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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2026

Etwas Neues soll Erleichterung bringen

Triebwasser
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Nämlich das Walchenseekraftwerk, mit dem die Elektrizität auch im hintersten Winkel des Landes Einzug halten soll. Nach dem Großen Krieg, von uns heute als Erster Weltkrieg bezeichnet, wurde damit losgelegt, ...

Nämlich das Walchenseekraftwerk, mit dem die Elektrizität auch im hintersten Winkel des Landes Einzug halten soll. Nach dem Großen Krieg, von uns heute als Erster Weltkrieg bezeichnet, wurde damit losgelegt, 1924 wurde es fertiggestellt.

Das Thema interessiert mich sehr, doch ist mir die Handlung, sind mir die Charaktere zu wenig greif- bzw. fassbar. So sehr ich mich bemühte, in die Geschehnisse einzutauchen: es sollte einfach nicht sein.

Das Problem? Vielleicht zu wenige Seiten für zu viel Mitzuteilendes - aus meiner Sicht hörte die Handlung oft wieder auf, nachdem sie gerade erst angefangen hatte.

Veröffentlicht am 29.12.2025

Wenn es dort so war/ist, will ich da nicht hin!

Adama
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Nämlich in das gelobte Land - nach Israel. Wenn es schon in früheren Zeiten so brutal war, wie hier geschildert: das Menschen, die im Kibbuz gemeinsam aufgewachsen sind, zu Feinden werden, ohne ...

Nämlich in das gelobte Land - nach Israel. Wenn es schon in früheren Zeiten so brutal war, wie hier geschildert: das Menschen, die im Kibbuz gemeinsam aufgewachsen sind, zu Feinden werden, ohne dass klar ist, warum?

Die nicht nach Hause - denn das sollte das Kibbuz für sie sein - zurückkehren können, ohne höchste Wachsamkeit walten zu lassen?

Ich nehme diese Gesellschaft, die in der Gemeinschaft lebt, als eine sehr brutale wahr. Ohne Zweifel, der Autor schreibt eindringlich, aber ein bisschen kommt mir das wie ein Western vor: eine Gegend, in der man nie entspannen kann, da man immer befürchten muss, dass es jemanden gibt, von dem man gerade bedroht wird. Warum auch immer.

Keine Frage, es wird Leser:innen geben, die hiervon fasziniert, ja gebannt sein werden, ich jedoch gehöre definitiv nicht dazu. Ein wahres Hauen und Stechen, aus dem man die eigentliche, sehr interessante Handlung erst einmal herauslösen muss!

Veröffentlicht am 19.11.2025

Eine Geschichte mit Aufs und Abs

Café Finito
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Und zwar in vielerlei Hinsicht: sowohl, was die Geschichte betrifft, aber auch in bezug auf die Erzählqualität. Ersteres ist kein Wunder, denn der hauptsächliche Schauplatz ist der sicher vielen bekannte ...

Und zwar in vielerlei Hinsicht: sowohl, was die Geschichte betrifft, aber auch in bezug auf die Erzählqualität. Ersteres ist kein Wunder, denn der hauptsächliche Schauplatz ist der sicher vielen bekannte Dorotheenstädtische Friedhof in Berlin-Mitte, der sowohl aktuell, als auch in DDR-Zeiten und lange davor die Gräber vieler Berühmtheiten beherbergte. Aber auch ganz normaler Menschen.

Hier erleben wir einen Mix beider Seiten, denn wir lernen sowohl die für den Friedhof zuständigen (fiktiven) Charaktere kennen als auch eine ebenfalls fiktive Trauergruppe ganz normaler Menschen, die von Kristof, Totengräber und gute Seele des Friedhofs, die sich in dem zu meinem Leidwesen ebenfalls fiktiven titelgebenden Café Finito versammelt.

Hier treffen in jeder Hinsicht völlig unterschiedliche Menschen aufeinander, die eines gemeinsam haben: sie trauern. Die meisten, aber nicht alle, trauern um Menschen, deren Gräber sich auf dem "Doro" befinden und da sie so unterschiedlich sind, knallt es manchmal zwischen ihnen, ebenso wie zwischen dem Personal, das neben Kristof (der sehr friedlich ist), aus vollkommen verschiedenen Zwillingsschwestern mit den passenden Namen Dorothee und Dorothea besteht .

Insgesamt eine sehr interessante Dynamik, die jedoch zeitweise ins Übersinnliche abgleitet, was mir deutlich zu viel war. Wie auch das Gewusel in der Schlussszene, dass meine Bewertung um mindestens einen Stern nach unten gedrückt hat.

