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Veröffentlicht am 08.01.2026

Historischer Romantic-Suspense-Roman

Society of Death. Von Rache verführt
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Von der ersten Seite an zog mich dieser Roman tief hinein in eine düstere, geheimnisvolle Welt voller Intrigen, moralischer Abgründe und nahezu gothic-like Vibes. Das kreative Setting an der Elite-Uni ...

Von der ersten Seite an zog mich dieser Roman tief hinein in eine düstere, geheimnisvolle Welt voller Intrigen, moralischer Abgründe und nahezu gothic-like Vibes. Das kreative Setting an der Elite-Uni Yale zum Ende des 19. Jahrhunderts ist außergewöhnlich, mal was ganz anderes - und es wurde von der Autorin beeindruckend authentisch umgesetzt. Die Atmosphäre ist dicht, mystisch und von Beginn an spürbar; Dark Academia at its finest!

Regina Meissners Schreibstil ist bildreich, angenehm zu lesen und gleichzeitig wunderbar dem historischen Kontext angepasst. Besonders die Wortwahl in den Dialogen wirkt stimmig und zeittypisch, was das Eintauchen in die Epoche noch intensiver macht. Erzählt wird aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren Victoria und Emery.

Die Grundidee rund um die geheimnisumwobene Studentenverbindung Skull & Bones steht klar im Fokus der Handlung. Rituale, Loyalitäten, Machtstrukturen und dunkle Geheimnisse verleihen der Geschichte eine konstant unterschwellige Spannung, sodass man, unabhängig von manch handlungsruhigeren Passagen, immer weiterlesen möchte. Emery als gebrochener Held, der zwischen Pflicht, Schuld und seinem Gewissen gefangen ist, und Victoria als starke, kluge und mutige Frauenfigur, die sich nicht mit vorgegebenen Rollen zufriedengibt, bilden ein interessantes Figurenpaar. Die romantische Entwicklung ihrer Beziehung ist geprägt von instant Anziehung, aber eben auch späterem Misstrauen und verbotenen Gefühlen, und fügt sich harmonisch in die Gesamthandlung ein.

Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir die Atmosphäre: das historische Yale, geheime Treffpunkte … (ebenso das tolle Innencover mit der "Klasse von 1875") - all das verstärkt das Dark-Academia-Flair enorm. Auch das Cover passt perfekt zum Inhalt und transportiert die dunkle, geheimnisvolle Stimmung des Romans hervorragend.

Das Erzähltempo empfand ich insgesamt als recht ruhig, mit kleineren Längen zwischendurch; die Auflösung konnte mich daher leider nicht ganz so stark packen, wie ich es mir erhofft hatte - hier hätte ich mir eher eine überraschendere Wendung gewünscht. Dennoch schmälert das nicht den Gesamteindruck dieses sehr gelungenen ersten Bandes.

Bitte beachtet die Content Notes bzw. die Liste sensibler Inhalte im Anhang.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Ein richtig toller Dilogie-Auftakt, der mit packender Atmosphäre, einem überaus kreativen Setting und emotionalen Konflikten überzeugt. Fans von Dark Academia und historischen Romanen mit romantischer Note kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Ich bin sehr gespannt auf Band 2, der im April 2026 erscheint!

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Solider Western-Read mit viel Potential

Ransom Canyon
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Der Auftakt dieser neuen Western-Romance-Reihe klang unglaublich reizvoll für mich (- ich liebe ja Serien à la "Yellowstone" -) … und kann definitiv mit viel Atmosphäre, Small-Town-Vibes und einem dramatischen ...

Der Auftakt dieser neuen Western-Romance-Reihe klang unglaublich reizvoll für mich (- ich liebe ja Serien à la "Yellowstone" -) … und kann definitiv mit viel Atmosphäre, Small-Town-Vibes und einem dramatischen Einstieg punkten.

Den soliden Schreibstil von Jodi Thomas habe ich als ruhig und bildhaft empfunden; man spürt sofort Staub, Weite und die emotionale Schwere, die über dem texanischen Canyon liegt. Gerade der Beginn rund um Staten Kirkland und den Verlust seiner Frau und seines Sohnes ist eindringlich und emotional erzählt.

