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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2019

Wenn der Herbst kommt...................

Spätsommerliebe
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Zum Buch:
Seit letztem Juni gibt es neue Liebschaften im Genießerdorf Maierhofen. Magdalena, die fleißige Bäckerin ist nun mit dem Griechen Apostoles verbandelt und Christine ist mit ihrem Nachbar Reinhard ...

Zum Buch:
Seit letztem Juni gibt es neue Liebschaften im Genießerdorf Maierhofen. Magdalena, die fleißige Bäckerin ist nun mit dem Griechen Apostoles verbandelt und Christine ist mit ihrem Nachbar Reinhard zusammen. Doch so schön die Liebe ist, der Alltag holt die Liebenden rasch ein. Vor allem unsere emsigen Unternehmerfrauen. Während Magdalena sich zunehmend an die griechische Gelassenheit von Apostoles störrt, findet Christine keine ruhige Minute um mit Reinhard geplante Unternehmungen zu machen. Zunehmend gerät deren Liebe in Gefahr. Genau in dieser Zeit platzt die junge Michelle in Christines Pension um in Ruhe ihren ersten Liebesroman zu schreiben. Während Michelle den Plot ihres Buches neu überdenken und überarbeiten muss, fragt sich Magdalena ob ihre Liebe noch zu retten ist. Und auch Greta wartet am Ende mit einer Überraschung auf.

Meine Meinung:
Rückkehr ins geliebte Maierhofen mit Teil 4 aus der „Maierhofen-Reihe“. Die Autorin Petra Durst-Benning schreibt so, dass ich mich sich selbst als ein Teil dieses Dorfes fühle. Doch anders als bei den letzten Teilen, als zwar die Dorfbewohner emsig um das Überleben des Dorfes kämpften, aber doch Kraft und Ruhe ausstrahlten und somit dem Leser das Gefühl von Erholung vermittelten, haben wir es diesmal fast schon mit dem Gefühl von Überforderung zu tun. Die Autorin stellt zwar die Geschichte um den Erhalt der Liebe in den Mittelpunkt aber es wäre kein Petra Durst-Benning Buch wenn es nicht auch noch andere Aussagen beinhalten würde. Sicher man kann das Buch flott durchlesen ohne sich gedanklich damit zu beschäftigen, dann hat man eine gute Unterhaltungslektüre. Die Autorin entführt uns zu Beginn des Buches nach Griechenland und beschreibt die Protagonisten und die Landschaften so deutlich, dass schon am Anfang die Düfte der Kräuter am Wegesrand von Kreta mir in der Nase kitzeln. Ja, dachte ich, genauso duftete es bei meinen Unternehmungen in Griechenland.
Zurück in Maierhofen begegnen wir unseren liebgewonnen Bewohnern und teilen mit ihnen die Herausforderung von immer mehr Arbeit und den Kraftaufwand den man dazu benötigt. Nur logisch, dass da kaum Zeit bleibt um die neue Liebe zu pflegen. Zunehmend reagiert man gereizt und verärgert. Wer kennt das nicht? Um die Liebe muss man sich auch im Alltag bemühen, ihr Raum und Zeit geben. Das nicht alles im Leben klappt wie man es sich vorstellt, erleben wir ebenfalls mit der Protagonistin Michelle, die glaubt ein Buch zu schreiben sei einfach, doch dann muss sie entdecken, wieviel Arbeit wirklich dahinter steckt. Hier war ich gedanklich bei all den Autorinnen und Autoren, die sehr viel Zeit und Liebe in ihre Bücher stecken um uns Leser gut zu unterhalten. Ich freue mich das ich auch mit dem 4. Teil wieder ins Genießerdorf Maierhofen abtauchen konnte und hoffe, das Petra Durst-Benning noch ein paar Ideen hat, damit wir unsere Powerfrauen und die Natur von Maierhofen weiterhin begleiten können. Am Ende des Buches erfreute uns die Autorin wieder mit leckeren Rezepten. Meine Rezension beende ich mit einem Zitat aus dem Buch: „ Es gab Bücher, die in einem nachklangen, noch lange, nachdem man die letzte Seite gelesen hatte. Es gab sogar Bücher, die man nie im Leben vergisst, weil sie eine Saite in einem zum Klingen gebracht haben, oder weil es das richtige Buch zur richtigen Zeit gewesen war.“ Genauso erging es mir bisher mit der Maierhofen-Reihe.

