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Veröffentlicht am 24.02.2026

Fragmentarische Erinnerungen

Unser Haus mit Rutsche
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Unser Haus mit Rutsche erzählt aus Laylas Sicht vor allem viel aus ihrer Kindheit.
Laylas Hintergrund ist auf jeden Fall interessant - und der gleiche, den auch die Autorin besitzt: Ihre Mutter ist Französin, ...

Unser Haus mit Rutsche erzählt aus Laylas Sicht vor allem viel aus ihrer Kindheit.
Laylas Hintergrund ist auf jeden Fall interessant - und der gleiche, den auch die Autorin besitzt: Ihre Mutter ist Französin, der Vater stammt aus dem Irak und die aus den Eltern, Layla und dem jüngeren Bruder Nouri (den Layla ständig "den Seestern" nennt) bestehende Familie lebt in Saarbrücken.
Ausgehend von dem Jetzt, in dem die erwachsene Layla in Paris lebt, sich mit Suizid Gedanken trägt und eine Therapie macht, führt uns die Autorin tief in die Kindheit der Figur Layla. Dabei fällt vor allem auf, dass die junge Layla ihren Vater sehr stark idealisiert hat, bis es zu einer starken Veränderung seines Wesens kam, die in die Zeit ihrer Pubertät fiel.
Wir lesen über mehrere schwierige Weihnachtsfeste im Kreis der steifen französischen Verwandtschaft und als krassen Gegensatz dazu den einen Besuch über die Osterferien im Irak bei der großen und ganz anderen väterlichen Seite der Familie. Dieser Kontrast war spannend zu lesen und hat mir vor allem den Mittelteil des Buches sehr interessant gemacht.

Die Geschichte bricht aber meiner Meinung nach leider ab an der Stelle, als es "spannend" wird und es zum Bruch zwischen Layla und ihrem Vater kommt und dem Zerfallen ihrer Kernfamilie. Einiges wird bereits am Anfang vorweggenommen, dann aber nicht mehr weiter ausgeführt, was ich sehr schade fand. Die Sprache und vor allem die Stellen im Mittelteil, die vermutlich autobiographisch inspiriert wurden, haben mir gefallen. Allerdings wirkten die vielen Fragen, die die junge Layla vor allem in ihrer Zeit bei der irakischen Familie, aber auch später im Dialog mit dem Vater, stellt, manchmal stark konstruiert und gingen mir dann auch gegen Ende mehr und mehr auf die Nerven.
Auch, dass der jüngere Bruder durch den Spitznamen Seestern so entmenschlicht wurde, fand ich unangebracht, zumal es eine Stelle gibt, in der die erwachsene Layla ihn ebenfalls fast so nennt in einem Therapiegespräch, bevor sie sich schnell verbessert.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich am Ende der kurzen Lektüre leider etwas ratlos war und deswegen nur eine eingeschränkte Leseempfehlung und 3 Sterne vergeben kann.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Ein etwas (zu?) schräger Roman

Open Hearts
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Als Mistys Verlobter sich überraschend von ihr trennt und sie wieder zu ihrer Mutter zieht, wird sie damit konfrontiert, dass sie mit ihren 32 Jahren hinter den Gleichaltrigen zurückzubleiben droht. Sie ...

Als Mistys Verlobter sich überraschend von ihr trennt und sie wieder zu ihrer Mutter zieht, wird sie damit konfrontiert, dass sie mit ihren 32 Jahren hinter den Gleichaltrigen zurückzubleiben droht. Sie ist nicht verheiratet, nicht liiert, nicht schwanger oder Mutter - und sie lebt wieder in ihrem Kinderzimmer. Als sie über eine Dating App den deutlich älteren Christopher kennenlernt, lässt sie sich auf eine Beziehung zu ihm ein, obwohl er bereits eine primäre Beziehung hat, die offen ist, und einen 9jährigen Sohn, der nichts von Misty wissen darf.

Das Buch ist sehr lesbar geschrieben und ich bin in etwas mehr als einem Tag schnell durch gewesen. Misty war vor allem zu Beginn des Buches recht humorvoll und nett, wurde aber mit Fortgang der Handlung leider immer anstrengender und unsympathischer. Sie ist keine Figur, deren Verhalten ich verstehen oder nachfühlen konnte, wenn ich auch ihre Entwicklung gegen Ende positiv bewertet habe.

Die Message bleibt mir leider nicht ganz klar und es gibt einige Logik- (und leider auch Rechtschreib-)fehler, die mich beim Lesen sehr gestört haben. Alles in allem ein Buch, das mir vermutlich nicht lange im Gedächtnis bleiben wird und - wie ich finde - schwächer ist als andere Romane aus dem pola Verlag, dessen Sortiment mir normalerweise sehr gut gefällt.

