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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2018

Kein Coverhighlight, aber ein Buch, das unter die Haut geht...

Wintertöchter
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Das Cover gefällt mir nun nicht so ausgesprochen gut, aber der Klappentext sprach für sich und daher hat das Buch bei mir eine Chance bekommen.
In der Dreikönigsnacht in einem kleinen österreichischen ...

Das Cover gefällt mir nun nicht so ausgesprochen gut, aber der Klappentext sprach für sich und daher hat das Buch bei mir eine Chance bekommen.
In der Dreikönigsnacht in einem kleinen österreichischen Dorf bringt Marie ihre Tochter Anna zu Welt. Der Vater, der sich auf dem Weg zur Hebamme gemacht hat, verunglückt und so müssen es Marie und Barbara, der Hebamme, allein schaffen, sich durch zuschlagen. Sie müssen zwischen den Kriegswirren und den dörfischen Traditionen ihren Weg machen und das als Frauen. Doch Anna ist anders, Anna hat die Gabe und diese Gabe müssen die beiden Frauen unbedingt schützen...
Mignon Kleinbek setzt auf einen geschickten Perspektivenwechsel und so lernt man die Protagonisten, allen voran natürlich Marie und Barbara, sehr gut kennen. Mit den beiden Frauen schafft sie starke Frauenbilder, die sich ihre Zeit widersetzen wollen, aber die Dominanz der Männer immer wieder zu spüren bekommen. Sie verleiht beiden Frauen viel Authentizität und ihr Stil fängt nicht nur das Panorama der Berge sondern auch den Schrecken des Krieges ein. Eine ungewöhnliche Art des Schreiben zeigt Mignon Kleinbek, weil sie neben der Bildgewaltigkeit ihres Schreiben auch die kleinen Momente des Lebens einfangen kann, die es natürlich auch gab, weil das Leben hört ja nicht auf, weil der Krieg begonnen hat.
Das Buch spielt in den 1940-Jahren und die Zeit fängt es perfekt ein, es ist teilweise recht dunster, auch hat es einen leicht depressiven Unterton, zeitlich ist es ja auch zu Beginn der Kriegsjahre und genau das spiegelt sich in dem Buch wieder. Mignon Kleinbek fängt die Stimmung jener Jahre wirklich gut ein, der Hass zwischen den Menschen, die Unsicherheit, wem man trauen kann und darf und gleichzeitig fängt sie liebevolle Momente ein, die es in der Zeit natürlich auch gab. Sie zeigt aber auch die Schicksale, die die Menschen bewegten.
Ein kleiner Kritikpunkt ist bei mir aber das Ende, es ist irgendwie so mitten drin, gerade liest man noch und schon ist Schluss. Vielleicht soll es genauso sein, wenn man den Prolog und den Epilog bedenkt, trotzdem hinterlässt es einen kleinen Stich, da man die drei Frauen lieb gewonnen hat.

Fazit:
Wintertöchter ist ein Roman voller Dramatik und erlebten Leben, der in einer Zeit spielt, in der es mehr um das Überleben als Erleben ging und trotzdem schafft sie es einen Roman zu schreiben, der eben nicht nur dunst und trist ist, sondern der voller Leben und Schicksale steckt, aber eben auch zeigt, dass das Schicksal eine wankelmütige Sache ist. Ein Roman, der unter die Haut geht, ein Buch, was man schlecht beschreiben kann, weil man nicht zu viel verraten will, aber auf jeden Fall ein lesenswertes Buch.

Veröffentlicht am 23.01.2018

Ein himmlisches Lesevergnügen...

Eine Hochzeit für Himmelreich
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Das Cover ist echt schön gemacht, die funkelnden Sterne auf dem Cover haben was und auch die Landschaft in den Wolken hat etwas. Der Baum in Herzform lässt schon etwas erahnen, in welche Richtung das Buch ...

Das Cover ist echt schön gemacht, die funkelnden Sterne auf dem Cover haben was und auch die Landschaft in den Wolken hat etwas. Der Baum in Herzform lässt schon etwas erahnen, in welche Richtung das Buch gehen wird. Alles im allem aber ein sehr schönes Cover.
Das Buch steht eigentlich in einer Reihe, die in Zusammenarbeit mit anderen Autorinnen entstanden ist, aber man kann das Buch unabhängig von der Reihe lesen und es ist ein abgeschlossenes Buch.
Nicole hat den perfekten Job für sich gefunden, sie ist Hochzeitsplanerin und geht in ihrem Job wirklich auf, auch wenn sie immer noch nach Mister Right auf der Suche ist. Doch sie hat auch keine Zeit für die Suche - bis ihr ihr Traummann fast entgeht, weil sie eine Hochzeit in ihrer eigenen Familie bald auf die Palme bringt, denn sich soll nicht nur die Hochzeit zwischen Gertrud und dem Pfarrer planen sondern gleichzeitig auch noch die Scheidungsfeier für ihre Eltern und dann ist da noch Patrick, der plötzlich vor ihrer Tür steht...
Mia Leoni schreibt einfach nur schön, ihr Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen und sie zieht den Leser wirklich ins Himmelreich, auch wenn es zeitweise für Nicole nicht nach Himmelreich aussieht. Aber auch der Humor, der in dem Buch steckt, ist einfach köstlich, man sitzt als Leser wirklich schmunzelnd da und lässt sich in die wirklich chaotische Welt des Himmelreiches ziehen.
Die Geschichte greift etwas in die anderen Geschichten der Staffel ein, man merkt das als Leser aber nicht grossartig, aber natürlich ist es der Abschluss der Reihe und daher lässt man sich dann schon etwas auf kleine Lücken ein, wenn man die vorangegangenen Teile nicht kennt.

