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Veröffentlicht am 03.01.2026

Delphine & Covey

Belladaire Academy of Athletes - Misfits
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Delphine Fleury galt schon immer als Ausnahmetalent im Turnen. Doch kaum jemand weiß, was sie aufgeben musste, um so stark und grazil zu wirken – und dass alles nur Fassade ist und sie in Wahrheit ihr ...

Delphine Fleury galt schon immer als Ausnahmetalent im Turnen. Doch kaum jemand weiß, was sie aufgeben musste, um so stark und grazil zu wirken – und dass alles nur Fassade ist und sie in Wahrheit ihr eigenes Spiegelbild hasst. Covey Jenkins ist seit jeher fasziniert von der Schauspielerei. Für eine Rolle in einem Sportler-Biopic soll er einige Wochen an der Belladaire Academy trainieren, um seine Stunts zu perfektionieren. Delphine soll ihn dabei unterstützen. Schnell merkt Covey, dass es eigentlich Delphine ist, die Hilfe benötigt, um ihrem dunklen Geheimnis zu entfliehen – doch dafür muss er erst das Vertrauen der kühlen Schönheit gewinnen ...

Zuerst einmal möchte ich wieder auf das Cover eingehen, das wieder richtig schön geworden ist. Das dunkle Grün mit der goldenen Schrift gefällt mir total gut.

Der Schreibstil ist wieder sehr flüssig und locker und die Autorin schafft es zuverlässig, mich aus jeder Leseflaute zu holen. Besonders die schlagfertigen Dialoge sind sehr unterhaltsam und haben mich immer zum Schmunzeln gebracht.

Ich habe mich sehr gefreut, dass auch Delphine ihre Geschichte bekommen hat, die man schon in den ersten beiden Bänden am Rande ein wenig kennen gelernt hat. Die Beziehung zwischen Covey und ihr hat mir gut gefallen und hat eine gesunde Beziehungsdynamik erzeugt. Ganz im Gegenteil zu dem eher toxischen Mutter-Tochter-Verhältnis zwischen Delphine und ihrer Mutter.

Die zudem wichtige Thematik einer Essstörung, die hauptsächlich aus diesem Verhältnis entsteht, ist schon erschreckend zu verfolgen, aber es gibt im Leistungssport sicher einige Sportler und Sportlerinnen, die dem Druck nicht standhalten können und in eine solche Situation kommen.

Der dritte und letzte Teil dieser Reihe war für mich ein überzeugender Abschluss. Es gibt allerdings auch noch einige weitere Charaktere in der ganzen Reihe, die auch noch ihre eigene Geschichte bekommen könnten. Vielleicht kehren wir ja irgendwann noch einmal an die Belladaire Academy of Athletes zurück.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Unterhaltsame Fortsetzung

Wenn das die Lösung ist, will ich mein Problem zurück
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Eigentlich war gerade alles gut. Aber das Leben durchkreuzt, wie immer, Nells Pläne: Der Podcast-Sponsor springt ab, ihre Zeitungskolumne wird eingestellt, und die Klamotten passen irgendwie auch nicht ...

Eigentlich war gerade alles gut. Aber das Leben durchkreuzt, wie immer, Nells Pläne: Der Podcast-Sponsor springt ab, ihre Zeitungskolumne wird eingestellt, und die Klamotten passen irgendwie auch nicht mehr. Immerhin darf sie weiter Nachrufe schreiben. Und zum Glück hat sie ihre über 80-jährige exzentrische Freundin Cricket! Gemeinsam überstehen die zwei jede Menge Katastrophen von missglückten Heiratsanträgen über ein schrecklich anstrengendes Selbstfindungs-Wochenende bis hin zu sehr wütenden Angehörigen!

Bis ich begonnen habe, dieses Hörbuch zu hören, war mir gar nicht klar, dass es sich dabei um die Fortsetzung zu "Je größer der Dachschaden, desto besser die Aussicht" handelt, geschweige denn, dass es überhaupt eine Fortsetzung gibt. Da ich den ersten Teil damals sehr gemocht habe, habe ich mich noch mehr aufs Hören gefreut.

Wie schon der erste Teil, ist auch der zweite Band sehr humorvoll und locker geschrieben. Und auch die Sprecherin Verena Wolfien war wieder richtig toll und es war eine Freude, ihr zuzuhören, wie sie die Protagonisten ein weiteres Mal zum Leben erweckt.

All die Charaktere waren mir noch genauso sympathisch, wie schon im ersten Band und obwohl bei mir ein paar Jahre zwischen dem Hören der beiden Bücher liegen und ich nicht auf diese Fortsetzung vorbereitet war, bin ich sofort wieder in die Geschichte reingekommen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn es irgendwann auch noch einen dritten Teil der Reihe geben würde.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Ein Roadtrip durch Australien

Remember the Fun
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Adelaide, Australien: Der Roadtrip zu einem Konzert nach Melbourne wird für Zoey und ihre Freunde zum Sommer ihres Lebens. Zoey, die eigentlich ihrem Ex Finn hinterhertrauert (der wiederum inzwischen mit ...

