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Veröffentlicht am 23.01.2026

Blick hinter die Kulissen von Reality TV

Was die Nacht nie vergisst
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Ich wollte dieses Buch vor allem wegen des Reality-TV-Settings lesen, denn wer mich kennt, weiß : diese Welt fasziniert mich einfach. Die glitzernden Inszenierungen ebenso wie die dunklen Seiten hinter ...

Ich wollte dieses Buch vor allem wegen des Reality-TV-Settings lesen, denn wer mich kennt, weiß : diese Welt fasziniert mich einfach. Die glitzernden Inszenierungen ebenso wie die dunklen Seiten hinter der Kamera. Serien, Filme, Shows - alles, was sich mit Medien und Öffentlichkeit beschäftigt, hat für mich seit jeher eine ganz besondere Anziehungskraft. Als ich dann gelesen habe, dass dieser Roman genau dort ansetzt, war klar: Das möchte ich lesen.

Und eines vorweg: Justine Pust schreibt atmosphärisch, bildreich und mit einem sehr klaren, eigenen Ton. Ihr Stil trägt mühelos durch die Seiten, und gerade die ersten Kapitel haben mich sofort abgeholt.

Das Setting der Reality-Show ist detailgetreu, realistisch und erschreckend glaubwürdig. Man spürt, dass hier viel Recherche und Herzblut hineingeflossen sind, besonders in die Darstellung der TV-Welt hinter den Kulissen.

Die Grundidee: Grandios! - Mona, die Protagonistin, ist eine starke, (zu Recht) wütende Figur. Ihr Antrieb ist nicht Ruhm oder Geld, sondern die Suche nach der Wahrheit. Ihre beste Freundin Fine ist nach der Teilnahme an einer Show nicht mehr dieselbe, und Mona will herausfinden, warum.

Was mich allerdings persönlich etwas auf Abstand gehalten hat, war die sehr direkte, von Beginn an präsente "Me-too"-Thematik. Die Botschaft selbst ist super wichtig, keine Frage, nur die Umsetzung geschah mir hier einen Tick zu frontal … sehr eindeutig und ohne Zwischentöne. Ich hätte mir hier mehr Subtilität, mehr Spannung im Aufbau, vielleicht einen kreativeren Weg in diese Thematik hinein gewünscht. Stattdessen wusste ich früh, wohin die Reise geht, und das hat für mich einen Teil der emotionalen Wucht genommen.

Der Suspense-Anteil hingegen ist stark. Düster, beklemmend, stellenweise kaum auszuhalten und voller Abgründe. Das Buch schreckt definitiv nicht davor zurück, sehr schwere Themen aufzuzeigen. Mein Ratschlag: Bitte beachtet unbedingt die Liste sensibler Inhalte im Anhang.

Die Liebesgeschichte konnte mich nicht 100%ig catchen, leider. Sie war da, hatte auch durchaus ihre Momente, aber das ganz große Gefühl, das Prickeln blieb für mich aus. Ich habe die Verbindung zwischen Mona und Samu eher verstanden als gefühlt - vielleicht weil ich von Anfang an hauptsächlich auf die Enthüllung der Hintergründe/den Suspense-Aspekt fokussiert war.

Was mir dafür wieder sehr gefallen hat:
❏ das realistische Show-Setting
❏ die finnischen Vibes und das bildreiche Szenario
❏ das wunderschöne Innencover mit den Steckbriefen
❏ die Themenvielfalt, die weit über Romance und Me too hinausgeht: Tierliebe/Tierschutz, freundschaftlicher Zusammenhalt, Umgang mit Verlust, Schuld, Frauenpower, …

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Interessanter NA-Roman der etwas anderen Art - dafür mit einer umso wichtigeren Message.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Spannend!

Never Safe - Wann wirst du sicher sein?
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Warum ich dieses Werk unbedingt lesen musste, obwohl Thriller eigentlich eher selten mein Fall sind: der mega catchy Klappentext.

Es ging Knall auf Fall los, bereits der Einstieg steckte voller Nervenkitzel, ...

Warum ich dieses Werk unbedingt lesen musste, obwohl Thriller eigentlich eher selten mein Fall sind: der mega catchy Klappentext.

Es ging Knall auf Fall los, bereits der Einstieg steckte voller Nervenkitzel, hat mich sofort gepackt. Rasant, eiskalt, grausam - und so intensiv, dass ich Gänsehaut hatte. (Lest dieses Buch lieber nicht mitten in der Nacht, ich spreche aus Erfahrung.)

