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Veröffentlicht am 10.05.2026

So geht Jugendthriller

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Während alle bei Katie Kento schon über ihren nächsten Bestseller sprechen, habe ich dann jetzt endlich auch mal ins „Hotel Ambrosia“ eingecheckt. Auch wenn Jugendbücher inzwischen eine extreme Seltenheit ...

Während alle bei Katie Kento schon über ihren nächsten Bestseller sprechen, habe ich dann jetzt endlich auch mal ins „Hotel Ambrosia“ eingecheckt. Auch wenn Jugendbücher inzwischen eine extreme Seltenheit sind, dass ich da noch zugreife, so muss ich doch vielen anderen aus der Buchbubble zustimmen, dass gerade Thriller im Jugendbereich sich nicht verstecken müssen. Sie sind nicht harmlos, nein, da gibt es für die beteiligten Figuren viel zu verlieren, auch ihr Leben. Dementsprechend stellt sich für mich bei Jugendthrillern immer die Frage, kommt die Situation der Jugendlichen rüber, fühlt es sich angemessen an und kann es so spannend wie jeder andere Thriller auch erzählt werden?

Holly Jackson hat sich in dem Feld schon lange bewiesen, aber auch die deutsche Autorin Katie Kento scheint sich ihren Platz zu erobern und da wollte ich doch gerne mal selbst reinschauen. Ich hatte das Hörbuch mit der Stimme von Pia Rhone-Saxe, die auf jüngere Rollen wirklich gut passt und sie hat für mich die an ihre Wohnung gefesselte Robyn echt gut verkörpert. Vor allem ist es ihr auch gelungen, die verschiedenen emotionale Zustände der Lektüre abzubilden. Es gab die sehr erzählenden Elemente, es gab die erschöpften, es gab die spannenden und noch so viel mehr. Rhone-Saxe hat es für mich eindeutig geschafft, es wie ein Hörspiel rüberzubringen.

Ich musste bei der Prämisse des Buchs schon daran denken, dass man einzelne Elemente durchaus aus dem Genre schon kennt. In den erwachsenen Thrillern sind es dann vielleicht nicht Krankheiten, die die Figur ans Haus fesseln, da sind es vielleicht Traumata, aber das Konzept, das man aufmerksam alles sieht, kombiniert und auch ein bisschen rumspinnt, aber dann hilflos ist, wenn tatsächlich was passiert ist, ja, das kenne ich schon. Aber dennoch fand ich „Hotel Ambrosia“ durchgängig neu. Eben weil es wirklich immer wie ein Jugendthriller war. Robyn kam genau als die rüber, die sie sein sollte. Sie hatte sehr kindliche Momente, in denen man gemerkt hat, sie hat außerhalb noch nicht viel erleben können und dann war sie aber genau so eine typische Jugendliche, die die Welt umfassen will und zu klug ist für das, was sie da erlebt.

Ich fand auch die Kombination mit A.J. sehr gelungen. Auch wenn wir seine Perspektive nicht erhalten, aber wir haben ihn genauso gut kennenlernen dürfen. Robyn war der Kopf, A.J. ihre Beine und nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sich die beiden immer besser ergänzt. Ich fand es auch okay, dass Robyn durchaus mal etwas anders über A.J. nachdenkt und trotzdem war es nie eine Liebesgeschichte, die irgendetwas in den Hintergrund denkt. Nein, wir haben eine komplexe Beziehung aufgebaut bekommen, die in der ungewissen Zukunft nach Ende wie auch immer sich entwickeln könnte, aber für das Geschehen selbst war sie genau richtig.

Ich muss auch definitiv sagen, dass ich von vielem sehr überrascht wurde. Das Hotel Ambrosia hatte so viel zu bieten, so viel Verrücktes, so viel bitter ernstes. Auch wenn immer genug Hinweise durch die Autorin gegeben wurden, aber die Perspektive über Robyn hat vieles verengt und das war genial, weil man so als Leserschaft sich nicht ausmalen konnte, was ist möglich, wo kann es hingehen? Das Buch hat dementsprechend auch einen guten Spannungsaufbau. Wir haben es mal aufbauend, dann wieder abflauend, aber noch wichtiger war, dass die Spannungshöhepunkte sich in sich nochmal gesteigert haben. So war das Ende wirklich die Krone des Ganzen. Ich bin jetzt sehr gespannt, ob „Missing Page“ den überaus positiven Eindruck bestätigen kann.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Mit langsamen Tempo zu tiefen Emotionen

Wild Side
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Elsie Silver-Bücher sind ein Must-Read und trotzdem gab es bei der neuen Rose Hill-Reihe von ihr noch nicht DEN Band, der alles weghaut. Aber weil ich eben alles lese, war das nicht so entscheidend, dennoch ...

