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Veröffentlicht am 15.01.2026

Und wieder einmal bin ich begeistert

Kleopatra
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Ist es die Tatsache, dass niemand weiß, was in der Antike wirklich geschah? Dass Historiker jederzeit das Bild ganz nach ihrem Gutdünken verfälschen könnten? Für mich spielt es keine Rolle. Nur in Romanen ...

Ist es die Tatsache, dass niemand weiß, was in der Antike wirklich geschah? Dass Historiker jederzeit das Bild ganz nach ihrem Gutdünken verfälschen könnten? Für mich spielt es keine Rolle. Nur in Romanen kann ich den Menschen der Antike wirklich nahe sein. Mir ist dabei egal, ob die Jahreszahlen stimmen oder es sich tatsächlich wie in dem jeweiligen Buch geschrieben, zugetragen hat. Denn es gibt doch stets neue Erkenntnisse und die Ausgrabungen bringen immer wieder Erstaunliches ans Licht. Nein, Kleopatra hatte keinen guten Ruf. Jedoch kann kein Mensch belegen, ob sie tatsächlich so berechnend war, wie es in vielen Büchern dargestellt ist.

„Kleopatra“ ist ein Buch, das dieser Frau ein würdiges Denkmal setzt. Weil sie es ist, die als Ich-Erzählerin ihr Leben beschreibt. Warum sie nicht Pharaonin werden wollte, wie sie den Verrat ihrer Geschwister empfand, wie er sie schmerzte. Als ihr geliebtes Reich dem Untergang geweiht war, bat sie Caesar um Hilfe und bekam sie. Wer hätte anders gehandelt? Warum ging sie nicht nur deswegen als Hure in die Geschichtsbücher ein? Damals galten andere Regeln als heute. Menschen wurden geköpft und/oder wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen. Das Volk jubelte. Heute hier, in der westlichen Welt undenkbar.

Beeindrucken fand ich, dass Kleopatra sich um die Gesundheit ihrer Untertanen sorgte. Sie behandelte sie und errichtete sogar Krankenhäuser. Als Mutter war sie sehr um ihre Kinder bemüht. Also, mir ist sie beim Lesen des Buches nähergekommen und ich werde mir mit Sicherheit weitere Literatur zum Thema kaufen. Die Autorin Saara El-Arifi hat mit Sicherheit viele Stunden recherchiert und es kam ein wirklich tolles und lesenswertes Buch heraus.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Mein erstes Highlight 2026

Goodbye, Amerika?
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Nein, nicht erst seit der zweiten Amtszeit von Donald Trump geschehen unglaubliche Dinge. Das fing bereits 2016 an. Leider gab es damals nur hin und wieder Stimmen, die sich dem Faschismus entgegenstellen ...

Nein, nicht erst seit der zweiten Amtszeit von Donald Trump geschehen unglaubliche Dinge. Das fing bereits 2016 an. Leider gab es damals nur hin und wieder Stimmen, die sich dem Faschismus entgegenstellen wollten. Ja, nur vereinzelt. Und dann das Unbegreifliche. Donald wurde erneut gewählt. Diese zweite Amtszeit erleben wir momentan und mich erschreckt sein Verhalten sehr. Aber nicht nur mich. Wie mag es den Menschen gehen, die dort leben? Deren Präsident er ist? Die ihn vielleicht sogar wählten?

Die USA-Kennerin Rieke Havertz fasst in ihrem Buch "Goodbye America" das zusammen, was sie in Amerika erlebte und immer noch erlebt. Als Journalistin und Korrespondentin der Zeit ist sie häufig dort und weiß wie kaum ein anderer über die Gegebenheiten vor Ort aus. Seit 20 Jahren ist es ihre zweite Heimat. Ihre Teilnahme an Wahlveranstaltungen des Herrn Trump gaben ihr Gelegenheit, sich mit seinen Wählern zu unterhalten. Es ist erstaunlich, was die äußerten. Nein, niemand sollte denken, dass sie alle unterbelichtet oder gar dumm seien. Wie überall, lassen sich auch hier nicht alle über einen Kamm scheren.

Ihr Buch ist so spannend geschrieben, dass ich wirklich kaum unterbrechen wollte. Sie liest es selbst und das perfekt. Es ist leicht, mit den Wölfen zu heulen und alles zu glauben, was Medien uns berichten. Daher war es für mich selbstverständlich, dass ich eine Stimme hören wollte, die einen ganz eigenen Zugang zu Amerika hat. Meine Sicht auf die Situation dort hat sich ein wenig geändert und das gefällt mir. Das Hörbuch empfehle ich nicht nur für Freunde Amerikas.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Ein Buch, das berührt

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Eigentlich verstand Hyoyeong sich mit ihrer Schwester sehr gut. Doch, was ist das? Sie verschwindet ohne ein Wort des Abschieds und das, wo die Mutter operiert werden muss? Und der Vater ihr so viel Geld ...

Eigentlich verstand Hyoyeong sich mit ihrer Schwester sehr gut. Doch, was ist das? Sie verschwindet ohne ein Wort des Abschieds und das, wo die Mutter operiert werden muss? Und der Vater ihr so viel Geld geliehen hat? Hyoyeong ist wütend und verlässt ihr Elternhaus. Sie zieht in eine andere Stadt. Nimmt einen Aushilfsjob an und hofft auf diese Weise, die unguten Gedanken zu vergessen. Dabei ahnt sie nicht, wie sehr sie die Arbeit im "Der Briefladen in dem die Zeit stillstand" begeistert. Endlich lernt sie, dass sie auch mit fremden Menschen kommunizieren kann. Sie lässt sich auf ihr Gegenüber ein und lernt auf diese Weise Leute kennen, die bald viel mehr als „nur“ Bekannte für sie sind.

