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Veröffentlicht am 26.03.2026

Brutal, widerlich, dennoch zäh

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Ein Stromausfall lässt die Küste Schwedens in Dunkelheit fallen. Es scheinen in der Zeit unerklärliche Dinge geschehen zu sein, die Fabian Risk und seine Kollegen vor schwierige Aufgaben stellen. Menschen ...

Ein Stromausfall lässt die Küste Schwedens in Dunkelheit fallen. Es scheinen in der Zeit unerklärliche Dinge geschehen zu sein, die Fabian Risk und seine Kollegen vor schwierige Aufgaben stellen. Menschen verhalten sich seltsam, ein Kind wurde entführt, die Mutter wird vom Mann unterdrückt. Aber sie kennt Risk und wendet sich heimlich an ihn. Der ahnt bald, dass all die Vorfälle keine Zufälle sind.

Okay, ich habe die vorherigen Bände weder gelesen noch gehört, also bin ich vielleicht teilweise selbst Schuld daran, dass ich nicht so wirklich warm wurde mit den Figuren und der Story. Selbst David Nathan, den ich als Sprecher sehr schätze, konnte wenig retten. Irgendwie waren die einzelnen Erzählstränge jeweils für sich und auch zusammengenommen reichlich wirr und konfus. Zudem mochte ich keine Figur wirklich, hatte eher mit so gut wie jeder Figur richtige Probleme.

Die einzelnen Erzählstränge sind für sich schon heftig, die verarbeiteten Themen ebenfalls. Von häuslicher Gewalt über Deepfakes bis zu Mord ist alles dabei. Einige der Themen sind heftig. Für einige wäre hier vermutlich eine Triggerwarnung gut, dennoch erwähne ich sie hier nicht, um nicht versehentlich zu spoilern.

Für mich ist die Story ab einem gewissen Punkt ins Abstruse abgebogen, gekrönt von widerlichen und unnötig brutalen Szenen. Möglich, dass ich mit den Jahren empfindlicher geworden bin. Insgesamt aber habe ich nur durchgehalten, um herauszufinden, ob es überhaupt einen Sinn in allem gibt. Das hätte es vermutlich auch nicht, wenn ich die Vorgänger kennen würde. Im kompletten Verlauf hatte ich nirgendwo den Eindruck, dass mir irgendwelche Infos fehlen würden. Kleiner Funfakt am Rande, eine Logik ist da, aber einen Sinn hat für meinen Geschmack hier nichts wirklich. Selbst die tolle Stimme von David Nathan, die nicht ohne Grund auch bei meinem Lieblings-Radiosender zu hören ist, konnte nichts mehr retten. Gerade mal eben so drei Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Start einer neuen Reihe, aber doch auch Fortsetzung einer anderen Reihe

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Luisa Menkhoff hat ein eidetisches Gedächtnis. Ein Flugblatt löst die Erinnerungen an ihre Entführung in ihrer Kindheit aus. Sie wendet sich an die Münchner Polizei. Hauptkommissar Ramin Brunner holt sie ...

Luisa Menkhoff hat ein eidetisches Gedächtnis. Ein Flugblatt löst die Erinnerungen an ihre Entführung in ihrer Kindheit aus. Sie wendet sich an die Münchner Polizei. Hauptkommissar Ramin Brunner holt sie in seine Cold-Case-Einheit. Beide erkennen zu spät, dass sie etwas übersehen haben.

Dies ist einer jener Thriller, die für meinen Geschmack zu ambitioniert angelegt sind und dadurch auf gewisse Weise unbequem sind. Die Spannung ist da, aber nicht auf die Weise, wie ich es mag. Es ist, als wäre zu viel gefeilt worden, zu viel zu kantig und zu akkurat. Auch wenn ich die Ermittler mit Macke langsam satt bin, ist Ramin Brunner zu normal geraten. Seine Familiengeschichte ist zwar mit eingewebt, trägt für mich jedoch nicht dazu bei, besonders beeindruckt oder emotional eingebunden zu sein.

Anders bei Luisa. Man muss sie mögen, man muss sie einfach beschützen wollen, Mitgefühl für sie haben. Umso härter treffen dann die Wendungen und Twists in der Story. Dennoch ist mir das insgesamt zu schwülstig, zu sehr nach einem Strickmuster gearbeitet. Vor allem aber ist die Auflösung etwas arg weit hergeholt und nicht sehr realitätsnah. Das mag ich so dann doch nicht.