Elsie Silver-Bücher sind ein Must-Read und trotzdem gab es bei der neuen Rose Hill-Reihe von ihr noch nicht DEN Band, der alles weghaut. Aber weil ich eben alles lese, war das nicht so entscheidend, dennoch bin ich froh, dass „Wild Side“ das nun jetzt offiziell nachgeholt, die Reihe hat damit ihren Peak erreicht.

Wir haben im zweiten Band schon einiges zu der gemeinsamen Geschichte von Tabitha und Rhys angedeutet bekommen. Auf einmal war ihre Schwester tot und die beiden verliebt. Das waren natürlich Ausrufezeichen, die ich unbedingt näher ergründet sehen wollte. Wie bislang die ganze Reihe habe ich auch wieder das Hörbuch gehabt. Natalie Mukherjee und Alexander Kalff waren für mich beide neue Hörbuchstimmen. Ihre Stimmlage war jetzt nicht unbedingt etwas, was mir sofort geschmeidig ins Ohr ging, aber es war reine Gewöhnungssache. Kalff dagegen passte sofort auf den verschlossenen Rhys und am Ende waren eh beide ideal die beiden Charaktere, dafür hatte ich dann auch schon genug Stunden mit ihnen verbracht.

Das Buch ist für mich ideal losgegangen, denn schon der Prolog hat wunderbar zur späteren Geschichte gepasst. Es war eine Schicksalsbegegnung und auch wenn da noch keine offensichtlichen Funken gesprüht sind, aber es war sofort ein Interesse füreinander da. Nach dem Zeitsprung ist dann die Stimmung erstmal anders, denn das Schicksal hat zugeschlagen und Rhys und Tabitha könnten jeweils nicht schlechter übereinander denken. Ich war dennoch überrascht, dass wir nicht übertrieben schnell zu den Ereignissen aus dem zweiten Band aufgeschlossen haben. Aber das hat das Buch auch besser gemacht. Silver hat inzwischen einen Stil gefunden, bei dem sie sich Zeit nehmen kann, um in die Tiefe zu gehen. Hier hat sich das formidabel ausgespielt, denn nachdem sie beide erstmal schlecht übereinander denken, braucht es Zeit und viele Ereignisse, um Vertrauen zu schaffen. Da passt es dann auch toll, dass die Reihe weiter auf die Kinder sitzt, denn beide haben eins gemeinsam: die tiefe Liebe für Milo und über ihn sind sie sich immer nähergekommen.

Tabby ist im Grunde nicht der Sonnenschein der Reihe, später wird sie von der ikonischen Doris als ehemaliger Emo bezeichnet, und das merkt man schon. Sie hat eher eine pessimistische Sicht auf die Dinge, sie schottet vieles lieber ab und gleichzeitig ist sie aber ein Familienmensch durch und durch und tut alles für die, die sie liebt. Aufgrund ihrer Art war sie natürlich bestens dafür aufgelegt, Rhys zu ärgern und zu provozieren. Er wiederum hat aus nachvollziehbaren Gründen ein riesiges Mysterium um sich herum. Niemand weiß etwas über ihn. Er ist vielleicht nicht so pessimistisch, aber er hat auch wenig Vertrauen und das ist die Ausgangslage, sodass es zu einigen echt tollen Szenen kommt, weil aus den Schikanen irgendwann schnell etwas mehr spricht. Gleichzeitig hat man gut gemerkt, wie die beiden sich durcheinander aber auch verändern und dann wiederum anderen Anschluss in ihren jeweiligen Freundesgruppen finden.