Fazit:
Eine Hochzeit im Himmelreich heisst nicht, dass alles himmlisch von sich alleine läuft, wie man bei dem chaotischen Leben von Nicole sehen kann. Aber die kleinen und grossen Katastrophen liest man mit viel Humor und auch die Liebe komme in dem Buch nicht zu kurz. Ein schöner Liebesroman im Himmelreich mit himmlischen Charakteren, die teilweise zu schreien komisch sind und man merkt, dass das Himmelreich nicht immer ideal ist. Durch den leichten Schreibstil fliegt man auch durch das Buch und bleibt mit einem Lächeln nach dem Lesen zurück.

Veröffentlicht am 09.08.2017

Pferd Pferd Tiger Tiger - mal ein etwas anderes Buch...

Pferd, Pferd, Tiger, Tiger
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Das Buch ist vom Cover her wirklich etwas verwirrend, es schaut aus wie von einem Kind mit Kreide gemalt. Trotzdem passt das Cover recht gut zu dem Inhalt, weil Honey ist eben ein besonderes Mädchen und ...

Das Buch ist vom Cover her wirklich etwas verwirrend, es schaut aus wie von einem Kind mit Kreide gemalt. Trotzdem passt das Cover recht gut zu dem Inhalt, weil Honey ist eben ein besonderes Mädchen und das ist das Cover auch.
Honey ist 15 und lebt in Kopenhagen und sie ist ein besonderes Mädchen, den sie versucht es immer alle recht zu machen, sie kümmert sich um ihre behinderte Schwester, die sie manchmal aber auch nervt, die gestresste Mutter und auch den von der Familie getrennt lebenden Vater, der eigentlich nur zu ihr kommt, wenn er mal wieder Geld braucht. Honey gibt es ihm aber immer wieder, weil sie denkt, dass das, was sie macht, richtig ist, immerhin ist es ihr Vater. Doch je mehr sie versucht, es allen recht zu machen, desto schwerer wird es und auch Honey merkt langsam, dass sie auch einen Anspruch auf etwas mehr eigenes Leben hat...
Mette Eike Neerlin schreibt sehr kindgerecht, die Kapitel sind kurz und trotzdem packt sie in die 160 Seiten eine Geschichte über ein besonderes Mädchen, das mit anderen Augen durch die Welt geht. Sie findet den schmalen Grad, dass das Buch nicht zu traurig wird, es aber trotzdem einen bleibenden Eindruck beim Leser hinterlässt.
Auch sind die Kapitelanfänge wirklich gut gestaltet, immer im Wechsel mit einem Pferd oder einen Tiger, das passiert ganz passend zum Titel. Die Schrift im Buch ist auch recht gross und daher sehr gut für Kinder zu lesen.
Mit dem Lesealter ab 12 Jahren liegt der Verlag wirklich richtig, aber auch für Erwachsene ist das Buch wirklich lesenswert, da es einen anderen Blick in die Welt erlaubt.

Fazit:
Pferd Pferd Tiger Tiger ist an sich ein sehr leises Buch, was erst mit etwas Zeit wirklich Fahrt aufnimmt, aber trotzdem den Leser einlädt, in eine etwas andere Welt zu schauen, die zwar nicht perfekt ist, aber gerade das Unperfekte und die Emotionen machen es zu einem besonderen Leseerlebnis.

Veröffentlicht am 02.07.2017

Ein packendes Abenteuer...

In einem fernen Land
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Das Cover hat etwas mystisches, es zeigt einen Sonnenuntergang in einer Wüste, was dann thematisch gleich an den Beginn des Buches anschliesst. Die Schriftart ist wie bei den anderen Bücher der Ardeen-Reihe ...