Fazit: Wieder ein gelungenes Buch das nicht nur gut unterhält, sondern den Blick auf das Wesentliche vermittelt.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Eine Frau, die auf ihre Art die Familie zusammen hält

Der Zopf meiner Großmutter
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Zum Inhalt:
Mit knapp 6 Jahren lebt der kleine Maxim mit seiner russischen Großmutter und dem asiatischen Großvater als sogenannte Kontingentflüchtlinge in einem Flüchtlingswohnheim. Wenn seine Großmutter ...

Zum Inhalt:
Mit knapp 6 Jahren lebt der kleine Maxim mit seiner russischen Großmutter und dem asiatischen Großvater als sogenannte Kontingentflüchtlinge in einem Flüchtlingswohnheim. Wenn seine Großmutter nicht gerade gegen die Ärzte, die die Krankheiten ihres Enkels nicht erkennen wollen, ihre Mitbewohner und deren Religion oder dem deutschen Schulsystem wettert, ist diese voll und ganz damit beschäftigt Max zu behüten, den sie gerne als debilen Idioten bezeichnet, der keine allzu große Lebenserwartung hat. Bis eines Tages ein neues Ereignis sie erschüttert, doch Margarita packt die neue Situation auf ihre Art an und übernimmt wie gewohnt die Führung.
Kurz aus dem Klapptext: „Meine Großmutter, mein Großvater, seine Geliebte und ich. »Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als mein Großvater sich verliebte. Es war klar, dass die Großmutter nichts davon mitkriegen sollte. Sie hatte schon bei geringeren Anlässen gedroht, ihn umzubringen, zum Beispiel, wenn er beim Abendessen das Brot zerkrümelte.«“

Meine Meinung:
Dies ist das erste Buch das ich von der Autorin Alina Bronsky lese, obwohl sie mit „Scherbenpark“ schon einen großen Erfolg feierte und ich merke, hier habe ich bisher etwas verpasst. Das Buch selbst hat nicht sehr viele Seiten, beim ebook unter 200 Seiten. Das Cover ist passend zum Titel gewählt. Zeigt auf roten Grund die Rückenansicht einer Frau mit langem geflochtenem Zopf unter einem Kopftuch.
Der Schreibstil ist flüssig und wortgewandt, teilweise etwas frech und die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie schreibt kein Wort zu viel, aber dennoch ist alles auf den Punkt gebracht, so ist ein fließendes Lesen garantiert. Das Buch besticht durch seine Protagonisten. Die Geschichte wird aus der Sicht von Maxim geschrieben, der unter der Bevormundung seiner resoluten Großmutter aufwächst. Man bekommt fast Mitleid mit ihm, doch er weiß sich zu helfen. Dann ist da die dominante Großmutter Margarita um der es in diesem Roman geht, eine ehemalige Tänzerin. Sie schimpft auf alles und jeden, dennoch gewinnt sie einen für sich, denn sie hält mit ihrem großen Herzen die Familie zusammen. Der Großvater Tschinigs, der stillschweigend alles über sich ergehen lässt, aber vieles (bis auf sein Herz) unter Kontrolle hat. Und nicht zu vergessen, die Nachbarin Nina, die mit ihrer Tochter Vera bald zur Familie gehört. Die besonders gut beschriebenen Charaktere und der flotte Schreibstil sowie die tragikomische Geschichte machen das Buch zu einem wahren Lesevergnügen. Ich bin dankbar, dass ich das Buch bei vorablesen gewinnen konnte und werde mir jetzt auch noch die beiden anderen Bücher der Autorin zulegen.

