immer reichlich. Anhand der typischen Frotzeleien und der Situationskomik stellt Kalpenstein immer wieder seine Schlagfertigkeit und seine Ideenvielfalt unter Beweis. Friedrich Kalpenstein ist ein Serienschreiber der seinesgleichen sucht. Er hat sich bei mir schon lange in mein Provinzkrimi- Herz geschrieben und dort verankert.
Umfangreiche Recherchen des Autors waren gewiss nötig, um dem Team Tischler mit diesem Plot die Ermittlungen schwer zu machen. Das habe ich als Mitermittlerin auch gespürt, denn es war alles andere als leicht dem Täter auf die Spur zu kommen. Ich tappte sehr lange im Dunkeln, bis mich fast zum Schluss ein Geistesblitz traf, und ich zeitgleich mit Tischler den Täter dingfest machen konnte. Dabei ging es hoch her. Spannung, Schnappatmung und Nervenkitzel vom Feinsten.
Das Schöne an Kalpensteins Krimis ist, und da schließe ich die " Salute " Serie mit ein, dass er den Mord bis ins kleinste Detail nebst Motiv erläutert. Da bleibt keine Frage offen und gleichzeitig baut er Elemente mit ein, die Neugier und Vorfreude auf den nächsten Band entfachen. Ziemlich genau zweimal im Jahr schlägt das Böse in Brunngries oder Umgebung zu. Dank der hochqualifizierten Polizeidienststelle, die als einzige die TuF- Methode beherrscht, wurde bisher noch jeder Mörder dingfest gemacht. Und gelegentlich beweist die Resi, die auf jedem Cover so professionell posiert, dass sie einen guten Riecher hat. Dabei hat sie bisher einen Täter noch nicht erschnüffelt, dafür müsste sie gewiss bei Tischler fleißig hospitieren.
Nach dem Mord ist nun vor dem Mord und somit fiebere ich " Prost auf die Sportler " sehnsüchtig entgegen. Vorher geht es aber im Sommer nach Bardolino, denn das letzte Foto möchte ich unbedingt " sehen ".
Ich spreche eine hundertprozentige Leseempfehlung aus und vergebe natürlich 5 Sterne. Über die Jahre zusammengezählt sind es bisher 60 Sterne für die gesamte " Prost auf..." Serie, und es dürfen sehr gerne noch viel mehr werden, bis eine Galaxie erreicht ist.