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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2026

Einiges war nicht nach meinem Geschmack

The Box in the Woods. Schau nicht hinein
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“Box in the Woods” knüpft ein kleines bisschen an die Ellingham Academy-Reihe an, man kann das Buch aber sehr gut unabhängig davon lesen.

Stevie, eine bekannte Hobbydetektivin und Schülerin an der Ellingham ...

“Box in the Woods” knüpft ein kleines bisschen an die Ellingham Academy-Reihe an, man kann das Buch aber sehr gut unabhängig davon lesen.

Stevie, eine bekannte Hobbydetektivin und Schülerin an der Ellingham Academy (ein Internat, das Jugendliche mit ambitionierten Zielen auf kreative Art unterstützt) weiß einen kniffligen Mordfall zu schätzen. Jetzt darf sie einen Cold Case untersuchen: In dem Wald nahe des Sommercamps Wonder Falls wurden 1978 vier jugendliche Betreuer:innen brutal ermordet aufgefunden — der Fall ist bis heute ungeklärt. Der neue Campbesitzer Carson lädt Stevie ein, um das makabere Massaker unter die Lupe zu nehmen und einen True-Crime-Podcast aufzunehmen. Doch kaum angekommen, häufen sich bedrohliche Vorfälle, dann wird wieder eine Leiche gefunden …

Stevie macht sich also mit ihrer besten Freundin Janell und ihrem guten Freund Nate auf den Weg zum Sommercamp, wo sie offiziell als Betreuer:innen arbeiten. Der gewiefte Geschäftsmann Carson hat alles vorbereitet: Es gibt eine Präsentation mit Fakten sowie Hintergrundinformationen. Zudem hat er alle, die mit dem Fall in Verbindung stehen, zusammengetrommelt und gibt sich größte Mühe, sich einzuschmeicheln, damit sie sich für den geplanten Podcast interviewen lassen.

Die Handlung entfaltet sich aus verschiedenen Blickwinkeln, auf zwei Zeitebenen: 1978 begleitet man die beiden Paare, die schließlich ermordet wurden, erfährt, was danach geschah sowie kurz davor. In der Gegenwart erzählt Stevie äußerst amüsant von ihren facettenreichen Erfahrungen in dem Sommercamp und der nahe liegenden Kleinstadt.

Der lebendige, unterhaltsame Schreibstil ist einerseits mitreißend, andererseits war mir die Erzählweise manchmal etwas zu ausführlich und zu ausgeschmückt. Die Charaktere sind herrlich eigentümlich und die Dynamik zwischen ihnen ist interessant. Die Handlung ist ungemein atmosphärisch, rätselhaft sowie leicht gruselig, doch entscheidende Elemente werden meiner Meinung nach wiederholt ausgeführt, was Tempo und Spannung für mich ein bisschen ausbremste. Außerdem wirkte einiges nicht besonders plausibel auf mich.

“Box in the Woods” hinterlässt mich zwiegespalten. Sehr gelungen fand ich die greifbare Sommerlagerstimmung, die mysteriösen Morde, die ereignisreiche Handlung, den humorvollen Ton, die Figurendynamik sowie die überraschende Auflösung. Für meinen Geschmack gibt es allerdings ein paar Längen und ein paar Zusammenhänge empfand ich als überkonstruiert.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Ich bin zwiegespalten

This Story Might Save Your Life
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Joy und Benny sind seit vielen Jahren eng befreundet, außerdem sind sie seit einer Weile sehr erfolgreiche Comedy-Podcast-Stars. Eines Morgens sind Joy und ihr Ehemann verschwunden – ein zertrümmertes ...

Joy und Benny sind seit vielen Jahren eng befreundet, außerdem sind sie seit einer Weile sehr erfolgreiche Comedy-Podcast-Stars. Eines Morgens sind Joy und ihr Ehemann verschwunden – ein zertrümmertes Fenster deutet auf ein Verbrechen hin. Oder war es doch nur der Sturm, der auch auf Bennys Anwesen in der Nähe einen gewaltigen Schaden angerichtet hat, und hier geht etwas anderes vor sich? Benny begibt sich (mit Joys Schwägerin, seiner Ex-Frau sowie seiner Schwester) auf Spurensuche, wobei er Entsetzliches entdeckt. Dann wird er zum Hauptverdächtigen …

Die Handlung nimmt nicht lange Anlauf; es wird bereits nach wenigen Kapiteln spannend! Die vielschichtigen, rätselhaften, emotional aufgeladenen Geschehnisse entfalten sich aus zwei Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen: aus Bennys Sicht, in Form von Joys autobiografischen Manuskriptauszügen sowie aus einer Perspektive, die ich aus Spoilergründen nicht verraten kann. Was Benny nach Joys Verschwinden erlebt und was Joy über ihr Leben (ihre chronische Krankheit, ihre Freundschaft zu Benny, ihre Ehe, ihre Karriere und die damit verbundenen Probleme) zu erzählen hat, empfand ich größtenteils als packend, unterhaltsam und bewegend! Ich fand die Handlung jedoch immer wieder etwas schleppend, die beiden Hauptfiguren waren mir unsympathisch (mMn oft zu sehr “Gefühl über Verstand” und naiv) und ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich die Auflösung raffiniert komplex oder ziemlich konstruiert bzw. wenig sinnvoll finde.

