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Veröffentlicht am 30.03.2026

Entführt

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Bei "Ungelöst - Die erste Zeugin" handelt es sich um den ersten Teil einer neuen Reihe des Bestseller-Autors Arno Strobel. So hat dann auch die Covergestaltung eine gewisse Ähnlichkeit zu vorherigen Thrillerreihen ...

Bei "Ungelöst - Die erste Zeugin" handelt es sich um den ersten Teil einer neuen Reihe des Bestseller-Autors Arno Strobel. So hat dann auch die Covergestaltung eine gewisse Ähnlichkeit zu vorherigen Thrillerreihen des Autors.

Der Münchener Hauptkommissar Ramin Brunner hat gerade erfahren, dass er zu einer Cold-Case-Einheit wechseln soll, zuvor wird er aber dann noch bei einem aktuellen Entführungsfall gebraucht. Es wird vermutet, dass der Psychiater Dr. Joachim Lichner seine frühere Lebensgefährtin entführt hat, da diese als vermisst gemeldet wurde. Luisa Menkhoff wurde als Fünfjährige ebenfalls von Lichner entführt, weshalb ihr mittlerweile verstorbener Vater als Kommissar alles daran gesetzt hatte, dass dieser eine angemessene Bestrafung erfährt. Nun hat Luisa ihr Medizinstudium abgeschlossen und meldet sich bei der Polizei, als sie erfährt, dass die Ex-Partnerin ihres Entführers verschwunden ist. Luisa hat ein extrem gutes Gedächtnis und kann sich noch detailgetreu an vieles von damals erinnern. Es kommt im weiteren Verlauf jedoch noch zu weiteren Entführungen.

Der Thriller weist, wie von Arno Strobel gewohnt, immer wieder überraschende Wendungen auf, sodass er lange spannend bleibt. Manches ist für meinen Geschmack aber etwas zu durchkonstruiert. Da es der erste Teil ist, werden nach und nach die künftigen Ermittelnden eingeführt. Die drei männlichen Polizisten, die das neue Team bilden, haben alle ihre Ecken und Kanten und sind mir bis jetzt sympathisch. Dass auch Luisa Menkhoff parallel zu ihrer Ausbildung zur Ärztin so stark in die Ermittlungen involviert wurde und wohl auch künftig einbezogen werden soll, erscheint mir dagegen nicht vollkommen realistisch.

Dem Schreibstil von Arno Strobel konnte man aber gut Folgen und er beschreibt die verschiedenen Szenen und Schauplätze auch sehr anschaulich. Der Sprecher des Hörbuchs trägt jedoch nochmal einen wesentlichen Teil dazu bei, dass man beim Zuhören von der Geschichte gefesselt wird und die Spannung immer weiter steigt. Dieser wurde sehr passend ausgewählt.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

(Nicht ganz) friedliche Ostertage in Neapel

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Das Cover dieses Neapel-Krimis fängt die süditalienische Atmosphäre der Hafenstadt sehr gut ein und versetzt einen direkt in die richtige Stimmung für die Lektüre.

Die Handlung spielt in der Osterwoche, ...

Das Cover dieses Neapel-Krimis fängt die süditalienische Atmosphäre der Hafenstadt sehr gut ein und versetzt einen direkt in die richtige Stimmung für die Lektüre.

Die Handlung spielt in der Osterwoche, sodass der Titel doppeldeutig und sehr passend gewählt ist. Commissario Gaetano verbringt die Feiertage eigentlich mit seinem Bruder, seiner schwangeren Nichte und deren Mann im Hinterland, wo die Familie ein kleines, wenig lukratives Weingut betreibt. Doch dann zieht es den Kommissar doch in die Stadt zurück, weil im Hafenbecken ein toter Mann angeschwemmt wurde und seine Kollegin Beppa Bellucci noch in der Ausbildung bei der Kriminalpolizei steckt.

Man merkt auf jeden Fall, dass der (deutsche) Autor längere Zeit in Neapel gelebt hat und sich in der Stadt auskennt und mit vielen Besonderheiten vertraut ist. Er schreibt sehr anschaulich und es findet sich eine Menge Lokalkolorit, sowohl was die Traditionen rund um Ostern, als auch was Kulinarisches oder beliebte Orte und auch die weniger schönen Seiten der Stadt angeht. Stellenweise finden sich auch kritisch-ironische Anmerkungen, die zum Schmunzeln anregen. Die beiden Ermittelnden sind sympathisch und menschlich. Commissario Gaetano hat einige Baustellen in seiner Familie zu bearbeiten und seine Kollegin Beppa Bellucci bringt frischen Wind in die Ermittlungen und ist dabei eine bodenständige einheimische Fischertochter, die teils auch von ihren Verwandten unterstützt wird, die ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge haben. Auf jeden Fall ein lesenswerter und nicht zu blutiger Krimi, durch seine Rahmenhandlung besonders jetzt in die Zeit um Ostern passend.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Eine angesehene Familie und ihre Abgründe

Eisnebel
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Die Covergestaltung dieses Buches passt sehr gut zum Schauplatz des Thrillers, einem abgelegenen, aber großzügigen Anwesen in einer bergigen, schneereichen Gegend in den USA.

Theodora soll im luxuriösen ...

Die Covergestaltung dieses Buches passt sehr gut zum Schauplatz des Thrillers, einem abgelegenen, aber großzügigen Anwesen in einer bergigen, schneereichen Gegend in den USA.