Eine eingeschränkte Leseempfehlung von mir - und lasst euch nicht vom Klappentext/Untertitel täuschen, es ist definitiv keine romantische Geschichte!!!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Ein schwieriges Buch...

Alma
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Alma, eine 53jährige Frau, fährt über Ostern in ihre ehemalige Heimatstadt Triest, um sich mit ihrem Jugendfreund Vili zu treffen, der ihr von ihrem verstorbenen Vater ihr Erbe übergeben soll. Die 3 Tage, ...

Alma, eine 53jährige Frau, fährt über Ostern in ihre ehemalige Heimatstadt Triest, um sich mit ihrem Jugendfreund Vili zu treffen, der ihr von ihrem verstorbenen Vater ihr Erbe übergeben soll. Die 3 Tage, die die Geschichte umfasst, sind die Osterfeiertage beginnend mit Karfreitag und endend mit dem orthodoxen Osterfest am Ostersonntag. Diese Rahmenhandlung verläuft chronologisch und ist in 3 Kapitel gegliedert.

Vor allem aus Almas Sicht begleiten wir sie in die Stadt ihrer Kindheit und Jugend und vor allem in ihre Erinnerungen.

Die Namen der Kapitel sind recht aufschlussreich für das Buch - Stadt (Karfreitag), Krieg (Karsamstag) und Erbe (Ostersonntag). Eingerahmt sind die 3 Tage in 2 Kapitel, die den Namen Insel tragen.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich das Buch vermutlich nicht wirklich verstanden habe. Die Handlung zerfaserte immer wieder in Gedanken- und Zeitsprünge, die Figuren konnten mich nicht erreichen. Sie blieben blass und ich konnte selten verstanden, was sie warum taten oder ihren Gefühlen, sofern man diese überhaupt spürte, folgen. In dieser Hinsicht war das Buch leider etwas enttäuschend für mich und hinterlässt viele Fragezeichen in meinem Kopf.
Sehr gut gefallen haben mir dagegen die immer wieder eingestreuten Gedanken zur Sinnlosigkeit von Kriegen und Revolutionen und wie sich Geschichte immer wieder wiederholt. Und ein besonders schönes Stilmittel waren die (echten?) Fotos, die im Textfluss vorkommen und die mich immer fasziniert haben.

Alles in allem eine eingeschränkte Leseempfehlung für ein wirklich nicht einfach zu lesendes Buch.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Mehr Drama als Thriller

Bis du alles verlierst
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Alison führt das Leben, das sie sich immer gewünscht hat - sie ist liebende Mutter einer 15jährigen Tochter, glücklich mit Jeff und so wohlhabend, dass sie sich keine Sorgen um Geld machen muss. Als eines ...

Alison führt das Leben, das sie sich immer gewünscht hat - sie ist liebende Mutter einer 15jährigen Tochter, glücklich mit Jeff und so wohlhabend, dass sie sich keine Sorgen um Geld machen muss. Als eines Tages ein Fremder vor der Tür steht und ihr mitteilt, dass ihre Töchter im Krankenhaus vertauscht wurden, bricht eine Welt zusammen - und Alisons Vergangenheit holt sie ein...
Die Geschichte ist gut und spannend geschrieben, ich habe sie schnell gelesen. Wie ich es bei Adele Parks liebe, sind vor allem die Charaktere griffig und gut gezeichnet. Allerdings muss ich sagen, dass es sich nicht wirklich um einen Thriller handelt und der Klappentext erstens nicht korrekt ist (Alison und Jeff sind nicht verheiratet, eine Tatsache, die im Verlauf der Geschichte nicht unwichtig ist) und zweitens viel zu viel vorwegnimmt und spoilert. Die thriller-artigen Elemente kommen erst ganz am Schluss und sind solide geschrieben. Das Ende ist dann ein bisschen zu kitschig.
Ich habe mich zwar gut unterhalten beim Lesen, das Buch ist aber kein Must-Read.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Leider nicht überzeugend...

Half His Age
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Half his age handelt von Waldo, aus deren Ich-Perspektive die ganze Geschichte erzählt wird. Sie ist 17 Jahre alt, wie sie selbst sagt "ein weißes Unterschichts-Kind" und sie verliebt sich in ihren Lehrer ...

