Einiges war nicht nach meinem Geschmack
The Box in the Woods. Schau nicht hinein“Box in the Woods” knüpft ein kleines bisschen an die Ellingham Academy-Reihe an, man kann das Buch aber sehr gut unabhängig davon lesen.
Stevie, eine bekannte Hobbydetektivin und Schülerin an der Ellingham ...
“Box in the Woods” knüpft ein kleines bisschen an die Ellingham Academy-Reihe an, man kann das Buch aber sehr gut unabhängig davon lesen.
Stevie, eine bekannte Hobbydetektivin und Schülerin an der Ellingham Academy (ein Internat, das Jugendliche mit ambitionierten Zielen auf kreative Art unterstützt) weiß einen kniffligen Mordfall zu schätzen. Jetzt darf sie einen Cold Case untersuchen: In dem Wald nahe des Sommercamps Wonder Falls wurden 1978 vier jugendliche Betreuer:innen brutal ermordet aufgefunden — der Fall ist bis heute ungeklärt. Der neue Campbesitzer Carson lädt Stevie ein, um das makabere Massaker unter die Lupe zu nehmen und einen True-Crime-Podcast aufzunehmen. Doch kaum angekommen, häufen sich bedrohliche Vorfälle, dann wird wieder eine Leiche gefunden …
Stevie macht sich also mit ihrer besten Freundin Janell und ihrem guten Freund Nate auf den Weg zum Sommercamp, wo sie offiziell als Betreuer:innen arbeiten. Der gewiefte Geschäftsmann Carson hat alles vorbereitet: Es gibt eine Präsentation mit Fakten sowie Hintergrundinformationen. Zudem hat er alle, die mit dem Fall in Verbindung stehen, zusammengetrommelt und gibt sich größte Mühe, sich einzuschmeicheln, damit sie sich für den geplanten Podcast interviewen lassen.
Die Handlung entfaltet sich aus verschiedenen Blickwinkeln, auf zwei Zeitebenen: 1978 begleitet man die beiden Paare, die schließlich ermordet wurden, erfährt, was danach geschah sowie kurz davor. In der Gegenwart erzählt Stevie äußerst amüsant von ihren facettenreichen Erfahrungen in dem Sommercamp und der nahe liegenden Kleinstadt.
Der lebendige, unterhaltsame Schreibstil ist einerseits mitreißend, andererseits war mir die Erzählweise manchmal etwas zu ausführlich und zu ausgeschmückt. Die Charaktere sind herrlich eigentümlich und die Dynamik zwischen ihnen ist interessant. Die Handlung ist ungemein atmosphärisch, rätselhaft sowie leicht gruselig, doch entscheidende Elemente werden meiner Meinung nach wiederholt ausgeführt, was Tempo und Spannung für mich ein bisschen ausbremste. Außerdem wirkte einiges nicht besonders plausibel auf mich.
“Box in the Woods” hinterlässt mich zwiegespalten. Sehr gelungen fand ich die greifbare Sommerlagerstimmung, die mysteriösen Morde, die ereignisreiche Handlung, den humorvollen Ton, die Figurendynamik sowie die überraschende Auflösung. Für meinen Geschmack gibt es allerdings ein paar Längen und ein paar Zusammenhänge empfand ich als überkonstruiert.