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Veröffentlicht am 25.02.2026

Mischung aus tragischem Coming-of-Age-Roman über die Dynamiken von Freundschaft und einem Kleinstadt-Thriller

Kala
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Im Herbst 2003 verschwand die 16-jährige Kala in der irischen Kleinstadt Kinlough spurlos. Kala wuchs bei ihrer Großmutter auf und war Teil einer Gruppe von sechs unterschiedlichen Freunden, die untrennbar ...

Im Herbst 2003 verschwand die 16-jährige Kala in der irischen Kleinstadt Kinlough spurlos. Kala wuchs bei ihrer Großmutter auf und war Teil einer Gruppe von sechs unterschiedlichen Freunden, die untrennbar zusammenhielten.
15 Jahre später hat Mush den Küstenort nie verlassen und führt gemeinsam mit seiner Mutter ein Café. Joe ist ein berühmter Musiker geworden und kehrt in seinen Heimatort zurück, um sich nach einer Verletzung zu kurieren. Helen kommt aus Kanada widerwillig nach Kinlough, um an der Hochzeit ihres verwitweten Vaters teilzunehmen.
Zeitgleich werden die sterblichen Überreste von Kala auf einer Baustelle gefunden - zusammen mit einem Polaroidfoto der sechs Freunde. Während dem Trubel um den Leichenfund und der anstehenden Hochzeit fällt zunächst nicht auf, dass Mushs Cousinen Donna und Marie nicht auffindbar sind.

Der Roman wird aus den Perspektiven von Mush, Joe und Helen geschildert, entfremdete Freunde, die sich gegenwärtig in Kinlough wieder treffen. Dabei gibt es aus jeder Sicht Rückblenden in die Vergangenheit, die die Freundschaft und die Erschütterung durch den Verlust Kalas beschreiben.

Die Hauptfiguren sind fein gezeichnet: der sensible Mush, der narzisstische Joe und die zynische Helen. In der Gegenwart wird deutlich, dass die Vergangenheit und die Unsicherheit über das Verschwinden Kalas Spuren hinterlassen hat. Mush hat sichtbare Narben und sich nie aus der Kleinstadt herausgewagt, Helen hat sich im Gegensatz dazu völlig von ihr und den Bewohnern distanziert und Joe ist dem Alkohol verfallen.
Sie sind mit Schuldgefühle belastet und reflektieren nach dem Knochenfund, was sich im Sommer und Herbst 2003 ereignet hat. Trauer und Wut sind spürbar und die inneren Kämpfe, die sie mit sich ausfechten, können sehr gut nachvollzogen werden.

Durch den stetigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit erfährt man die allmählich die Hintergründe zu den Familien, die allesamt von Verlusten geprägt sind. Zudem wird deutlich, wie viel in der Kleinstadt vertuscht und gelogen wird, wie viel Gewalt dort herrscht und wie groß der Einfluss einer kriminellen Familie ist.
Helen ist freie Journalistin und möchte endlich die Wahrheit herausfinden. Damit stößt sie unweigerlich auf Widerstand und bringt sich und ihre Freunde in Gefahr. Parallel dazu verschwinden die Zwillinge, die ihrerseits zu viele Fragen über die Vergangenheit gestellt haben.

"Kala" entwickelt sich von einem tragischen Coming-of-Age-Roman über die Dynamiken einer Freundschaft und was passiert, wenn sich die Bündnisse und Hierarchien ändern, zu einem packenden Thriller, in dem sich die Hauptfiguren der Vergangenheit und den Ereignissen stellen müssen, die ihr Leben unwiderruflich verändert haben.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Mut, große Träume und Erfindergeist - vier Freundinnen Anfang des 20. Jahrhunderts in Dresden

Die Erfinderin der Freiheit
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Christine arbeitet 1908 als Therapeutin im Lahmann-Sanatorium in Dresden. Dort versucht sie den Patientinnen den von ihr entwickelten Brusthalter schmackhaft zu machen und die Frauen aus dem Korsett zu ...