Die frühe Hochzeit ist ein Trope, den ich eigentlich immer gerne lese und das ist hier nicht anders. Es war schön, wie intensiv die Szenen wurden, denn durch den längeren Vorlauf wirkt es nicht überhastet, nein stattdessen sind die Gefühle schon an Bord und es war wie eine echte Hochzeit. Auch wenn noch viel Ballast dabei ist, aber der Moment vor dem Ja-Wort war unfassbar echt und berührend durch die Hörbuchstimmen rübergebracht. Danach geht es immer noch langsam voran und ich war so dankbar. Silvers intime Szenen sind nicht so unbedingt meins, das hat sich noch durch kein Buch geändert, aber hier steht es ebenfalls nicht im Vordergrund, denn es wird wirklich etwas aufgebaut, sodass es sich dann genau richtig entlädt. Ich fand auch Rhys‘ Geheimnis mit dem Wrestling ganz toll, weil es einen anderen Schwerpunkt für die Autorin liefert. Ich habe schon eine Serie dazu gesehen, Heels. Auch wenn es nicht meins ist und werden wird, aber die Leidenschaft, die man dafür haben kann, das kam rüber und ich war bei allen Nebengeschichten voll drin.

Fazit: „Wild Side“ ist für mich das bisherige Highlight der Rose Hill-Reihe. Tabitha und Rhys sind beide nicht auf Anhieb die klassischen Sympathisanten, aber genau das ist auch ideal, sie zu Überraschungsgewinnern zu machen. Das ist hier gelungen, denn die Geschichte hat ein tolles Tempo, sodass sich alles nachvollziehbar und zutiefst berührend aufbauen konnte.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Empfehlenswert zur Advents- und Weihnachtszeit

Sallys Weihnachtsbäckerei
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Auch wenn ich wahrlich nicht oft in der Koch- und Backwelt in Social Media unterwegs bin, so war mir Sally Özcan schon vor ihrer Teilnahme bei „Let’s Dance“ ein Begriff und der sympathische Eindruck aus ...

Auch wenn ich wahrlich nicht oft in der Koch- und Backwelt in Social Media unterwegs bin, so war mir Sally Özcan schon vor ihrer Teilnahme bei „Let’s Dance“ ein Begriff und der sympathische Eindruck aus ihren Videos hat sich dann bei ihrem Tanzausflug auf jeden Fall bestätigt. Dementsprechend war ich bei „Sallys Weihnachtsbäckerei“ sofort neugierig. Auch wenn es schwer ist, diesen Bereich neu zu erfinden, so bin ich doch immer überrascht, dass es doch immer noch was Neues zu entdecken gibt und so war ich neugierig, was wohl Sally für uns parat hat.

Ich finde den Aufbau des Buchs zunächst mal gelungen. Man merkt deutlich, dass sich das Backbuch an ein bereits Publikum richtet, denn es gibt zunächst ein 1×1 des Plätzchenbackens. Das war für mich nicht relevant, aber ich kann mir vorstellen, dass es gerade für Anfänger angenehm ist, so eine praktische Übersicht an Tipps und Tricks zu haben. Nach Grundrezept für Mürbeteig und Baiser geht es dann an die eigentlichen Rezepte. Auch hier ist die beabsichtigte inhaltliche Breite zu erkennen, denn es gibt viele Klassiker, genauso wie eher selten zu findende Rezepte. Dazu gibt es eine Einteilung in Ausstechplätzchen, Plätzchen ohne Ausstechen und zuletzt dann Gebäck, abseits von Plätzchen also Rezepte, die weihnachtlichen Hauch verströmen.

Die optische Gestaltung hat mir gut gefallen. Die Bilder geben einen guten Eindruck des Gebäcks, mit einer guten Inszenierung wird auch jeweils Atmosphäre ausgestrahlt. Vorab sind kleine Icons vorgestellt worden, die sich in jedem Rezept finden lassen. Sie sind auch selbsterklärend, weil es um Backzeit, Ofentemperatur, Stückzahl etc. geht. Aber es ist gut, das so optisch so kompakt gleich erfassen zu können. Auch wenn ich bei den von mir ausprobierten Plätzchen nicht überfordert wurde, so fällt auch hier auf, dass Zwischenschritte nicht fotografiert sind. Das finde ich aber echt nicht schlecht, weil es zwischendurch einem das Gefühl geben kann, auf dem richtigen Weg zu sein. Bei simplen Gebäcken ist das nicht nötig, aber der Schwierigkeitsgrad ist natürlich unterschiedlich.