Half his age handelt von Waldo, aus deren Ich-Perspektive die ganze Geschichte erzählt wird. Sie ist 17 Jahre alt, wie sie selbst sagt "ein weißes Unterschichts-Kind" und sie verliebt sich in ihren Lehrer für kreatives Schreiben, Mr Korgy. Verlieben klingt allerdings netter, als das, was dann folgt - Waldo, die bereits sexuell recht erfahren ist für ihr junges Alter, verführt ihn und erlebt mit ihm zusammen rauschhafte Leidenschaft - mit allen Höhen und Tiefen, die zum Leben einer "Geliebten" dazu gehören...

Die Geschichte ist eindeutig sehr gut geschrieben, die Sprache klar und deutlich und gut lesbar. Auch die vielen expliziten Szenen sind nicht pornographisch geschrieben oder - was ich schlimmer finde - verklemmt umschrieben, nein, sie sind deutlich und realistisch, so realistisch, dass es beim Lesen manchmal fast weh tut.
Auch das Setting in Alaska fand ich interessant, ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, das in Alaska spielte.
Einige Gedanken und vor allem die Beziehung Waldos zu ihrer Mutter sind wirklich spannend gewesen zu lesen und haben mich emotional berührt - eine 16jährige, die Mutter wird und ihre Tochter mehr schlecht als recht aufzieht. Eine Tochter, die schon viel zu früh erwachsen wird und ihrer Mutter mehr Stütze und Hilfe ist als es je andersrum der Fall gewesen ist. Immer wieder blitzen in Waldo Gedanken an ihre Kindheit auf, in der sie sich verlassen, einsam und ungeliebt gefühlt hat - und das erklärt (auch), was sie in Mr Korgy zu finden hofft: einen Menschen, der SIE sieht und - ja, abgedroschen, aber vermutlich wahr - eine Vaterfigur. Sie gibt ihm das, was sie bei ihrer Mutter beobachtet hat - ständige Verfügbarkeit, Offenheit für alle (vor allem erotische) Wünsche und Vorstellungen, Hingabe, Selbstaufgabe.
Die Figuren bleiben alle für mich leider zu blass. Mr Korgy, immerhin die männliche Hauptperson, wird von Waldo ausschließlich bei seinem Nachnamen genannt und sie hat ihn auch so in ihrem Telefon abgespeichert, erst spät im Buch erfahren wir seinen Vornamen, ausgerechnet (und eigentlich typisch) aus dem Mund seiner Frau Gwen.
Waldos beste Freundin, die einzige, der sich Waldo anvertraut, ist eine Mormonin, mit der Waldo eine komplizierte langsam sterbende Kinderfreundschaft verbindet - und ihre Empörung über die Problematik der Beziehung verpufft, weil sie eine lächerliche Figur ist. Die Jungen, mit denen Waldo "zusammen" ist, werden aus Waldos Sicht beschrieben und wirken linkisch, naiv und vor allem austauschbar. Und Waldo selbst ist ebenfalls unreif und launenhaft, sie hat keine Ambitionen oder Vorstellungen für ihr späteres Leben, keinen Ehrgeiz oder Träume. Sie lebt vor sich hin und hadert mit dem Leben an sich, hängt am Handy, konsumiert in jeder Hinsicht das Falsche und zu viel, macht Bulimie-Internet-Shopping und lebt von Fastfood. Obwohl anfangs andedeutet, kommt es durch die Beziehung zu ihrem Lehrer nicht zu einer intellektuellen Entwicklung bei ihr - egal, wie viele Filme, Musik oder Bücher er ihr versucht nahezubringen, sie lässt sich nicht darauf ein und es fällt schon früh auf, dass das einzige, was sie verbindet, ihre körperliche Anziehung ist sowie bei ihm der Verlust der Jugend und bei ihr die Suche nach einer Vaterfigur.

Als Mutter dreier Töchter (eine davon 17, also in Waldos Alter) hat mich vieles an dem Plot verstört und dazu geführt, dass ich trotz des guten Schreibstils und einiger Gedanken, die mich gefesselt haben, das Buch nicht guten Gewissens weiterempfehlen kann.
Die Problematik der "Beziehung", die Waldo mit ihrem Lehrer eingeht, wird zwar ab und an (vor allem von ihm selbst) halbherzig angesprochen, sie steht aber nicht wirklich in der Kritik. Alles in allem endet das Buch für mich zwar einigermaßen versöhnlich, doch sowohl die Ausgangslage als auch der Großteil des Plots sind für mich absolut problematisch und könnten einem Lesenden vermitteln, dass es realistisch vorkommen kann, dass eine Schülerin ihren Lehrer begehrt, der mitleidslos als Mann in seinen 40ern beschrieben wird und keineswegs als begehrenswert und "jung geblieben" und die beiden eine Beziehung miteinander führen könnten.
Von mir also nur eine eingeschränkte Leseempfehlung, aber eine Autorin, die ich im Auge behalten werde!

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