Christine arbeitet 1908 als Therapeutin im Lahmann-Sanatorium in Dresden. Dort versucht sie den Patientinnen den von ihr entwickelten Brusthalter schmackhaft zu machen und die Frauen aus dem Korsett zu befreien, das ihnen den Atem abschnürt. Unterstützung erhält Christine von ihrer Freundin Julia, die Schneiderin und Stickerin ist und nach ihrer Arbeit die Brusthalter auf Bestellung näht.
Auch Christines Freundin Amalie glänzt mit Erfindungsreichtum. Nachdem ihr Ehemann mit dem eigenen Warengeschäft insolvent gegangen ist, entwickelt sie die ersten Kaffeefilter und meldet diesen unter ihrem zweiten Vornamen Melitta zum Patent an.
Christines Mitbewohnerin Lotta ist die vierte Freundin, die in der Bärenschenke arbeitet und Amalie bei der Betreuung ihrer Kinder unterstützt. Sie ist unglücklich in Christines Schwager verliebt, was sie vor Christine zu verheimlichen versucht. Christine hingegen weigert sich zu heiraten, solange ein Ehemann ihr die Arbeit verbieten würde.

Der Roman handelt von vier Frauen, die in einem Mehrparteienhaus in der Marschallstraße in Dresden wohnen. Drei davon sind ledig und finanziell unabhängig, während Amalie zwar verheiratet ist, sich jedoch selbst um den Lebensunterhalt ihrer Familie kümmern muss.
Es sind vier interessante und starke Frauen, deren Alltag anschaulich beschrieben wird und den Zeitgeist Anfang des 20. Jahrhunderts bildhaft und lebendig einfängt.

Auch der Lokalkolorit Dresdens kommt mit Besuchen der Semperoper, des Lingnerschlosses, der Elbwiesen oder des Strietzelmarktes nicht zu kurz.
Die Geschichte mit einer bunten Mischung aus historischen Fakten, echten Biografien und fiktiven Frauenschicksalen wirkt damit sehr authentisch und ist nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern auch informativ.

Neben dem Erfindergeist der Frauen, der vor allem in der ersten Buchhälfte eine wesentliche Rolle spielt, handelt der Roman allgemein vom beschwerlichen Alltag zur damaligen Zeit und von den glücklichen und unglücklichen Romanzen der Frauen, wobei die innige Freundschaft stets präsent ist.

Es geht um Mut und große Träume, um Emanzipation und den Glauben an den Fortschritt und an sich selbst. Die Dominanz der Männer in der Gesellschaft, aber auch die unterschiedlichen sozialen Schichten sorgen für Probleme. Die Frauen müssen Rückschläge hinnehmen und versuchen sich dabei selbst treu zu bleiben.
Der Roman erweckt die Jahre 1908/1909 zum Leben und gibt einen abwechslungsreichen Einblick in vier unterschiedliche Frauenschicksale, die ihrer Zeit in Teilen weit voraus waren.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Origineller Plot, der ein raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel für anhaltende Spannung entwickelt

Das Signal
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Viola und ihr Ehemann Adam haben ein altes Haus in einer abgelegenen Gegend gekauft. Kurz bevor die Renovierungsarbeiten beginnen, ereignet sich ein Unfall im Weinkeller, bei dem Viola schwer verletzt ...

Viola und ihr Ehemann Adam haben ein altes Haus in einer abgelegenen Gegend gekauft. Kurz bevor die Renovierungsarbeiten beginnen, ereignet sich ein Unfall im Weinkeller, bei dem Viola schwer verletzt wird und ihr linkes Bein verliert. Nach dem Krankenhausaufenthalt kümmert sich eine Pflegerin rund um die Uhr um Viola, doch statt Unterstützung zu erhalten, fühlt sich Viola wie eine Gefangene. Ihr Mann scheint Otilia genau zu diesem Zweck engagiert zu haben und es zudem nicht so genau mit der Wahrheit zu nehmen.
Mit Hilfe von Trackern beginnt Viola Adam zu überwachen und sieht sich bald darin bestätigt, dass ihr Ehemann sie ganz offensichtlich belügt. Während Viola versucht herauszufinden, was dahinter steckt, erinnert sie sich daran, dass auch sie ihre Geheimnisse hat.