Ich habe zwei Rezepte ausprobiert, die ich so oder so ähnlich kannte. Das waren zum einen die Zimtsterne und zum anderen Haferflockenplätzchen. Bei Letzterem war das Rezept schon deutlich unterschiedlich, vor allem dann mit der Schokoladen-Tunke. Ich habe es gerne mal ausprobiert und würde sogar behaupten, dass ich vielleicht für immer umsteigen würde, weil mir Sallys Rezept toll gefallen hat und gerade die Mischung aus feinen und kernigen Haferflocken gut etwas für die Textur tun. Bei Zimtstern-Rezepten habe ich oft schon Ärger gehabt, weil ich immer noch so viel gemahlene Nüsse zugeben musste, dass die ursprüngliche Angabe weit überschritten wurde. Hier haben die Angaben aber wunderbar gepasst. Der Mandellikör war ein nettes Gimmick, was vielleicht ebenfalls geholfen hat, aber ich war sehr begeistert, dass es mich diesmal keine Nerven gekostet hat.

Neu habe ich Lemon Curd Plätzchen kennengelernt. Ich kenne diesen speziellen Aufstrich eigentlich nur mit Scones, aber es ist auch für Plätzchen eine tolle Idee und auch optisch haben sie mir sehr gefallen. Das wird definitiv auf meiner dauerhaften Liste bleiben. Mit Mohn habe ich in der Weihnachtsbäckerei noch nie gearbeitet, das war also auch ein interessanter Input. Zudem ist es die helle Variante der sehr beliebten Crinkle-Cookies. Ich bin hier mit dem Mohn etwas abgewichen, weil ich keinen gemahlenen genommen habe, weil ich noch Mohn Fix offen hatte. Das hat aber auch wunderbar funktioniert und durch die sonstige Zitronennote war auch ein tolles Gegengewicht hergestellt. Eine tolle Ergänzung zu den Crinkle-Cookies, wenn hier der Effekt bei der hellen Variante mit dem Puderzucker nicht ganz so toll funktioniert. Dafür kann aber das Rezept nichts.

Beim Gebäck habe ich auch noch zwei Sachen ausprobiert. Das wäre zum einen die Giotto Biskuitrolle. Mit dem Pflaumenmus wurde eine tolle Füllung für die Biskuitrolle gefunden und die Creme mit Giotto hat ein schönes geschmackliches Gegengewicht gegeben. Ein absoluter Geheimtipp für die Kaffeetafel. Abschließend habe ich noch die Schneebälle ausprobiert. Durch eine Hochzeit in der Familie war noch einiges an Biskuitteig eingefroren. Ich hatte schon die klassische Schoko-Variante gemacht, aber auch die Schneebälle hier sind absolut zu empfehlen. Sie sehen gerade zu Weihnachten toll aus, sind aber wegen Kokos sicherlich auch für den Sommer nicht schlecht. Insgesamt sieht man, dass ich bei allen Rezepten sehr mit der Zutatenauswahl und dann auch den Beschreibungen zufrieden war. Es hat alles geklappt und geschmacklich war es auch das, was ich mir erhofft hatte.

Fazit: „Sallys Weihnachtsbäckerei“ ist absolut zu empfehlen, sowohl für Anfänger (weil viele Tricks und Klassiker), als auch für erfahrene Bäcker, die noch Neues entdecken können. Die Aufmachung ist optisch top und atmosphärisch und alles von mir Ausprobierte ist empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Endlich emotional mittendrin

The Darlington - Ethan & Grace
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Als die Darlington-Reihe von Laura Kneidl angekündigt wurde, da war ich schon sehr aufgeregt. Der Auftakt rund um Kate und Henry hat mich aber nicht vollends überzeugen können. Ich war aber optimistisch, ...

Als die Darlington-Reihe von Laura Kneidl angekündigt wurde, da war ich schon sehr aufgeregt. Der Auftakt rund um Kate und Henry hat mich aber nicht vollends überzeugen können. Ich war aber optimistisch, weil wir schon viel von Grace und Ethan angeboten bekommen haben und das versprach auf jeden Fall viel Chemie.

Ich kann auf jeden Fall bestätigen, dass ich mit dem zweiten Band richtig in der Reihe angekommen bin. Hier haben die einzelnen Teile für mich echt wunderbar zusammengepasst und ich hatte auch am Ende nicht das Gefühl, dass wir mittendrin aufhören, sondern dass für Grace und Ethan ein angenehmer Punkt gefunden wurde, wo ich damit leben kann, dass sie in Band 3 dann nur noch Nebenfiguren sein würden. Ethan und Grace haben mir zusammen auch so extrem gut gefallen, dass es Rose und Logan schon sehr schwer haben werden, das nochmal zu toppen, aber ich bin auch weiterhin optimistisch, denn nach diesem Inhalt kann man sich für die beiden ein bisschen was denken. Ich bin gespannt, ob sich da Vermutungen bestätigen werden und das ist doch ideal, um die Wartezeit bis zum Abschlussband zu überbrücken.