Theodora soll im luxuriösen Winterdomizil Idlewood die extrem Reiche Familie ihres Verlobten Connor kennenlernen. Diese begegnet ihr sehr reserviert, teilweise sogar regelrecht abweisend und sie erhält bald Drohnachrichten, dass sie lieber verschwinden und sich künftig von Connor fernhalten solle. Mehr und mehr hat sie zudem das Gefühl, schon einmal auf dem Anwesen gewesen zu sein. Vielleicht in ihrer Kindheit, da sie sich an die Jahre, bevor sie als Kleinkind adoptiert wurde, nicht mehr erinnern kann? Je besser sie die Familie und das Anwesen kennenlernt, desto mehr meint sie sich zu erinnern, gerät dadurch aber auch in Lebensgefahr.

Der Thriller war sehr fesselnd und wies immer wieder überraschende Wendungen auf, da man, genau wie Theodora, nie sicher sein konnte, was wahr ist und, wem man trauen kann. Der Schauplatz, das abgelegene Anwesen ohne Mobilfunknetz und tief eingeschneit ist der ideale Schauplatz für einen Thriller. Theodora als Protagonistin war mir sympathisch und auch die anderen Charaktere waren recht gut ausgestaltet. Der Schreibstil der Autorin war gut nachvollziehbar, Rückblicke in Form von Theodoras nach und nach wiederkehrenden Erinnerungen steigerten die Spannung. Das Hörbuch wurde in einem zur Stimmung passenden Tonfall eingesprochen und man konnte gut folgen.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Gefangen in einer toxischen Beziehung

Lost Girls − Breathing for the First Time
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Der neue Roman der Bestseller-Autorin spielt, wie so viele, in den USA und behandelt ein düsteres Thema, eine toxische Beziehung. Das soll wohl auch, das eher abstrakt gehaltene Cover mit seiner Farbgebung ...

Der neue Roman der Bestseller-Autorin spielt, wie so viele, in den USA und behandelt ein düsteres Thema, eine toxische Beziehung. Das soll wohl auch, das eher abstrakt gehaltene Cover mit seiner Farbgebung wiederspiegeln.

Die 21-jährige Darcy ist trotz ihres jungen Alters bereits unglücklich verheiratet mit einem erfolgreichen Footballstar, der aber ein absoluter Choleriker und Kontrollfreak ist. Sie will dem goldenen Gefängnis, in das sie von ihm gesteckt wird, unbedingt entkommen, was aber mit sehr vielen Hürden verbunden ist, da er sie überwacht und sie natürlich auch nicht über eigene finanzielle Mittel verfügt. Durch einen gescheiterten Fluchtversuch lernt sie den jungen Engländer Ellis kennen, der schnell versteht, was bei ihr los ist.

Der Autorin ist es sehr gut gelungen, zu verdeutlichen, wie quälend und aussichtslos es sein kann, wenn man in einer derart toxischen Beziehung ist. Nicht ganz überzeugt hat mich aber, warum Darcy überhaupt so jung geheiratet und sich so von ihrem Partner abhängig gemacht hat, irgendwie wurde für mich nicht deutlich, was sie damals so sehr an diesem Mann fasziniert haben könnte. Und auch, was das schwierige Entkommen aus dieser Ehe angeht, insbesondere, weil der Mann berühmt, ja sogar eine Art Nationalheld für manche ist, ist sicher vieles realistisch, ich glaube oder hoffe aber zumindest, dass auch die USA als Rechtsstaat einer Frau, die den Entschluss zur Trennung fest gefasst hat, doch ein paar wirksamere Unterstützungsmöglichkeiten bieten, zum Schutz vor weiterer Gewalt. Ich habe das Hörbuch gehört und die Sprecherin trägt alles in einem sehr pathetischen Tonfall vor, was einerseits natürlich zu der Thematik passt, mir zwischendurch aber auch mal etwas zu viel war. Folgen konnte man ihr aber gut, das Tempo war angenehm.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Untreue Pinguine?

The Penguin Paradox
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An diesem Roman für Young Adults hat mich gereizt, dass er auf einer Polarstation und damit an einem sehr interessanten Schauplatz spielt. Und auch die Forschung rund um die Pinguine klingt interessant, ...

An diesem Roman für Young Adults hat mich gereizt, dass er auf einer Polarstation und damit an einem sehr interessanten Schauplatz spielt. Und auch die Forschung rund um die Pinguine klingt interessant, auch wenn diese eher für die Rahmenhandlung eine Rolle spielt und keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse durch den Roman zu erwarten sind. Das Cover ist bunt und locker gestaltet, sodass es wohl eher ein jüngeres Publikum anspricht und einen amüsanten und gut lesbaren Roman für Herbst- und Wintertage verspricht.

Veterinärmedizinerin Emerie ist überglücklich: Sie darf überraschend an einer Forschungsreise in die Antarktis teilnehmen, weil der ursprünglich vorgesehene Wissenschaftler ausgefallen ist. Dort kann sie nun vor Ort weitere Erkenntnisse zu ihrer Forschungsarbeit zur Monogamie bei Pinguinen sammeln. Allerdings bereitet es ihr Bauchschmerzen, dass die Expedition von Beckett geleitet wird, von dem sie bisher nur negative Eindrücke gewonnen hat und auch auf der Polarstation fühlt sie sich in seiner Gegenwart zunächst einmal unwohl, bis sie ihn dann besser kennenlernt...

Mir hat die Geschichte gut gefallen. Sie war unterhaltsam und nicht zu anspruchsvoll, aber auch nicht platt. Die Haupt- und Nebenfiguren waren alle irgendwie liebenswert und die Rahmenhandlung mit dem Liebesleben der Pinguine hat auch gut dazu gepasst. Durch die Perspektivwechsel konnte man sich gut in die Protagonist:innen hineinversetzen. Was das Hörbuch angeht, empfand ich die die beiden Sprecher:innen als angenehm und zu den Personen und der Atmosphäre passend. Man konnte ihnen gut folgen.

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