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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2026

Warum esse ich?

Abnehmen durch Annehmen. Unbewusste Gefühle verstehen – körperlichen Ballast loswerden
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Das ist eine Frage, die jeder für sich mehr oder weniger ehrlich beantworten möchte. Ich bin bei dieser Frage gerne mal in die Defensive gegangen und beantwortete diese Frage mit manchmal schambesetzten ...

Das ist eine Frage, die jeder für sich mehr oder weniger ehrlich beantworten möchte. Ich bin bei dieser Frage gerne mal in die Defensive gegangen und beantwortete diese Frage mit manchmal schambesetzten Antworten, natürlich wenn ich Hunger habe und natürlich gesund. Der Blick in den Spiegel sagt mir jedoch etwas anderes und die Gefühle mochte ich auch nicht so sehr. Naja gut, manchmal esse ich stressbedingt, oder aus Frust oder aus Gewohnheit oder weil ich jetzt Trost brauche oder weil ich so komische Sätze bzgl. Essen aus meiner Kindheit in meinem Kopf habe, die noch immer über recht viel Macht verfügen, egal wie, ich esse zu viel, ich esse jedoch auch gern, ich genieße gutes Essen allein oder in Gemeinschaft, ich liebe Kuchen, aber ich bestehe nicht aus ihm, unter anderem ein sehr interessantes Kapitel in diesem hilfreichen Buch.

Genau dort setzt Andreas Winter mit seinem etwas anderen Buch über Essen an, nicht über Diät, da habe ich und wahrscheinlich noch andere Leser einige Meter Bücherregal voll stehen. Der Autor nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise, die mir doch das eine oder andere Auge geöffnet haben und ich habe es wirklich genossen, dieses Buch zu lesen und durch die vielen Fallbeispiele fühlte ich mich auch mit vielen Betroffenen sehr verbunden.

Das Buch ist in zwei große Abschnitte unterteilt. Im ersten lesen wir über die Wahrheit des Übergewichts und der, der meint darüber schon alles zu wissen, wie z.B. ich lernt doch erstaunlich viel Neues dazu. Es geht nicht um Diät, sondern zu verstehen, wie die Biochemie unseres Körpers wirklich funktioniert und das nicht abgekoppelt von unserer Seele und unserem Geist, sondern wohltuend ganzheitlich erklärt. Was bestimmt unser Essverhalten, da hatte ich so einige Aha-Effekte und es lohnt wirklich, wie vom Autor empfohlen, farbige Stift während des Lesens bereit zu halten, denn es gibt sehr viele wertvolle Sätze, die ich unterstreichen konnte.

"Gib anderen keine Macht über deine Gefühle.", war einer von ihnen und ganz besonders auch die Hinweise, dass Fett nicht mein Feind ist, sondern mein Dolmetscher. Das zu lesen, war sehr erhellend und überraschend entspannend, auch der Blick in den Spiegel verändert sich langsam. Die Gifte von Stress, Schuld und Scham werden offenbart und Freude und Hoffnung werden gesät. Ich schreibe bewusst gesät, denn wenn ich etwas säe, dann sehe ich nicht gleich die Pflanze. Ich vertraue darauf, dass etwas im verborgenen Dunkel der Erde wächst.

Im zweiten Abschnitt geht es ans Koffer packen, denn der Leser geht auf eine zehntägige Reise, die der Autor die Abnehm-Offensive nennt. Jeder Tag ist mit besonderen Impulsen und Aufgaben am Morgen, interessanten Geschichten von Betroffenen und einem beruhigendem und versöhnlichen Impuls für den Abend gefüllt. Es ist eine Reise, die ich mehrfach unternehmen kann und vielleicht gibt es auch Tage, an denen ich mal länger Rast mache und dann erst weiter reise.....

Für mich hat sich dieser kostbare Ratgeber auf jeden Fall gelohnt und ich konnte für mich sehr viel wertvolles daraus ziehen in meinem Beziehungsstatus mit dem Fett. Ich kann mir vorstellen, dass es für Betroffene sehr hilfreich sein kann, dieses Buch zu lesen und sich dennoch einer Ernährungsumstellung zu öffnen. Die Hypnose, die der Autor praktiziert, würde ich nicht experimentieren, weil es für mich als Christ nicht in Frage kommt. Doch auch ohne diese Praxis gibt es in diesem Buch so viele wertvolle Ratschläge, gut und lieb mit sich umzugehen und unser Fett nach und nach loszulassen.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Zwei Hunde, zwei Geschichten

Zwei Hunde feiern Weihnachten
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In diesem wunderschönen Weihnachtsroman begegnen wir zwei goldigen Hunden, die ein Zuhause finden, passenderweise an Weihnachten und verschiedenen Menschen, die zusammengehören aber es noch nicht wahrhaben ...