Die Geschichte wird aus zahlreichen Perspektiven geschildert (Staten, Lauren, Yancy ..), was einerseits Abwechslung reinbringt, andererseits aber auch dafür sorgt, dass die Handlung eher gemächlich voranschreitet. Vieles läuft parallel ab, die Familien sind miteinander verwoben, jeder kennt jeden, und genau daraus entstehen diese typischen Small-Town-Momente, die sicher viele Leser:innen schätzen werden.

Laurens Perspektive hat mir von allen Charakteren eindeutig am besten gefallen; sie wirkte frisch, lebendig und emotional greifbar. Insbesondere die Ereignisse rund um das verlassene Haus und die Folgen daraus hatten echte Spannung, ebenso die Dynamik innerhalb ihrer Family, Stichwort: Margaret. Auch Yancys Geschichte war interessant angelegt und hatte Potential, mit ihm wurde ich allerdings bis zuletzt nicht vollständig warm.

Ähnlich erging es mir mit der Liebesgeschichte zwischen Staten und Quinn, leider. Die Annäherung, gerade vor dem Hintergrund von Quinn als bester Freundin der verstorbenen Ehefrau, blieb für mich emotional zu distanziert. Auch der vergleichsweise frühe körperliche Aspekt fühlte sich für mich nicht wirklich verdient oder aufgebaut an, sodass der Funke beim relativ frühen Spice (und auch später) einfach nicht überspringen wollte.

Insgesamt ist das Werk ein gemächlicher Western-Roman mit modernen Elementen und starken Ansätzen, der sich gut lesen lässt und vermutlich hervorragend als Verfilmung funktioniert - meine Neugier auf die Netflix-Serie wurde auf jeden Fall geweckt. Auf emotionaler Ebene hat mich das Buch jedoch nur semi erreicht.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein solides Leseerlebnis für Fans von Western-Romantik und Kleinstadtgeschichten, für mich persönlich mit Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Sympathisch, interessant, ehrlich

Unerwartet
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Mit "Unerwartet - Mein Leben" habe ich mich auf eine Autobiografie eingelassen, ohne erklärter Fan von Howard Carpendale zu sein. Einige seiner Lieder kennt man zwangsläufig, doch ausschlaggebend für meine ...

Mit "Unerwartet - Mein Leben" habe ich mich auf eine Autobiografie eingelassen, ohne erklärter Fan von Howard Carpendale zu sein. Einige seiner Lieder kennt man zwangsläufig, doch ausschlaggebend für meine Lektüre war vor allem meine wachsende Begeisterung für Non-Fiction (insbesondere Biografien) sowie meine Liebe zur Musik an sich. Entsprechend offen und neugierig bin ich an dieses Buch herangegangen.

Inhaltlich bietet die Autobiografie vieles, was ich als sehr gelungen und interessant empfunden habe. Besonders die Schilderungen seiner Kindheit in Südafrika und seiner Jugend in England haben mich gleichermaßen berührt wie beeindruckt. Die Erfahrungen im Schatten der Apartheid, die frühen Prägungen, aber auch der Weg in ein neues Leben und schließlich zum beruflichen Erfolg werden eindrucksvoll erzählt. Gerade diese Passagen haben Tiefe, historische Relevanz und persönliche Ehrlichkeit. Auch Einblicke in sein Privatleben, seine Beziehungen, seine Fehler und Zweifel wirken offen und stellenweise selbstkritisch - etwa, wenn er seinen eigenen Pragmatismus oder schmerzhafte Fehlentscheidungen nicht beschönigt.

Sehr positiv hervorheben möchte ich zudem die zahlreichen Fotografien (sowohl in Farbe als auch in Schwarz-Weiß). Sie verleihen dem Buch eine zusätzliche emotionale Ebene und machen die Lebensstationen greifbarer. Auch die Widmung hat mich enorm angesprochen: ruhig, nachdenklich und dem Wunsch nach Frieden:

"Ich widme dieses Buch keinem einzelnen Menschen, ich widme es dem Frieden, der Vernunft. Möge diese Welt wieder vernünftig und friedlich werden."

