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Veröffentlicht am 12.01.2026

Georg und Helene

Lügen, die wir uns erzählen
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Ehrliche Einblicke in eine (gescheiterte) Ehe
Nach „Das Blaue Wunder“ von @anne.other.freytag wollte ich unbedingt einen ihrer früheren Romane lesen. Ganz anders war der dann, aber richtig gut!
📖Als Helenes ...

Ehrliche Einblicke in eine (gescheiterte) Ehe
Nach „Das Blaue Wunder“ von @anne.other.freytag wollte ich unbedingt einen ihrer früheren Romane lesen. Ganz anders war der dann, aber richtig gut!
📖Als Helenes Mann Georg sich von ihr trennt und zu seiner neuen Freundin, einer Yogalehrerin, zieht, bleibt nur der Sohn bei ihr wohnen- die Tochter entscheidet sich, bei ihrem Vater zu leben. Die zweifache Mutter blickt nun intensiv auf ihre Ehe zurück. Dabei wird ihr klar, dass sie selbst durchaus auch schon mal geplant hatte, Georg zu verlassen (wegen ihres ehemaligen Freundes Alex), es aber nie getan hat. Helene fängt an, sich zu sortieren, kauft spontan ein Haus im Nichts und versteht sich (ihre Kinder und ihre Beziehungen) selbst immer besser.
⭐Ich mag den Stil, in dem Anne Freytag ihre Geschichten erzählt. Sie schreibt klar, ungeschönt (aber schön), direkt und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten.
Das gefällt mir.
⭐Es war spannend zu lesen, wie Helenes Mut wächst und dabei über verpasste Chancen genauso nachdenkt wie bleibende Werte.
⭐Ich mochte die wechselnden Erzählperspektiven, die einen umfassenden Einblick in die gesamte Familiensituation gaben und die Charaktere, die jede und jeder für sich gute Gründe für ihr Verhalten haben,
💬 „Dann bist also jetzt du das Opfer?“, frage ich. „Weil ich dich seinetwegen nicht verlassen habe?“

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Rottloch...

FREI – Bester Sommer (FREI 1)
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Frei! Bester Sommer von Sarah Welk (@sarah.welk)
Als ich im Weihnachtsgeschäft im #haidhauserbuchladen gearbeitet habe, fand ich den Klappentext dieses Jugendbuches einfach so cool, dass ich es unbedingt ...

Frei! Bester Sommer von Sarah Welk (@sarah.welk)
Als ich im Weihnachtsgeschäft im #haidhauserbuchladen gearbeitet habe, fand ich den Klappentext dieses Jugendbuches einfach so cool, dass ich es unbedingt schnell lesen wollte.
„Berlin, Wien, Neapel, Hamburg … und jetzt: Rottloch. Ein Kuhdorf, in dem 8-Jährige Traktor fahren.“ Joshua zieht mit seiner Künstlermutter und deren Lebensgefährtin mal wieder um und hat so gar keinen Bock drauf. Als er auf seiner neuen Schule dann aber in ein Survivalcamp geschickt wird und sich in einer kleinen Gruppe in der Natur durchschlagen muss, ist alles plötzlich doch nicht mehr so ätzend, wie befürchtet. Und ein bisschen verliebt der 14-Jährige sich dann auch…
Sarah Welk schreibt so unfassbar locker, witzig und authentisch, dass ich nie das Gefühl hatte, sie käme hier mit erhobenem pädagogischen Zeigefinger um die Ecke. Trotzdem beschäftigt sie sich intensiv mit den Sorgen und Ängsten, der Wut und dem Sich-nicht-verstanden-Fühlen der Teenager in ihrem Roman.
Absolut lesenswert, absoluter Jugendbuchtipp!
„ROTTLOCH. Wer bitte will in Rottloch wohnen? Also ich schon mal nicht.“

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Veröffentlicht am 31.12.2025

spannende Suche nach sich selbst

Die Passantin
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Neue Identität- spannend!
Die berühmte Schauspielerin Jeanne steigt aus Gründen nicht in das Flugzeug, das sie nachhause bringen soll. Als dieses Flugzeug dann abstürzt, beginnt für Jeanne ein komplett ...

Neue Identität- spannend!
Die berühmte Schauspielerin Jeanne steigt aus Gründen nicht in das Flugzeug, das sie nachhause bringen soll. Als dieses Flugzeug dann abstürzt, beginnt für Jeanne ein komplett neues Leben- sie entscheidet sich dafür, ihren Tod nicht aufzuklären, sondern ein neues Leben zu starten. Nach vier Jahren trifft sie zufällig auf ihren Mann und entscheidet sich endgültig, wie ihr Leben weitergehen wird.
Etwas schwer ist mir am Anfang der Umgang mit der Selbstansprache der Erzählerin gefallen, die immer in der dritten Person von sich berichtet. Warum sie das tut, wird schnell klar und trotzdem war es beim Lesen etwas befremdlich.
Jeanne wird nach ihrem „Tod“ zu Sella, später dann zu Alva. Diese Entwicklung war spannend zu lesen und, sie durchlebt viele Phasen während ihres Rückzuges, setzt sich aber doch nicht wirklich mit dem auseinander, was sie verletzt.
Die Sehnsucht nach ihren Kindern, gerade in ihrer Zeit im Haus der Frauen, zeigt deutlich die Zerrissenheit und das schlechte Gewissen, das sie täglich quält.
Erst, als sie ihrem Mann und seiner neuen Lebensgefährtin zufällig begegnet, zwingt sie sich dazu, aktiv zu entscheiden, wie sie leben möchte. Diese bewusste Entscheidung hat mich in all ihren Konsequenz durchaus überrascht, aber scheint mir im Nachhinein absolut stimmig.
Ein Buch, das den Weg zur Selbstbestimmtheit einer Frau begleitet und sich mit der spannenden Frage beschäftigt, wie ein Neuanfang aussehen könnte, wenn man sein altes Leben hinter sich ließe.
„ […] und ich kaufe einen Omafotzenkäse, just because.“