Ich habe erst nach dem Hören des von Dietmar Wunder in gewohnter Weise eingesprochenen Hörbuchs erfahren, dass dies zwar der Auftakt einer Reihe ist, es aber im Grunde einen Vorgängerband gibt. Möglicherweise hätte mich das vom Hören abgehalten, hätte ich es vorher gewusst. Und möglicherweise hätte mir dieser Thriller besser gefallen, hätte ich den Vorgänger gelesen oder gehört. So jedoch bin ich weder begeistert noch enttäuscht. Ich hatte halt eine mehr oder weniger fesselnde Unterhaltung und bin schon wieder dabei, die Story unter Ferner liefen abzuhaken und zu vergessen. Schade eigentlich. Aber deshalb eben von mir drei Sterne.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Wenig Neues

Pflück dich glücklich!
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Das Buch bietet jede Menge Lesestoff und damit Informationen rund um alles, was im Naschgarten wachsen kann. Sehr in die Tiefe geht es dabei leider nicht. Vieles wird für mein Verständnis zu oberflächlich ...

Das Buch bietet jede Menge Lesestoff und damit Informationen rund um alles, was im Naschgarten wachsen kann. Sehr in die Tiefe geht es dabei leider nicht. Vieles wird für mein Verständnis zu oberflächlich behandelt, sodass man am Ende noch weitere Literatur heranziehen muss.

Der Inhalt ist unterteilt in die Kapitel Naschgarten; Planung; Gemüse; Obst & Beeren; Kräuter & essbare Blüten; Terrasse, Minibeet, Balkon; Entspannt Gärtnern; Sandras Lieblingssorten; Sandras Gartenjahr. Diese Kapitel sind dann in Unterkapitel unterteilt und informieren über alles von Vorbereitung über Anzucht bis Ernte. Zusätzlich gibt es Step-by-step-Anleitungen und Rezeptideen.

Trotz der vielen Fotos fehlen mir an vielen Stellen noch mehr davon. Gerade bei den Erklärungen der einzelnen Obst-, Gemüse- und Kräuterpflanzen hätte ich gern jeweils mindestens ein Foto. Ebenso bei Schnitttechniken und anderen Arbeitsschritten. Dafür hätte ich auf einen Teil der Fotos der Autorin verzichten können.

Inwieweit mir dieses Buch einen Mehrwert gegenüber meiner bisherigen Erfahrungen und Garten- bzw. Hochbeet-Ratgeber bietet, sehe ich bisher noch nicht. Selbst bei den Gartentricks für entspanntes Gärtnern fehlen mit innovative Ideen. Alles in meinen Augen absolut logisch und auch für Anfänger keine Überraschung. Viele der beschriebenen Möglichkeiten fallen bei mir unter die Rubrik da ist noch Platz! So entstand mein persönlicher Naschgarten und funktioniert bisher prima. Die mir erhofften Erkenntnisse, wie man diese Philosophie etwas professioneller umsetzt und damit noch erfolgreicher ernten kann, fehlen mir leider. Ebenso Informationen zu Frühbeet und Erntezeitverlängerung.

Man merkt definitiv in jeder Zeile, dass Sandra Jägers ihren Garten liebt und diese Liebe an die Lesenden übertragen möchte. Allerdings empfinde ich den Informationswert des Inhalts des Buches als nicht ausreichend, besonders für alle, die schon einen Garten oder Hochbeete besitzen und bepflanzen. Um den bestehenden Garten umzugestalten oder einen Garten auch neu anzulegen, muss man sich beim Lesen jede Menge Notizen machen. Der chronologische Ablauf ist nicht sehr gut abzuleiten. Für mich wird zu wild durcheinander gearbeitet. Mal hier, mal da, mal dieses, mal jenes. Somit muss man hin- und herblättern. Das wiederum birgt die Gefahr, dass man zum falschen Zeitpunkt Arbeiten in Angriff nehmen möchte.

Insgesamt ist das Buch ansprechend, aber für 34 Euro erwarte ich einfach mehr. Daher ist es in meinen Augen im mittleren Bereich angesiedelt und bietet einen fundierten ersten Einblick in das Gärtnern im Naschgarten, womit es von mir entsprechend drei Sterne erhält.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Mehr Gemüse auf besondere Art

Die Gemüsebäckerei
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Gemüsefans wissen es schon längst, man kann Gemüse nicht nur kochen, sondern auch prima damit backen! Manche der hier vorgestellten Rezepte erfordern allerdings schon ein wenig Mut. Nicht jede Kombination ...

Gemüsefans wissen es schon längst, man kann Gemüse nicht nur kochen, sondern auch prima damit backen! Manche der hier vorgestellten Rezepte erfordern allerdings schon ein wenig Mut. Nicht jede Kombination kann man sich ohne weiteres vorstellen. Da seien nur mal die grünen Kokosspitzen mit Limette genannt, in die zu den Kokosraspeln tatsächlich Feldsalat kommt! Dagegen ist die Möhrenbiskuitrolle mit Zitronencreme schon besser vorstellbar und übrigens auch echt köstlich! Im Theorieteil am Anfang des Buches geht die Autorin zwar auf die Gemüsesorten ein, aber nicht auf die Mehlsorten. Das finde ich etwas schwierig. Bei den Temperaturangaben steht die Backart nicht dabei. Ich habe gelernt, dass dann immer O/U zu verwenden ist.