Was mich jedoch zunehmend irritiert hat und schlichtweg nicht meins war, ist der mitunter stark politische Ton des Buches. Die wiederkehrenden politischen Einordnungen (Anti-Trump-Passagen etc.) empfand ich als sehr dominant, stellenweise belehrend und moralisch aufgeladen. Hier hatte ich oft das Gefühl, dass diese Einschübe mehr Raum einnehmen, als es der autobiografischen Erzählung guttut. Persönliche Haltung ist legitim und wichtig, doch in dieser Häufung wirkte sie auf mich eher ermüdend als bereichernd.

Auch einzelne Episoden - speziell die ausführliche Schilderung seiner Erlebnisse rund um den 11. September - empfand ich als unglücklich platziert und teilweise effektheischend. Natürlich darf und soll dieses Ereignis erwähnt werden, wenn es Teil der eigenen Lebensgeschichte ist. In der konkreten Darstellung hatte ich jedoch den Eindruck, dass weniger mehr gewesen wäre und dass diese Passagen der Gesamtwirkung des Buches keinen wirklichen Mehrwert verleihen.

So bleibt für mich ein ambivalenter Eindruck zurück: "Unerwartet" ist sehr stark, bewegend und lesenswert - insbesondere dort, wo Howard Carpendale von Herkunft, Verlust, Liebe, Fehlern und seinem Werdegang erzählt. Gleichzeitig steht sich das Buch durch seinen politischen Anteil stellenweise selbst im Weg.


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Insgesamt eine interessante, gut ausgestattete Autobiografie mit vielen gelungenen Momenten, die mich inhaltlich durchaus abgeholt hat, mich emotional aber nicht durchgängig überzeugen konnte. Für mich daher eine solide, ehrliche Lektüre mit Licht und Schatten.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Wahrlich voller Joy

Agent of Joy
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Der positive, lebensbejahende, ermutigende Grundgedanke dieses Non-Fiction-Reads hat mich sofort angesprochen. "Agent of Joy" ist ein kompaktes, modernes Sachbuch, das dazu einlädt, die eigene Freude wieder ...

Der positive, lebensbejahende, ermutigende Grundgedanke dieses Non-Fiction-Reads hat mich sofort angesprochen. "Agent of Joy" ist ein kompaktes, modernes Sachbuch, das dazu einlädt, die eigene Freude wieder ernster zu nehmen - nicht als erzwungenen Dauerzustand, sondern als innere Orientierung.

Milka Loff Fernandes schreibt extrem sympathisch, locker-modern und nahbar. Persönlich und ehrlich, ohne belehrend zu sein, einfach relatable. Besonders gefallen haben mir die Joy-Rituale, die bewusst klein gehalten sind und genau dort ansetzen, wo Selbstwirksamkeit beginnt: im Körper, im Alltag, im Jetzt. Rituale wie das bewusste Bodenwischen, der Blick in den Himmel oder kleine Abweichungen von Routinen haben etwas Erdendes und lassen sich leicht integrieren.

Der Umfang ist angenehm kompakt, das Buch lässt sich in puncto Kapitellänge somit prima zwischendurch lesen und lädt immer wieder zum Nachdenken ein. Auch die Reflexionsfragen und Journaling-Impulse sind sinnvoll gewählt und unterstützen die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Freude, Selbstwert und innerer Erlaubnis.

Einige Gedanken waren mir vertraut, manches blieb eher auf einer emotional-intuitiven Ebene, wo ich mir stellenweise neue Perspektiven gewünscht hätte. Es ist inspirierend, aber nicht durchgehend überraschend - muss es ja auch nicht, viel wichtiger ist, etwas Positives aus der Lektüre mitzunehmen, und das war definitiv der Fall.

Was für mich besonders herausstach, waren die Passagen, in denen buddhistische Gedanken, Krankheit, Körperlichkeit und Freude miteinander verwoben werden. Diese Abschnitte haben wirklich Tiefe. Hier spürt man, dass das Thema aus echter Erfahrung heraus geschrieben wurde, nicht aus Konzepten.


𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein ehrliches, modernes Buch über Freude, Selbstverantwortung und Selbstmitgefühl, angereichert mit starken Ritualen, tollen Impulsen und ganz viel Joy.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Solide Fortsetzung

Two steps away - London Hearts 2
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Der zweite Band der London-Hearts-Reihe ist für mich vor allem eines: eine Geschichte über freundschaftlichen Zusammenhalt, charakterliche Stärke und das Erwachsenwerden zwischen familiären Erwartungen, ...

Der zweite Band der London-Hearts-Reihe ist für mich vor allem eines: eine Geschichte über freundschaftlichen Zusammenhalt, charakterliche Stärke und das Erwachsenwerden zwischen familiären Erwartungen, alten Verletzungen und neuen Chancen.

Schon ab den ersten Seiten habe ich mich unglaublich wohlgefühlt, nicht zuletzt wegen der kuscheligen Mädels-WG am Willow Square. Dieses warme, selbstverständliche Miteinander, das Sich-auffangen, Zuhören, Dasein, ohne große Worte machen zu müssen, war für mich eines der absoluten Highlights. Die Dynamik zwischen den vier jungen Frauen fühlt sich, wie schon im Reihenauftakt, einfach ehrlich an, lebendig und voller Herzlichkeit - genau so, wie man sich eine Wahlfamilie wünscht. Ich würde sofort dort einziehen!

Im Mittelpunkt der Handlung steht dieses Mal Pippa - eine unheimlich beeindruckende Protagonistin, die ich als stark, ehrgeizig, diszipliniert und zugleich verletzlich wahrgenommen habe. Ihre strukturierte Art, ihr Fünfjahresplan, ihr kontrolliertes Auftreten wirkten auf mich nie wirklich kühl, sondern wie ein Schutzschild, das sie sich über Jahre antrainiert hat. Besonders berührt hat mich ihr Verhältnis zu ihren Eltern: das permanente Funktionieren, das Gefühl, dass Liebe an Leistung geknüpft ist, die unausgesprochene Erkenntnis, niemals mit dem idealisierten Bruder mithalten zu können … Pippas Entwicklung (hin zu der Einsicht, dass sie durchaus gut genug ist, auch ohne eventuelle Erwartungen zu erfüllen) wird sehr kraftvoll erzählt und war für mich absolut glaubwürdig.

Das London-Setting, vor allem in seiner winterlichen Stimmung, mochte ich total. Es fügt sich angenehm in die Geschichte ein und verleiht ihr eine gleichermaßen ruhige wie quirlig-urbane Atmosphäre, auch wenn ich mir stellenweise noch ein wenig mehr Sinneseindrücke gewünscht hätte.

Die Friends-to-Haters-to-Lovers-Dynamik zwischen Pippa und Ben entfaltet sich als klassischer Slow Burn, mit spürbarer Spannung und vielen unterschwellig brodelnden Emotionen. Während mir die Tension zwischen den beiden gut gefallen hat, bin ich persönlich mit Ben als Figur nie ganz warm geworden. Seine Perspektive ist nachvollziehbar, sein Verhalten erklärbar, emotional hat er mich jedoch weniger stark erreicht als Pippa. Das hat der Geschichte aber nicht geschadet, da IHR innerer Weg für mich ohnehin klar im Fokus stand.

Etwas überladen wirkte auf mich stellenweise das zusätzliche Drama rund um Olivia. Pippas familiärer Konflikt und die Konkurrenz um den Praktikumsplatz (sowie natürlich generell das unerwartete Wiedersehen mit Ben) hätten für mich vollkommen ausgereicht. Die zusätzliche Eskalation empfand ich teils als konstruiert, auch wenn sie natürlich Spannung erzeugt und die Handlung vorantreibt.

Was mir sehr gefallen hat, war der respektvolle Umgang mit komplexen Familiendynamiken, sowohl bei Pippa als auch bei Ben. Es gibt keine schnellen Lösungen, keine perfekten Versöhnungen, sondern realistische Zwischentöne, kleine Schritte und ehrliche Grenzen.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Unterm Strich war es für mich ein solider, unterhaltsamer Read, der besonders durch die Mädelsfreundschaft und Pippas persönliche Entwicklung überzeugt. Eine Geschichte über Selbstwert, Loyalität und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ich freue mich schon jetzt auf Band 3 ("Three words unspoken"), der im März 2026 erscheint!

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