Wir erleben in Rückblenden das unfassbare Verbrechen an Karas Patchwork-Familie:
Heiligabend. Ein maskierter Mann. Tote Eltern, tote Brüder. Die kleine Kara wird von ihrer Schwester Marlie auf dem gruseligen Dachboden versteckt … und überlebt, während sich ihre Welt jenseits des Dachbodens auf einem Schlag in das pure Grauen verwandelt. Marlie verschwindet spurlos, der Halbbruder wird verurteilt, und Kara bleibt mit einem Leben voller Schuld und Angst zurück.

Zwanzig Jahre später lebt sie mehr schlecht als recht - ein wandelndes Trauma zwischen Therapie, Alkohol und dem Versuch, irgendwie zu funktionieren. Als ein Reporter Kontakt zu ihr aufnimmt, weil sein Vater damals ihr Leben gerettet hatte (und dabei verstorben ist), beginnen die Schatten der Vergangenheit erneut nach ihr zu greifen. Und plötzlich ist klar: Die Wahrheit ist noch lange nicht begraben.

Was mich begeistert hat:
❏ der Thriller-Faktor ist durchgehend spürbar
❏ Atmosphäre: düster, bedrückend und unglaublich nervenaufreibend, exakt so wie es sich für dieses Genre gehört
❏ Plot: an sich clever und voller emotionaler Sprengkraft
❏ Ende: für mich überraschend, aber verdient - und wohltuend hoffnungsvoll

Was für mich nicht ganz rund war:
❏ die enorme Vielzahl an Perspektiven hat mich stellenweise aus der Geschichte herausgerissen
❏ einige Szenen wiederholen sich aus neuen Blickwinkeln, wodurch der Sog manchmal ins Stocken gerät
❏ zu Kara blieb für mich eine kleine Distanz bestehen

Nichtsdestotrotz: Die Idee, das Setting, die Spannung und die tragische Wucht dieser Geschichte haben mich beeindruckt. Trotz kleiner Logikschwächen und erzählerischer Unebenheiten würde ich jederzeit wieder zu einem Thriller von Lisa Jackson greifen.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein hochspannender Standalone-Thriller mit großem emotionalem Gewicht, düsterer Atmosphäre und einem Anfang, den man nicht vergisst. Definitiv fesselnd!

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Tolle Romanidee

Die Reise der verlorenen Worte
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Die tolle Grundidee dieses Romans hatte mich von Anfang an berührt. Eine junge Frau, die in einer Poststation arbeitet und sich jenen Briefen widmet, die als unzustellbar gelten - das ist ein Konzept, ...

Die tolle Grundidee dieses Romans hatte mich von Anfang an berührt. Eine junge Frau, die in einer Poststation arbeitet und sich jenen Briefen widmet, die als unzustellbar gelten - das ist ein Konzept, das mir (als passionierte Briefeschreiberin) einfach sofort ans Herz geht. Ich musste unweigerlich an einen meiner Lieblingsfilme denken ("Briefe an Julia") … und an eine Zeit, in der das Schreiben von Postkarten und Briefen ganz selbstverständlich zum Leben gehörten.

Janne nimmt ihre Aufgabe sehr ernst. Mit viel Feingefühl und Beharrlichkeit versucht sie, verlorenen Worten doch noch ihr Ziel zu ermöglichen. Dieser Gedanke, dass ein Brief ein ganzes Leben verändern kann, ist wunderschön und zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Besonders dieser Aspekt hat mich angesprochen und war für mich der größte Pluspunkt des Romans.

Die Geschichte bewegt sich ruhig zwischen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von Schuld, Zerwürfnissen und zweiten Chancen. Allerdings war mir der Erzählfluss stellenweise etwas zu langatmig, und die Wechsel zwischen den Zeitebenen wirkten auf mich gelegentlich abrupt. Insgesamt fehlte mir ein wenig die Spannung - nicht im Sinne von Action, sondern emotional.

Mit Janne als Hauptfigur bin ich leider nicht ganz warm geworden. Sie ist keineswegs unsympathisch angelegt, dennoch blieb für mich eine gewisse Distanz bestehen, sodass ich keine echte Nähe zu ihr aufbauen konnte. Vielleicht war es genau das, was dazu geführt hat, dass mich die Geschichte nicht so tief berührt hat, wie ich es mir aufgrund der großartigen Idee gewünscht hätte.

Nichtsdestotrotz ist "Die Reise der verlorenen Worte" ein nachdenklicher Roman mit einer sehr kreativen Grundidee und einem stimmungsvollen Cover.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Wer ruhige, unaufgeregte Geschichten mag, sich für Briefe, Schicksale und Zwischentöne interessiert und keine große Dramaturgie erwartet, wird hier sicherlich fündig. Für mich war es ein solides, angenehmes Leseerlebnis mit viel Potential.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Familie und Identität

Familia
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"Familie, das sind nicht nur Blutsbande oder in Dokumenten erfasste Verbindungen. Familie lebt nicht innerhalb der Parameter eines Stammbaums auf Papier mit Geburts- und Todesdaten. Es geht nicht so sehr ...