Der lebendige, humorvolle Erzählstil war für mich meistens mitreißend, einige Charaktere empfand ich als herrlich undurchsichtig und die geheimnisvollen Geschehnisse voller düsterer Andeutungen sowie Enthüllungen, die neue Fragen aufwerfen, weckten meine Neugier immer wieder.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Ich bin zwiegespalten ...

Der Nachbar
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Ich persönlich empfand die Handlung nicht selten als konstruiert sowie unnötig brutal. Und den Figuren fehlt es für meinen Geschmack ein bisschen an Tiefe.

Doch der geniale, düster‑komische Humor und ...

Ich persönlich empfand die Handlung nicht selten als konstruiert sowie unnötig brutal. Und den Figuren fehlt es für meinen Geschmack ein bisschen an Tiefe.

Doch der geniale, düster‑komische Humor und die packende Inszenierung der rätselhaften Ereignisse haben mich durchgehend bestens unterhalten und gefesselt.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Das Ende hat mir gar nicht gefallen

Nebelinsel
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Die Frau des Schriftstellers Grady wird vermisst; ihr verlassenes Auto wurde auf einer Klippe gefunden. Ein Jahr später trauert er immer noch; er kann nicht mehr schreiben und trinkt zu viel. Seine Agentin ...

Die Frau des Schriftstellers Grady wird vermisst; ihr verlassenes Auto wurde auf einer Klippe gefunden. Ein Jahr später trauert er immer noch; er kann nicht mehr schreiben und trinkt zu viel. Seine Agentin schickt ihn auf eine abgelegene schottische Insel, wo er in ihrem Ferienhaus auf andere Gedanken kommen und wieder schreiben soll. Doch schon bei seiner Ankunft wird er erschüttert, denn er sieht seine vermisste Frau - aber das kann nicht sein, oder? Merkwürdige Vorkommnisse häufen sich, dann überschlagen sich die Ereignisse …

“Nebelinsel” hat mich lange begeistert: Die greifbar düstere Atmosphäre, der scharfsinnige Schreibstil, der die Themen Ehe sowie Kinderkriegen von allen Seiten beleuchtet, die undurchsichtigen Charaktere und die vielschichtige, rätselhafte Handlung haben mich nonstop mitgerissen, fasziniert, gefesselt – ich habe das Buch in nur zwei Zügen verschlungen! Aber die Auflösung hat mich persönlich sehr enttäuscht, da ich sie als unglaubwürdig, konstruiert sowie bizarr empfand.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Die Umsetzung der raffinierten Handlung hat mich nicht ganz überzeugt

The Woman in Suite 11
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“The Woman in Suite 11” ist die Fortsetzung von “The Woman in Cabin 10”. Für die britische Journalistin Lo hat sich seit den verheerenden Ereignissen auf dem Luxusschiff Aurora viel verändert: sie hat ...

“The Woman in Suite 11” ist die Fortsetzung von “The Woman in Cabin 10”. Für die britische Journalistin Lo hat sich seit den verheerenden Ereignissen auf dem Luxusschiff Aurora viel verändert: sie hat geheiratet, zwei Kinder bekommen und lebt in den USA. Nun, zehn Jahre später, kehrt sie nach Europa zurück, um gemeinsam mit einer handverlesenen Gruppe von Medienschaffenden an den Eröffnungsaktionen eines Schweizer Luxushotels teilzunehmen. Doch hier ist nichts, wie es scheint und die Schatten der rätselhaften, bedrohlichen Geschehnisse auf der Aurora verdunkeln die Gegenwart – Lo gerät erneut in Schwierigkeiten ...

Das Geschehen wird aus Los Sicht geschildet – für meinen Geschmack manchmal zu ausführlich, mit zu vielen Nebensächlichkeiten. Auch die Charakterzeichnung der Protagonistin hat mein Lesevergnügen ein bisschen getrübt: sie wirkte oft unbedarft bzw. leichtsinnig auf mich, was mir angesichts ihres Alters von 40, ihres Berufs und ihrer Erfahrungen nicht plausibel erschien.

Die komplexe, raffinierte, wendungsreiche Handlung fand ich großartig: die greifbar beklemmende Atmosphäre, die moralischen Dilemmata und die undurchsichtigen Nebenfiguren haben mich begeistert! Die ausführliche, ausdrucksstarke Erzählweise erzeugt oft eine herrlich unheilvolle Stimmung, aber manchmal zieht die Handlung mMn in die Länge, was die Spannung meines Erachtens etwas ausbremst, wie ich finde.

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