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Veröffentlicht am 12.01.2026

Aus heiterem Himmel

Season Sisters – Winterhoffnung
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Schon seit Jahren arbeitet Winter Season als erfolgreiche Anwältin in New York. Ihr Verlobter ist in derselben Kanzlei wie sie. Mehr als überrascht ist Winter über die Nachricht, dass sie in England ein ...

Schon seit Jahren arbeitet Winter Season als erfolgreiche Anwältin in New York. Ihr Verlobter ist in derselben Kanzlei wie sie. Mehr als überrascht ist Winter über die Nachricht, dass sie in England ein Herrenhaus geerbt hat. Wie kommt sie dazu? Ihre Großeltern väterlicherseits hat sie nie gekannt. Die Eltern haben überhaupt nie über die Vergangenheit gesprochen. Und nun soll ausgerechnet Winter die Erbin sein? Neugierig reist Winter nach England, um sich das Erbe anzusehen. Sie stellt fest, dass das Haus zwar Charme ausstrahlt, aber auch einige Dinge nicht so einfach zu erklären sind.

Dies ist der vierte Teil über die Season Sisters. So langsam haben die Schwestern alle Geheimnisse um die Vergangenheit aufgedeckt. Nun geht es um Whiteball Hall und seine Geschichte. Warum hat ihr Vater nie etwas darüber erzählt, dass er ein Baronet ist und ih diesem Herrenaus groß wurde. Bei ihren Besichtigungen des Hauses kommt Winter einer Sache auf die Spur, die das Verhalten ihres Vaters erklären könnten. Den hochfliegenden Plänen ihres Verlobten kommt dies jedoch nicht entgegen.

Dieses Hörbuch wird sehr lebendig vorgetragen von Simone Terbrack. Wie nach der Lektüre der anderen Romane der Reihe ist die Handlung auf zwei Zeitebenen angesiedelt. In der Gegenwart erhält Winter aus heiterem Himmel die Nachricht von diesem Erbe. Aus den Berichten der Vergangenheit ist etwas über Whiteball Hall und seine Geheimnisse zu erfahren. Diesmal entspinnt sich eine interessante Geschichte, über die man leider nicht allzu viel sagen kann, denn das würde ja die Überraschung verderben. Es sind dramatische Ereignisse, die sich zutragen und die Familie bis in die Gegenwart beeinflussen. Winters persönliche Entwicklung ist dagegen etwas vorhersehbar. Aber natürlich gönnt man ihr ihr eigenes Glück. Wie immer bleibt es Geschmacksache, doch dieser Titel der Reihe ist durchaus fesselnd.

Veröffentlicht am 09.01.2026

Magie erwacht

Kingdom of crystal Hearts
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Elodie hat ihre Familie in den Edelsteinminen verloren. Die Arbeit dort ist hart und auf die Arbeiter wird keine Rücksicht genommen. Was für eine Vorstellung, dass der Adel auf dem Kontinent Brillant in ...

Elodie hat ihre Familie in den Edelsteinminen verloren. Die Arbeit dort ist hart und auf die Arbeiter wird keine Rücksicht genommen. Was für eine Vorstellung, dass der Adel auf dem Kontinent Brillant in Reichtum und Wohlstand lebt, ohne einen Gedanken an das gemeine Volk zu verschwenden. Doch es hat sich eine Gruppe gebildet, die die Rebellion plant. Für sie soll Elodie in Brillant eingeschleust werden, um bei einem Attentat auf die Königin und ihren Sohn zu helfen. Durch Zufall gerät Elodie in den näheren Umkreis der Herrscherin. Als sich herausstellt, dass sie die Magie der Edelsteine beherrscht, bekommt sie eine Aufgabe zugewiesen, durch die ihre Sicht durcheinander gewirbelt wird.

In diesem Standalone erfährt eine junge Frau, dass ihre Sicht auf die Welt nicht der einzige Blickwinkel ist, aus dem man die Dinge sehen kann. Das bringt sie ganz schön durcheinander. Und trotzdem versucht sie der Sache zu dienen und findet eine Freundin, die ebenfalls ein schweres Schicksal hat. Allerdings bekommt Elodie auch einen Einblick in das Leben von Prinz Rafe, der sie sehr überrascht. Vielleicht sind die Herrschenden doch nicht alle gleich. Oder ist der Prinz die einzige Ausnahme. Jedenfalls verzögert sich die Ausführung ihres Auftrags und je mehr Zeit Elodie in Brillant verbringt, desto mehr beginnt sie nach einer anderen Lösung zu suchen.