In diesem wunderschönen Weihnachtsroman begegnen wir zwei goldigen Hunden, die ein Zuhause finden, passenderweise an Weihnachten und verschiedenen Menschen, die zusammengehören aber es noch nicht wahrhaben wollen. Dazu haben wir noch die bereits bekannten Weihnachtshelfer, die allzeit bereit sind in die Bresche zu springen und jeglichem liebesbedingten Notfall abzuhelfen.

In der ersten Geschichte haben wir es mit einer Zeitungsannonce zu tun, die von der Schwester von Julia und dem Freund von Daniel gestartet wird in Sachen, wir müssen doch jetzt mal schauen, dass wir die unter die Haube bekommen. Durch einen Stromausfall, diesmal von gewissen weihnachtlichen Helfern ausgelöst, landen die "Bewerbungsbriefe" im Briefkasten des jeweils anderen. Durch eine Tauschaktion der Briefe lernen sich Julia und Daniel kennen und der kleine Hund Nick ist mit von der Partie.

Die zweite Geschichte ist auch nicht ohne, denn was passiert wenn sich ein neunjähriger Junge zu Weihnachten einen Hund und einen Vater zu Weihnachten wünscht. Die Weihnachtshelfer machen sich mit Begeisterung an die Arbeit, doch Tessa ist nicht leicht zu knacken, denn sie hat eine gemeinsame Geschichte mit dem neuen Fußballtrainer ihres Sohnes Lukas, Nick, und sie möchte auf keinen Fall, dass er die Wahrheit erfährt. Doch die Weihnachtshelfer und der süße Hund Ruprecht sind da anderer Meinung.

Wieder zwei Geschichten, die einem die Advents- und Weihnachtszeit versüßen oder auch zwischendurch, denn es ist ja immer ein bisschen Weihnachten.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Judenverfolgung im Mittelalter

Hiobs Tochter
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Wir befinden uns in Deggenfeld im Jahr 1338 und begegnen Miriam, eine junge jüdische Frau und eine sehr begabte Medica. Miriam kehrt nach vielen Jahren in Italien wieder in ihre Heimatstadt zu ihren Großeltern ...

Wir befinden uns in Deggenfeld im Jahr 1338 und begegnen Miriam, eine junge jüdische Frau und eine sehr begabte Medica. Miriam kehrt nach vielen Jahren in Italien wieder in ihre Heimatstadt zu ihren Großeltern und ihrer Tochter Rebecca zurück. Es hatte ganz bestimmte Gründe, dass sie so lange fort von zuhause war und der Leser erfährt es nach und nach. Jedoch kaum zuhause angekommen, muss sie mit Schrecken feststellen, wie sehr sich ihre Heimatstadt verändert hat. Nicht nur, dass ihre Tochter Rebecca, ein kleiner Wildfang, aus mysteriösen Gründen spurlos verschwunden ist und ihre geliebten Großeltern merklich älter geworden sind. Es liegt eine unheilvolle Spannung über der Stadt und weiten Teilen des Landes und die jüdische Bevölkerung ist sich ihres Lebens zunehmend unsicher und fühlt sich zurecht mehr und mehr bedroht.

Auf der Suche nach ihrer Tochter gerät Miriam immer tiefer in eine geheimnisvolle und lebensgefährliche Verschwörung. Klug wie sie ist, kann sie einzelne Puzzleteile zusammenlegen, doch es fehlen ihr immer noch entscheidende Hinweise. Die Zeit, sie zu finden wird zunehmend knapper, denn die in mächtigen Kreisen sitzenden Verschwörer sind mehr als bestrebt die jüdische Gemeinde komplett auszulöschen. Dabei bedienen sie sich abstruser religiöser Verschwörungen, die überhaupt keinen Sinn ergeben, doch sie verstehen es so geschickt, die Einwohner Deggenfelds mit falscher Propaganda zu manipulieren, falsche Zeugen zu berufen und dabei geschickt ihre eigenen habgierigen Gründe zu verschleiern. Parallelen zu heute sind rein zufällig.

