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Veröffentlicht am 26.01.2023

"Where the wild roses grow" Nick Cave

Flüstermoor (Thriller)
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Die Anwältin Annabelle Hart wird unerwartet in einen Vermisstenfall hineingezogen. Privatdetektiv Felix Hertzlich, welcher mit der Kanzlei fallbezogen zusammenarbeitet, begibt sich auf Spurensuche. Als ...

Die Anwältin Annabelle Hart wird unerwartet in einen Vermisstenfall hineingezogen. Privatdetektiv Felix Hertzlich, welcher mit der Kanzlei fallbezogen zusammenarbeitet, begibt sich auf Spurensuche. Als auch noch die Assistentin der Kanzlei verschwindet, befindet sich auch Frau Hart mitten in der Ermittlungsarbeit.

„Flüstermoor“ ist ein guter, unterhaltsamer, kriminalistischer Roman. Der Plot ist gut erdacht, die Handlung schlüssig ausformuliert. Insgesamt bedient sich die Autorin einer einfachen Sprache, was ein zügiges Lesen und gutes Erfassen der Zusammenhänge ermöglicht. Parallel entfalten sich zwei Handlungsstränge. Einerseits die Ermittlungstätigkeit rund um die Anwältin, andererseits die Gedankenwelt des Täters sowie seine Taten. Es gibt wenige Nebenschauplätze, das Buch bleibt nah am Wesentlichen. Es gibt eine gewisse Brutalität, welche nicht überzogen ist und sich in den gesteckten Rahmen passend einfügt.

Das Buch lockt als „Thriller“. Dafür ist die Geschichte mir jedoch nicht ausgefeilt, raffiniert genug. Spannung habe ich kaum verspürt. Das Finale ist schlüssig und zufriedenstellend, allerdings für mich vorhersehbar.

Eine gute Unterhaltung für Krimi-Fans, bei denen Privatermittler agieren.


Melisa Schwermer, Flüstermoor, Thriller, eBook, FeuerWerke Verlag, 13,90 € als Paperback, 260 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungstermin 07.02.2023

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Verschenkte Gelegenheit

Sophie L.
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“Sophie L” wird in drei verschiedenen Zeitachsen erzählt: Gegenwart, vor einem Jahr und 1945. Die Hauptdarstellerinnen sind Gran und Olivia, wobei letztlich die Ereignisse im Leben der Großmutter aus 1945 ...

“Sophie L” wird in drei verschiedenen Zeitachsen erzählt: Gegenwart, vor einem Jahr und 1945. Die Hauptdarstellerinnen sind Gran und Olivia, wobei letztlich die Ereignisse im Leben der Großmutter aus 1945 in die Gegenwart hineingreifen und auch heute - immerhin 80 Jahre danach - dazu geeignet erscheinen, einen Mord zu rechtfertigen.

Auf dem Einband wird dieser vermeintliche Thriller sehr hoch gelobt: "atemberaubender Thriller", “unvergesslich”, “Gedächtnisexpertin Olivia”..., was zwangsläufig Erwartungen auf mehreren Ebenen weckt. Für mich ist dieses Buch lediglich ein “Roman ohne klares Genre” mit vielen Längen, nervigen Wiederholungen, blassen, wirr & unnahbar gezeichneten Protagonisten; letztlich ein Buch, was mich leider nicht mitnehmen kann.

Positiv möchte ich erwähnen, dass die Ereignisse um Sophie / Josephine im Jahr 1945 interessant sind; dieser Teil hat mich für sich einnehmen können. Dieser Part hätte mit viel weniger Drumherum, mehr Tiefe und konsequenter Schlüssigkeit ein richtig gutes Buch werden können. Etwas ausgeschmückt: gelebte Geschichte zum Nachspüren..

Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde lesen. Somit habe ich es bis zum Ende durchgelesen, ab der Hälfte allerdings überwiegend nur noch quergelesen, die Anteile um 1945 bis zum Ende mit Interesse.

Im Finale gibt es noch eine kleine Überraschung, aber das kann meinen Gesamteindruck nicht mehr positiv beeinflussen. Die angedeuteten “großen Geheimnisse” waren für mich relativ früh gelüftet und wurden im Finale bestätigt.

Ein hübsches Buch von außen mit seinen Kontrastfarben und dem violetten Schnitt. Von innen größtenteils entbehrlich und schade um das schöne Papier.



Matthew Blake, Sophie L, Thriller, Taschenbuch, FISCHER Scherz Verlag, 384 Seiten, Erscheinungsdatum 30.12.2025

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Leichter Krimi mit angezogener Handbremse

Tannengrab - Karla Sommerfeld ermittelt
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Hauptkommissarin Karla Sommerfeld ist beim Geburtstag ihrer Mutter. Stolz präsentiert die kleine Mathilda ihren Fund aus dem Wald: einen Wildschweinknochen. Karla erkennt, dass es sich eher um einen menschlichen ...

Hauptkommissarin Karla Sommerfeld ist beim Geburtstag ihrer Mutter. Stolz präsentiert die kleine Mathilda ihren Fund aus dem Wald: einen Wildschweinknochen. Karla erkennt, dass es sich eher um einen menschlichen Knochen handelt. Und schon haben sie und ihr Kollege Henning Meyer ihren zweiten Fall.

Die Autorin hat einen netten, leichten, unaufgeregten Kriminalroman mit mäßiger Spannung verfasst. Die Handlung plätschert über viele Kapitel so dahin, es gibt viel Privates, einiges wird immer wieder wiederholt, viele Klischees werden bemüht, insgesamt wenig Neues. Den Waldkindergarten finde ich hingegen erfrischend anders.
Es gibt solide Ermittlungsarbeit vor Ort und in den Fachabteilungen, was mir gefällt. Auch das Team Sommerfeld / Meyer wächst zusammen.