"Familie, das sind nicht nur Blutsbande oder in Dokumenten erfasste Verbindungen. Familie lebt nicht innerhalb der Parameter eines Stammbaums auf Papier mit Geburts- und Todesdaten. Es geht nicht so sehr darum, mit wem wir unsere DNA teilen, sondern darum, wem Teile unseres Herzens gehören."

Der Einstieg in die Story hat mich komplett erwischt - ein entführtes Baby. … das hat mir als Mama sofort das Herz zerrissen. Die Thematik dieses Familiendramas erinnerte mich ganz entfernt an die TV-Serie "Finding Carter", nur ruhiger, literarischer.

Ich hatte mit hauptsächlich zwei Sichtweisen gerechnet = den beiden Schwestern. Tatsächlich wurden es im Laufe der Handlung immer mehr. Vergangenheit ("an jenem Tag …") und Gegenwart wechseln sich ab, was anfangs spannend war, später aber etwas überladen wirkte. Dennoch: die poetisch dichte Sprache der Autorin hat mich abgeholt und ich wollte immer weiterlesen.

Cover: Ich liebe die Farbe! Zudem passt es perfekt zum kulturellen Hintergrund.

Schreibstil: Kurze Kapitel, schöner Flow, eher langsame Spannungskurve. - Kein Thriller, kaum Drama. Das kulturelle Setting Puerto Ricos fand ich wunderbar eingebunden, und auch das Cover spiegelt diese Kultur gut wider.

Die zentralen Themen sind Familie, Identität, kulturelle Wurzeln, Verlust, Versöhnung - und die Frage: "Wer bin ich?"

Gerade die Botschaft am Ende fand ich wunderschön: Familie ist nicht DNA, sondern das, was wir lieben.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ein ruhiger, kulturell reich gefärbter Roman, der aus zahlreichen Perspektiven erzählt wird (manchmal fast ein bisschen zu vielen, aber das fällt unter Geschmacksache) und eine tolle Kernmessage hat. Ideal für alle, die Geschichten über Familie(ngeheimnisse), Identität und zweite Chancen mögen.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Nicht so herbstlich wie erhofft, aber unterhaltsam

Honeybridge. All Mine
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Isabella Tucci, 33 Jahre jung, wagt nach einer schmerzhaften Scheidung einen Neuanfang im idyllischen Honeybridge und erfüllt sich mit ihrem eigenen Restaurant "Tutto Mio" ("All Mine" - eine wundervolle ...

Isabella Tucci, 33 Jahre jung, wagt nach einer schmerzhaften Scheidung einen Neuanfang im idyllischen Honeybridge und erfüllt sich mit ihrem eigenen Restaurant "Tutto Mio" ("All Mine" - eine wundervolle Verbindung zum Buchtitel!) einen Herzenswunsch. Lange hatte sie in ihrer Ehe zurückgesteckt - nur, um von Daniel betrogen zu werden.

"Tief enttäuscht und gedemütigt hatte sie begriffen, dass ihre Ehe äußerst klischeehaft enden würde. Eine Ehefrau, die im Handy ihres Mannes auf den Beweis für seine Untreue stieß."

Autsch. Für einen Neustart, wie Isabella ihn wagt, braucht es jede Menge Mut. Ihre innere Stärke und die Art, wie sie nach ihrer Trennung versucht, sich ein neues Leben aufzubauen, fand ich beeindruckend. Sie hakt ihre Ehe nicht einfach ab, sondern denkt insbesondere zu Beginn noch hin und wieder an die guten Momente - was absolut menschlich ist und sie für mich als Figur sehr greifbar machte.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Isabella und Etienne. Ihre Annäherung ist authentisch gestaltet worden - direkt beim ersten Anblick seiner umwerfenden neuen Nachbarin ist Etiennes Interesse geweckt, hehe.

Was für mich ein bisschen schwach war: Die Herbststimmung, die das Cover so wunderschön vermittelt, hätte ich mir auch inhaltlich noch atmosphärischer gewünscht. Nach dem traumhaften Herbstzauber im kürzlich von mir gelesenen "When I Fall for You" (= absolutes Herzensbuch!) bin ich diesbezüglich wohl etwas verwöhnt. Auch die Nebenhandlung rund um die Brandanschläge hätte ich nicht wirklich gebraucht, aber sei's drum, diesen Aspekt verbuche ich unter 'Geschmackssache'.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Nett war’s. Alles in allem ist "Honeybridge - All Mine" ein gemütlicher Romance-Read, wenn ihr Lust auf eine leichte Story mit Smalltown-Vibes und etwas Spice habt. Kein Highlight für mich persönlich, aber definitiv ein Buch, mit dem man schöne Lesestunden verbringen kann.

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