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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2026

Dinos machen Spaß

Dino Fino und die schinkenbrötchenfressenden Räuber
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Ein ECHS-trem witziges und SAU-riger kurzweiliges Abenteuer, das Spaß beim Vorlesen, Selberlesen und Zuhören macht.
Dieses humorvolle Dinobuch ist ein Kinderbuch, das sofort gute Laune macht. Kinder wollen ...

Ein ECHS-trem witziges und SAU-riger kurzweiliges Abenteuer, das Spaß beim Vorlesen, Selberlesen und Zuhören macht.
Dieses humorvolle Dinobuch ist ein Kinderbuch, das sofort gute Laune macht. Kinder wollen lachen und können es hier. Der Humor ist herrlich schräg, manchmal albern, manchmal überraschend clever und auf jeden Fall genau auf Grundschulkinder abgestimmt. Allein schon der Titel mit den „schinkenbrötchenfressenden Räubern“ sorgt für Begeisterung. Jedenfalls war das die Stelle, an der mein größter Enkel sofort „Vorlesen, bitte!“ gesagt hat. Die Geschichte lebt von den beiden ungleichen Dino-Jungs, die sich zu Beginn überhaupt nicht grün sind und sich erst widerwillig zusammenraufen müssen. Genau das macht das Buch im Kern auch stark. Freundschaft entsteht hier nicht aus dem Nichts, sondern durch gemeinsames Chaos, Peinlichkeiten, Mut und Situationskomik. Und das ist für Kinder sehr nachvollziehbar. Was mir besonders gefällt, es ist nicht nur witzig, sondern auch spannend. Es gibt Rätsel, Action und ein kleines Abenteuergefühl, ohne dass es überdreht oder zu wild wird. Und ganz nebenbei vermittelt es etwas, das man in der Schule gut gebrauchen kann: Unterschiede sind keine Schwäche sondern manchmal genau das, was man braucht. Für mich ein erstes Highlight des noch jungen Jahres.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Mandalu Fan

Mandalu, was sagst denn du?
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Dieses Buch ist eines dieser Kinderbücher, die man aufschlägt und sofort spürt, dass hier mit Liebe, Herz und pädagogischem Gespür gearbeitet wurde. Als jemand, der selbst täglich mit Kindern arbeitet, ...

Dieses Buch ist eines dieser Kinderbücher, die man aufschlägt und sofort spürt, dass hier mit Liebe, Herz und pädagogischem Gespür gearbeitet wurde. Als jemand, der selbst täglich mit Kindern arbeitet, sehe ich sofort, wie wertvoll dieses Buch im Unterricht und auch zu Hause eingesetzt werden kann. Die Reime sind eingängig, fast kleine Ohrwürmer, die Kinder sofort mitsprechen wollen. Die Illustrationen sind warm, freundlich und voller kleiner Details, die neugierig machen. Genau so entsteht dieses besondere „Wimmelgefühl“, bei dem Kinder immer wieder Neues entdecken. Besonders gefällt mir, dass das Buch nicht nur unterhält, sondern ganz nebenbei Kompetenzen fördert. Sprachgefühl, Rhythmus, Naturwissen und Beobachtungsgabe. Ich liebe den Ansatz, dass Mandalu die Kinder durch den Wald führt. Das macht Lust auf echte Naturerlebnisse. Und die Idee, aus dem Buch ein kleines Theaterstück machen zu können, finde ich großartig. Für Kitas und Grundschulen ein echter Schatz!

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Briefladen

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Dieser Roman hat mich mit einer Wärme berührt, die fast physisch spürbar war. Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand ist kein Buch, das man einfach liest. Es ist eines, in dem man sich eine Weile ausruhen ...

Dieser Roman hat mich mit einer Wärme berührt, die fast physisch spürbar war. Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand ist kein Buch, das man einfach liest. Es ist eines, in dem man sich eine Weile ausruhen darf. Hyoyeongs Weg zurück ins Leben ist leise, zart und unglaublich menschlich. Was mich besonders bewegt hat, ist die Art, wie der Roman zeigt, dass Heilung manchmal nicht durch große Gesten geschieht, sondern durch kleine Begegnungen, durch Geschichten anderer Menschen, durch ein liebevoll ausgewähltes Stück Papier oder einen poetischen Satz in einem Brief. Der Briefladen selbst ist wie ein eigener Charakter: ein Schutzraum, ein Ort außerhalb der Zeit. Und die Menschen, die Hyoyeong dort trifft, sind nicht perfekt, aber echt. Sie bringen ihre Sorgen, Verluste, Wünsche und Freuden in Form von Worten, etwas, das heute fast aus der Mode gekommen scheint und gerade deshalb so tröstlich wirkt. Was mir besonders gefallen hat ist, dass der Roman eine stille Weisheit in sich trägt. Er sagt nicht „Reiß dich zusammen“, sondern eher, „Bleib einen Moment. Atme. Du darfst traurig sein. Und irgendwann kommt wieder Licht.“ Die Atmosphäre ist typisch für moderne koreanische Literatur. Sie ist ruhig, nachdenklich, mit einem Hauch von Melancholie und zugleich voller Hoffnung Ein sanftes, wunderschönes Buch über Verlust und Neuanfang, über die Kraft von Worten und die Magie kleiner Orte. Ein wunderbares Buch.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Eine neue Kleopatra

Kleopatra
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Kleopatra von Saara El-Arifi ist für mich ein Roman, der eine historische Figur endlich einmal aus ihrem eigenen Inneren heraus erzählt. Sie ist nicht das Anhängsel großer Männer, nicht die Projektionsfläche, ...