Fazit:
Ein wahres Lesevergnügen, dass wunderbar unterhält. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 28.01.2026

Harte Zeiten

Die weiße Nacht
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Zum Inhalt:
Berlin 1946/47, der strenge Winter und der Hunger plagen die Menschen in der Nachkriegszeit. Die Siegermächte agieren in ihren Sektoren. Der während der letzten Kriegsjahren inhaftierte Kriminalkommissar ...

Zum Inhalt:
Berlin 1946/47, der strenge Winter und der Hunger plagen die Menschen in der Nachkriegszeit. Die Siegermächte agieren in ihren Sektoren. Der während der letzten Kriegsjahren inhaftierte Kriminalkommissar Alfred König wurde wieder in seinem Posten eingesetzt und hat es mit einer Frauenleiche im Schnee zu tun. Aufgefunden von der Fotografin Lou Faber. Während König ermittelt und zunächst nicht weiterkommt, lässt auch Lou die junge Frau nicht los und stellt ihre eigenen Nachforschungen an. Schon bald stößt König bei den Ermittlungen auf eine weitere Leiche, so drapiert, als wolle der Täter etwas mitteilen. Agiert hier ein Serienmörder?

Meine Meinung:
Anne Stern entführt in einen Krimi der Nachkriegszeit, der die damalige Situation gut beschreibt. Der Hunger, die Kälte, das Misstrauen gegenüber Uniformen, der Kampf ums Überleben und die Nachwirkungen des Krieges sowie das Unmenschliche welches Geschehen ist, werden hier realistisch dargestellt. Erst fiel es mir schwer mich in das Buch hineinzufinden, das lag aber wohl daran, dass ich meist Thriller lese. Hier gibt es keine rasanten Schritte. Nur langsam kommt König voran, da er mit dem Apparat der Behörde zu kämpfen hat und von seinem Vorgesetzten keine Unterstützung erhält. Lou ist da, auch durch gewisse Zufälle, schneller in ihren Nachforschungen, tauscht sich aber mit König aus. Was zu Tage kommt, lässt mich innehalten und Gefühle, wie Mitleid und Wut zu. Zwischendrin gibt es immer wieder ein Kapitel eines gewissen Gregor, der bestimmt im zweiten Teil eine wichtige Rolle spielt. Da hier sich Louise Faber und Alfred König erst kennenlernen, wird es bestimmt in der Fortsetzung mehr Spannung geben.

Fazit:
Ein gelungener Krimi der unmittelbaren Nachkriegszeit, der in ruhigen Tönen geschrieben ist, aber seine Wirkung nicht verfehlt.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Familienbande

Das unglaubliche Talent der Bailey Dowery
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Zum Inhalt:
Mendol, Oklahoma, 1954. Die junge Bailey arbeitet als Couturière in dem Mode- und Brautgeschäft von Miss Jackson.
Gesegnet mit einer Gabe, kann sie in die Vergangenheit und die Gefühle der ...

Zum Inhalt:
Mendol, Oklahoma, 1954. Die junge Bailey arbeitet als Couturière in dem Mode- und Brautgeschäft von Miss Jackson.
Gesegnet mit einer Gabe, kann sie in die Vergangenheit und die Gefühle der Menschen sehen, die sie berührt. Normalerweise verliert sie kein Wort über das, was sie bei den Frauen sieht, die wegen eines Brautkleides ins Geschäft kommen, bis sie eines Tages nicht an sich halten kann. Auch Elsa Grimes hört von Baileys Gabe und fleht sie an, ihr zu helfen. Was Bailey bei der Berührung sieht, verwirrt und schockiert sie. Doch wie kann sie Elsa helfen? Ahnungslos gerät sie in einen Strudel aus Geheimnissen, die in ihre Familie zurückreichen und nicht mit dem Tod eines Mannes enden.