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Veröffentlicht am 08.12.2025

ungewöhnliches Konzept

Kopfsalat und Bauchgefühl
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Mental Health-Bücher gibt es mittlerweile ja wie Sand am Meer. Dieses hier hebt sich aber durch das ungewöhnliche Konzept deutlich ab. In Façon eines Kochbuchs präsentiert es drei große Menüs mit jeweils ...



Mental Health-Bücher gibt es mittlerweile ja wie Sand am Meer. Dieses hier hebt sich aber durch das ungewöhnliche Konzept deutlich ab. In Façon eines Kochbuchs präsentiert es drei große Menüs mit jeweils drei Gängen, abgestimmt auf verschiedene störanfällige Bereiche des menschlichen Lebens.
Ich finde die Idee, sich je nach Problemlage aus gut recherchierten und wissenschaftlich fundierten Zutaten ein Menü zu „kochen“, das für psychisches Wohlbefinden sorgt, wirklich gut.
Die Verhaltensweisen, Tipps und Tricks aus diesem Buch werden aus neurowissenschaftlicher Sicht erklärt (Laura Wünsch) und mit Beispielen aus der Praxis bereichert (Oliver Herrmann). Durch diese Kombi werden die Themen von unterschiedlichen Seiten beleuchtet und gewinnen an Tiefe.
Für mich waren einige Passagen mit zu vielen Metaphern behaftet. Ich finde es grundätzlich gut, mit Bildern zu arbeiten, aber hier war es phasenweise ein bisschen too much, nämlich (Kochmetapher, Radiosender, Zaubermeister, Zaubertrank).
Entschädigt haben mich dafür aber die guten Zusammenfassungen am Ende eines jeden Kapitels und die vielen neuen Fakten und Informationen, von denen ich hier gelesen habe (Lake-Wobegon-Effekt, Attributionsfehler, …)
Ein liebevoll und gedankenvoll zusammengetragenes Buch für Leser:innen mit und ohne Vorkenntnisse im Bereich Mental Health. Sehr gut geeignet für alle, die Metaphern lieben und anschauliche, praixsnahe Erklärungen schätzen.
„[…] mentale Gesundheit ist nicht nur eine individuelle Verantwortung. Sie ist ein kollektives Thema.“

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Veröffentlicht am 08.12.2025

krasses Thema

Da, wo ich dich sehen kann
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Ein überbordender Roman: Da, wo ich dich sehen kann.
Maja verliert im Grundschulalter ihre Mutter Emma. Nicht durch einen Unfall, nicht durch Krankheit, sondern durch einen Femizid. Nach der Beerdigung ...

Ein überbordender Roman: Da, wo ich dich sehen kann.
Maja verliert im Grundschulalter ihre Mutter Emma. Nicht durch einen Unfall, nicht durch Krankheit, sondern durch einen Femizid. Nach der Beerdigung zieht Maja zu ihren Großeltern in eine neue Stadt, wo sie mit Emmas bester Freundin Liv und deren Hund Chloe zusammenwohnt. Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählen alle Betroffenen, wie sie mit Emmas Tod umgehen.
Die Gestaltung des Romans ist klasse: Durch die Mischung aus Erzählperspektiven, amtlichen Dokumenten, Gesprächsprotokollen, Zeichnungen und Paralleluniversen entsteht nochmal ein ganz anderes, viel authentischeres Lesegefühl.
Der Roman ist extrem vielschichtig und inhaltsprall. Am gelungensten fand ich die Kapitel, in denen die Betroffenen zu Wort kommen. Ich mag es, wie Jasmin Schreiber (@lavievagabonde) die Paralleluniversen öffnet, um alternative Verhaltensweisen durchzuspielen.
Auch sehr ergreifend ist die Perspektive Emmas, die deutlich macht, wie subtil häusliche Gewalt sich in die Partnerschaft einschleicht, um dann immer vernichtender zu wirken.
Ein wenig themenüberfrachtend fand ich die geschichtlichen Hintergründe (Geschichtsunterrichts-Vibes).
Die Thematik des Femizids und die Beschäftigung mit den Auswirkungen auf alle, die mit dem Verlust leben müssen, ist so wichtig und dringend, dass für mich die Hundegeschichte für mich echt eine Red Flag darstellt. Ich verstehe nicht, warum sich die Autorin hier plötzlich in der Geschichte eines Tiers verfängt. Ich sehe, dass man sein Haustier liebt (Chloe gab es ja wirklich), aber wenn es um den Mord einer Frau durch ihren Mann geht, sollte sich (für meinen Geschmack) keine Tierepisode in den Vordergrund drängen.
Aber, um das noch mal deutlich zu sagen: Abgesehen von den Unterrichtseinheiten und der Hundegeschichte finde ich das Buch richtig gut: Ein Roman, der in seinen wesentlichen Passagen sensibilisiert, aufweckt und berührt.
„Niemand kommt mit allem klar, niemand ist unverwundbar […]“

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