Es war zu Beginn schon ein echter Schock zu erfahren, was da bei dem Cliffhanger von Band 1 passiert ist. Es war aber ein sehr cleverer Aufhänger für die ganze Entwicklung. Denn so haben wir eine mitreißende Liebesgeschichte, wir haben die Fortsetzung der Ermittlungen und des Prozesses gegen Darlington-Vater Richard und wir haben auch das Rätsel, wer hinter dem Autounfall mit Fahrerflucht steckt. Alle drei für sich haben funktioniert, aber Kneidl hat es auch geschafft, alles gut ineinander zu verweben. Ich bin oft etwas skeptisch, wenn die Liebesgeschichte die vernünftigeren Gedanken ausklammert, aber hier wurde offensiv damit umgegangen, dass Grace auch wollte, dass sie mal nichts fühlen muss, dementsprechend fand ich die Abwechslung aus Loslassen und akribisch Ermitteln gelungen. Ich bleibe an der Stelle gleich mal bei der Fahrerflucht. Ich muss sagen, dass ich auf eine völlig falsche Fährte geraten bin, weswegen die finale Lösung für mich überraschend kam. Ich gehe aber davon aus, dass andere die Puzzleteile besser zusammensetzen konnte, denn als ich es einmal wusste, war alles schon sehr offensichtlich. Aber da ich mich verrannt habe, kann ich es der Autorin kaum vorwerfen, will ich auch gar nicht, denn selbst wenn es im Nachhinein offensichtlich war, aber es war auch logisch und offensichtlich und logisch bedingt sich nicht gegenseitig, wie andere Bücher beweisen.

Die Liebesgeschichte wiederum lebt von einer tollen Chemie. Die Wortgefechte aus Band 1 hatten schon Lust gemacht und dann gleich mit der ersten Szene, die eine ganz andere Nuance hatte, da war ich einfach hin und weg. Ich mochte jeden einzelnen Moment, ich mochte die Mischung aus Provokation, Innigkeit, Vertrauen, Wildheit und Spannung. Ich mochte vor allem sehr, dass nichts erzwungen wurde, um die beiden kurzfristig zu trennen. Es gab Momente, in denen ich dachte, jetzt passiert es und es wird so künstlich aufgezogen wie bei Kate und Henry, aber zum Glück, vielleicht passten Grace und Ethan einfach besser bei Kneidl. Ich finde es toll, weil ich so regelrecht durchs Buch geflogen bin. Auch individuell muss ich sagen, dass alles richtig gemacht wurde. Graces Familiengeschichte wurde nachvollziehbar angepackt. Umgekehrt war Ethans Kampf gegen sich aber nochmal deutlich einnehmender. Seine Beziehung zu seiner Mutter, die Annäherung an Logan, alles top.

Zuletzt haben wir dann noch die Darlington-Geschichte allgemein. Da gab es auch nochmal Überraschungen, aber es war auch wichtig, mehr zu Richard zu erfahren, wie Lisas Denken funktioniert. Auch der Blackroom bleibt noch spannend. Es wurde also was vorangebracht, aber es bleibt noch genug für Band 3 übrig.

Fazit: „The Darlington – Ethan & Grace“ hat mich jetzt mitten rein in die Reihe katapultiert. Die Liebesgeschichte war großartig, aber auch die anderen Bestandteile haben wunderbar zusammengepasst. So habe ich eine Geschichte mit Spannung, Mitfiebern, Mitleiden und Miträtseln bekommen. Es war nicht perfekt, aber perfekt genug.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Als Hörbuch ein echtes Erlebnis

The Pumpkin Spice Latte Disaster (Lower Whilby 1)
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Ich kann mich noch an die Anfangszeiten mit Kyra Groh erinnern. Da war sie bei Forever noch eine kleine Nummer, aber ich fand die Titel immer schon super lustig und genauso ließen sich dann auch die Bücher ...