Mehr als einmal kann sich Miriam und wie wir erfahren dürfen auch Rebecca den Schlingen der Mörder entziehen, doch letztendlich ziehen sie sich immer mehr zu und es wächst die Verzweiflung als auch der Wille zum Überleben. Nachdem Miriam das Geheimnis ihrer Geburt erfahren hat, ist sie entschlossen ihre Familie in Sicherheit zu bringen, doch für viele Juden ist es schon zu spät.....

Peter Orontes hat einen sehr spannenden, bildgewaltigen und brutalen Roman zur Judenverfolgung im mittelalterlichen Deutschland geschrieben, dabei sehr gut recherchiert, so dass sich der Leser von der Geschichte her ein gutes Bild machen kann. Die Fratze des Antisemitismus hat sich bis heute nicht verändert, das wissen wir seit spätestens seit der dunkelsten Zeit in Deutschland und dem 7. Oktober. Es ist wichtig die Geschichte zu kennen, Erinnerungen wach zu halten um in der Gegenwart und in der Zukunft anders handeln zu können. Auch heute fühlen sich jüdische Menschen auf Deutschlands Straßen nicht mehr sicher und ich kann diese Geschichte nur empfehlen, um das Bewusstsein, dass sich alles wiederholt, zu schärfen und zu handeln.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Verschüttete Erinnerungen

Der Engelsbaum
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Wir befinden uns in Wales im Jahr 1985. Im Herrenhaus Marchmont wird Weihnachten gefeiert und es findet sich die ganze Familie ein, die, die noch leben und die, die in den Erinnerungen noch lebendig sind. ...

Wir befinden uns in Wales im Jahr 1985. Im Herrenhaus Marchmont wird Weihnachten gefeiert und es findet sich die ganze Familie ein, die, die noch leben und die, die in den Erinnerungen noch lebendig sind. Greta kommt nach sehr vielen Jahren wieder an den Ort, der ihr einst Zuflucht und Verhängnis wurde, doch das weiß nur der Leser, denn Greta hat keine Erinnerungen mehr an das, was vor vielen Jahren passiert ist. Ihr langjähriger Freund David, Besitzer von Marchmont, hat sie nach langen Jahren endlich überzeugen können doch mal wieder mitzukommen...

Greta unternimmt Spaziergänge durch das Herrenhaus, dass ihr vor vielen Jahren Heimat geworden ist, so wurde es ihr erzählt und durch die wunderbar verschneite Landschaft und den Wald rundherum. Dabei stößt sie auf einen verwitterten Grabstein, dessen Inschrift ihr klar macht, dass dort ein kleiner Junge begraben wurde. Nun beginnen die Erinnerungen und Ereignisse nach und nach ans Licht zu kommen, denn Greta ist sofort klar, dass es ihr Sohn war, der dort begraben ist. Der Kokon des Vergessens wurde aufgebrochen und die Wahrheiten, die nun ans Licht kommen, fordern von Greta alles was sie an Kraft und Mut aufbringen kann, denn Wahrheit hat die Eigenschaft, nicht immer schön zu sein, doch wer sich ihr nicht stellt, hat keine Aussicht auf wahren inneren Frieden in der Gegenwart und Hoffnung auf eine Zukunft. In diesem Prozess steht ihr langjähriger Freund David hilfreich zur Seite.

Es ist mein erstes Buch von Lucinda Riley und sie versteht es sehr gut eine Familiengeschichte mit den verschiedenen Charakteren so bildhaft und lebendig zu schildern, dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Der Leser wird mit den auftauchenden Erinnerungen von Greta auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mitgenommen, die nicht nur für die Protagonistin erschreckend und schockierend sind. Vor allem erlebt sie, dass trotz sehr viel Schlechtem das Gute nicht zu zerstören ist. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, auch wenn ich mit der jungen Greta so meine Schwierigkeiten hatte, wurde sie mir mit zunehmendem Alter sympathischer. Zu meinen Lieblingsfiguren gehören auf jeden Fall L.J., Davids Mutter und Ava, Gretas Enkelin, doch das darf jeder Leser für sich selbst herausfinden.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Schreiben aus Leidenschaft

Jane Austen und die Kunst der Worte
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"Mein Mut wächst mit jedem Versuch, mich einzuschüchtern."

Dieses großartige Zitat einer aufgeweckten und mutigen Frau, einer der größten Autorinnen aller Zeiten, inspiriert mich immer wieder aufs Neue. ...