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Viola geschrieben, so dass Wut, Trauer und Hilflosigkeit, aber auch eine enorme Entschlossenheit unmittelbar nachvollziehbar sind. Viola kann niemandem vertrauen und lange ist unklar, was dahinter steckt.

Ohne dass sich in dem Roman viel ereignen muss, ist die Geschichte packend geschildert und von einer anhaltenden unterschwelligen Spannung geprägt. Viola ist als gehandicapte Frau in ihren eigenen vier Wänden gefangen, fühlt sich bevormundet und überwacht. Die Pflegerin mutiert zur Wärterin, macht geflissentlich ihre Arbeit, ist aber wortkarg und gefühlskalt. Adam glänzt durch Abwesenheit und versucht jeden Heilungsfortschritt Violas zu verhindern, wobei er die Einschränkungen mit Fürsorge entschuldigt. Nur mit Hilfe von moderner Technik gelingt es Viola ein Gefühl dafür zu behalten, ihr Leben nicht vollständig aus den Händen gegeben zu haben.

"Das Signal" ist eine Geschichte voller Misstrauen und Lügen. Viola fürchtet um ihr Geheimnis, Otilia ist undurchsichtig und Adam mimt offenbar nur den liebevollen Ehemann. Viola und Adam schleichen um einander und führen einen heimlichen Rosenkrieg. Es entwickelt sich ein raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel, das nicht nur enorm fesselnd ist, sondern durch den versteckten Hass hinter liebevollen Worten zudem äußerst unterhaltsam und amüsant zu lesen ist. Bei diesem originellen Plot braucht es kein Blut oder Effekthascherei für Spannung der Extraklasse.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Ein Segeltörn als Buße für die Vergangenheit - mit einem Mörder an Bord? Pageturner!

Wer am Ende übrig bleibt
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Anne trifft bei der Beerdigung ihres Studienfreunds Ruben die Mitbewohner ihrer alten Wohngemeinschaft in Greifswald wieder. Die Gruppe hat sich innerhalb der letzten neun Jahre aus den Augen verloren ...

Anne trifft bei der Beerdigung ihres Studienfreunds Ruben die Mitbewohner ihrer alten Wohngemeinschaft in Greifswald wieder. Die Gruppe hat sich innerhalb der letzten neun Jahre aus den Augen verloren und beschließt spontan zum Gedenken an Ruben einen Ostsee-Segeltörn zu unternehmen. Merles neuer Freund ist Inhaber einer Segelyacht und bietet den Freunden an, sie zu begleiten. Obschon Anne ein ungutes Gefühl bei Nicolas hat, stimmt sie zu und sieht den Ausflug als Buße für eine alte Schuld, die an ihr nagt.

An Bord erinnert sie sich an Ruben, den sie einmal geliebt hat, und die gemeinsame Zeit in der WG, die nicht ohne Konflikte war. Doch auch auf der Segelyacht droht durch Machtspielchen, Eifersucht und Schikanen die Situation aus dem Ruder zu laufen.

Obgleich "Wer am Ende übrig bleibt" als Roman deklariert ist, liest sich das Buch wie ein Psychothriller. Der Roman wird aus der Sicht der Unternehmensberaterin Anne geschildert, wobei nicht ganz klar ist, inwiefern es sich bei ihr um eine unzuverlässige Erzählerin handeln könnte. Anne ist belastet von einer früheren Schuld und hat auf der Yacht insbesondere im Hinblick auf Merles neuen Freund Nicolas ein ungutes Gefühl. Tatsächlich ereignen sich einige unangenehme Situationen, die für die unerfahrenen Segler gefährlich sind.

Anne deutet zudem eine dunkle Seite in sich an, die sie selbst beunruhigt. Gedanklich schweift sie immer wieder an zurückliegende WG-Zeiten ab und beschäftigt sich mit dem Geheimnis, das sie quält.

Neben Annes Perspektive gibt es zwischen den Kapiteln Auszüge aus dem Protokoll einer Gerichtsverhandlung, die nach dem Törn stattfindet. Anne ist die Person auf der Anklagebank und aufgrund der Zeugenaussagen ist zu erahnen, wer den Ausflug überlebt hat und wer nicht. Ein Perspektivwechsel am Ende des Romans offenbart die wahren Ereignisse an Bord der Yacht und ergänzt die Entwicklung der Freunde untereinander.