Das Cover hat etwas mystisches, es zeigt einen Sonnenuntergang in einer Wüste, was dann thematisch gleich an den Beginn des Buches anschliesst. Die Schriftart ist wie bei den anderen Bücher der Ardeen-Reihe gestaltet, auch wenn das Buch als Einzelband gelesen werden kann.
Der Einstieg ins das Buch war etwas schwierig, weil man sich gleich bei Prinz Raiden und Ravenor in der Wüste landet und dann erstmal schauen muss, wie man sich in die Geschichte findet. Aber dieses Zurechtfinden wird recht einfach gemacht, auch die verschiedenen Erzählweisen (es wird teilweise aus Ich-Erzähler und den allwissender Erzähler) trage dazu bei, dass man sich gut in die Geschichte und auch in die Umgebung findet.
Das Buch ist ein Einzelband, aber die Figuren kommen auch in der grossen Ardeen-Reihe von Sigrid Kraft vor und gerade das macht es vielleicht für Leser, die das Buch nur als Einzelband, an einigen Stellen und in einige Details etwas schwer nachvollziehbar, was sich aber Lesern der Reihe besser erschliesst. (Ich selber habe das Buch auch als Einzelband gelesen, weil ich nur Auszüge aus der Ardeen-Reihe kenne und mir fiel das daher bei Lesen schon etwas auf, dass die Figuren und die Handlungen dadurch manchmal etwas suspekt erscheinen.)
Sigrid Kraft hat eine tolle Art des Schreiben, sie schreibt leicht und flüssig, gestaltet die Umgebung und auch die Charakter so fesselnd, dass man das Buch einfach nur schwer aus der Hand legen kann.
Der Spannungsbogen, der durch das Spiel der Masken und auch die Offenlegung der Charaktere geschlagen wird, ist einfach wunderbar angelegt und man legt das Buch weg und hat das Gefühl, immer noch in der Welt rund um Ardeen zu sein.
Die Entwicklungen, die die Charaktere im Buch nehmen, ist wirklich spannend gestaltet, Sigrid Kraft lehnt den Lerneffekt auch so an, dass man manche Fehler auch mehrfach machen muss bis man es begreift und das macht das Buch wirklich sehr lebensnah.
Sigrid Kraft verliert sich aber nicht in Umgebungsbeschreibungen oder in Beweggründen, sondern sie lässt dem Leser alles "Wichtige" zukommen, was man wissen muss, aber die Tiefe wird dabei unberührter gelassen. An manchen Stellen gibt es einige Wiederholungen, was wahrscheinlich zur Festigung des roten Fades gedacht war, aber manchmal etwas überflüssig erscheint.

Fazit:
Festhalten kann man, dass man das Buch schon als Einzelband lesen kann, aber es fehlt in gewissen Momenten schon etwas der Kontext, deswegen sollte man das schon als Zusammenhang mit der Ardeen-Reihe lesen. Trotzdem ist es ein spannendes Buch, was einen in eine spannende Welt entführt, die anders ist als das, was man sonst im Fantasy kennt und gerade durch die geschickte Erzählweise und den lockere Schreibstil lässt sich das Buch wahnsinnig gut lesen und man kann es kaum aus der Hand legen.

Veröffentlicht am 25.05.2017

Wie das Leben so spielt...

Die Sauerei geht weiter ...
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Momentan sind ja Geschichten aus dem wahren Leben ein Trend - egal ob auf der Mattscheibe oder als Buch und eigentlich macht man ja solchen Trends eher unbewusst mit, aber dieses Mal muss man sagen, das ...

Momentan sind ja Geschichten aus dem wahren Leben ein Trend - egal ob auf der Mattscheibe oder als Buch und eigentlich macht man ja solchen Trends eher unbewusst mit, aber dieses Mal muss man sagen, das was, Jörg Nießen da aufs Papier bringt, ist wirklich anschaulich gemacht.
Nicht nur, dass die Illustrationen von Jana Moskito wirklich gut passen und das ganze Buch wirklich auflockern, sondern auch die Anschaulichkeit, mit er die Fälle beschreibt, gepaart mit einem gewissen Wortwitz machen aus einem eigentlich recht schockierenden Thema, was Rettungseinsätze ja im Allgemeinen sind, ein Buch, was eben nicht nur unterhält, sondern was auch zeigt, dass der Berufsstand der Rettungssanitäter nicht immer so wahnsinnig schockierend sein muss. Natürlich bemerkt man am Stil, dass da kein geborenen Autor sitzt, aber damit sollte man dann schon rechnen, wenn man sich ein Buch mit dem Titel kauft, den Jörg Nießen schreibt, wie er auch eben wahrscheinlich auch im Leben ist - ehrlich und gerade raus.
Natürlich könnte man die Frage nach der Glaubhaftigkeit stellen, aber man sollte schon mit einem wachen Verstand durch das Buch gehen und wenn man dann selber schon mal Einsätze miterlebt hat, dann kann man wirklich sagen, es gibt nichts, was es nicht gibt.