Die meisten Zutaten sind alltäglich, doch bei ein paar bin ich dann doch ins Stolpern geraten. So findet sich beim Kartoffelbrot im Bräter beispielsweise die Angabe Weizenmehl spezial. Das sagt mir nichts! Ich brauche genaue Typenbezeichnungen! Womit wir wieder bei meiner obigen Bemerkung wären, dass darauf im Theorieteil mehr eingegangen hätte werden müssen. Andere Beispiele sind gemahlene Pommeranze oder Grahammehl. Da muss ich im Handel echt suchen!

Der Aufbau der Rezepte ist klar und übersichtlich. Nach dem Titel des Rezeptes folgt ein kleiner Text dazu. Danach werden die Zutaten für die ebenfalls angegebene Menge Gebäckstücke aufgezählt und in der Spalte daneben die Zubereitungsschritte erklärt und beschrieben. Nährwertangaben findet man nicht. Dafür hat, zu meiner großen Freude, jedes Rezept auch ein Foto. Auch finde ich es klasse, dass nach dem Rezeptverzeichnis ein Register nach Gemüsesorte angefügt wurde.

Manche Gebäckstücke werden arg klein. Da sollte man lieber weniger Stücke und dafür größere machen. Und man muss gerade bei den Broten und Brötchen ein wenig Geschick mitbringen, denn diese Teige sind sehr klebrig und daher etwas schwer zu formen. Die Kuchen sind ebenfalls für kleine Formen gedacht. Hier muss man etwas aufpassen. Man merkt hier schnell, dass in Schweden andere Mehlsorten genutzt werden und die Portionen kleiner sind.

Leider finde ich die Rezepte nicht wirklich alltagstauglich. Hin und wieder mal eins dieser Rezepte, ob deftig oder süß, finde ich okay, aber jeden Tag möchte ich das dann doch nicht, so gern ich Gemüse esse. Für Anfänger könnte das Buch in meinen Augen zu viele Stolperfallen aufweisen, da manchmal in der Zubereitung Zutaten anders sind, als auf er Zutatenliste angegeben. Auf Feiern eins dieser Gerichte mitzubringen, löst auf alle Fälle Staunen aus. Insgesamt möchte ich das Buch mit drei Sternen bewerten und empfehle es allen, die schon länger backen und das Außergewöhnliche lieben. Nach einer korrigierten Neuauflage gäbe es mindestens einen Stern mehr von mir.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Verkorkstes Leben

Der Kellerby-Code
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Edward ist schon wirklich bedauernswert, so kriecherisch er ist. Auch wenn man seine Gründe dafür verstehen kann, macht ihn das nicht sympathischer. Gut, man muss allerdings auch fair sein und dazusagen, ...

Edward ist schon wirklich bedauernswert, so kriecherisch er ist. Auch wenn man seine Gründe dafür verstehen kann, macht ihn das nicht sympathischer. Gut, man muss allerdings auch fair sein und dazusagen, dass Robert und Stanza ebenfalls keine Sympathieträger sind. Womit wir schon bei einem wichtigen Punkt wären, nämlich dass es erstaunlich ist, dass ein Buch komplett ohne Figuren auskommt, die man mag!

Die Rückblenden in Edwards Vergangenheit sind geschickt eingefügt, sodass sich nach und nach eine Art Profil ergibt. Nicht nur von ihm selbst, sondern auch von den anderen Figuren. Dabei werden auch jede Menge sozialkritische Themen mit eingewoben. Teilweise empfinde ich das als überfrachtet und nicht zwingend nötig für die eigentliche Story. Die ist in sich schlüssig und logisch, sodass zwar nicht alle Wendungen, aber insgesamt die Richtung doch auf gewisse Art vorhersehbar sind. Dennoch bleiben die Geschehnisse nicht harmlos, sondern sind schockierend und abstoßend.

Einige Sätze sind wahre Wortkunstwerke und urkomisch. Ob das so gewollt war, kann ich nicht beurteilen. Ich mag solche Dinge super gern, finde sie bei einem Krimi jedoch etwas unpassend. Ich habe zwar das komplette Hörbuch interessiert gehört, war auch über einige Vorkommnisse mehr als schockiert, aber begeistert hat mich das Ganze leider überhaupt nicht. Es ist ein Thriller für zwischendurch, aber keiner, der mich tief beeindruckt hätte. Die Gesellschaftskritik darin habe ich sehr wohl bemerkt, ist aber eher lächerlich in ihrer Extremheit.

Ach, es ist wirklich schade, aber für mich ist es ein mittelmäßiger Thriller. Weder schlecht noch toll. Daher drei Sterne.

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