"Mein Mut wächst mit jedem Versuch, mich einzuschüchtern."

Dieses großartige Zitat einer aufgeweckten und mutigen Frau, einer der größten Autorinnen aller Zeiten, inspiriert mich immer wieder aufs Neue. Die Autorin Catherine Bell nimmt uns mit in das Leben von Jane Austen, der wir die wunderbaren Romane wie "Verstand und Gefühl", "Stolz und Vorurteil", "Emma", "Überredung", "Northanger Abbey" und "Mansfield Park" verdanken. Etliche Lesestunden habe ich mit diesen wundervollen Romanen verbracht und ebenso viele Stunden zum Schauen der genial gelungenen Filme.

Jane Austen wurde 1775 in Steventon/England geboren und hatte eine Schwester Cassandra, mit der sie sich sehr verbunden fühlte, sowie sechs Brüder, was in der Biografie manchmal nicht so deutlich geschildert wurde. Zu ihrem Vater pflegte sie ebenfalls eine innige Beziehung, er ermutigte sie auch stets ihrer Berufung des Schreibens nachzugehen, zu ihrer Mutter eher distanziert, denn sie pflegte sich doch sehr um ihre Bedürfnisse zu drehen.

Wie auch in ihren Romanen oft genug beschrieben, waren die Eltern von Töchtern sehr bestrebt ihre Mädchen gut und standesgemäß zu verheiraten, damit sie auch abgesichert sind. Für nicht so gut betuchte Menschen, wie zum Beispiel den Austens, der Vater war Pfarrer, durchaus eine Herausforderung. In die Geschichte starten wir 1795 und erleben mit der aufgeweckten Jane, ihrer scharfen Beobachtungsgabe und ihrer Lebenslust, die jedoch oft von gesellschaftlichen Normen eingegrenzt wurde, einen der unzähligen Bälle, die auch etwas von einem Heiratsmarkt auf sich hatten. Für Jane keine Option, tanzen und flirten ja, doch ihre wahre Leidenschaft galt dem Schreiben, dem sie tage- und nächtelang frönte, regelmäßig tintenverschmierte Finger hatte und sehr genau wusste, was sie von einem Mann wollte und was nicht.

Catherin Bell lässt immer wieder Passagen von Janes Romanen einfließen und passt sich dem Schreibstil von ihr an. Da wir ja schon wissen, dass es Jane nicht vergönnt war zu heiraten und Kinder zu bekommen, der Leser hofft ja immer beim Romanlesen, war zu erwarten, dass es mit den beiden Männern, die sie kennenlernt, nichts wird aus den verschiedensten Gründen. Nichts genaues weiß man nicht, da die Familie Austen streng über den Nachlass von Jane waltete, doch Catherine Bell nimmt uns auf eine feine und ruhige Art mit in die romantischen Hoffnungen und Verwicklungen von Jane Austen. Wie zu erwarten verlief alles ruhig und mehr oder weniger unaufgeregt, genau wie in ihren Büchern beschrieben.

Genau das Schreiben, die Geschichten, das Brüten über das richtige Wort, die Entstehung der Protagonisten...alles das hat Catherine Bell sehr ausführlich beschrieben, wie schwierig es für eine Frau der damaligen Zeit war auf eigenen Beinen zu stehen und selbstständig zu sein. Jane verfolgt ihren Traum Romane zu schreiben ihr ganzes Leben lang, viele Rückschläge muss sie einstecken, Krankheit, Verlust und etliche Umzüge machen das Schreiben nicht gerade leichter. Ihre Entwicklung zu lesen, von der aufgeweckten jungen Frau, die ihre Familie mit ihren Geschichten unterhält zu einer gefeierten Autorin, die das gesellschaftliche Leben treffend, wahr und mit diesem feinen ironischen Humor beschreibt, hat mir einfach gut gefallen.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, weil ich Jane Austen einfach mag und es mich interessiert hat, dennoch hat es einige Längen und auch Zeitsprünge, die den Lesefluss manchmal etwas erschweren, dennoch lohnt sich die Geschichte, denn Jane konnte ihre Texte nicht einfach in einen Laptop fließen lassen, sie schrieb alles mit der Hand, schnitt oftmals die Wörter aus dem Text, die nicht passten und ersetzte sie mehrfach, sie entwickelte Frauenfiguren, die bis heute die Menschen beeinflussen und das hat Catherine Bell sehr gut eingefangen.

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