Nach dem zweiten Leichenfund zieht die Handlung etwas an, aber die Spannung verpufft sehr schnell im überfüllten Finale. Dort scheint Frau Buck alles noch auf eine höhere Ebene heben zu wollen und überrascht mit einer Fülle von neuen Fällen. Dieses erscheint mir an dieser Stelle zu viel, zu bemüht und kann den Gesamteindruck des Buches nicht verbessern.

“Tannengrab” ist der zweite Teil einer Reihe. Dieses Buch kann meiner Ansicht nach für sich alleine stehen.


Ines Buck, Tannengrab, Kriminalroman, eBook, Saga Egmont Bücher, 320 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungsdatum 09.12.2025

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Zuviel Cosy, zu wenig Crime

NordOstWut (Flensburg-Krimi)
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Kuddl Möller ist tot. Brutal erschlagen, weggeworfen wie Abfall. Das Team um Anne Anders und Hendryk Larsson nimmt die Ermittlungen auf. Auf den ersten Blick war der Leiter des Flensburger Shanty-Chors ...

Kuddl Möller ist tot. Brutal erschlagen, weggeworfen wie Abfall. Das Team um Anne Anders und Hendryk Larsson nimmt die Ermittlungen auf. Auf den ersten Blick war der Leiter des Flensburger Shanty-Chors überall bekannt und beliebt. Nicht nur hinter vorgehaltener Hand, sondern teilweise auch offen und laut, zeichnet sich ein vollkommen anderes Bild: Kuddl als Betrüger und Frauenheld. Dies erweitert den Kreis potentieller Täter immens.

Kurz darauf wird die Leiche eines weiteren “Ureinwohners” aufgefunden. Das kann kein Zufall sein! Treibt ein Serienmörder sein Unwesen? Gibt es eine Verbindung zwischen den Toten?



NordOstWut ist ein gemütlicher Kriminalroman ohne große Aufregung oder Spannung. Dies enttäuscht mich ein wenig, da ich schon mehrere Bücher aus der Feder der Autorin lesen durfte und ich weiß, dass sie durchaus fesselnde, spannende Krimis schreibt. Der Plot ist nett, wird konsequent ausgebreitet, die Bühne nah der Küste kommt immer gut, mit den gezeichneten Protagonisten werde ich nicht warm. Möglicherweise liegt es daran, dass dies der dritte Teil der Serie um die Ermittler Anders & Larsson ist und ich die vorherigen Bücher nicht kenne. Für das grundsätzliche Verständnis der Handlung war dies jedoch kein Nachteil.



Nele Bruun, NordOstWut, Flensburg-Krimi, FeuerWerke Verlag, 236 Seiten in der Print-Ausgabe, Erscheinungsdatum 28.10.2025

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Was rechtfertigt einen Mord?

Nach dem Leben
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Jan de Bruyn und Hanna Will werden zu einem Mordfall hinzugezogen. Ein zurückgezogen lebender, vereinsamter Rentner wurde mit einer Überdosis Insulin ermordet. Helmut Gepken litt zeitlebens unter den Folgen ...

Jan de Bruyn und Hanna Will werden zu einem Mordfall hinzugezogen. Ein zurückgezogen lebender, vereinsamter Rentner wurde mit einer Überdosis Insulin ermordet. Helmut Gepken litt zeitlebens unter den Folgen der lieblosen, strengen Erziehung durch seinen Vater und hat nach seiner Scheidung anscheinend die Teilnahme am “richtigen” Leben aufgegeben.

Wenige Menschen können irgendetwas zu den Ermittlungen beitragen. Die raren Kontakte resultieren aus Kindheit und Jugend des Opfers und waren im Laufe der Zeit verebbt oder gen Null abgeflacht. Schließlich ergeben sich im Rahmen mühsamer Befragungen zweierlei potentielle Spuren, welche ein genaueres Hinsehen erfordern.

“Nach dem Leben” ist der vierte Band um das Ermittlerteam Bruyn und Will. Ich habe lediglich Band 2 gelesen. Die Unkenntnis der beiden weiteren Fälle stellt für mich kein Problem beim Verständnis der Handlung dar. Die vorhandenen Lücken in der Biographie von Jan und Hanna sind m. E. nicht wichtig.

Die Autorin hat sich für zwei Ermittlungsstränge entschieden, die parallel verfolgt werden. Diese Handlungsbereiche bieten keine Überschneidungen. Während auf eine Spur doch relativ detailliert eingegangen wird, es zu gewisser Spannung kommt, bleibt die andere Spur weitgehend im Dunkeln und unaufgeregt. Der Nebenschauplatz, in dem die Beziehung der Ermittler begleitet wird, ist von vielen Wiederholungen geprägt, bleibt aber für mein Empfinden angenehm im Hintergrund. Die Auflösung des Mordfalles wird für meinen Geschmack sehr unerwartet, schnell und oberflächlich abgehandelt.

Mir fehlt die Tiefe und auch die Spannung, die ich bei einem Kriminalroman voraussetze. Die Aufklärung ist zwar nachvollziehbar, aber ich hatte das Gefühl, die Schriftstellerin hatte am Ende keine Lust mehr, jedwede, für den Leser durchaus interessant gewesene und vielleicht wünschenswerte Details auszuführen.


Anna Johannsen, Nach dem Leben, Kriminalroman, Taschenbuch, Verlag Edition M, 287 Seiten, Erscheinungsdatum 05.08.2025

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