In eine andere Welt einzutauchen, kann wie ein Urlaub vom Alltag wirken. Auch wenn es in dieser anderen Welt Ungerechtigkeiten und Probleme gibt, hat eine fiktive Handlung doch den Vorteil, dass die handelnden Personen die Möglichkeiten haben und diese auch ergreifen, etwas zu ändern. Dass sie die Anwendung von Gewalt in Betracht ziehen, erhöht die Spannung. In der wirklichen Welt sollte man vielleicht auch aktiv werden, aber lieber mit Überzeugung als mit Gewalt. Wie Elodie sich durch ihre Einsicht in das Gefüge Brillants verändert, liest sich sehr spannend. Was am Anfang etwas langsam entwickelt, nimmt später richtig Fahrt auf und man fühlt sich emotional mitgenommen. Dass dieser Band in sich abgeschlossen erscheint, kann für Leserinnen und Leser, die sich eher selten in magische Welten begeben, ein echte Argument sein, dieses schöne gestaltete Buch in die Hand zu nehmen.

Veröffentlicht am 08.01.2026

Ungewöhnlich kurz

Der Fluss der Zeit
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Der Autor ist eher für etwas umfangreichere Werke bekannt. Leider ist er im Jahr 2023 verstorben. Und nun wurden diese fünf Geschichten aus seinem Nachlass veröffentlicht.
Nacheinander kann man an einer ...

Der Autor ist eher für etwas umfangreichere Werke bekannt. Leider ist er im Jahr 2023 verstorben. Und nun wurden diese fünf Geschichten aus seinem Nachlass veröffentlicht.
Nacheinander kann man an einer Hausübergabe teilnehmen, bei der der ehemalige Inhaber nur schwer loslassen kann, erleben, wie Wohnungslosigkeit droht und was dagegen unternommen wird, man wartet gemeinsam mit dem Protagonisten auf eine Diagnose, man erlebt die möglichen negativen Auswirkungen von Lärm und kehrt nach Jahren nochmal in die Studentenzeit zurück.

Bis auf eine der kleinen Erzählungen kann man sich in die Situationen gut hinein fühlen. Klar ist es schwierig, sein Haus zu verkaufen. Es gilt ein Gleichgewicht zu halten, zwischen der Weitergabe von Informationen und einer leichten Übergriffigkeit. Oder wenn man befürchten muss die Wohnung zu verlieren, wie geht man dann mit unerwarteter Hilfe um. Wann wird es zu viel. Wie beklemmend das Warten auf eine Diagnose sein kann, besonders wenn es nicht so schnell geht, kann sich wohl jeder vorstellen. Etwas schwieriger ist es mit dem Lärm, aber da muss sich jeder seine Gedanken machen. Möglicherweise geht es auch eher um die Reaktion. Das man dann die Gelegenheit wahrnimmt, den Ort des Studium nach Jahren neu zu erkunden, sicher. Ist man vielleicht doch fremd nach all den Jahren.

Diese schönen und auch überraschenden Geschichten erfreuen beim Lesen. Man wüsste gerne, in welchem Lebensalter sie geschrieben wurden, denn es wäre interessant zu wissen, ob er selbst in einem ähnlichen Alter war. Er jedenfalls konnte die Situationen so perfekt beschreiben, dass man beim Lesen denkt, ja, so kann es sein. Dieses kleine Büchlein schließt man mit einem Lächeln, weil man mit dieser tollen Facette des Autors nicht gerechnet hat.

Veröffentlicht am 06.01.2026

Lebensbuch

Café Leben
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Henrietta hat nach ihrem guten Studienabschluss ihre Karrierechancen etwas zu optimistisch eingeschätzt. Gerade hat sie einen Job verloren. Sie hat sich deshalb bei einer Organisation beworben, bei der ...

Henrietta hat nach ihrem guten Studienabschluss ihre Karrierechancen etwas zu optimistisch eingeschätzt. Gerade hat sie einen Job verloren. Sie hat sich deshalb bei einer Organisation beworben, bei der sehr kranke Patienten betreut werden. Diese bekommen die Möglichkeit ein Buch ihres Lebens erstellen zu lassen. Henrietta soll die Interviews führen und die Aufzeichnungen in Buchform bringen. Eine ihrer ersten Klientinnen ist Annie, die an Krebs im Endstadium leidet. Schnell stellt sich heraus, dass Annies Lebensgeschichte eher ungewöhnlich ist. Sie hatte eine Schwester, die allerdings als sie achtzehn Jahre alt war verschwand. Das ist fast fünfzig Jahre her. Henrietta ist sehr berührt von Annies Berichten, auch sie hatte mal einen kleinen Bruder.

