Tanzende Erinnerungen
Tanzende SpiegelMeine Meinung
Das Buch "Tanzende Spiegel" hat mich vor allem durch seine stille Intensität überrascht. Es entfaltet sich in feinen, psychologisch präzisen Bewegungen. Ich habe schnell gemerkt, wie sehr ...
Meine Meinung
Das Buch "Tanzende Spiegel" hat mich vor allem durch seine stille Intensität überrascht. Es entfaltet sich in feinen, psychologisch präzisen Bewegungen. Ich habe schnell gemerkt, wie sehr Byford die inneren Welten ihrer Figuren versteht und diese gekonnt darstellt, denn die Art, wie sie Konflikte, Scham, unausgesprochene Erwartungen und Verletzungen sichtbar macht, war berührend.
Die Verbindung zwischen persönlicher Geschichte und historischem Hintergrund fand ich gut umgesetzt. Die Rückblenden ins Nachkriegsdeutschland wirken glaubwürdig und zeigen, wie stark gesellschaftliche Zwänge Entscheidungen beeinflussen können, die ein ganzes Leben prägen. Gleichzeitig hat mich die spätere Mutter‑Tochter‑Ebene emotional abgeholt.
Die Sprache ist ruhig und klar.
Es ist ein Roman, der sich Zeit nimmt – und der mir gezeigt hat, wie viel Kraft in genau dieser stillen Langsamkeit liegen kann.
Über die Autorin
Annette Byford, geboren und aufgewachsen in Deutschland, lebt seit vierzig Jahren in Großbritannien, wo sie als analytische Psychotherapeutin arbeitet. Sie hat mehrere Sachbücher zum Thema Familiendynamik veröffentlicht. Tanzende Spiegel ist ihr Debütroman.
Quelle: Verlag / vlb