Die Geschichte ist durch den steten Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit anhaltend spannend. Der Segeltörn schildert ein typisches Locked-Room-Szenario und liefert ein Gefühl des Ausgeliefertseins. Anne quält sich mit einem schlechten Gewissen und hat Angst vor Nicolas, wobei unklar ist, ob die Bedrohung real ist und ob es sich bei den kleinen Unfällen um Pech oder Sabotage handelt. Geschickt gesetzte Parallelen von Vergangenheit und Gegenwart lassen wiederholt Zweifel aufkommen, wem zu trauen ist.

Das Buch entwickelt sich zu einem Pageturner, der sich nur schwer aus der Hand zu legen lässt, um zu erfahren, "wer am Ende übrig bleibt". Es ist eine bitterböse Geschichte über verletzte Eitelkeiten, Eifersucht und Rache und wie Freundschaft in das genaue Gegenteil umschlagen kann.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Pageturner über Selbstjustiz, Gier und Machterhalt mit einer gelungenen Mischung aus Thriller und Drama

Deadline
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Sechs Mitarbeiter einer Firma für Lebensmittelproduktion fliegen nach einer Vorstandssitzung zusammen mit einer Krankenschwester in einem Privatjet zurück nach Portland, um Weihnachten mit ihren Familien ...

Sechs Mitarbeiter einer Firma für Lebensmittelproduktion fliegen nach einer Vorstandssitzung zusammen mit einer Krankenschwester in einem Privatjet zurück nach Portland, um Weihnachten mit ihren Familien zu verbringen. Nach dem Start fällt das WLAN aus und die Pilotin ändert offensichtlich die Route, denn das Flugzeug befindet sich über dem Meer. In einer Durchsage teilt sie ihnen mit, dass ein Mörder unter ihnen an Bord ist und dass sie ein Geständnis hören möchte, andernfalls werde sie das Flugzeug zum Absturz bringen. Das Ultimatum läuft und angeblich ist sich keiner einer Schuld bewusst...

Der Thriller handelt auf zwei Zeitebenen. Die Gegenwart schildert die Flugzeugentführung und die klaustrophobische Atmosphäre an Bord. Dabei erhält man Einblicke in die einzelnen Mitarbeiter des Lebensmittelkonzerns, wobei diese bis auf den Arbeitgeber wenig gemein haben und jeder von ihnen mit seinen eigenen Geheimnissen oder Problemen beschäftigt ist.
Rückblenden in das Jahr 2018 zeigen, was sich vier Jahre zuvor am Wohnort der Mitarbeitenden ereignet hat. Drei von vier Kindern starben vermutlich an einer Vergiftung, deren Ursache der behandelnde Arzt jedoch nicht aufklären konnte.

Schon bald ist zu ahnen, dass die namenlose Pilotin Rache für die Opfer und eine Aufklärung der Todesfälle erzwingen möchte. Der Hintergrund ist tragisch und nachvollziehbar, dass die Pilotin nichts mehr zu verlieren hat und die Passagiere an Bord in Lebensgefahr schweben.
Beide Teile des Romans sind packend. Was hat 2018 das mysteriöse Leberversagen der Kinder verursacht? Inwiefern ist das Lebensmittelunternehme darin verwickelt? Wird der angebliche Mörder gestehen und kann so der Tod weiterer Unschuldiger verhindert werden?

"Deadline" ist ein Pageturner über Selbstjustiz, Gier und Machterhalt, der nur schwer aus der Hand zu legen ist. Die Mischung aus Drama und Thriller ist perfekt gelungen. Die Angst der Reisenden ist genauso spürbar wie der Wunsch nach Vergeltung der Pilotin. Die schnellen Perspektivwechsel zwischen den Personen sorgen für Dynamik und der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart für Cliffhanger und anhaltende Spannung. Selbst als die Fakten bei der Suche nach Wahrheit geklärt scheinen, überrascht der Thriller mit Wendungen und einem unglaublichen Ausmaß an Niedertracht und Skrupellosigkeit.

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