Mit dieser schönen Idee, Bücher über das Leben zu erstellen, in Kontakt gebracht, beginnt die 32jährige Henrietta auch über ihr eigenes Leben nachzudenken. Doch im Vordergrund steht zunächst Annies Geschichte, die so wie Henrietta meint, einige Brüche hat. Mit ihrer analytischen Art beginnt Henrietta nach Hinweisen zu suchen, mit denen sie Annies Lebenserzählung ergänzen kann. Sie muss zugeben, dass ihre Arbeit sie mehr berührt als sie angenommen hätte. Sie bemüht sie, die Anforderungen zu erfüllen. Doch wichtiger ist ihr, den Klienten und Klientinnen gerecht zu werden. Doch wie sollen sieben Termine für ein ganzes Leben reichen?

Vielleicht sollte man nicht warten bis die Zeit krankheitsbedingt eingeschränkt ist, um einiges über sein Leben zu notieren. Doch so wie es in dem Britischen Hospiz hier geschieht, ist es auch ein schöner Gedanke. Natürlich gibt es Leben, die sich einfacher erzählen lassen, aber Annies Geschichte kann ein besonderes Buch füllen. Den Tod ihrer Schwester hat die ganze Familie nie verwunden und es wurde eine Weiche fürs Leben gestellt. Je weiter Henrietta in Annies Erzählungen eintaucht, desto mehr fängt sie an darüber nachzudenken, wie es anders hätte sein können. Auch über ihr eigenes Leben beginnt sie nachzudenken. Dieser Entwicklung beim Lesen zu folgen, ist einerseits fordernd, andererseits aber auch schön. Vielleicht würde man von Henrietta noch ein wenig mehr Souveränität erhoffen, aber dennoch stimmt der Roman hoffnungsvoll. Jeder hat etwas zu erzählen und es ist nie zu spät, damit zu beginnen.

Veröffentlicht am 05.01.2026

Der Gezeitenmörder

Die Mündung
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Der Gezeitenmörder hat sich ihre Schwester Jette geschnappt und ein Holzkreuz für sie aufgestellt. Kriminalkommissarin Lena Funk hat sich danach für eine Auszeit auf die Insel Scharhörn zurückgezogen. ...

Der Gezeitenmörder hat sich ihre Schwester Jette geschnappt und ein Holzkreuz für sie aufgestellt. Kriminalkommissarin Lena Funk hat sich danach für eine Auszeit auf die Insel Scharhörn zurückgezogen. Als sie dort jedoch eine Leiche findet, die die Trophäen des Gezeitenmörders bei sich trägt, kommt alles wieder hoch. Lena Funk beschließt die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Der Tod ihrer Schwester soll nicht ungesühnt bleiben. Da sie wegen des Traumas und der Folgen derzeit nicht im Dienst ist, erweist sich das als nicht so einfach. Sie muss ihre Kollegen davon überzeugen, dass sie wieder fit ist.

Wie ist es, wenn ein Fall für eine Kommissarin persönlich kaum noch zu ertragen ist? Der Gezeitenmörder hat mehrere Opfer getötet. Nach einem Sommerfest hat er auch Kommissarin Lena Funks Schwester in seine Fänge bekommen. Fieberhaft wird ermittelt. Doch irgendwann muss sich Lena Funk der Erkenntnis stellen, dass ihre Schwester nicht mehr wiederkommt. Doch auch nach der Auszeit auf Scharhörn wird es nicht einfacher. Lena hatte wohl einen Zusammenbruch, durch den ihre Erinnerung an einige Ereignisse gestört ist. Und so ist die Zusammenarbeit auch heikel für ihre Kollegen, die manchmal Schwierigkeiten haben, Lenas Aktionen oder Reaktionen einzuschätzen.

Der Vorleser Tim Gössler lässt die Handlung im Kopf der Zuhörenden lebendig werden. Man kann die Stimmungen nachempfinden und sich die norddeutsche Landschaft gut vorstellen.

Wenn man einige der anderen Romane des Autors kennt, erlebt man hier bei der Lektüre schon eine Überraschung. Die Handlung setzt ein, nachdem schon eine Menge passiert ist. Durch die Traumatisierung von Lena hat diese mit den Folgen zu kämpfen. Die Hörerinnen und Hörer können hautnah miterleben, wie Lena versucht, ihre Gesundheit wieder zu erlangen. Nebenbei fängt sie an zu ermitteln, was den Kollegen schon Bauchschmerzen verursacht. Dass Dinge herausfindet, die vielleicht nicht ans Licht kommen sollten oder dass sie möglicherweise auch manipuliert wurde. Das ist sehr überraschend und auch spannend, weil man sich selbst auch lange fragt, was von der beschriebenen Handlung überhaupt so passiert ist. Auch insgesamt entwickelt sich der Thriller in eine ganz andere Richtung als zuerst gedacht. Obwohl ein paar Ansätze im Verlauf irgendwie verloren gehen und nicht alle Motive nachvollziehbar geklärt werden, freut man sich über ein fesselndes Hörerlebnis mit einer sympathischen Protagonistin.