Es ist ein Debüt der Autorin Baek Seungyeon. Und das ist gelungen. Hier wird ein außergewöhnlicher Shop vorgestellt. Kunden werden zum Briefeschreiben motiviert. Was vor Jahrzehnten noch gang und gäbe war, wird leider nur noch wenig praktiziert. Handgeschriebene Briefe kennt kaum noch jemand. Heute gibt es Kurznachrichten oder E-Mails. Jedoch ist die Rückbesinnung auf das per Hand geschriebene Wort ein Wunsch vieler Menschen. Besonders dann, wenn weder Adressat noch Absender bekannt sind. Ist es tatsächlich so, dass sich die Schreibenden viel leichter öffnen können?

Für mich war es bisher schwierig, mich an den Schreibstil von Autoren aus Fernost zu gewöhnen. Das ist hier anders. Das Buch fesselte mich schon beim Lesen der ersten Seiten und setzte sich bis zum Ende fort. So fein wird hier die Wichtigkeit der Auswahl von Briefpapier und Füller beschrieben. Das Kratzen der Feder auf dem Papier konnte ich praktisch hören. Ja, ich empfehle dieses einzigartige Buch unbedingt weiter. Das hat es verdient.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Ein ganz wundervolles Buch

Wohin ihre Flügel sie tragen
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Linda ist traurig. So gerne hätte sie noch ein Baby. Leider haben die Bemühungen bisher keinen Erfolg. Ihr Mann Bruce tröstet sie und er hat eine Idee. In Vietnam warten Waisenkinder auf Ehepaare, die ...

Linda ist traurig. So gerne hätte sie noch ein Baby. Leider haben die Bemühungen bisher keinen Erfolg. Ihr Mann Bruce tröstet sie und er hat eine Idee. In Vietnam warten Waisenkinder auf Ehepaare, die sie nach Amerika einladen. Die Verantwortlichen erhoffen sich eine bessere Zukunft für die Kleinen. Auch Linda und Bruce bemühen sie um eine Adoption. Sie würden gerne einem kleinen Jungen ein sicheres Zuhause bieten. Es kommt aber alles ganz anders und die klein Minh wird ihr Töchterchen Nr. 2.

Die ältere Tochter Sophie freut sich sehr auf ihre kleine Schwester. Nur Bruces Mutter ist skeptisch, ja sogar sehr abweisend. Liegt es an dem Schicksalsschlag, der ihr den Sohn wegnahm? Linda und Bruce geben sich sehr viel Mühe mit dem Mädchen. Doch sie fühlt sich in der christlichen Schule gar nicht wohl. Sie gehört auch noch nach Jahren nicht richtig dazu. Alle ihre Bedenken und Wünsche werden von den Eltern mitgetragen. Das macht ihr Leben sehr viel leichter.

"Wohin ihre Flügel sie tragen" ist ein ganz wunderbares Buch. Der feine Schreibstil und der subtile Humor fesselten mich. Die Kapitel wechseln immer zwischen den Jahreszahlen und besonderen Ereignissen in der Familie. Erzählt wird in der Ich-Form und immer wieder von anderen Familienmitgliedern. Spannend für mich war, dass ich von der Organisation „Operation Babylift“ hörte. Die kannte ich bisher noch nicht. Nicht nur die umfangreiche Recherchearbeit der Autorin macht das Buch zu einem außergewöhnlichen Highlight in dem noch jungen Lesejahr. Hundertprozentige Empfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Spannend geschrieben und lebendig gelesen

Die Tote im Götakanal: Ein Kommissar-Beck-Roman
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Martin Beck fühlt sich in seinem Zuhause nicht mehr wohl. Ständig nörgelt seine Frau an ihm herum. Sie jammert, dass er zu wenig Zeit für die Familie hat. Gleichzeitig vermittelt sie ihm auch, dass sie ...

Martin Beck fühlt sich in seinem Zuhause nicht mehr wohl. Ständig nörgelt seine Frau an ihm herum. Sie jammert, dass er zu wenig Zeit für die Familie hat. Gleichzeitig vermittelt sie ihm auch, dass sie sich in seiner Gegenwart nicht wohl fühlt. Und dann wird auch noch eine unbekannte Tote gefunden. Geborgen aus dem Götakanal. Zunächst ist völlig unklar, wer sie ist. Aber Beck wäre nicht der allseits geschätzte Ermittler, wenn er nicht alles daransetzte, dieser Frau ein Gesicht zu geben.

Sehr gerne sah ich die Folgen der Serie mit Kommissar Beck. Umso mehr freute ich mich, als ich das Hörbuch "Die Tote im Götakanal - Ein Kommissar Beck Roman" entdeckte. Das Buch beginnt ruhig und es dauert eine Weile, bis der Spannungsbogen gestrafft ist. Das liegt wohl auch daran, dass es der erste Band mit Kommissar Beck ist. Das Team muss sich erst finden. Die Ermittlungen gestalten sich zunächst schwierig, es meldet sich niemand, der die Tote kennt. Aber das akribische Nachforschen der Fahnder wird mit der Zeit belohnt. Die Suche nach dem Täter beginnt.

Das Buch wird von Günther Harder gelesen. Auch er trägt maßgeblich dazu bei, dass es für mich ein perfekter Hörgenuss war. Meine Empfehlung gilt also uneingeschränkt.

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