Dennoch kann ich dieses Buch empfehlen, vor allem Internationalisten, die sich für Trauer- und Beerdigungsrituale fremder Länder interessieren. Nicht unbedingt jedoch für Leser, die wie ich selbst sehr angetan von einem früheren Roman der Autorin Sybil Volks, nämlich Torstraße 1, waren. Es kann Ihnen gefallen, muss aber nicht, denn dies ist etwas völlig anderes!

Veröffentlicht am 17.11.2025

Wie kann ich zu mir selbst zurückkehren?

Mich selbst nicht gesucht und dabei gefunden - Vorwort von Melanie Pignitter
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Ob das Raphael gelingt? Zu Beginn des Buchs sieht es nicht so aus, weil er so ziemlich am Ende ist. Frau weg, das gesamte Firmenkonto geplündert (nicht von der Frau) - schlimmer geht es fast gar nicht ...

Ob das Raphael gelingt? Zu Beginn des Buchs sieht es nicht so aus, weil er so ziemlich am Ende ist. Frau weg, das gesamte Firmenkonto geplündert (nicht von der Frau) - schlimmer geht es fast gar nicht mehr!

Aber seine Frau Klara hat ihm etwas hinterlassen, wenn auch ungewollt: ein Büchlein mit verschiedenen Adressen, die Raphael alle kontaktiert und 13 Menschen kennenlernt, von denen jeder einzelne ihm etwas gibt. Etwas, von dem er gar nicht wusste, dass er es brauchte.

Vielleicht brauchen es auch andere Leser dieses Buches, zumindest teilweise. Ich selbst wohl eher nicht, auch wenn so einiges spannend oder berührend zu sein scheint. Auch wenn dies das Ziel des Buches ist: nicht nur Raphael Anregungen zu positiven Veränderungen seines Ichs zu geben.

Veröffentlicht am 09.11.2025

Fiktiver Einblick in das Leben einer sehr besonderen Frau

Prinzessin Alice
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Aus meiner Sicht ist Prinzessin Alice von Battenberg, spätere Königin von Griechenland, eine außerordentlich interessante historische Figur - leider eine ausgesprochen tragische! Und zwar bereits von Geburt ...

Aus meiner Sicht ist Prinzessin Alice von Battenberg, spätere Königin von Griechenland, eine außerordentlich interessante historische Figur - leider eine ausgesprochen tragische! Und zwar bereits von Geburt an, kam sie doch bereits gehörlos zur Welt.

Quasi als Ausgleich wurde ihr (aus damaliger Sicht) ungeheure Schönheit geschenkt, aufgrund derer sie viele Männer begehrten und ebenso viele Frauen beneideten.

Was aber wahrscheinlich für die meisten Leser am interessantesten ist: sie war die Mutter von Prinz Philipp, dem langjährigen Ehemann der britischen Queen Elizabeth.

Für mich persönlich jedoch ist deutlich bemerkenswerter, dass sie in in Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt wird, da es ihr während des Zweiten Weltkriegs gelang, einige Juden in ihrer damaligen recht ärmlichen Bleibe in Athen zu verstecken und damit zu retten, was allerdings Jahre nach dem hier geschilderten Lebensabschnitt von Alice geschah.

Dieser faszinierenden Person, einer Mutter von fünf Kindern, deren Mann, der griechische Prinz Andreas, sie bereits vor der Volljährigkeit der jüngsten Kinder verlies, widmet Autorin Irene Dische nun ihren neuen Roman.

Hier wird Alice, die viele Jahre lang als wunderlich oder gar schizophren galt, als leidende, gleichwohl den meisten Menschen geistig weit überlegene Person dargestellt, die nach der Abkehr ihres Gatten mittellos mit den Kindern klarkommen muss und einen ganz eigenen Weg geht. Einen, der einigen ihrer Kinder durchaus peinlich ist. Wir begleiten Alice in eine Klinik und auch wieder dort hinaus, treffen sie in Paris zunächst als mittellose Mutter, dann als von den meisten, auch von ihren Töchtern verstoßene Person, die auf die Unterstützung zweier Schwägerinnen, Mary und Edwina angewiesen ist, mit denen sie es auch nicht gerade leicht hat.

Ich glaube, wenn ich nicht schon vor Jahren eine umfangreiche Biographie über Alice gelesen hätte, wäre ich hier vollkommen verloren, wobei ich nicht weiß, ob das besser oder schlechter wäre. Denn so war ich der mehrfachen eleganten Volten der Autorin gegenüber doch sehr misstrauisch und habe überlegt, ob das nun Fiktion ist oder einen wahren Kern hat.

Ein Roman, der keine leichte Kost ist, aber durchaus lesenswert für Rezipient:innen, die auch mal gerne fiktive Werke über reale Persönlichkeiten lesen!