Kleopatra von Saara El-Arifi ist für mich ein Roman, der eine historische Figur endlich einmal aus ihrem eigenen Inneren heraus erzählt. Sie ist nicht das Anhängsel großer Männer, nicht die Projektionsfläche, sondern ein denkender, handelnder, fühlender Mensch mit Macht, Ehrgeiz, Zweifeln und einem kompromisslosen Überlebenswillen. Besonders beeindruckt hat mich, wie lebendig El-Arifi den politischen Druck dieser Zeit schildert. Der Thron ist kein Ornament, sondern ein Schlachtfeld. Und das innen wie außen. Intrigen, Bündnisse, Verrat, Rom und mittendrin eine junge Frau, die viel früher Verantwortung tragen muss, als es irgendjemandem guttun würde. Dass sie gleichzeitig Mutter, Herrscherin und Strategin ist, zeigt eine Dimension, die historische Darstellungen oft verschlucken.

Die Perspektive macht den Roman stark. Kleopatra erzählt selbst. Das gibt ihrer Geschichte nicht nur Stimme, sondern auch Würde und lässt die bekannten Mythen leise zerbröckeln. Statt der exotisierten Verführerin bekommt man eine gebildete Politikerin, die Sprachen spricht, Diplomatie versteht und jederzeit den Preis ihrer Entscheidungen kennt.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Ehrliche Zukunft

Das Ganymed-Fragment
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Dieses Buch von David Reimer hat mich sofort gepackt und zwar sowohl durch die dichte Atmosphäre als auch durch die beeindruckende Mischung aus Science-Fiction, Thriller und klassischem Noir. Reimer schafft ...

Dieses Buch von David Reimer hat mich sofort gepackt und zwar sowohl durch die dichte Atmosphäre als auch durch die beeindruckende Mischung aus Science-Fiction, Thriller und klassischem Noir. Reimer schafft es, ein Szenario zu zeichnen, das fern in der Zukunft spielt und trotzdem unheimlich nah wirkt. Die Menschen sind korrupt, rohstoffgierig, brutal und durchzogen von einer bedrückenden Hoffnungslosigkeit. Die Welt im Jahr 2225 ist nicht idealisiert futuristisch, sondern zerrieben zwischen Konzernmacht, moralischem Verfall und dem einsamen Kampf einzelner Figuren. Besonders Alan Bishop, der abgewrackte Ermittler, ist eine faszinierende Hauptfigur. Er wirkt abgebrannt, desillusioniert und doch irgendwie unverwüstlich. Man spürt förmlich, wie er sich durch die trüben Schichten der Gesellschaft arbeitet, obwohl ihn die Wahrheit mehr und mehr verschlingt. Die Ausgangssituation, ein mysteriöser Tod auf einer Ganymed-Minenstation, entfaltet sich rasant zu einer gigantischen Bedrohung. Die Gerüchte über ein außerirdisches Fragment, die verschlungenen Interessen des Lunaris-Konzerns und die vier geheimen Frachter, die bereits unterwegs sind, erzeugen eine stetig steigende Spannung. Reimer erzählt konsequent, hart und dabei überraschend philosophisch. Besonders der Eingangssatz über die Hölle als Bewusstseinszustand setzt den Ton für das ganze Buch. Es ist tiefgründig, verstörend und voller unterschwelliger Warnungen.
Je weiter Alan vordringt, desto klarer wird nur, die größte Gefahr kommt nicht aus dem All, sondern aus den menschlichen Entscheidungen. Das moralische Dilemma, die Frage nach Loyalität und Wahrheit und das Spiel mit der eigenen geistigen Zerrüttung machen den Roman nicht nur spannend, sondern auch emotional berührend.
Das Cover ist ein echter Blickfang und passt perfekt zum Inhalt. Inmitten eines düsteren Höhlensystems stehen drei Figuren vor einem gleißenden, geheimnisvollen Licht in einer kreisrunden Grube. Für mich ein visuelles Sinnbild für das „Fragment“ und die unerklärliche Macht, die es im Buch besitzt. Die farbliche Kälte des Eises, die Blautöne und die Dunkelheit vermitteln sofort das Gefühl von kosmischer Isolation und Gefahr. Das Cover schafft es, die Stimmung des Romans aufzuzeigen. Es ist fremdartig, bedrohlich und beeindruckend zugleich und fängt dies alles in einem einzigen Bild ein. Dazu kommt noch, es ist atmosphärisch, modern und macht neugierig auf das Unbekannte.
Es ist ein wirklich großartig erzählter Sci-Fi-Thriller, der tiefgründige Fragen aufwirft, die Zukunftswelt glaubwürdig ausarbeitet und eine konstant steigende Spannung hält. Für Fans von düsteren Science-Fiction-Epen, komplexen Ermittlungsplots und philosophischer Tiefe ist „Das Ganymed-Fragment“ ein absolutes Must-Read.

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