Ich kann mich noch an die Anfangszeiten mit Kyra Groh erinnern. Da war sie bei Forever noch eine kleine Nummer, aber ich fand die Titel immer schon super lustig und genauso ließen sich dann auch die Bücher sowie ihre Social Media-Beiträgen lesen. Einfach eine Autorin, mit der man sofort gerne befreundet wäre, weil kein Auge trocken bleibt vor Lachen. Deswegen ist es auch so genial, dass sie inzwischen richtig durch die Decke gegangen ist. Auch wenn ich nicht alles von ihr lesen konnte, zumal sie schreibt wie am Fließband, aber bei dem Auftakt ihrer neuesten Reihe, „The Pumpkin Spice Latte Disaster“, war ich jetzt gerne dabei.

Ich habe den Auftakt als Hörbuch gehabt und ich muss einfach sagen, wer gerne auch mal hört, dem kann ich nur allerwärmstens ans Herz legen, es hier auch mit der Hörbuch-Version zu probieren, denn diese ist ein echtes Erlebnis! Sarah Dorsel und Leonard Hohm habe ich beide das erste Mal gehört und ich kann nur sagen, immer gerne wieder. Dorsel war auf die ganze Art von Jude herrlich besetzt, weil sie das Schlagfertige, das Sprüchefeuerwerk und alles damit Verbundene spritzig-locker rübergebracht. Für mich die aber noch größere Entdeckung war Hohm als James. Da gab es so viele Szenen, in denen man regelrecht dachte, da spricht nicht nur jemand, da schauspielert jemand. Die ganzen witzigen Szenen wurden dadurch nochmal intensiviert und ich musste doch da sehr lachen.

Kommen wir jetzt aber zum eigentlichen Buch. Man merkt schon, dass sich Grohs Stil etwas geändert hat. Ihre ersten Forever-Titel habe ich immer abseits des Mainstreams empfunden. Während andere unbedingt alles ins Ausland als Setting verlegen mussten, waren Grohs Geschichten einfach herrlich deutsch. Ich fand sie sehr unangepasst und genau deswegen fiel sie auf. Mit größerem Marketing, aber natürlich auch mehr Schreiberfahrung kann sich vieles ändern und ich finde, dass man es der Reihe anmerkt. Aber kritisch sehe ich das keinesfalls. Kleinstadtfeeling in England, mehr konkret zu konstatierende Tropes, Titel, die ein Muster ergeben, das ist einfach heute Standard und es zieht an. Wem könnte ich das also vorwerfen, zumal mir eins ja auch am wichtigsten ist: Ich wollte immer noch Grohs unverkennbare Erzählstimme haben und die ist da. Ihre ganzen Geschichten, die schrulligen Figuren, die Dialoge, der ganze Humor, das fühlt sich wirklich herbstlich-gemütlich an.

Durch die Buchreihen bei Loewe Intensiv wurde auch schon deutlich, dass Groh Humor nicht mehr als einziges Markenzeichen sieht, sondern sich auch gerne mit tiefgründigeren Themen auseinandersetzt. Ich finde zwar, dass „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ das übertrieben bedient, aber es ist Tiefgang drin und das macht daraus insgesamt eine so reiche Geschichte. Jude ist als Charakter extrem weit weg von mir. Ihre Rastlosigkeit, ihre Unbeständigkeit, wie sie Beziehungen führt, und dennoch habe ich sie als Mensch so gut verstehen können. Spätestens die Erklärung, was einst in Lower Whilby passiert ist, rundet das Bild dann ab. Genauso ist aber auch James‘ wilde Familiengeschichte unterhaltsam und voller Entdeckungen. Und bei Paaren, die sich solche Wortgefechte liefern, da bin ich immer schnell am Haken. Zudem werden die nächsten Bände auch schon gut vorbereitet. Da habe ich richtig Brock drauf, wenn ich an das Potenzial schon denke.

Fazit: Kyra Groh ist in vielen Aspekten mehr Mainstream geworden, aber was für andere ein Nachteil ist, ändert bei ihr nicht ans der Qualität ihrer Bücher. „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ war als Hörbuch ein echtes Erlebnis und ich habe Grohs Stimme darin auch wunderbar wiedererkannt. Verrückte Geschichten mit viel Humor, aber auch Tiefgang, das habe ich erhofft und auch bekommen. Daher geht eine dicke Empfehlung raus!

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