Meine Meinung:
Ruhig und anschaulich beschreibt die Autorin Trisha Thomas eine interessante Geschichte. Dabei zeigt sie mit ihrem flüssigen Schreibstil ein realistisches Bild der damaligen Gesellschaft.
Auf der einen Seite der Stadt, die mächtigen, weißen Familien, auf der anderen Seite die PoC, die als Untergebene arbeiten. Aus der Sichtweise von vier unterschiedlichen Frauen erlebe ich die eingefahrenen Strukturen und das gesellschaftliche Korsett sowie die Zwänge der einstigen Zeit. Die Hauptprotagonistin Bailey war mir von Anfang an sympathisch in ihrem steten Bemühen, zu helfen, während Elsa mir manches Mal mit ihrem eigensinnigen Verhalten etwas verwöhnt vorkam. Baileys Tante, Charlene, konnte mich mit ihrer sarkastischen Art gewinnen, während Elsas Mutter Ingrid mich in einen Zwiespalt stürzte. Alle vier Frauen haben ein bewegtes Leben und finden so langsam ihr Selbstbewusstsein. Leider bin ich keinem so richtig nahgekommen. Ernste Themen werden aufgegriffen und mit der Geschichte verwoben, jedoch nicht tiefergehend behandelt. Zum Ende hin wurde es noch etwas dramatisch und spannend. Letztendlich siegen Freundschaft und Familie über Gesellschaftsschichten und Rassismus.

Fazit:
Trotz der Ernsthaftigkeit der Themen ein unterhaltsamer Roman, der mit einem flüssigen Schreibstil für kurzweilige Lesestunden sorgt.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Rasanter Thriller

Jackdaw
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Zum Inhalt:
Detective Constable Scarlett Delaney von der Metropolitan Police wird zu einem Tatort gerufen, allem Anschein nach das 3. Opfer des Serienmörders Jackdaw, der blutige Szenen im Internet postet. ...

Zum Inhalt:
Detective Constable Scarlett Delaney von der Metropolitan Police wird zu einem Tatort gerufen, allem Anschein nach das 3. Opfer des Serienmörders Jackdaw, der blutige Szenen im Internet postet. Als Tochter eines Serienmörders hat sie keinen leichten Stand und wird als Aussätzige behandelt. Könnte sie sich endlich mit der Aufklärung des Falles beweisen? Da der Vater des Opfers, Edgar Crews, nicht viel Vertrauen in die Polizei setzt, engagiert er den Privatdetektiv Henry Devlin. Der jedoch nicht nur ermittelt, sondern auch manchmal das Gesetz selbst in die Hand nimmt. Da Scarlett als auch Henry hinter der gleichen Person her sind, ergibt sich eine ungewollte Partnerschaft.

Meine Meinung:
Daniel Cole schafft hier spektakuläre Inszenierungen, die nichts für zarte Gemüter sind. Schon ab der ersten Seite wird man in das Geschehen hineingezogen, ohne viel Vorgeplänkel.
Nicht nur Scarlett und Henry fragen sich, was den Täter zu seinen Opfern führt, auch der Leser wird zum Miträtseln angeregt. Wer ist das nächste Opfer und warum? Und was für ein Spiel spielt Henry?
Trotz eines einfachen Schreibstiel bietet der Autor Spannung, Situationskomik und Action, die die Seiten nur so dahinfliegen lassen. So kann ich mir das Buch auch gut als Verfilmung vorstellen. Sowohl Scarlett, die sich nicht immer an die Regeln hält, als auch Henry fand ich in ihrer Art sympathisch und interessant. Epilog 3 lässt auf eine Fortsetzung hoffen, ob dies wieder mit beiden Protagonisten ist, bleibt abzuwarten.

Fazit:
Ein kurzweiliger Thriller, der Spannung, Action und spektakuläre Inszenierungen bietet

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