Adelaide, Australien: Der Roadtrip zu einem Konzert nach Melbourne wird für Zoey und ihre Freunde zum Sommer ihres Lebens. Zoey, die eigentlich ihrem Ex Finn hinterhertrauert (der wiederum inzwischen mit ihrer besten Freundin Cass zusammen ist), verliebt sich Hals über Kopf in Finns Cousin Luc, der jedoch ein tragisches Geheimnis verbirgt. Ein Geheimnis, das auf der Fahrt entlang der spektakulären Great Ocean Road eine ungeahnte Verbundenheit mit Zoey entstehen lässt ...

Als ich auf dieses eBook gestoßen bin, habe ich einen leichten Sommerroman um eine Clique erwartet, die zu einem Roadtrip von Adelaide nach Melbourne aufbricht. Was ich allerdings nicht erwartet habe, war, dass dieses Buch auch eine tiefgründige und ernsthafte Seite entwickelt. Trotz der etwas schweren Thematik wurde das Buch in meinen Augen nicht deprimierend, sondern hinterließ immer noch ein positives, versöhnliches Gefühl (wenn man das so nennen kann).

Die Protagonisten Zoey, Luc und Jolie mochte ich von Anfang an sehr gern. Bei Cass und Finn habe ich mich hingegen schwer getan und hatte lange Zeit das Gefühl, dass sie für Zoey keine echten Freunde sind und sie auf die beiden besser verzichten könnte. Stellenweise wirkte die Freundschaft auf mich sogar ein wenig toxisch. Zum Ende hin hat sich dieses Gefühl bei mir aber auch noch zum etwas positiveren gewendet.

"Remember the fun" wird mir auf jeden Fall noch lange Zeit in Erinnerung bleiben und überzeugt mit Tiefgang und (überwiegend) sympathischen Charakteren.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Die Reise zum Tee

Der Teepalast
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1834, ein kleines Dorf in Ostfriesland. Lene Vosskamp wächst in einer Fischerfamilie in bitterer Armut auf und muss schon als Kind schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Doch dann gerät sie durch einen Fremden ...

1834, ein kleines Dorf in Ostfriesland. Lene Vosskamp wächst in einer Fischerfamilie in bitterer Armut auf und muss schon als Kind schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Doch dann gerät sie durch einen Fremden in den Besitz einer geheimnisvollen Münze, die sie berechtigt, in China mit Tee zu handeln. Fortan ist sie beseelt von dem Gedanken, sich aus ihren elenden Verhältnissen zu befreien und als erste Frau ein Tee-Imperium zu gründen. Für Lene beginnt eine gefahrvolle Odyssee, die sie über die Meere der Welt und in ferne Länder führt – und auf die Spur der Liebe ihres Lebens, die ihr einst in einer Weissagung prophezeit wurde ...

Mit über 650 Seiten ist "Der Teepalast" ein ziemlicher Wälzer, weshalb ich mich für das Hörbuch mit immerhin auch beachtlichen 21 Stunden entschieden habe. Vom ersten Moment an konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen und ich wollte gar nicht mehr aufhören zu hören. Dazu hat auch die tolle Sprecherin Julia Nachtmann beigetragen, die mit den plattdeutschen Elementen das norddeutsche Flair unterstreichen konnte.

Auch, dass die Geschichte teilweise in meiner Heimatstadt Bremen spielt, hat dazu beigetragen, dass ich durch meine Ortskenntnis der Handlung besonders gut folgen konnte und mir oft vorgestellt habe, wie diese Orte im Jahr 1834 tatsächlich ausgesehen haben.

Zu der Protagonistin Lene Vosskamp konnte ich schnell eine Verbindung aufbauen und habe die ganze Zeit über mit ihr mitgefiebert und mitgelitten.

Mit "Der Teepalast" ist Elisabeth Herrmann ein starker, mitreißender historischer Roman gelungen, dessen hörbuch ich nur so verschlungen habe.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Wahre Begebenheiten

Die Schule am Meer
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Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ...

Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart in jeder Hinsicht, und schon bald nehmen die Spannungen zu zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschlossen. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert?

Schon bald nachdem ich zu lesen begonnen habe, hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch auf wahren Begebenheiten beruht, konnte aber im Buch zunächst keinen Hinweis darauf entdecken. Erst als ich ungefähr die Hälfte des Buches gelesen hatte und immer noch denselben Eindruck hatte, habe ich angefangen, ein bisschen zu recherchieren und habe recht schnell die Bestätigung dafür gefunden. Es gibt dazu auch einen ca. 5-minütigen Beitrag in der ARD-Mediathek.

Obwohl die Geschichte ein bisschen gebraucht hat, um richtig packend zu werden, habe ich mich dennoch entschieden, dem Buch 5 Sterne zu geben. Die Geschichte kommt zudem ohne großen Spannungsbogen aus und schafft es trotzdem noch lange in Erinnerung zu bleiben.

Vorne im Buch gibt es eine Skizze des Internatsgeländes und auch einige Bilder, die aus dem Archiv des Küstenmuseums Juist stammen, wie die Autorin im Nachwort erwähnt. Besonders das Nachwort hat mich nochmal nachdenklich gestimmt und ich finde es wirklich traurig, dass es für Sandra Lüpkes offenbar wirklich schwierig war, all diese Informationen über die Schule am Meer, sowie die Menschen, die dort gelebt haben, zusammenzutragen. Wie dann auch aus dem Nachwort hervorgeht, hatte das Internat auch eine später recht bekannte Schülerin: Beate Uhse.

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